Kryptomelan kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt selten subhedrale Kristalle mit bis zu 2 mm Größe, häufiger sind es fein gemahlene Körner oder traubenförmige bis fasrige Aggregate.[5]
Das Mineral wurde 1942 zuerst nur als Bestandteil von Psilomelan bekannt. Erst durch detaillierte Untersuchungen konnte herausgefunden werden, dass Psilomelan nicht eigenständig ist, sondern eine Mischung aus verschiedenen Manganoxiden, unter anderem Kryptomelan. Der Mineralname wurde geprägt von Wallace D. Richmond und Michael Fleischer, die das Mineral zum ersten Mal beschrieben. Er leitet sich von den griechischen Wörtern für „versteckt“ und „schwarz“ her.[7]
In der veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Ausgabe der Systematik der Minerale nach Strunz wird Kryptomelan in die Mineralklasse der Oxide und Hydroxide eingeordnet. Diese ist weiter nach dem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff, sodass das Mineral sich entsprechend seiner Formel in der Gruppe „Oxide mit Verhältnis Metall: Sauerstoff = 1:2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“ befindet. Da bildet der Kryptomelan die nach ihm benannte „Kryptomelangruppe“, zusammen mit Cesàrolith, Coronadit, Henrymeyerit, Hollandit, Manjiroit, Mannardit, Priderit, Redledgeit und Strontiomelan. Das ehemals ebenfalls hierzu gehörende Mineral Ankangit ist seit seiner Diskreditierung 2012 eine Varietät von Mannardit.
In der umfassend überarbeiten 9. Ausgabe der Systematik der Minerale nach Strunz, die auch von der International Mineralogical Association (IMA) verwendet wird, wird das Mineral ebenfalls in die Klasse der Oxide und Hydroxide eingeordnet. Diese ist zunächst ebenfalls unterteilt nach dem Verhältnis von Metall zu Sauerstoff. Kryptomelan ist ebenfalls in der Gruppe „Metall: Sauerstoff = 1:2 und vergleichbare“. Diese ist nun allerdings weiter unterteilt nach der Größe der beteiligten Kationen, sodass das Mineral in der Untergruppe „Mit großen (± mittelgroßen) Kationen; Tunnelstrukturen“ zu finden ist. Dort bildet er ebenfalls die „Kryptomelangruppe“, allerdings gehören dazu jetzt Romanèchit, Strontiomelan und Todorokit dazu.
In der Systematik der Minerale nach Dana wird Kryptomelan in die Gruppe der „mehrfachen Oxide“ (Nr. 07) eingeordnet. Dort wird es in die Untergruppe der Systemnummer 09 eingeordnet (die ebenfalls „mehrfache Oxide“ heißt). Innerhalb dieser bildet es mit Hollandit, Manjiroit, Coronadit, Strontiomelan und Henrymeyerit ebenfalls eine „Kryptomelangruppe“. Es hat dabei die Systemnummer 07.09.01.02
Eine chemische Analyse von Kryptomelan ergab einen Kristallwasseranteil von bis zu 3,5%. Das Handbook of Mineralogy der Mineralogical Society of America spricht von der empirischen Formel (K0.94Na0,25Sr0,13Ba0,10Mg0,03)Σ=1,45(Mn4+6,33Mn3+1,20Fe3+0,30Al0,15)Σ=7,98(O, OH)16.[5] Zum gleichen Ergebnis kommt die Erstbeschreibung von Richmond und Fleischer.[7]
Wallace D. Richmond, Michael Fleischer:Cryptomelane, a new name for the commonest of the "psilomelane" minerals. In: American Mineralogist. Band27, 1942, S.607–610 (englisch, minsocam.org[PDF; 246kB; abgerufen am 16.August 2020]).
Lewis Stephen Ramsdell:The unit cell of cryptomelane. In: American Mineralogist. Band27, 1942, S.611–613 (englisch, minsocam.org[PDF; 185kB; abgerufen am 18.August 2020]).
Lawrence T. Larson:Geology and mineralogy of certain manganese oxide deposits. In: Economic Geology. Band59, 1964, S.54–78, doi:10.2113/gsecongeo.59.1.54 (englisch).
123456Cryptomelane.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 18.August 2020(englisch).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.227 (englisch).
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Cryptomelane. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 74kB; abgerufen am 18.August 2020]).
12Wallace D. Richmond, Michael Fleischer:Cryptomelane, a new name for the commonest of the "psilomelane" minerals. In: American Mineralogist. Band27, 1942, S.607–610 (englisch, minsocam.org[PDF; 246kB; abgerufen am 16.August 2020]).