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Dargardt

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Dargardt
Gemeinde Karstädt
Koordinaten: 53° 10′ N, 11° 41′ OKoordinaten: 53° 9′ 49″ N, 11° 41′ 17″ O
Höhe: ca. 32 m ü. NHN
Eingemeindung: 1974
Eingemeindet nach: Garlin
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797
Luftaufnahme von Dargardt
Luftaufnahme von Dargardt

Dargardt ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Garlin[1] der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geografische Lage

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Dargardt liegt im Nordwesten der Gemarkung und südlich von Garlin. Westlich befindet sich der Gemeindeteil Seetz. Im Osten verlaufen die Bundesautobahn 14 sowie die Bundesstraße 5 am Ort vorbei. Die südlich gelegenen Flächen sind bewaldet, die nordöstlichen Flächen werden durch den Seetzen Graben in die Löcknitz entwässert. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 32 m ü. NHN Durch den Ort führt die Landstraße 13.[2] Dargardt war als neues breites Straßendorf mit einem Gut am Nordende der Siedlung angelegt. Die Anlage erfolgte auf der wüsten Feldmark Dargardt. Etwa 1,3km nordwestlich des Dorfes ist der Flurname Der Zoll überliefert. In diesem Bereich wurden Siedlungsspuren festgestellt, die vermutlich auf eine altslawische Besiedlung zurückgehen.[3]

Geschichte und Etymologie

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Der Ort ist in den Quellen unter verschiedenen Namensformen überliefert: Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1515 als Dargarde. Weitere Nennungen waren im Jahr 1533 zu Dargarde sowie im Jahr 1588 Dargertt. Eine weitere bekannte Form Dargarten aus dem Jahr 1431 gehört hingegen zu Dergenthin.[3] Der Name leitet sich aus dem Slawischen ab und bedeutet so viel wie „Ort, wo Leute eines Mannes namens Dargorad wohnen“[4].

Besitzgeschichte

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Dargardt gehörte seit dem frühen 16. Jahrhundert überwiegend zur Herrschaft Stavenow. Dieser Anteil lag vor 1515 bis 1872 zunächst bei den Familien von Quitzow, danach von Blumenthal, später von Kleist und schließlich der Familie von Voß. Bereits 1515 ist ein Anteil an Dargardt belegt; 1543 besaß die Herrschaft die Hälfte des Dorfes. 1588 umfasste ihr Besitz drei Achtel der Holzung, während sie 1649 bereits über das gesamte Gut sowie die Jagdgerechtigkeit verfügte. 1684 ist ihr Anteil mit einem Sechstel der Feldmark angegeben, jedoch weiterhin mit dem gesamten Gut und der Jagd verbunden. Seit 1687 wurde der Besitz durch einen Tausch mit der Herrschaft Eldenburg erweitert, sodass drei Achtel der Feldmark hinzukamen; seit 1752 befand sich schließlich das gesamte Dorf im Besitz der Herrschaft Stavenow. Ein Gegenanteil lag vor 1515 bis 1719 bei der Familie von Quitzow zu Eldenburg und danach bis 1752 beim Amt Eldenburg. Dieser Besitz umfasste 1543 die Hälfte des Dorfes, 1588 fünf Achtel der Holzung und 1684 fünf Sechstel der wüsten Feldmark, jedoch ohne Gut und Jagdgerechtigkeit. Nach einem Teilabtausch 1687 verblieb ein Anteil von fünf Achteln der Feldmark. 1752 wurde auch dieser Besitz vollständig an die Herrschaft Stavenow abgetreten. Daneben ist 1580 eine einzelne Hufe im Besitz der Familie von Kapelle zu Mankmuß belegt.[3]

16. Jahrhundert

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1515 wird Dargardt als wüste Feldmark bezeichnet. Bereits 1533 und in späterer Zeit wurde der Ort als Zubehör des Hauses Stavenow von dessen Lehnsherrn, dem Herzog von Mecklenburg, beansprucht; zugleich ist jedoch mehrfach bezeugt, dass es sich um brandenburgischen Grund und Boden handelte. 1580 ist im Zusammenhang mit der sogenannten „Dargardischen Erkundigung“ eine ausführliche Aussage überliefert: Der etwa 80-jährige Jürgen Aelschlebe, der etwa 60 Jahre zuvor Diener der Familie von Quitzow zu Eldenburg gewesen war, bestätigte, dass Dargardt zur Mark Brandenburg gehöre und im Besitz der Familie von Quitzow sei, mit Ausnahme einer Hufe der Familie von Kapelle zu Mankmuß. Er berichtete außerdem, dass früher eine Nonne aus dem Kloster Eldena namens von Aelschleben (vermutlich aus der Familie von Alsleben, die bis 1465 das Haus Eldenburg besaß) sieben Kossätenländereien auf der Feldmark Dargardt genutzt und diese an Bauern aus Garlin und Sargleben verpachtet habe. 1588 wurde die Holzung von Dargardt mit insgesamt 16 Hufen angegeben, von denen zehn zum Anteil Eldenburg und sechs zum Anteil Stavenow gehörten; die Holzung war zu diesem Zeitpunkt noch ungeteilt. Ein Teil des Ackers auf der Feldmark war bereits aufgeteilt. Den eldenburgischen Anteil bewirtschafteten Bauern aus Garlin und Sargleben gegen Roggenpacht; diese nutzten zugleich die Weiderechte auf der Feldmark Dargardt.[3]

17. Jahrhundert

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1621/1632 war die Holzung von Dargardt in 16 Hufen geteilt. Ein Kossät aus Garlin fungierte als Holzvogt in diesem Gebiet. 1649 wurde die Holzung von Dargardt mit einer Gesamtfläche von etwa 840 Morgen angegeben. Der Ort selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits wüst; an der ehemaligen Dorfstelle waren noch Mauerreste der Kirche sowie zahlreiche Keller der einstigen Wohnhäuser vorhanden. Zur Feldmark gehörten zudem Acker- und Wiesenflächen, wobei letztere früher an die Untertanen in Sargleben und Garlin gegen Pacht- und Geldleistungen verteilt worden waren. Die Feldmark grenzte an die Gebiete von Duvenholl, Seetz, Gosedahl und Mankmuß. 1686 bewirtschafteten sechs Kossäten der Familie von Blumenthal zu Stavenow, die in Sargleben ansässig waren, Ackerflächen auf der Feldmark Dargardt („Dargen“). 1691 wurde die Feldmark weiterhin als Weide genutzt; die Hütung erfolgte durch Untertanen aus Garlin und Sargleben.[5]

18. Jahrhundert

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1718 wurde ein Gesuch von Bauern aus dem Amt Eldenburg zum Wiederaufbau der wüsten Feldmarken Steesow und Dargardt abgewiesen, mit der Begründung, dort hätten niemals Dörfer bestanden. 1744 nutzten Untertanen aus den Dörfern Garlin, Ferbitz, Milow, Mellen, Boberow und Blüthen die Zinswiesen auf der Feldmark Dargardt gegen eine jährliche Abgabe von knapp 100 Reichstalern. 1753/1754 erfolgte die planmäßige Wiederbesiedlung als Kolonie auf der Feldmark Dargardt, zunächst unter dem Namen „Friedrichswalde“. Es wurden acht Hufner mit je einer Hufe sowie acht Kossäten angesetzt, von denen die meisten aus Mecklenburg stammten. Die Kolonie diente insbesondere dem Vorwerk Kleisthof; zugleich wurde eine Ziegelei eingerichtet. 1756 gehörte zur Herrschaft Stavenow das Vorwerk „auf Kleistelhoffe in Dargardt“, dessen Name später nach einem Besitzerwechsel wieder aufgegeben wurde. 1791 bestand die Kolonie aus sieben Bauern, acht Kossäten und zehn Hausleuten sowie zwei Verwaltern. Insgesamt wurden 24 Feuerstellen gezählt.[5]

19. Jahrhundert

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1801 bestand Dargardt aus einem Gut mit sieben Ganzbauern, sieben Kossäten und neun Einliegern. Hinzu kamen ein Maurer und ein Zimmermann sowie eine Ziegelei. Insgesamt wurden 24 Feuerstellen gezählt. 1846 wurde Dargardt als Dorf mit Gut beschrieben; es bestanden 33 Wohnhäuser. 1852 erfolgte die Bewirtschaftung der Ländereien in drei Schlägen. Die Wiesen waren teils zweischürig, teils einschürig. Die Nutzung umfasste Kuh- und Schafweide sowie Waldflächen mit Kiefern. In der Viehzucht wurden Rinder, Schafe, Schweine und Pferde gehalten; Geflügel wurde nach Bedarf gezüchtet. Die wirtschaftliche Grundlage bildete der Anbau von Naturprodukten, ergänzt durch Nebentätigkeiten wie Flachsspinnen und Weben zum Eigenbedarf. 1860 wurde zwischen Dorf und Vorwerk unterschieden: das Dorf Dargardt umfasste zwei öffentliche Gebäude, 31 Wohnhäuser und 22 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle. Das Vorwerk Dargardt, zum Gutsbezirk Stavenow gehörig und unmittelbar an das Dorf anschließend, bestand aus drei Wohngebäuden und sechs Wirtschaftsgebäuden.[5]

20. Jahrhundert

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1900 wurden in Dargardt im Dorfteil 44 Häuser gezählt; für den Gutsanteil wird auf Stavenow verwiesen. 1907 zeigte sich folgende Besitz- und Sozialstruktur im Dorf: Es bestanden ein Gemeindevorsteher mit 47 Hektar, vier Bauern mit 54, 43, 38 und 32 Hektar sowie ein Halbbauer mit 21 Hektar. Hinzu kamen elf Eigentümer mit Flächen von 16, 13, 11, 10, 8, 7, 7, 5 und 1 Hektar. Weiterhin sind ein Gastwirt mit 12 Hektar, ein Müller, ein Schmiedemeister mit neun Hektar sowie zwei Zieglermeister mit 12 und 10 Hektar belegt. Im Gutsbereich wird ein Landwirt genannt. 1931 bestanden 59 Wohnhäuser. Dargardt bestand als Gemeinde mit den Wohnplätzen Bornkuhl und Ziegeleien. 1939 wurde eine differenzierte land- und forstwirtschaftliche Struktur erfasst: Es bestanden acht Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, 22 mit 10 bis 20 Hektar, sieben mit 5 bis 10 Hektar sowie 15 mit 0,5 bis 5 Hektar. Insgesamt wurden 205 berufstätige Personen gezählt, davon 51 in Industrie und Handwerk.

Im Zuge der Bodenreform wurden 1946 insgesamt 70,36 Hektar enteignet und verteilt. Drei Neubauern erhielten jeweils 1,09 Hektar, zwei weitere je 2,18 Hektar; 30 Altbauern erhielten zusammen 36,53 Hektar, der verbleibende Rest fiel an die Gemeinde. 1958 wurde eine LPG vom Typ III mit dem Namen „1. Mai“ gegründet, die 11 Mitglieder umfasste und 96,23 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftete. 1960 bestanden zwei LPG des Typs I mit zusammen 58 Mitgliedern und 411,57 Hektar Nutzfläche, die 1966 zur LPG „Prignitzland“ zusammengeschlossen wurden. Daneben bestand eine LPG des Typs III mit 28 Mitgliedern und 231,34 Hektar Nutzfläche. 1967 wurde die LPG „Eibestrand“ in Schadebeuster an die LPG Typ III in Dargardt angeschlossen, 1972 auch die LPG Typ I. 1976 erfolgte der Anschluss der LPG in Dargardt an die LPG Typ III „8. März“ in Garlin.[5] Die Eingemeindung nach Garlin erfolgte im Jahr 1974.

Bevölkerungsentwicklung

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Einwohnerentwicklung in Dargardt von 1755 bis 1971
Jahr17551772179118011817183718581871189519251939194619641971
Einwohner6261181197190238Dorf 178
Gut 36
229
33
240
siehe Stavenow
325272387287262

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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  • Die Gutsscheune steht unter Denkmalschutz.

Einzelnachweise

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  1. Auflistung als Gemeindeteil von Karstädt im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 14. Mai 2026
  2. Dargardt, Brandenburgviewer, abgerufen am 14. Mai 2026.
  3. 1 2 3 4 Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 154
  4. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 43, ISBN 3-937233-17-2.
  5. 1 2 3 4 Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 65