Tschernihiw
| Tschernihiw | ||
|---|---|---|
| Чернігів | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Oblast: | Oblast Tschernihiw | |
| Rajon: | Rajon Tschernihiw | |
| Höhe: | 136 m | |
| Fläche: | 79 km² | |
| Einwohner: | 282.747 (1. Januar 2022) | |
| Bevölkerungsdichte: | 3.579 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 14000 | |
| Vorwahl: | +380 0462 (2) | |
| Geographische Lage: | 51° 30′ N, 31° 18′ O | |
| KATOTTH: | UA74100390010054825 | |
| KOATUU: | 7410100000 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Stadt bestehend aus 2 Stadtrajonen | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Wladyslaw Atroschenko | |
| Adresse: | вул. Магістратська 7 14000 м. Чернігів | |
| Website: | https://www.chernigiv-rada.gov.ua/ | |
|
| ||
Verwaltungstechnisch gliedert sich die Stadtgemeinde in die beiden Stadtrajone
- Desna mit den Stadtteilen Dytynez (Дитинець), Tretjak (Третяк), Peredhoroddja (Передгороддя), Okolnyj hrad (Окольний град), Bobrowyzja (Бобровиця), Pjat Kutiw ploschtscha (П'ять Кутів площа) und Jaliwschtschyna (Ялівщина)
- Nowosawod mit den Stadtteilen Tretjak (Третяк), Tschortoryjiwskyj Jary (Чорториївські Яри), Schawynka (Жавинка), Sabariwka (Забарівка), Sachidne (Західне), Koty (Коти), Liskowyzja (Лісковиця), Massany (Масани), Podussiwka Nowa (Подусівка Нова) und Podussiwka Stara (Подусівка Стара)
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Tschernihiw (Чернігівська міська громада/Tschernihiwska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 2 Stadtrajone Desna und Nowosawod[17], bis dahin bildete sie in den gleichen Grenzen die gleichnamige Stadtratsgemeinde Tschernihiw (Чернігівська міська рада/Tschernihiwska miska rada) unter Oblastverwaltung im Osten des ihn umgebenden Rajons Tschernihiw.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Tschernihiw[18].
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zahlreiche Bauten aus der Zeit der Kiewer Rus und der Zeit der Eroberung dieser Teile der Ukraine durch russische Großfürstentümer seit dem hohen Mittelalter (in der Forschung oft als altrussisch bezeichnet) sind erhalten geblieben:
- Christi-Verklärungs-Kathedrale (Spasso-Preobraschenski sobor, um 1036), erste Kathedrale der Kiewer Rus
- Boris-und-Gleb-Kathedrale (Borissoglebski sobor, 12. Jahrhundert)
- Mariä-Entschlafens-Kathedrale (Uspenski sobor, Mitte des 12. Jahrhunderts) im Jelezki-Kloster
- Pjatniza-Kirche (Pjatnizkaja zerkow, zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts)
- Eliaskirche (Illinskaja zerkow, 12. Jahrhundert)
Es sind auch mehrere Bauten aus dem 17. bis 18. Jahrhundert (ukrainisches Barock) und dem 19. Jahrhundert (Klassizismus) vorhanden, darunter:
- Dreifaltigkeitskloster (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts)
- Kollegium (1702)
- Katharinenkirche (1715)
In der Stadt befinden sich zahlreiche Denkmäler für historische Persönlichkeiten, darunter Iwan Masepa, Bohdan Chmelnyzkyj und Taras Schewtschenko.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beschreibung: Im silbernen Feld ein einköpfiger schwarzer, goldgekrönter, rotgezungter und so geäugter und goldbewehrter Adler, in der linken Klaue ein großes, schräg über ihm liegendes goldenes Kreuz haltend.[19]
Die vom heiligen Großfürsten Michael von Tschernigow abstammenden Fürsten führten den Tschernigow’schen Adler.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entwicklung der Einwohnerzahl: Im Jahr 1897 zählte die Stadt über 27.000 Einwohner. 16 Jahre später wurden rund 36.000 Einwohner gezählt und 1926 sank die Zahl auf 35.200 Einwohner ab. Zwischen 1934 und 1939 zählte die Stadt rund 69.000 Einwohner. Über 302.000 Einwohner wurden 2004 gezählt und 2021 waren es über 285.000 Einwohner
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 27.716 |
| 1913 | 35.850 |
| 1926 | 35.200 |
| 1934 | 68.600 |
| 1939 | 69.000 |
| 2004 | 302.097 |
| 2021 | 285.234 |
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Flugverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1980er Jahren wurde der Flughafen aus der Stadt heraus nach Schestowyzja verlegt. Mit dem Ende der Sowjetunion verlor der Flughafen seine Bedeutung als militärische Flugschule. Ein nennenswerter Flugverkehr findet heute nicht mehr statt.
Eisenbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bahnhof Tschernihiw wurde als regionaler Knoten der russischen Südwestbahnen mit Verbindungen nach Nischyn (Anschluss an die Strecke Moskau-Kiew), Gomel und Owrutsch angelegt. Die erste Bahnanbindung erfolgte 1981 von Nischyn aus mit einer 81 km (76 Werst) langen Schmalspurbahn. Nach Umspurung und Erweiterung der Strecke nach Gomel erhielt der Bahnhof 1928 seine aktuelle Lage. Das Bahnhofsgebäude wurde 1950 nach Plänen von I. Granatkin von deutschen und ungarischen Kriegsgefangenen errichtet. Bahnhof und Strecken gehören heute zur Regionalgesellschaft Piwdenno-Sachidna Salisnyzja der Ukrainischen Eisenbahn. Die Strecke nach Owrutsch wird seit dem Unglück in Tschernobyl nur noch bis Janow an der belarussischen Grenze betrieben. 2006 wurde ein Umschlag von 84.737 Güterwagen und 4,5 Mio. Passagieren erreicht.
Hafen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tschernihiw besitzt einen Binnenhafen an der Desna. 2006 wurden 356.200 Tonnen Fracht umgeschlagen und 22.100 Passagiere befördert.
Öffentlicher Nahverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Hauptlast des Nahverkehrs trägt das 1964 eröffnete O-Busnetz mit 9 Linien sowie 46 Buslinien. Das O-Busnetz hat (2012) eine Länge von 53 km (104,6 km Fahrdraht).
Partnerstädte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tschernihiw unterhält Partnerschaften zu folgenden Städten:[20]
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Juni 2004 trägt das Schiff Tschernihiw der ukrainischen Marine den Namen der Stadt.
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sergej Udowik: Die Ukraine. Historische Orte. Wakler-Verlag Kiew 2010, ISBN 978-966-543-102-2; S. 6–12
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Czernihów. In: Filip Sulimierski, Władysław Walewski (Hrsg.): Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich. Band 1: Aa–Dereneczna. Sulimierskiego und Walewskiego, Warschau 1880, S. 826 (polnisch, edu.pl).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Чисельність населення Чернігів на 2024 рік | Населення Чернігів - статистика. Abgerufen am 28. Dezember 2024 (ukrainisch).
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
- ↑ CNN: Heavy fighting reported on main route south into Kyiv. 25. Februar 2022, abgerufen am 26. Februar 2022 (englisch).
- ↑ Allgäuer Zeitung: 47 Tote nach Luftangriff auf Memmingens Partnerstadt Tschernihiw. 4. März 2022, abgerufen am 6. März 2022.
- ↑ n-tv: Mehr als 50 Tote bei Angriffen auf Tschernihiw. 17. März 2022, abgerufen am 17. März 2022.
- ↑ Killed In A Breadline: Ukrainian Woman Recounts Deadly Russian Shelling, RFE/RL, 30. Juni 2022
- ↑ Forbes: Ukraine’s Best Tank Brigade Has Won The Battle For Chernihiv. 31. März 2022, abgerufen am 4. April 2022 (englisch).
- ↑ Reuters: Some Russian troops still in northern Ukrainian region of Chernihiv, governor says. 5. April 2022, abgerufen am 4. April 2022 (englisch).
- ↑ Wjatscheslaw Chaus, Oblast Tschernihiw: Almost 200 civilians have died in #Chernihiv ( vom 24. März 2022 im Internet Archive) (englisch)
- ↑ Nau: Lage in Tschernihiw laut Bürgermeister prekär. 20. März 2022, abgerufen am 20. Februar 2022.
- ↑ Mama, ich will nicht, dass das so weitergeht., Meduza, 31. März 2022
- ↑ CNN: Chernihiv's population has dropped by more than half since invasion began, mayor says. 26. März 2022, abgerufen am 26. März 2022 (englisch).
- ↑ Tiroler Tageszeitung: Rund 700 Tote in Tschernihiw ( vom 18. April 2022 im Internet Archive)
- ↑ Euronews: 900 Tote in Kiew, viel mehr in Mariupol? ( vom 18. April 2022 im Internet Archive)
- ↑ Sergej Bortnyk, Evelyn Finger: Erzbischof Jewstratij: „Mit Gottes Hilfe werden wir den Kampf gewinnen.“ In: Die Zeit, 21. April 2022, S. 58.
- ↑ zdf.de: Uni und Theater bombardiert ( vom 19. August 2023 im Internet Archive)
- ↑ Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 730-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Чернігівської області"
- ↑ Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів
- ↑ Wilhelm Rein und Compagnie, Genealogisch-chronologische Geschichte des allerdurchlauchtigsten Hauses Romanow und seines vorelterlichen Stammhauses, Balthasar Campenhausen, Leipzig 1805.
- ↑ Partnerstädte auf chernigiv-rada.gov.ua (ukrainisch)
- ↑ www.aachen.de - Vertragsunterzeichnung: Aachen und Chernihiv sind Städtepartner



