Comet Interceptor
| Comet Interceptor | |||
|---|---|---|---|
| Missionsziel | langperiodischer Komet oder interstellares Objekt | ||
| Auftraggeber | |||
| Betreiber | |||
| Trägerrakete | Ariane 64[1] | ||
| Startmasse | < 1000 kg | ||
| Instrumente | |||
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10 Instrumente auf 3 Teilsonden | |||
| Verlauf der Mission | |||
| Startdatum | frühestens 2029[1] | ||
| Startrampe | Raumfahrtzentrum Guayana, ELA-4 | ||
| Technische Daten | |
|---|---|
| Gesichtsfeld | 0,69° × 0,92° |
| Brennweite | 880 mm |
| Apertur | 135 mm |
| Pixel | 1504 × 2000 (3 Megapixel) |
| Pixelgröße | 7×7 μm |
| Belichtungszeit | 220 μs bis 15 min |
| Masse (inkl. Elektronik) | 13,5 kg |
| Leistungsaufnahme | 19 W |
| Bussystem | SpaceWire |
| Speichereinheit | 2 × 128Gbit |
| Datenrate (max.) | 128Gbit unkomprimiert |
| Filter |
|
Modular InfraRed Molecules and Ices Sensor (MIRMIS)
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MIRMIS ist ein modulares multispektrales und hyperspektrales bildgebendes System. Das Instrument hat zwei wesentliche Aufgaben: 1. Feststellung der Zusammensetzung von Kern und Koma 2. Messung der Temperaturen von Kern und Koma. Die wissenschaftlichen Ziele sind Messung der räumlichen Verteilung der Eise, Mineralien und Gase, die Messung der Oberflächentemperaturen und die Ermittlung der thermalen Trägheit. Diese Informationen erlauben Modelle für die Formung, Entwicklung von Kern und Koma zu entwickeln. Anhand dieser Informationen lässt sich festlegen, ob der Körper über die Zeit als Ansammlung von Trümmern verschiedenen Ursprungs entstand oder in einem einzigen Prozess zu einem einheitlichen Himmelskörper geworden ist.
Die beobachteten Spektralbereiche sind im Infraroten zwischen 0,9 bis 25 μm in drei Kanälen, das ist ein umfangreicher Bereich vom nahen Infrarot bis hinein zum fernen Infrarot. MIRMI vereinigt drei unterschiedliche Instrumente auf einer gemeinsamen optischen Bank, dazu gehört eine Elektronik zur Steuerung und Datenverarbeitung. Auch MIRMIS verfügt über einen beweglichen Spiegel mit einem Schwenkbereich von ±90°. Der Spiegel kann außerdem auf einen Schwarzkörper oder auf einen sonstigen Himmelsbereich zur Kalibration gerichtet werden.
- MIRMIS/NIR, ein hyperspektrales bildgebendes System im nahen Infrarot (0,9–1,6 μm)
- MIRMIS/MIR, Punkt-Spektrometer im mittleren Infrarot (2,5–5 μm)
- MIRMIS/TIRI, eine multispektrale Infrarot-Wärmebildkamera (6–25 μm)
| Kanal | Gesichtsfeld | IFoV | λ |
|---|---|---|---|
| NIR | 6,7x 5,4° | 0,18 mrad | 0,9 – 1,6 μm |
| MIR | 2° (punktförmig) | - | 2.5 – 5 μm |
| TIRI | 9x7° | 0,26 mrad | 6 – 25 μm |
| Allgemeine technische Daten | |
|---|---|
| Masse gesamt | 8,8 kg |
| Leistungsaufnahme standby | 8,3 W |
| Leistungsaufnahme standby mit Temperaturkontrolle | 9,9 W |
| ø Leistungsaufnahme im Wissenschaftsbetrieb | 9,7 bis 11,2 W |
Zur Messung der flüchtigen Bestandteile der Koma werden MIR und NIR eingesetzt. Von MIR werden die hellen Fluoreszenzen im Bereich von 2,5 bis 5 μm untersucht. Dazu gehören Spektralbereiche von CO2, die von der Erde aus nicht zu beobachten sind.
TIRI
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das TIRI Instrument basiert auf dem TechDemoSat 1 CMS Instrument, das auf einen größeren Sensor mit höherer Pixeldichte angepasst wurde.[7] Die räumlicher Auflösung ist ~260 m bei einer Annäherung von 1000 km bei einem Vorbeiflug. TIRI verfügt über vergoldete Spiegel mit einer Blende von f/1.4 und 50-mm Apertur. Das Spiegelteleskop leitet auf einen Filter, der den Strahl in mehrere Spektralbereiche aufteilt.
NIR
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das NIR-Instrument liefert Informationen über die mineralische Zusammensetzung des Kerns, außerdem über die Form des Kerns. Die Kamera arbeitet nach dem Prinzip eines beweglichen Fabry-Perot Interferometer, das als variabler Bandpassfilter wirkt. In der Brennebene befindet sich ein handelsüblicher Indiumgalliumarsenid-Sensor. Die Aufnahmen können genutzt werden, um mit seriellen Aufnahmen über den Wellenbereich einen 3-dimensionalen Datenwürfel herzustellen. Jedem Pixel wird dabei nicht nur die Position in zwei Dimensionen, sondern auch ein komplettes Spektrum zugeordnet. Das Gesichtsfeld ist ca. 6,7 x 5,4° mit 640 x 512 Pixel. Das Refraktor-Design basiert auf der ASPECT Kamera auf dem MILANI CubeSat der HERA mission. Ein Prototyp des NIR Kanals befand sich von 2018 bis 2023 auf dem finnischen Hello World Nanosatelliten in einer niedrigen Umlaufbahn.[8][9]
MIR
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das MIR Design basiert auf den gleichen Prinzipien wie NIR, aber im Unterschied dazu besteht der Sensor in einer einzigen Photodiode aus Quecksilber-Cadmium-Tellurid. Dadurch vereinfacht sich der Aufbau des Instruments erheblich und es wird nur eine einzige zusätzliche Linse für die Photodiode benötigt.
Mass Analyzer for Neutrals in a Coma (MANiaC)
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MANiaC untersucht in situ das neutrale Gas der Koma. MANiaC besteht aus zwei Instrumenten, ein Flugzeitmassenspektrometer und einem Neutraldichtemessgerät, dazu kommt ein Elektronik-Modul für die Steuerung.
- Die Sensor Head Unit (SHU). Dieses Spektrometer basiert auf dem Instrument für die Luna-Resurs mission von Roskosmos.
- Das Neutral Density Gauge (NDG) ein Neutraldichtemessgerät nach dem Prinzip von Bayard-Alpert.
Das Massenspektrometer ermittelt die Verteilung nach Anteil der der Hauptbestandteile H2O, CO2, CO und einen Teil der weniger häufigen flüchtigen Bestandteile. Das Neutraldichtemessgerät misst die gesamte Dichte der Gasanteile. Beide Instrumente zusammen liefern die Dichte der verschiedenen flüchtigen Bestandteile entlang der Flugbahn. Es werden die Massenverteilung von Elemente, Molekülen, und Isotopen gemessen und die Aktivität des Kerns wird anhand der Menge bestimmt. Der Anteil an Deuterium im Wasser wird bestimmt. Man erhofft sich daraus Rückschlüsse über die Frage woher das Wasser auf der Erde stammt. Der Anteil an hochflüchtigen Gasen, z. B O2 wird erfasst und verglichen mit Kometen, die bereits mehrere Umläufe im inneren Sonnensystem hatten. Ermitteln der komplexeren organischen Moleküle, die aus einer Zeit vor entstehen der Moleküle biologischen Ursprungs stammen. Die Zusammensetzung von kleinen Eiskörnern wird untersucht, falls sie sich an der Ionenquelle ansammeln.
Sowohl SHU als auch NDG haben Vorbilder von der Rosettamission: dem ROSINA Reflectron-type Time-Of-Flight (RTOF) mass spectrometer und dem COmet Pressure Sensor (COPS). Der Vorbeiflug geschieht mit einer relativen Geschwindigkeit im Bereich zwischen 10 uns 70 km/s und damit viel schneller als die ungefähr ~1 km/s schnellen neutralen Gase. Darum zeigen die Öffnungen in die Flugrichtung. Da die Geschwindigkeiten so unterschiedlich sein können, haben beide Instrumente Vorkammern um das ankommende Gas zu erwärmen. Nach dem Eintreten in das Instrument werden die Gase von einem Heißen Draht ionisiert, der Elektronen von 70 eV abgibt.
Im the NDG werden die proportional zur Dichte resultierenden Ionen als Stromfluss gemessen. Im SHU werden die Ionen durch eine Hochspannung beschleunigt und in einem elektrischen Feld abgelenkt, bevor sie auf dem Detektor ankommen. Da alle Ionen gleiche Beschleunigung erhalten, hängt die weitere Flugbahn vom Verhältnis aus Ladung und Masse ab. Der Messbereich ist 0 bis ca. ~1000 Da/e-.
Dust, Fields, and Plasma (DFP-A)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt zwei dieser in situ Instrumente, eines auf Sonde A, eines auf B2, somit lassen sich damit zwei verschiedene Punkte auf den Flugbahnen zugleich vermessen. Es lassen sich damit Plasma und Staub messen. Das Instrument erkennt sobald Partikel des Kometen mit dem Staub und Plasma aus dem Sonnenwind, also dem Interplanetaren Medium interagieren. Auf B2 wird außerdem noch das Magnetfeld gemessen. Es können so Grenzen und Regionen in der Kometenumgebung erkannt und die Wechselwirkung mit der Sonne und dem Sonnenwind erfasst werden. So kann eine Bugschockwelle, oder ein Dichtewechsel erkannt werden.
- Zonen mit Staub und Plasma um einen aktiven Kometenkern werden erkannt und kartografiert
- Masse und Impuls des Plasmas und der Energieaustausch können eingeschätzt werden
- Gleichzeitige Messung von Magnetfeld, Plasma und Staub zur Ermittlung wie Ionen- und Staubfelder interagieren. Ermittlung der Eigenschaften von staubigem Plasma.
- Messung der Interaktion zwischen Sonnenwind und Koma.
Sensoren:
DISC: Dust Impact Sensor and Counter (DISC).
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Instrumente sind auf A und B2 gleich. Dieses Instrument stammt ab vom GIADA auf Rosetta. Das Instrument zählt die Staubpartikel im Kometenschweif und bestimmt ihre Masse. Die gemessenen Partikel haben eine Masse von 10-15–10-8 kg (1 pg bis 10 μg), bei Partikeln schwerer als 10-8 kg werden die Partikel nur gezählt. Da die Geschwindigkeit der Sonde bekannt ist und die relative Geschwindigkeit zwischen Staubpartikel und Raumfahrzeug bekannt ist, kann man die individuelle Masse einzelner Partikel beim Einschlag auf die Aluminiumplatte bestimmen. Es lässt sich die Massenverteilung, die Partikelanzahl, Dauer der Einschläge, Dichtestruktur bestimmen. Der erwartete gemessene Bereich der Impulse ist zwischen 3x10-11 and 2x10-03 kg·m/s, ähnlich wie bei GIADA
Fluxgate Magnetometer (FGM)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Fluxgate Magnetometer misst das Magnetfeld dreidimensional auf Sonde A. Auch mit diesem Instrument soll die Grenze zwischen interplanetarem Medium und der Koma erkannt werden und die Struktur innerhalb der Grenzen erfasst werden. Die Messungen erfolgen gleichzeitig mit Magnetfeldmessungen auf B1 und B2. Man erhofft sich so die Messung von Synchrotronstrahlung und verschiedene Arten von Plasmawellen.
| Technische Daten | |
|---|---|
| Betriebsbereich | ± 16000 nT |
| Auflösung | 2 pT |
| Rauschen bei 1 Hz | |
| absolute Genauigkeit | 1 nT (erwünscht), 2 nT (erforderlich) |
| Masse | 1,8 kg Ausleger und Sensor
0,5 kg Elektronik |
| Leistungsaufnahme | 1,2 W insgesamt |
| Temperaturbereich | -80 bis +60 °C, keine Heizung |
Das Magnetometer hat zwei Sensoren einen an Bord und einen auf dem Ausleger. Der Sensor auf dem Ausleger wurde kombiniert mit dem kugeligen COMPLIMENT Sensor. Der kombinierte Sensor besteht nun aus einer kugelförmigen Langmuir-Sonde, die im Inneren den Fluxgate-Sensor beherbergt. Dadurch wird Gewicht gespart.
COMetary Plasma Light InstruMENT (COMPLIMENT)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]COMPLIMENT misst das elektrische Feld und Plasmawellen, in hoher zeitlicher Auflösung die Dichte von freien Ionen und Elektronen, Elektronentemperatur, das elektrische Potenzial des Raumschiffs, die gesamte EUV-Strahlung, den Einschlag von Nanopartikeln um die staubhaltige Umgebung des Kometen zu erforschen und die Interaktion mit der Atmosphäre, die vom Kometen entweicht. Es gibt dafür drei Sensoren davon zwei kugelförmige Sonden mit 8 cm Durchmesser, davon enthält eine das Magnetometer.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website des Comet-Interceptor-Projekts
- Comet Interceptor Science Working Team (SWT)
- Webseite der Wissenschaftlichen Gemeinschaft der Mission
- Geraint Jones: Comet Interceptor A Mission to a Dynamically New Solar System Object. (PDF) Mullard Space Science Laboratory, University College London, UK (o. Datumsangabe).
- ESA-SCI-DIR-RP-001 Comet Interceptor, Visiting a pristine comet, Definition Study Report. (PDF) Mullard Space Science Laboratory, University College London, UK, 26. April 2022.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 ESA’s Comet Interceptor mission moves up launch. Spacenews, 14. Januar 2026.
- ↑ Comet Interceptor approved for construction. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Comet Interceptor construction moves forward. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Comet Interceptor’s probe proves structurally sound. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Comet Interceptor Missionsbeschreibung. Abgerufen am 3. Oktober 2021 (englisch).
- ↑ Estonia pioneers instrument for Comet Interceptor mission through Prodex. Abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch).
- ↑ TechDemoSat-1 (Technology Demonstration Satellite-1) - eoPortal. Archiviert vom am 26. Dezember 2025; abgerufen am 16. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Reaktor Hello World bids adieu. Abgerufen am 16. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Story of the Reaktor Hello World satellite. Finnische Regierung, abgerufen am 16. Februar 2026.

