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Bamako

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Bamako
Bàmakɔ̌
Bàmakɔ̌ (Mali)
Bàmakɔ̌ (Mali)
Bàmakɔ̌
Koordinaten 12° 39′ N,  0′ WKoordinaten: 12° 39′ N,  0′ W
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Mali
Hauptstadtdistrikt Bamako
Höhe 330 m
Fläche 245 km²
Einwohner 4.227.569 (Zensus 2022)
Dichte 17.255,4 Ew./km²
Postleitzahl 91091 – 91096
Website bamako.ml
Politik
Bürgermeister Gouverneur
Blick auf Bamako
Blick auf Bamako
Blick auf Bamako
Die neue Moschee

Bamako [ˈba[ː]mako, auch baˈma[ː]ko] ist die Hauptstadt Malis. Im Vorort Koulouba liegt das Regierungsviertel von Mali. Die Stadt liegt am Fluss Niger.

Verwaltungsgliederung

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Bis 2023 unterteilte sich der Kreis Bamako in sechs Gemeinden Commune I, Commune II, Commune III, Commune IV, Commune V und Commune VI.

Seit 2023 erhielt der Kreis den Status einer Region. Die neue Verwaltungseinheit hat die Bezeichnung Hauptstadt-Distrikt. Der Hauptstadt-Distrikt Bamako unterteilt sich in sieben Bezirke Bezirk I, Bezirk II, Bezirk III, Bezirk IV, Bezirk V, Bezirk VI und Bezirk VII.[1]

Dabei wurden auch Gemeinden aus dem Kreis Kati neu dem Hauptstadtbezirk zugeordnet:[2]

Bamako hatte nach den Ergebnissen des 2009 durchgeführten Zensus 1.809.106 Einwohner.[3] 2022 wurden bei einem Zensus bereits 4.227.569 Einwohner gezählt.[4]

Die Stadt zählt zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Für 2050 wird mit einer Bevölkerung von über 7,6 Millionen Menschen in der Agglomeration gerechnet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohnerzahl[6]
1950 89.000
1960 130.000
1970 222.000
1980 489.000
1990 746.000
2000 1.142.000
2010 1.886.000
2022 4.227.569

Die Gegend um Bamako ist seit der Altsteinzeit besiedelt. Das fruchtbare Land im Tal des Flusses Niger ermöglichte die Produktion von Nahrungsmitteln. Bamako lag an wichtigen Handelsrouten und wurde zu einem Umschlagplatz für Waren wie Gold (u. a. vom Boure-Goldfeld),[7] Elfenbein, Kola-Nüsse, Salz. Außerdem entwickelte sich die Stadt mit zwei Universitäten im Mittelalter auch zu einem Zentrum für islamische Gelehrte.[8]

Vor der Eroberung durch französische Truppen im Jahr 1883 hatte Bamako ungefähr 600 Bewohner. Im Jahre 1908 wurde sie zur Hauptstadt des französischen Gouvernements Obersenegal und Niger. 1945 hatte die Stadt bereits 37.000 Einwohner, davon weniger als 1000 Franzosen,[9] und wuchs bis 1960, als Mali unabhängig von Frankreich wurde, auf 160.000 Einwohner an. Doch damit setzte das stürmische Bevölkerungswachstum erst ein, denn 2018 schätzte man die Einwohnerzahl auf 4,3 Millionen, bis 2050 soll sie auf 13 Millionen steigen.[10]

Nach einer sozialistischen Phase unter sowjetischem Einfluss putschte sich 1968 General Moussa Traoré an die Macht. 1987 war Bamako Tagungsort einer WHO-Konferenz, die unter dem Namen Bamako-Initiative die Gesundheitspolitik Afrikas nachhaltig veränderte. Bei einer Geiselnahme im November 2015 starben mehr als 20 Menschen.[11]

Ende 2025 begann eine Blockade der Stadt durch die Dschihadisten der Gruppe Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin.[12]

Die Stadt Bamako liegt in den Auen des Niger und ist damit größtenteils flach. Im Norden gibt es eine vulkanische Steilstufe. Auf diesem Plateau, dem Berg Koulouba, steht der Präsidentenpalast und das Krankenhaus.

Innerhalb des Hauptstadtbezirk Bamako gab es mit dem Wald von Koulouba einen Grüngürtel, der 2007 eine Fläche von 2.010 ha umfasste.[13] Im Jahr 2020 wird die Waldfläche innerhalb Bamakos noch mit 450 Hektar Naturwald angegeben. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2025 die Region noch etwas weniger als 1 Hektar Naturwald verloren haben wird.[14]

Klimadiagramm von Bamako

Nach der Klimaklassifikation von Köppen weist Bamako ein tropisches Savannenklima (Köppen Aw) auf. Bamako liegt in der sudano-sahelischen Zone und ist im Durchschnitt das ganze Jahr über sehr heiß. Die mildesten Monate liegen zwischen November und Februar.

Während der Trockenzeit sind Niederschläge selten: Zwischen November und April fallen aufgrund des vorherrschenden Sahara-Hochs und der trockenen Passatwinde praktisch keine Niederschläge.

Bamako
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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0
 
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17
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bamako
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 32,7 35,9 37,9 38,7 37,8 34,8 31,6 30,8 31,9 34,4 34,7 32,5 34,5
Mittl. Tagesmin. (°C) 17,3 20,0 23,1 25,2 25,3 23,4 22,0 21,6 21,6 21,5 19,2 17,4 21,5
Niederschlag (mm) 0 0 2 25 46 121 218 234 165 65 2 0 Σ 878
Sonnenstunden (h/d) 8,9 9,0 8,6 7,7 7,8 7,8 7,0 7,0 7,4 8,2 9,0 8,7 8,1
Regentage (d) 0 0 0 3 5 9 15 16 12 5 0 0 Σ 65
Luftfeuchtigkeit (%) 24 20 22 33 50 67 77 81 78 65 38 27 48,7

Wirtschaft und Verkehr

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Als Handels- und Industriezentrum (Textilindustrie) ist Bamako der wichtigste Wirtschaftsstandort in Mali. Von Bamako aus führt die Bahnstrecke Dakar–Niger über Kita, Mahina, Kayes in die Hafenstadt Dakar im Senegal. Sie ist zurzeit jedoch nicht aktiv. Außerdem ist die Stadt über den Flughafen Bamako erreichbar. Bamako hat drei Brücken über den Niger: Pont des Martyrs, Pont du roi Fahd und Pont de l’amitié sino-malienne. Die 1927 gebaute Chaussée de Sotuba ist eine nur in der Trockenzeit benutzbare Straße über den Niger.

1929 wurden die Barrage des Aigrettes, die Barrage de Damanda über den Niger und der Canal de Baguinéda entlang des rechten Ufers zur Bewässerung der Ebene von Baguinéda eröffnet. 1966 wurde an den Kanal das Kraftwerk Centrale hydroélectrique de Sotuba angeschlossen, das Anfang der 2020er Jahre durch einen Neubau ergänzt werden soll.

Das Centre Hospitalier Universitaire du Point-G ist das größte Krankenhaus des Landes.

In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Bamako im Jahre 2018 den 220. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.[15]

Im Musée National du Mali werden archäologische und ethnologische Sammlungen ausgestellt. Die Sammlung der Bibliothèque nationale du Mali umfasst etwa 60.000 Werke.

Alle zwei Jahre findet die Fotografieausstellung Rencontres africaines de la photographie statt. Seit 2003 wird in Bamako jährlich das Musikfestival Trophées de la musique au Mali ausgetragen. In dessen Verlauf werden die besten Musiker Malis mit den Tamanis ausgezeichnet.

Die Musikszene Bamakos gilt als ein wichtiger Knotenpunkt westafrikanischer Popularmusik.[16] Seit den 1960er Jahren entwickelte sich die Hauptstadt auch mit Hilfe staatlicher Kulturförderung zu einem Zentrum nationaler Orchester, musikalischer Wettbewerbe und professioneller Tonstudios.[17] In Bamako verbinden sich musikalische Traditionen der Mandé-Kultur mit Einflüssen aus Afrobeat, Jazz, Blues und internationaler Popmusik.[18] Charakteristisch ist die Verbindung traditioneller Instrumente wie Kora, Ngoni und Balafon mit elektrischen Instrumentierungen und urbanen Musikstilen.[19] Die Stadt war Ausgangspunkt der internationalen Karrieren zahlreicher malischer Musiker, darunter Salif Keïta, Ali Farka Touré, Toumani Diabaté und Oumou Sangaré. Das Duo Amadou & Mariam haben dabei schon frühzeitig für internationale Aufmerksamkeit gesorgt.[20] Seit den 1990er Jahren entwickelte sich darüber hinaus mit der „Balani Show“ eine urbane Tanzmusikszene, bei der traditionelle Perkussionsmusik mit elektronischen Verstärkungs- und DJ-Techniken kombiniert wird.[21]

Die Friedenssicherungsschule École de maintien de la paix Alioune Blondin Béye befindet sich in Bamako.[22]

Zu den erfolgreichsten Teams des Landes mit zahlreichen nationalen Titeln zählen die Fußballvereine Djoliba AC, Stade Malien und AS Real Bamako. Als Spielstätten dienen unter anderem das 2001 eröffnete und 50.000 Zuschauer fassende Stade du 26 mars sowie das Stade Modibo Keïta mit 35.000 Plätzen. In beiden Stadien wurden Spiele der Afrikameisterschaft 2002 ausgetragen.

Bei der Rallye Paris-Dakar war Bamako mehrmals Etappenort.

Söhne und Töchter der Stadt

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Städtepartnerschaften

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Bamako unterhält folgende Städtepartnerschaften:[23]

  •  Aşgabat, Turkmenistan (1974)
  •  Angers, Frankreich (1974)
  •  Bobo-Dioulasso, Burkina Faso (1994)
  •  Dakar, Senegal (1973)
  •  Leipzig, Deutschland[24] (Städtefreundschaft seit 1966)
  • Vereinigte Staaten Rochester, Vereinigte Staaten (1975)[25]

Kooperationsabkommen (Coopération décentralisée)[26] bestehen mit

  • Sébastien Philippe: Une histoire de Bamako. Grandvaux, Brinon-sur-Sauldre 2009 (zieht neben archivalischer Überlieferung auch lokale mündliche Überlieferung hinzu, der Verfasser ist Architekt).
  • Drissa Diakite: Origines et histoire de Bamako. Ecole normale supérieure (Mali), Département d'études et de recherches d'histoire et de géographie (Hrsg.): Bamako. Presses Univ. de Bordeaux, Bordeaux 1993, S. 9–22.
  • Balla Diarra, Moïse Ballo, Jacques Champaud: Structure urbaine et dynamique spatiale a Bamako, Mali. Donniya, Bamako 2003.
Wiktionary: Bamako – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Bamako – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Loi 2023-005 du 13 mars 2023 portant statut particulier du district de Bamako. In: Journal Officel de la Republique du Mali. Republique du Mali, 13. März 2023, abgerufen am 12. Mai 2026 (französisch).
  2. Bamako. Capital District in Mali. City Population, abgerufen am 23. Mai 2026.
  3. INSTAT: Ergebnisse des Zensus 2009 (PDF; 67 MB)
  4. Mali: Regionen, Städte & Orte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 27. September 2023.
  5. World 101 largest Cities. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  6. World Urbanization Prospects - Population Division - United Nations. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  7. Karte der Region; in: Howard W. French: Afrika und die Entstehung der modernen Welt. Aus dem Amerikanischen von Karin Schuler, Thomas Stauder, Andreas Thomsen, Klett-Cotta, Stuttgart 2023, S. 26
  8. Archivierte Kopie (Memento vom 23. September 2009 im Internet Archive)
  9. Josette Rivallain: Philippe Sébastien, Une histoire de Bamako, in: Outre-mers 97 (2010) 366 f. (Rezension).
  10. Mali, PopulationData.net.
  11. Was steckt hinter der Geiselnahme in Bamako? In: dw.com. 20. November 2015, abgerufen am 18. Februar 2024.
  12. Sebastian Vandermeersch: Mali Under Siege: Tracking the Fuel Blockade Crippling Bamako. In: bellingcat. 3. Dezember 2025, abgerufen am 2. Mai 2026 (britisches Englisch).
  13. République du Mali, Ministère de l’Environnement, Direction nationale de la conservation de la nature, Rapport annuel d’activités 2007, Bamako, janvier 2008, annexe 1.
  14. Bamako, Mali Deforestation Rates & Statistics. Global Forest Watch GFW, abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  15. Mercer's 2018 Quality of Living Rankings. Abgerufen am 30. Juli 2018 (englisch).
  16. Ryan Thomas Skinner: Bamako Sounds. The Afropolitan Ethics of Malian Music. University of Minnesota Press, Minneapolis 2015, S. 1–12.
  17. Lucy Durán (Hrsg.): Mali. Music, Culture and Identity. SOAS Musicology Series, London 2013, S. 45–62.
  18. Eric S. Charry: Mande Music. Traditional and Modern Music of the Maninka and Mandinka of Western Africa. University of Chicago Press, Chicago 2000, S. 389–412.
  19. Eric S. Charry: Mande Music. Traditional and Modern Music of the Maninka and Mandinka of Western Africa. University of Chicago Press, Chicago 2000, S. 401–408.
  20. Martin Scherzinger (Hrsg.): The Cambridge Companion to Modern African Culture. Cambridge University Press, Cambridge 2012, S. 221–236.
  21. Ryan Thomas Skinner: Bamako Sounds. The Afropolitan Ethics of Malian Music. University of Minnesota Press, Minneapolis 2015, S. 133–158.
  22. Anonym: École de Maintien de la Paix (EMP) “Alioune Blondin Beye”: Geschichte der Schule. (deutsch, englisch, französisch).
  23. Bamako – Villes jumelèes (Memento vom 25. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 23. November 2016
  24. Vierzehn Partner… Immer Nummer zwei für Leipzig - Wie sich die Städtepartnerschaften entwickelt haben. In: Kippe - Die Leipziger Straßenzeitung. Abgerufen am 4. September 2015.
  25. Bamako, Mali - A Rochester Sister City. In: Website von Rochester. Abgerufen am 16. März 2014 (englisch).
  26. Bamako – Coopération décentralisée (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive), abgerufen am 23. November 2016