Vals GR
| GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Vals zu vermeiden. |
| Vals | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | ||||||||
| Kanton: | ||||||||
| Region: | Surselva | |||||||
| BFS-Nr.: | 3603 | |||||||
| Postleitzahl: | 7116 St. Martin 7132 Vals | |||||||
| Koordinaten: | 733633 / 164308 | |||||||
| Höhe: | 1252 m ü. M. | |||||||
| Höhenbereich: | 910–3388 m ü. M.[1] | |||||||
| Fläche: | 175,56 km²[2] | |||||||
| Einwohner: | 958 (31. Dezember 2024)[3] | |||||||
| Einwohnerdichte: | 5 Einw. pro km² | |||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 23,3 % (31. Dezember 2024)[4] | |||||||
| Gemeindepräsidentin: | Rita Schmid | |||||||
| Website: | www.vals.ch | |||||||
Ansicht von Norden | ||||||||
| Lage der Gemeinde | ||||||||
| Blasonierung: «Schrägrechtsgeteilt von Gold (Gelb) und Schwarz, in Gold eine schwarze Blockstiege (Belmontstiege), in Schwarz ein goldener Schlüssel, den Schlüsselbart linksgewendet» | |
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Der Schlüssel ersetzt die Petrusfigur aus einem alten Gemeindesiegel, während die Stiege auf die grundherrlichen Rechte der Belmont hinweist. |
Bevölkerung
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| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1658 | 1850 | 1900 | 1950 | 1970 | 2000[7] | 2019[11] | 2020 |
| Einwohner | 800 | 761 | 736 | 943 | 1037 | 885 | 979 | 946 |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vals ist zum grossen Teil vom Tourismus abhängig, besitzt jedoch dank dem anstehenden Gestein und der Thermalquelle auch einen starken Gewerbesektor.
Truffer AG
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Familienunternehmen Truffer AG bearbeitet Steinplatten (Valser Quarzit) für die Baubranche und stellt Platten für den Bau von Inneneinrichtungen (z. B. Küchen) her. Ausser für die Therme lieferte die Unternehmung auch Steinplatten für den Bundesplatz in Bern und den Zürcher Sechseläutenplatz. 2022 erbaute die Firma das Haus Balma in Vals selbst mit einer prägnanten Steinplatten-Fassade unter Leitung des Architekten Kengo Kuma.
In Vals sind sämtliche Dächer – auch neuer Häuser – mit dem lokalen Stein zu decken. Das Ortsbild bleibt dadurch einheitlicher als in vergleichbaren Gebieten.
Kraftwerke Zervreila AG
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kraftwerke Zervreila erzeugen durch Wasserkraft ihrer Speicherbecken Elektrizität. Der Stausee Zervreila ist der fünftgrösste in der Schweiz. Nach der kleinen Zentrale in Zervreila nutzt die Firma das Wasser durch Produktionsanlagen in Wanna, Safien, Rothenbrunnen und Realta, mit insgesamt genutzten knapp 1200 Höhenmetern. Die gesamte Anlage wurde im Jahre 1958 in Betrieb genommen. Am Bau beteiligten sich bis zu 1500 Personen. Der Name entstammt der ursprünglichen Siedlung Zervreila, welche sich in der Teilung des Tales etwa 1,5 km hinter der Staumauer befand. Wie üblich wurde für die abgerissene Kirche eine Kapelle erstellt, sie steht rund 100 Höhenmeter südöstlich über der Staumauer.

Valser Mineralquellen AG
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Valser, im Jahre 1960 von Donald M. Hess und Dr. Robert Schrauder gegründet und in die Hess Group integriert, gehört der Coca-Cola HBC. Valser ist nach inoffiziellen Angaben das bekannteste Mineralwasser der Schweiz und verdankt seinen Namen der St. Petersquelle. Die Quelle wird bereits seit Jahrhunderten als Heilquelle genutzt. Funde beim Bau des ersten Kurhotels hatten gezeigt, dass sie vermutlich schon in prähistorischer Zeit genutzt wurde. Die Valser Mineralquellen AG ist ein wichtiger Arbeitgeber im Dorf und besitzt neben verschiedenen modernen Anlagen auch ein Besucherzentrum. Das Mineralwasser wird nach dem Aufbereiten und Abfüllen mittels Lastwagen und Bahntransport logistisch in alle Welt vertrieben.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Therme Vals
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Seit 1893 bestanden mit wechselndem Erfolg Hotelbetriebe an der Thermalquelle. Die Therme Vals (früherer Name: Felsentherme) erfüllt die strenge Definition für ein Thermalbad, während die in ähnlichem Gestein liegenden Andeerer Quellen (südlich der Via Mala) nur 18 °C erreichen. Das Wasser tritt mit zirka 30 °C aus dem Boden aus. Jeweils die Hälfte des Wassers wird von der Valser Mineralquellen AG und vom Thermalbad genutzt. Die aktuelle, 1996 neu gebaute Therme des Architekten Peter Zumthor wurde mit rund 60'000 Steinplatten aus Valser Quarzit gebaut, die im nahegelegenen Steinbruch abgebaut werden.
Die Therme Vals gehörte zusammen mit dem Hotel Therme der Gemeinde Vals. Diese hatte die Gesellschaft im Oktober 1983 von einer Schweizer Grossbank gekauft, um den drohenden Konkurs abzuwenden.[12][13] Am 9. März 2012 entschied die Gemeindeversammlung, dass die Hotel und Thermalbad Vals AG an die Stoffelpart AG des Churers Immobilienhändlers Remo Stoffel verkauft werden soll. Ebenfalls beworben hatte sich die IG Therme Vals mit Peter Zumthor.[14] Im Dezember 2012 wurde der Verkauf abgeschlossen.[15]
Skigebiet Vals3000
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Das kleine Skigebiet beginnt ganz zuhinterst im Dorf und reicht hinauf zum Dachberg (ca. 2900 m), womit Vals zu den höhergelegenen Skigebieten des Kantons Graubünden zählt. Eine 8er-Gondelbahn vom Talgrund bis auf ca. 1820 m erschliesst das Skigebiet, oberhalb führen Skilifte bis auf den Dachberg (vier Skilifte, davon ein Kinderlift).
Projekt Turmhotel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 25. März 2015 präsentierten der Valser Steinbruchunternehmer Pius Truffer und der Churer Finanzinvestor Remo Stoffel, aufgewachsen in Vals, das Projekt „Femme de Vals“: ein 381 Meter hohes Hotel mit 107 Zimmern auf 82 Stockwerken über einer Grundfläche von nur 30 × 16 m. Im Jahr 2017 sollten die Valser darüber abstimmen.[16] Nachdem zunächst lange über einen neuen Standort für das Turmprojekt diskutiert worden war,[17] und auch eine millionenschwere Schuldenlast des Investors publik geworden war[18], zog Remo Stoffel im Juli 2019 von Chur mitsamt seiner Familie nach Dubai.[19] Demnach kann das Projekt seitdem als hinfällig betrachtet werden. Das Projekt wurde ebenso im Jahre 2016 in der Dokureihe Vom Bauen in den Bergen auf arte unter dem Titel „Neue alpine Architektur in der Schweiz“ thematisiert.[20][21]
Zervreila
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zervreila mit dem gleichnamigen Stausee vor dem Zervreilahorn wird vor allem im Sommer von zahlreichen Gästen besucht. Im Winter wird die etwa 8 km lange Strasse von Vals nach Zervreila streckenweise zur Schlittelbahn präpariert. Im Sommer kann die Strecke mit einem Trottinett befahren werden.
Bilder
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- Valser Tal im Sommer mit Vals in der Mitte
- Maiensäss Chappelihus
1728 m ü. M. - Stausee von Zervreila mit dem Weiler Frunt rechts
- St. Martin, heute Teil der Gemeinde Vals
- Haus Balma, erstellt von der Firma Truffer unter Architekt Kengo Kuma u. Ing. Schmid (Chur) 2022
- Prozession durch das Dorf Vals (Video)
- Historisches Doppelwohnhaus am Platz in Vals GR
- Valserquelle, Abfüllfabrik der Valser im Besitz der Coca-Cola HBC.
Sehenswürdigkeiten
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- Kirche St. Peter und Paul (15./17. Jh.) am Dorfplatz
- Wallfahrtskapelle Mariä Schmerzen (1692)[22]
- Thermalbad, 1996, Architekt: Peter Zumthor[23]
- Hotel Alpina, 2001–2006, Architekt: Gion A. Caminada[24]
- Hohe Brücke, 1998–1999, Architekten: Patrick Gartmann, Jürg Conzett[25]
- Maschinenhaus[26]
- Heimatmuseum «Gandahus»
- Lärchabodastall, denkmalgeschützt[27]
Kapellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Vals stehen zahlreiche Kapellen und Bildstöcke. Die bekanntesten sind die
- Wallfahrtskapelle St. Maria in Camp
- Nikolauskapelle nördlich von Camp
- Kapelle St. Johannes Baptist auf Soladüra
- Kapelle Heilig Kreuz in Valé
- Kapelle St. Jakobus d. Ä. auf Leis
- Kapelle St. Anna auf Frunt
- Kapelle St. Bartholomäus auf Zervreila
- Kapelle St. Nikolaus von Flüe an der Strasse nach Zervreila
- Kapelle St. Michel auf Peil
- Kirche St. Martin mit Ardüser-Fresken in der Fraktion St. Martin GR
- Bergkapelle in Travisasch (oberhalb Munt)
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Frank Baumann (* 1957), Werbefachmann, Radio- und Fernsehmoderator, Satiriker und Fernsehproduzent, lebt in Vals
- Gabriella Baumann-von Arx (* 1961), Autorin und Verlegerin, lebt in Vals
- Josef Jörger (1860–1933), Arzt, Psychiater, Dialektschriftsteller und erster Direktor der Klinik Waldhaus in Chur
- Johann Schmid (1850–1931), Jurist, Politiker und Nationalrat
- Martin Schmid (* 1969), Jurist, Politiker (FdP), lebt in Chur und Splügen
- Remo Stoffel (* 1977), Finanzunternehmer
- Konrad Toenz (1939–2015), Radiojournalist und Fernsehmoderator
- Pius Truffer-Schmid (* 1956), Unternehmer der Truffer AG
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anton Rüttimann: Ortsnamen u. Fremdwörter der Valser Mundart, in: BM 1915
- Duri Blumenthal u. a. : Kulturführer Val Lumnezia und Vals. Fundaziun da cultura Val Lumnezia, 2000.
- Gion A. Caminada: Cul zuffel e l’aura dado. Quart, Luzern 2005.
- Gion A. Caminada: Stiva das morts. Vom Nutzen der Architektur. Gta, Zürich 2005, 2. Auflage.
- Wilfried Dechau: Dorfbrücke. Fotografisches Tagebuch, Vals 28. Juli 2008 – 16. April 2010. Wasmuth, Tübingen 2010.
- Jürg Simonett: Vals. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. Dezember 2016.
- Ruedi Vieli: Valserdeutsch. Desertina, Chur 2009.
- Peter Zumthor: Therme Vals. Scheidegger & Spiess, Zürich 2007.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V 1b. Das Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 912, gibt eine Aussprache an.
- ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld 2005, S. 912.
- 1 2 3 4 5 6 Martin Bundi: Laax (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht. - ↑ https://nossaistorgia.ch/documents/01k818qshv8p4fdw5tskp1zbj8
- ↑ www.festung-oberland.ch 2020: Luftangriff: Bunker nur knapp verfehlt
- ↑ Christian Pfister: Am Tag danach. Zur Bewältigung von Naturkatastrophen in der Schweiz 1500–2000; Haupt, 2002; ISBN 3-258-06436-9; S. 158
- ↑ Ab 2015 einschliesslich der vormaligen Gemeinde St. Martin.
- ↑ Übersichtsartikel zur Valser Therme ( des vom 25. Oktober 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Geschichte der Therme Website der Therme Vals
- ↑ Vals bricht mit dem Architekten Peter Zumthor NZZ, 10. März 2012.
- ↑ Gemeinde Vals besiegelt den Verkauf der Therme BZ Berner Oberländer, 1. Dezember 2012, abgerufen am 30. Oktober 2015.
- ↑ Stoffels Torbau zu Vals, Suedostschweiz vom 30. November 2016, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Vals wartet auf Stoffels Zeichen, Suedostschweiz vom 4. April 2017, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Turmbauer von Vals: Reich an Schulden, auf srf.ch vom 7. Dezember 2018, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Sand und Wolkenkratzer für Stoffel, Suedostschweiz vom 4. Juli 2019, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Vom Bauen in den Bergen-Dokureihe, auf baumeister.de vom 8. Dezember 2016, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Neue alpine Architektur in der Schweiz, Episodenguide und Ausstrahlungstermine auf fernsehserien.de, abgerufen am 17. November 2019
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Wallfahrtskapelle Mariä Schmerzen (Foto) ( vom 25. September 2023 im Internet Archive)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Thermalbad, 1996 (Foto) ( vom 2. Oktober 2023 im Internet Archive)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Hotel Alpina, 2001/2006 (Foto) ( vom 22. November 2018 im Internet Archive)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Hohe Brücke (Foto) ( vom 2. Oktober 2023 im Internet Archive)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Maschinenhaus (Foto) ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)
- ↑ Lärchabodastall. 29. Juni 2021, abgerufen am 2. Mai 2024.






