LEO-PNT(Low Earth Orbit Positioning Navigation and Timing), seit September 2025 unter dem Missionsnamen Celeste, ist ein Projekt aus zunächst zwei geplanten Satellitenkonstellationen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die zum Test eines neuen Navigationssystems dienen. Die ersten beiden Satelliten starteten im März 2026.
LEO-PNT ist eine der Missionen des FutureNAV-Programms, die in der Konferenz des ESA-Ministerrats 2022 genehmigt wurden.[1] Im September 2025 wurde als offizieller Missionsname Celeste, benannt nach Maria Celeste, einer Tochter von Galileo Galilei und Marina Gamba, festgelegt.[2]
Geplant sind zwei Konstellationen mit insgesamt mindestens 10 Testsatelliten.[3] Im März 2024 beauftragte die ESA zwei konkurrierende Konsortien jeweils mit Entwicklung und Bau von Satelliten und der Einrichtung eines Bodensegments. Einer der beiden Aufträge ging an GMV Aerospace and Defence in Spanien als Hauptauftragnehmer für das Gesamtsystem und die OHB System AG in Deutschland als Hauptauftragnehmerin für das Raumfahrtsegment. Der zweite Auftrag für ein System mit fünf Satelliten ging an Thales Alenia Space France als Hauptauftragnehmer für das Gesamtsystem und die italienische Thales Alenia als Hauptauftragnehmer für das Raumfahrtsegment. An beiden Konsortien zusammen sind mehr als 50Organisationen aus 14Ländern beteiligt.[1][4] Geplant ist der Start der ersten Satelliten für 2026, die gesamten Konstellationen sollen bis 2028 im Orbit sein.[5][6][7]
Die Satelliten sollen etwa 70kg wiegen und in 500 bis 600km Höhe um die Erde kreisen, also sehr niedrig (Low Earth Orbit) im Vergleich zu den Galileo-Navigationssatelliten in 23.200km Höhe (Medium Earth Orbit). LEO-PNT soll auch neue Signale und neue Frequenzbänder testen. Es entspricht damit den GIOVE-Testsatelliten für Galileo.[8]
LEO-PNT soll mit Galileo zusammenarbeiten. Die neue Technik soll insgesamt widerstandsfähiger, genauer und schneller sein als derzeit eingesetzte. Durch die geringere Höhe kann bei gleicher Sendeleistung eine höhere Signalstärke erreicht werden, sodass die Signale unempfindlicher gegen Interferenzen sind. Auf diese Weise sollen Orte erreicht werden, die von Galileo bisher nicht abgedeckt werden, wie die Polargebiete oder das Innere von Gebäuden.[9][10]
Die ersten beiden Satelliten, je einer von GMV und Thales Alenia Space, wurden am 28. März 2026 vom Rocket Lab Launch Complex 1 in Neuseeland gestartet, an Bord einer Electron von Rocket Lab. Mit ihnen sollen die Kerntechnologien getestet werden. Außerdem nehmen sie die reservierten Frequenzen im L- and S-Band in Betrieb, um den International Telecommunication Union Regulations zu entsprechen und die Frequenzreservierung nicht zu verlieren. Weitere Starts sind für 2027 geplant.[11][12]