Solar Orbiter
| Solar Orbiter | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Künstlerische Darstellung des Solar Orbiters | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| NSSDC ID | 2020-010A | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Missionsziel | Sonnenbeobachtung, Untersuchung von Sonnenwind, Magnetfeld, Plasma | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auftraggeber | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betreiber | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trägerrakete | Atlas V 411 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aufbau | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startmasse | ca. 1800 kg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Größe | 2,5 × 3,0 × 2,5 m[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Instrumente | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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STIX, PHI, EUI, C-METIS, SoloHI, SPICE, EPD (SIS, STEIN, EPT-HET, LET), SWA, MAG, RPW | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verlauf der Mission | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startdatum | 10. Februar 2020, 04:03 (UTC)[2] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startrampe | Cape Canaveral AFS, SLC-41 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Logo der Mission | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Energiebereich: | 4 – 150 keV |
| Energieauflösung: | 1 – 15 keV (in Abhängig- keit der Photonenenergie) |
| max. Winkelauflösung: | 7 Bogensekunden |
| Sichtfeld: | 2° |
| Zeitauflösung: | ≥ 0,1 s |
- Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI)
PHI wurde für Aufnahmen der Sonnenoberfläche (Photosphäre) im sichtbaren Licht entwickelt, zudem zur Bestimmung von Stärke und Richtung der Magnetfelder sowie die Strömungsgeschwindigkeit des Plasmas an der Sonnenoberfläche. Aus diesen Informationen erwartet man unter anderem Rückschlüsse auf die Plasmabewegungen im Innern der Sonne. Das Instrument besteht aus zwei Teleskopen: Das Full Disc Telescope wird bei planmäßigem Missionsverlauf die gesamte Sonnenscheibe im Blick haben, während das High Resolution Telescope auf einen kleinen Ausschnitt fokussiert. Bei größter Sonnenannäherung kann das High Resolution Telescope Strukturen mit einer Größe von 150 Kilometern darstellen.[11]
- Aufnahme der Sonnenoberfläche im sichtbaren Licht mittels PHI
- Das Magnetfeld der Sonne, erfasst durch PHI
- Geschwindigkeitsverteilung in Sichtrichtung des PHI
- Extreme-Ultraviolett Imager (EUI)
EUI dient der Aufnahmen der Sonnenkorona im extrem kurzwelligen UV-Licht. Die Aufnahmen erfolgen im Sekundentakt, so dass das Instrument hoch dynamische Prozesse sichtbar machen kann. EUI besteht aus drei Spiegelteleskopen. Während eines davon, der Full Sun Imager, die gesamte Sonnenscheibe im Blick behält, sollen die beiden High Resolution Imager hochaufgelöste Aufnahmen einzelner Regionen bieten.[12]
- Hochaufgelöste Abbildung der Sonnenoberfläche durch Kombination mehrerer Aufnahmen mittels High Resolution Imager bei einer Wellenlänge von 17,5 nm.
- Überblendung von Aufnahmen des Full Sun Imager bei Wellenlängen von 17,4 nm (gelb) und 30,4 nm (rot)
- Coronagraph METIS
Metis ist ein Koronograph, der die Sonne und einen Teil der Sonnenkorona abdeckt. Er soll einen Blick auf die Übergangsregion zwischen der heißen Korona und der innersten Heliosphäre ermöglichen. Dies ist eine Region, die für die Zusammenhänge zwischen den atmosphärischen Phänomenen der Sonne und ihrer Entwicklung in der inneren Heliosphäre von entscheidender Bedeutung ist.
- Heliospheric Imager (SoloHI)
SoloHI soll die Störungen des sichtbaren Lichts durch die Elektronen des Sonnenwinds beobachten. Dadurch möchte man die Massebewegungen in der Korona ermitteln. - Spectral Imaging of the Coronal Environment (SPICE)[13]
SPICE ist ein Spektrograf, der die UV-Strahlung aus der Sonnenkorona in ihre verschiedenen Wellenlängen aufspaltet. Auf diese Weise soll das Instrument Informationen über die Temperaturen und Geschwindigkeiten des Sonnenplasmas in der Korona gewinnen. Zudem soll es möglich sein, die Häufigkeit einiger Elemente bestimmen.
In-situ-Instrumente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die In-situ-Instrumente untersuchen neutrale und ionisierte Partikel, Strahlung und Felder in unmittelbarer Umgebung der Raumsonde. Im Gegensatz zu den bildgebenden Instrumenten sind sie die meiste Zeit der Mission aktiv:
- Energetic Particle Detector (EPD)
EPD untersucht suprathermale Ionen, Elektronen, neutrale Atome, sowie energiegeladene Teilchen im Bereich von wenigen keV bis zu relativistischen Elektronen und Ionen bis zu 100 MeV (Protonen) und 200 MeV/Nukleon (schwere Ionen). EPD besteht aus den Instrumenten Suprathermal Ion Spectrograph (SIS), Suprathermal Electrons, Ions and Neutrals Telescope (STEIN) und Electron and Proton Telescope-High Energy Telescope (EPT-HET). - Solar Wind Plasma Analyser (SWA).
SWA misst Zusammensetzung und Eigenschaften des Sonnenwinds. - Magnetometer (MAG)
Das Magnetometer misst das Magnetfeld in Stärke und Richtung. - Radio and Plasma Waves (RPW) misst magnetische und elektrische Felder mit einer hohen zeitlichen Auflösung, um die Charakteristika der elektromagnetischen und elektrostatischen Wellen im Sonnenwind zu bestimmen.[14]
Beteiligte Forschungseinrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter anderem verantwortlich für die Entwicklung sowie Bau der einzelnen Instrumente sind:[15]
- Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI): Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik (KIS)
- Extreme Ultraviolet Imager (EUI): Centre Spatial de Liège, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS)
- Spectral Imaging of the Coronal Environment (SPICE): Rutherford Appleton Laboratory, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS)
- METIS: University of Florence, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS)
- Energetic Particle Detector (EPD): University of Alcala, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
- Spectrometer/Telescope for Imaging X-rays (STIX): FHNW, Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)[16]
- Solar Wind Plasma Analyser (SWA): Mullard Space Science Lab
- Magnetometer (MAG): Imperial College
- Radio and Plasma Waves (RPW): Observatoire de Paris
- Heliospheric Imager (SoloHI): NRL (USA)
Missionsablauf
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Der ursprünglich für Juli 2017 vorgesehene Starttermin wurde mehrfach verschoben. Im Oktober 2019 wurde die Sonde fertiggestellt; der Start erfolgte am 10. Februar 2020 (amerikanische Ortszeit am 9. Februar) mit einer amerikanischen Atlas-V-411-Rakete von der Cape Canaveral Air Force Station.[2]
Der Solar Orbiter wurde in eine hochelliptische Umlaufbahn um die Sonne gestartet. Mittels eines Erd- und acht Venus-Swing-bys soll er sich zunächst schrittweise der Sonne nähern und dann bis 2030 in eine immer stärker polwärts geneigte Bahn einschwenken.[1] Zum Ende der Primärmission etwa sieben Jahre nach dem Start soll er eine um 24° und zum Ende der erweiterten Mission eine um 33° zur Ekliptik geneigte Bahn haben,[4] in der er sich der Sonne bis auf unter 42 Millionen Kilometer nähert.[8]
Die Sonde soll auf eine Bahn mit 168 Tagen Umlaufzeit absteigen und dank der Bahnneigung die Pole der Sonne aus einem Winkel von bis zu 33° beobachten können, gegenüber höchstens 7° bei Beobachtung von der Erde aus und 80° bei der Raumsonde Ulysses (1990–2009). Die sonnennächste Entfernung soll 60 R☉ (Sonnenradien) oder 0,28 AE betragen.[17] Dies entspricht etwas unter 42 Millionen Kilometern.
Das erste Perihel war am 15. Juni 2020, dabei näherte sich die Sonde bis auf 77 Millionen km, das ist ungefähr die Hälfte der Entfernung der Erde von der Sonne. Die Instrumente der Sonde wurden dabei eingesetzt. Zu dieser Gelegenheit wurden die ersten Fotos veröffentlicht.[18] Der erste Flyby an der Venus erfolgte am 27. Dezember 2020, die weiteren am 9. August 2021, am 4. September 2022[19] und am 18. Februar 2025.[20]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Parker Solar Probe, die Sonnensonde der NASA ist am 18. August 2018 gestartet
- Zeitleiste der Erkundung des Weltraums
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Handbuch Solar Orbiter. In: Space, Nr. 1/2021, S. 38–41
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ESA-Seite: Solar Orbiter (englisch)
- ESA-Seite Bilder und Videos zu Solar Orbiter (englisch)
- ESAs interaktives Medienkit zu Solar Orbiter (englisch)
- ESA-Seite: Instrumente des Solar Orbiter (englisch)
- Sonderausgabe zur Solar Orbiter Mission des Fachjournals Astronomy & Astrophysics (englisch)
- eoPortal: Solar Orbiter Mission (englisch)
- Artikel bei spektrum.de über die Mission
- Website für das Instrument: STIX (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 Satellite Missions – Solar Orbiter Mission. In: Earth Observation Portal. ESA – eoPortal, abgerufen am 13. Dezember 2019 (englisch).
- 1 2 Chris Gebhardt: ESA Solar Orbiter mission rides on ULA Atlas V to study the Sun. Nasaspaceflight.com, 9./10. Februar 2020.
- ↑ Solar Orbiter: Mission zur Sonne und inneren Heliosphäre zur Untersuchung der Beziehungen Sonne-Heliosphäre und Sonne-Erde durch Beobachtungen mit hoher Auflösung. In: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Max-Planck-Institut, abgerufen am 13. Dezember 2019.
- 1 2 Summary. In: ESA – Science & Technology – Solar Orbiter. ESA, abgerufen am 13. Dezember 2019 (englisch).
- 1 2 Stephen Clark: Astrium UK picked to build Solar Orbiter spacecraft. Spaceflight Now, 26. April 2014, abgerufen am 27. April 2014 (englisch).
- ↑ ESA contracts Astrium UK to build Solar Orbiter. Abgerufen am 2. Oktober 2022 (englisch).
- ↑ Jonathan Amos: Solar Orbiter: Sun mission blasts off. In: BBC News. 10. Februar 2020, abgerufen am 10. Februar 2020: „"We've had to develop lots of new technologies in order to make sure that the spacecraft can survive temperatures of up to 600C," said Dr Michelle Sprake, a systems engineer with European aerospace manufacturer Airbus. "One of the coatings that makes sure the spacecraft doesn't get too hot is actually made out of baked animal bones," she told BBC News.“
- 1 2 Der von Airbus gebaute Solar Orbiter wird zunächst Kurs auf die Sonne von Florida nehmen. In: Airbus Home – Media. Abgerufen am 13. Dezember 2019.
- ↑ César García Marirrodriga et al.: Solar Orbiter: Mission and spacecraft design. In: Astronomy & Astrophysics. Band 646, A121, 18. Februar 2021, S. 1–18, doi:10.1051/0004-6361/202038519.
- ↑ ESA Science & Technology - Solar Orbiter definition study report (Red Book). Abgerufen am 6. Oktober 2021.
- ↑ Polarimetric and Helioseismic Imager (PHI). Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, abgerufen am 10. Mai 2020.
- ↑ Extreme-Ultraviolet Imager (EUI). Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, abgerufen am 10. Mai 2020.
- ↑ SPICE on Solar Orbiter |. Abgerufen am 12. November 2019.
- ↑ ESA Science & Technology - Instruments. Abgerufen am 30. Juli 2020.
- ↑ Solar Orbiter: Mission zur Sonne und inneren Heliosphäre. Max-Planck-Institut für Sonnesystemforschung, abgerufen am 12. Mai 2020.
- ↑ Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam: Solar Orbiter (SolO). In: Webseite. Abgerufen am 18. Januar 2020 (englisch).
- ↑ Solar Orbiter. In: ESA. Abgerufen am 12. Februar 2020 (englisch).
- ↑ ESA Science & Technology - Solar Orbiter makes first close approach to the Sun. Abgerufen am 29. März 2021.
- ↑ ESA: Koronaler Massenauswurf trifft Solar Orbiter vor Vorbeiflug an Venus. 8. September 2022, abgerufen am 2. Oktober 2022.
- ↑ Martin Holland: After flyby of Venus: Solar Orbiter leaves orbital plane of the solar system. 20. Februar 2025, abgerufen am 12. März 2025 (englisch).

