In den untersten drei Kilometern bildet das Tal eine enge Schlucht, die «Medelserschlucht» oder «Las Ruinas», die sich oberhalb beim Dorf Curaglia zu einem grünen und fruchtbaren Trogtal weitet.[1]
Die einzige Gemeinde im Tal ist Medel (Lucmagn), die zahlreiche Dörfer, Weiler und Einzelsiedlungen an beiden Talseiten umfasst. Das grösste und nördlichste Dorf ist Curaglia. Weitere Siedlungen sind (von Norden nach Süden) Mutschnengia, Platta, Pardé, Fuorns und Acla. Das ganze Gemeindegebiet erstreckt sich über 136km², von denen über 90km² unproduktive Fläche sind.
Im Val Medel wird Sursilvan gesprochen, und zwar eine Vermischung der Dialekte von Disentis/Mustér und des im Tujetsch gesprochenen Tuatschin. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist katholisch.
Wichtigster Fluss im Tal ist der Rein da Medel. Im oberen Talabschnitt unterhalb des Stausees Lai da Sontga Maria wird er Froda genannt. Nach der Vereinigung mit dem Rein da Cristallina, der das Val Cristallina entwässert, beim Weiler Pardatsch (1559m) wird er Rein da Medel genannt. Unterwegs nimmt er zahlreiche weitere Bäche von beiden Talseiten her auf. Im untersten Talabschnitt passiert der Fluss die MedelserschluchtLas Ruinas und mündet dann südlich von Disentis/Mustér in den Vorderrhein.
12Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Hrsg.): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Krailigen – Plentsch. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1905, S. 324f., Stichwort Medelserthal (Scan der Lexikon-Seite).