Priderit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt rechteckige, tafelige bis prismatische Kristalle bis etwa einen Zentimeter Größe mit einem diamantähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Das Mineral ist durchscheinend und von rötlichschwarzer bis schwarzer, in dünnen Schichten auch von gelblichbrauner, Farbe. Auf der Strichtafel hinterlässt Priderit allerdings einen grauen bis dunkelgrauen Strich.
Da der Priderit bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Priderit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Priderit lautet „Pdr“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Priderit die System- und Mineralnummer 07.09.04.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung und gleichnamigen Unterabteilung „Mehrfache Oxide“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 07.09.04, in der auch Ankangit eingeordnet ist.
Als seltene Mineralbildung konnte Priderit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 60 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2025).[12] Außer an seiner Typlokalität in den Walgidee Hills konnte das Mineral in der Umgebung von Noonkanbah noch an mehreren Hügeln und Bergen entdeckt werden. Daneben fand es sich in Western Australia noch bei Calwynyardah, Ellendale und Fitzroy Crossing im Derby-West Kimberley Shire, in der Argyle Diamond Mine im Wyndham-East Kimberley Shire und in den Fohn-Lamproiten im Bonaparte-Becken des Northern Territory.
In Deutschland konnte Priderit bisher nur am Katzenbuckel bei Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) in Baden-Württemberg sowie im Steinbruch Herchenberg in der Gemeinde Burgbrohl (Landkreis Ahrweiler) und in den Steinbrüchen Löhley in der Gemeinde Üdersdorf und Stolz (auch Graulai oder Graulay) bei Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) in Rheinland-Pfalz gefunden werden.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in der Antarktis, Brasilien, China, Elfenbeinküste, Frankreich, Grönland, Indien, Italien, Kanada, Russland, Spanien, Südafrika, Tschechien und den Vereinigten Staaten von Amerika (Arkansas, Kalifornien, Montana, Pennsylvania, Utah, Wyoming).[13]
K. Norrish:Priderite, a new mineral from the leucite-lamproites of the west Kimberley area, western Australia. In: Mineralogical Magazine. Band29, 1951, S.496–501, doi:10.1180/minmag.1951.029.212.03 (englisch).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band36, 1951, S.793–794 (englisch, minsocam.org[PDF; 121kB; abgerufen am 22.November 2025]).
Priderite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 22.November 2025(englisch).
123456Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.226 (englisch).
↑David Barthelmy:Priderite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 22.November 2025(englisch).
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Priderite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 56kB; abgerufen am 22.November 2025]).
123Priderite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 22.November 2025(englisch).
↑Robert W. Fitzpatrick:Dr Keith Norrish (1924 – 2017): Distinguished soil scientist and pioneer of X-ray Fluorescence spectroscopy. Proceedings National Soil Science Conference, Canberra, 2018. In: Proceedings National Soil Science Conference. 2018, S.272–273 (englisch, Digitalisat als Download verfügbar bei researchgate.net[abgerufen am 22.November 2025]).