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IRIS²

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
IRIS²
Typ: Konstellation, Kommunikation
Land: Europaische Union Europäische Union
Betreiber: Europaische Weltraumorganisation ESA, SpaceRISE
Missionsdaten
Status: in Planung
Bahndaten
Umlaufbahn: multi orbit (LEO und MEO)

IRIS² (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite) oder Iris square ist eine geplante Satellitenkonstellation der EU, die eine flächendeckende Internetanbindung aufbauen und für öffentliche und private Nutzer bieten soll.

Geplante Konstellation

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Die Konstellation soll durch die ESA entwickelt werden und nach der Planung von 2025 ab 2030 ihren Betrieb aufnehmen.[1] Die Europäische Kommission verfügt für die geplante Weltrauminfrastruktur über ein Budget von 2,4 Milliarden Euro bis 2027, hinzu kommen 642 Millionen Euro, die von der Europäischen Weltraumorganisation über drei Jahre bereitgestellt werden.[2][3] Das Projekt wurde vom ESA-Ministerrat im November 2025 bestätigt.

IRIS² soll verschiedene flächendeckende Dienste im Bereich von zivilen und militärischen Regierungsorganisationen anbieten, z. B. Überwachung, Krisenmanagement und das Vernetzen von kritischer Infrastruktur. Zudem soll es eine Breitbandanbindung für B2B-Kunden geben.[2]

Bald nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 wurden mit der Infrastruktur in der Ukraine auch Datenleitungen und terrestrische Mobilfunknetze und damit Internetverbindungen zerstört. In der Ukraine wurde danach das neue Satellitennetz Starlink verwendet. Dazu hatte sein Errichter SpaceX eingeladen, später zahlten westliche Staaten und die Ukraine für die Nutzung. Im Februar 2023 kündigte SpaceX an, die militärische Nutzung von Starlink durch die Ukraine einzuschränken, insbesondere wegen der Nutzung zur Steuerung von Drohnen.

Erste Pläne, ein EU-eigenes Satellitennetz für (verschlüsseltes) Internet aufzubauen, gab es 2022. Weniger als ein Jahr danach wurde am 18. Februar 2023 kommuniziert, dass das EU-Parlament konkreteren Plänen „kürzlich grünes Licht gegeben hat“.[4] Nach dem europäischen Satellitennavigationssystem Galileo und der Erdbeobachtung durch das Copernicus-Programm, soll IRIS² als dritte Komponente zur strategischen Weltrauminfrastruktur dazukommen. Die Satelliten sollen mit europäischen Trägerraketen starten. Mehrere Betreiber und Satellitenhersteller schlossen sich im Mai 2023 zu einem Konsortium unter dem Namen SpaceRISE (Space Consortium for a Resilient, Interconnected and Secure Europe) zusammen, um sich für den IRIS²-Auftrag zu bewerben. Das offene Konsortium wird von Airbus Defence and Space, Eutelsat, Hispasat, SES und Thales Alenia Space geleitet. Außerdem wird sich das Konsortium auf ein Kernteam folgender Unternehmen stützen: Deutsche Telekom, OHB, Orange, Hisdesat, Telespazio und Thales.[5]

Im Dezember 2024 wurde schließlich durch die Europäische Kommission der Vertrag mit SpaceRISE über den Aufbau von IRIS² abgeschlossen. Bis 2030 sollen 290 Kommunikationssatelliten in mehreren Satellitenkonstellationen ein weltweites Breitbandnetzwerk sicherstellen. Es handelt sich bei den 290 Satelliten um 272 Satelliten im Low Earth Orbit (LEO), und 18 im Medium Earth Orbit (MEO).[1] Erklärtes Ziel der EU ist, ein sicheres und widerstandsfähiges europäisches Satellitennetzwerk aufzubauen und hierdurch eine strategische Autonomie zu erreichen.[6]

Die gesamten Kosten für das Projekt inklusive einer Konzession für den Betrieb über 12 Jahre soll 10,6 Milliarden Euro betragen. Die EU will 6 Milliarden beitragen über drei Legislaturperioden, von ESA sollen 550 Millionen kommen und vom privaten Sektor über 4 Milliarden.[7]

Einzelnachweise

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  1. a b Space Consortium for a Resilient, Interconnected and Secure Europe. In: https://www.spacerise.eu/. Abgerufen am 13. August 2025 (englisch).
  2. a b Welcome to IRIS². In: Blog von Thierry Breton. Abgerufen am 18. November 2022 (englisch).
  3. Anne Bauer: L'Europe lance sa constellation de satellites pour ne pas rester dans la main de Starlink. Les Echos, 14. Februar 2023, abgerufen am 16. Juli 2024 (französisch).
  4. Katja Lehner, ORF.at, aus Brüssel: Krieg als Faktor: EU baut Starlink-Alternative auf. 18. Februar 2023, abgerufen am 17. Juli 2024.
  5. Raumfahrer net Redaktion: Airbus: Partnerschaftsabkommen zur Bewerbung um IRIS²-Konstellation. 2. Mai 2023, abgerufen am 16. Juli 2024 (deutsch).
  6. Commission takes next step to deploy the IRIS² secure satellite system. In: defence-industry-space.ec. 16. Dezember 2024, abgerufen am 28. Dezember 2024 (deutsch, englisch).
  7. ESA to support the development of EU’s secure communication satellites system. Abgerufen am 27. November 2025 (englisch).