Tujetsch
| Tujetsch | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | |||||||||||
| Kanton: | |||||||||||
| Region: | Surselva | ||||||||||
| BFS-Nr.: | 3986 | ||||||||||
| Postleitzahl: | 7187 Camischolas 7188 Sedrun 7189 Rueras | ||||||||||
| Koordinaten: | 701597 / 171093 | ||||||||||
| Höhe: | 1450 m ü. M. | ||||||||||
| Höhenbereich: | 1226–3328 m ü. M.[1] | ||||||||||
| Fläche: | 133,91 km²[2] | ||||||||||
| Einwohner: | 1199 (31. Dezember 2024)[3] | ||||||||||
| Einwohnerdichte: | 9 Einw. pro km² | ||||||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 14,3 % (31. Dezember 2024)[4] | ||||||||||
| Website: | www.tujetsch.ch | ||||||||||
Sedrun im Juli 2022 | |||||||||||
| Lage der Gemeinde | |||||||||||
| Blasonierung: «In Rot eine silberne durch zwei Türme befestigte Brücke» | |
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Die Gemeinde führt das Wappen der Familie Pontaningen. Abt Peter von Pontaningen war der erste Siegler des Bundesbriefes des Oberen oder Grauen Bundes. |
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1718 | 1835 | 1850 | 1900 | 1950 | 1960 | 1980 | 2000[7] | 2003 | 2010 | 2020 |
| Einwohner | 832 | 1121 | 979 | 810 | 1122 | 1957 (Kraftwerkbau) | 1855 | 1525 | 1739 | 1732 | 1183 |
Die Bevölkerung spricht den lokalen rätoromanischen Dialekt, das Tuatschin. Schriftsprache ist das Idiom Sursilvan.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die alpwirtschaftliche Nutzfläche von 5650 ha, 700 ha Wiesen und Äcker und 1351 ha Wald werden von 70 Beschäftigten in 34 Betrieben der Land- und Forstwirtschaft bearbeitet. 211 Beschäftigte arbeiten in 27 Industrie- und Gewerbebetrieben und 374 Beschäftigte in 78 Dienstleistungsbetrieben der Tourismusbranche (Stand 2002).
Nach dem Tavetsch benannt sind auch die noch jährlich 20–30 hergestellten Tavetscher-Öfen aus Speckstein, der auf 2153 m im Steinbruch Calmut am Oberalppass abgebaut wird.[9]
Auf dem Gemeindegebiet von Tujetsch liegen die beiden Stauseen Lai da Nalps und Lai da Curnera. Die Wasserzinsen sind eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinde.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine der Haupteinnahmequellen der Bevölkerung bildet der Winter- und Sommertourismus. Die systematische Erschliessung des Skigebietes begann 1962 mit dem Bau der Skilifte Dieni-Milez. Ab 2014 wurde es mit den Skigebieten oberhalb von Andermatt zur SkiArena Andermatt-Sedrun ausgebaut.
Vom Tujetsch aus können folgende Dreitausender bestiegen werden: Oberalpstock 3327 m, Kleiner Piz Tgietschen 3096 m, Piz Giuv 3096 m, Piz Crispalt 3076 m, Giufstöckli 3061 m, Piz Nair 3059 m, Piz Gannaretsch 3039 m, Piz Ault 3027 m, Piz Blas 3018 m, Witenalpstock 3016 m, Piz Rondadura 3015 m, Piz Uffiern 3013 m, Brichplanggenstock 3011 m, Piz Ravetsch 3007 m, Badus (Six Madun) 2928 m
Die wichtigsten Passübergänge zu Fuss sind der Passo Bornengo (2631 m) nach Airolo, der Lolenpass (2399 m) und Maighelspass (2420 m) nach Andermatt und der Chrüzlipass (2347 m) nach Bristen. Die SAC-Hütten Badus, Maighels, Etzli, Cavardiras und Cadlimo können bei den Wanderungen und Bergbesteigungen als Unterkunft dienen.
Die Senda Sursilvana, ein Fernwanderweg entlang des jungen Rheins, führt vom Oberalppass her durch das Tujetsch in Richtung Chur.[10]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Furka-Oberalp-Bahn, seit 2003 Matterhorn-Gotthard-Bahn, wurde 1925 erstmals auf der Gesamtstrecke von Brig bis Disentis/Mustér befahren. Die Bahn ist die einzige wintersichere Verbindung nach Westen, die Strasse über den Oberalppass ist im Winter geschlossen.
Der Kanton Graubünden, die Region Surselva und die Gemeinde Tujetsch beschlossen am 13. September 2007, das Projekt Porta Alpina nicht zu realisieren.
Sehenswürdigkeiten
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- katholische Pfarrkirche Sankt Vigilius in Sedrun[11]
- Baselgia Sogn Giachen e Cristoffel in Rueras[12]
- Kapelle St. Nikolaus in Tschamut[13]
- Kapelle St. Anna in Camischolas[14]
- Punt da Nalps, 1957, von Ingenieur Emil Schubiger und Lehrgerüst von Richard Coray[15][16]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sedrun mit dem Skigebiet Dieni-Milez im Hintergrund
- Tschamut
- Baselgia Sogn Giachen e Cristoffel (St. Jakob und St. Christophorus), Rueras
- Luftbild aus Nordost 2000 m von Walter Mittelholzer von 1923
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paolo Dominici (* um 1555 in Rom; † 1618 in Lwiw), Bildhauer, Architekt[17][18]
- Baseli Berther (1858–1931), Benediktinerpater
- Vigeli Monn, geboren als Dietrich Monn (* 1965), römisch-katholischer Ordenspriester, Abtpräses der Schweizerischen Benediktinerkongregation
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Adolf Collenberg: Tujetsch. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. November 2013.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tujetsch auf der Plattform ETHorama
- Offizielle Website der Gemeinde Tujetsch (romontsch / deutsch)
- Tujetsch auf Lexicon Istoric Retic (rumantsch)
- Geschichte des Tujetsch
- Tujetsch Tourismus auf tujetsch.ch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Tschamut auf ETHorama.
- ↑ Crispalt auf ETHorama.
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Adolf Collenberg: Tujetsch. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. November 2013.
Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht. - ↑ prospecierara.ch: Bündner Oberländer Schaf ( des vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. ProSpecieRara, Zugriff am 24. Dezember 2015.
- ↑ Speckstein-Steinbruch Calmut. Abgerufen am 8. Mai 2024.
- ↑ Wandern Schweiz auf der Senda Sursilvana in Graubünden. auf schweizmobil.ch
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Katholische Pfarrkirche Sankt Vigilius (Foto) ( vom 14. Februar 2022 im Internet Archive)
- ↑ Baselgia Sogn Giachen e Cristoffel in Rueras auf kirchen-online.org
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Kapelle Sankt Nikolaus (Foto) ( vom 24. Februar 2022 im Internet Archive)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Kapelle Sankta Anna (Foto) ( vom 24. Februar 2022 im Internet Archive)
- ↑ Jürg Conzett: Brücke und Schlucht : vier Beispiele alpiner Ingenieurkunst. In: www.e-periodica.ch. Abgerufen am 15. Februar 2022.
- ↑ Schweizer Architekturführer 1920–1990, Band 1. In: www.e-periodica.ch. Abgerufen am 15. Februar 2022.
- ↑ Paolo Dominici (italienisch) in treccani.it/enciclopedia (abgerufen am: 21. April 2016).
- ↑ Mariusz Karpowicz: Artisti ticinesi in Polonia nel ’600. Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 1983, S. 66, 67, 68.



