Cafetit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt meist nadelige bis säulige Kristalle mit gestreiften Prismenflächen. Daneben findet er sich auch in Form faseriger, verworrener Mineral-Aggregate und Massen. Die durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle sind meist hellgelb bis farblos,[6] können aber auch eine orangebraune Farbe[8] annehmen.
Erstmals entdeckt wurde Cafetit im Afrikanda-Massiv (russisch: Африканда) in der Oblast Murmansk auf der russischen Halbinsel Kola. Die Erstbeschreibung des Minerals erfolgte 1959 durch Alexander Alexandrowitsch Kucharenko, W. W. Kondratjewa und W. M. Kowjasina, die es nach seiner chemischen Zusammensetzung aus Ca, Fe und Ti benannten.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Cafetit die System- und Mineralnummer 08.07.03.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide mit Nb, Ta und Ti“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mehrfache Oxide mit Nb, Ta und Ti“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 08.07.03.
Hellgelbe Kassit-Sphärolithe mit gelborangen, tafeligen Cafetit-Kristallen in einer Matrix aus Lizardit aus dem Steinbruch Val di Serra, Pilcante, Ala, Provinz Trentino, Italien (Bildbreite2mm)
Weltweit fand man Cafetit bisher (Stand 2017) nur noch im Steinbruch Cava Val di Serra (Gemeinde Ala) in der italienischen Provinz Trentino. Ein weiterer Fundort bei Gordon Butte im Meagher County des US-Bundesstaates Montana ist zweifelhaft bzw. bisher nicht bestätigt worden.[11]
A. A. Kukharenko, V. V. Kondrat’Eva, V. M. Kovyazina:Cafetite, a new hydrous titanate of calcium and iron. In: Zapiski Vserossijskogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band88, Nr.4, 1959, S.444–453 (russisch, rruff.info[PDF; 830kB; abgerufen am 22.November 2017]).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band45, 1960, S.476–480 (rruff.info[PDF; 294kB; abgerufen am 22.November 2017]).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.247.
123Sergey V. Krivovichev, Victor N. Yakovenchuk, Peter C. Burns, Yakov A. Pakhomovsky, Yury P. Menshikov:Cafetite, Ca[Ti2O5](H2O): Crystal structure and revision of chemical formula. In: American Mineralogist. Band88, 2003, S.424–429 (rruff.info[PDF; 2,0MB; abgerufen am 22.November 2017]).
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Cafetite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 70kB; abgerufen am 21.November 2017]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.