Oberösterreich
| Oberösterreich | ||||
|---|---|---|---|---|
| Landesflagge | Landeswappen | |||
| Landeshymne: | Hoamatgsang | |||
| Basisdaten | ||||
| Landessprache: | Deutsch | |||
| Landeshauptstadt: | Linz | |||
| Größte Stadt: | Linz | |||
| ISO 3166-2: | AT-4 | |||
| Kürzel: | OÖ | |||
| Website: | www.land-oberoesterreich.gv.at | |||
| Karte: Oberösterreich | ||||
| Karte: Oberösterreich in Österreich | ||||
| Geographie | ||||
| Fläche: | 11.982,77 km² (1. Jänner 2024) | |||
| – davon Land: | 11.718,32 km² (97,8 %) | |||
| – davon Wasser: | 263,6 km² (2,2 %) | |||
| – Rang: | 4. von 9 | |||
| Geographische Lage: | 47°27′ – 48°45′N 012°44′ – 014°59′N | |||
| Ausdehnung: | Nord–Süd: 145,8 km West–Ost: 166,4 km | |||
| Höchster Punkt: | 2995 m ü. A. (Hoher Dachstein) | |||
| Tiefster Punkt: | 226 m ü. A. (St. Nikola an der Donau ⊙) | |||
| Verwaltungsgliederung | ||||
| Bezirke: | 3 Statutarstädte 15 Bezirke | |||
| Gerichtsbezirke: | 18 | |||
| Gemeinden: | 438, davon 32 Städte 151 Marktgemeinden | |||
| Karte: Verwaltungsbezirke | ||||
| Bevölkerung | ||||
| Einwohner: | 1.535.519 (1. Jänner 2025)[1] | |||
| – Rang: | 3. von 9 | |||
| Bevölkerungsdichte: | 128 Einw. pro km² | |||
| Ausländeranteil: | 13,6 % (1. Jänner 2021)[2] | |||
| Migrationshintergrund: | 22,5 % (Ø 2023)[3] | |||
| Politik | ||||
| Landeshauptmann: | Thomas Stelzer (ÖVP) | |||
| Regierende Parteien: | ÖVP, FPÖ, SPÖ, Grüne (Arbeitsübereinkommen zwischen ÖVP und FPÖ) | |||
| Sitzverteilung im Landtag: | ||||
| Insgesamt 56 Sitze | ||||
| Letzte Wahl: | 26. September 2021 | |||
| Wirtschaft | ||||
| Bruttoinlandsprodukt: | 65,85 Mrd. Euro (2018)[4] | |||
| BIP pro Kopf: | 44.600 Euro[4] | |||
| Arbeitslosenquote: | 3,8 % (2024)[5] | |||
| Oberösterreich: Einwohnerzahlen von 1527 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1527 | 335.000 | |||
| 1600 | 380.000 | |||
| 1700 | 450.000 | |||
| 1754 | 526.000 | |||
| 1780 | 601.000 | |||
| 1790 | 623.000 | |||
| 1800 | 626.000 | |||
| 1810 | 630.000 | |||
| 1821 | 651.911 | |||
| 1830 | 682.140 | |||
| 1840 | 699.324 | |||
| 1850 | 706.316 | |||
| 1857 | 707.450 | |||
| 1869 | 736.856 | |||
| 1880 | 760.091 | |||
| 1890 | 786.496 | |||
| 1900 | 810.854 | |||
| 1910 | 853.595 | |||
| 1923 | 876.698 | |||
| 1934 | 902.965 | |||
| 1939 | 927.583 | |||
| 1951 | 1.108.720 | |||
| 1961 | 1.131.623 | |||
| 1971 | 1.229.972 | |||
| 1981 | 1.269.545 | |||
| 1991 | 1.333.480 | |||
| 2001 | 1.376.797 | |||
| 2011 | 1.413.762 | |||
| 2021 | 1.504.237 | |||
| 2025 | 1.535.519 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria ab 1869, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oberösterreich ist ähnlich wie die Steiermark ein Swingstate, der bei bundesweiten Wahlen meist Signalcharakter besitzt. Die ÖVP dominiert in den ländlich geprägten Gebieten, die SPÖ hat ihre Hochburgen in den Städten Linz, Enns und Steyr oder im Bahnknoten Attnang-Puchheim, aber auch die FPÖ ist traditionell stark verbreitet, z. B. im Innviertel und im Raum Wels. Die Oberösterreichische Landesverfassung definiert Oberösterreich als ein selbständiges Bundesland der demokratischen Republik Österreich. Oberösterreich bekennt sich in seiner Verfassung zudem zu einem geeinten Europa, das demokratischen, rechtsstaatlichen, sozialen und bundesstaatlichen Grundsätzen sowie dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist, die Eigenständigkeit der Regionen wahrt und deren Mitwirkung an europäischen Entscheidungen sichert. Oberösterreich definiert seine Stellung in Europa in der Landesverfassung als eigenständige, zukunftsorientierte und selbstbewusste Region, die an der Weiterentwicklung eines geeinten Europas selbst mitwirkt.[18]
Legislative
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Legislative wird vom Oberösterreichischen Landtag ausgeübt. Seine Hauptaufgabe liegt in der Gesetzgebung für Oberösterreich. Des Weiteren wählt der Landtag die Landesregierung und er kann diese mittels Misstrauensvotum entlassen. Zudem bewilligt der Landtag das Landesbudget und hat das Recht, schriftliche und mündliche Anfragen an die Landesregierung zu stellen. Derzeit bestehen in Oberösterreich rund 170 Landesgesetze. Diese können auf Vorschlag der Regierung, einem Landtagsausschuss, dreier Abgeordnete oder auf Initiative der Landesbevölkerung in den Landtag eingebracht werden. Der Landtag tritt mindestens einmal pro Monat zu einer öffentlichen Sitzung im Linzer Landhaus zusammen. Die Abgeordneten werden alle sechs Jahre durch Wahlen bestimmt.[19] Die ÖVP erreichte bei den Landtagswahlen seit 1945 fast durchgehend die Mandatsmehrheit, mehrfach bestimmte sie den Landtag auch mit einer absoluten Mandatsmehrheit, zuletzt von 1979 bis 1991. Lediglich 1967 konnte die SPÖ die ÖVP bei den Landtagswahlen stimmenmäßig überholen und an Mandaten mit der ÖVP gleichziehen. Seit 1967 verlor die SPÖ kontinuierlich an Stimmen, gewann jedoch bei der Landtagswahl 2003 massiv Stimmen von der FPÖ, die 1997 ihren Höchststand erreicht hatte, im Jahr 2003 wieder Wählerstimmen verlor und sogar von den Grünen überholt wurde. Die Landtagswahl 2009 brachte leichte Gewinne für die ÖVP und starke Verluste für die SPÖ. Die Grünen konnten mit minimalen Gewinnen ihr Landesrats-Mandat verteidigen, wurden aber aufgrund deren starker Zugewinne wieder durch die FPÖ überholt. Nach der Landtagswahl 2009 war die ÖVP mit 28, die SPÖ mit 14, die FPÖ mit 9 und die Grünen mit 5 Mandaten im Landtag vertreten. Nach der Landtagswahl 2015 lautet die Mandatsverteilung im Landtag:
- 21 ÖVP
- 18 FPÖ
- 11 SPÖ
- 6 Grüne
Exekutive
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Die Exekutive wird im Land von der Oberösterreichischen Landesregierung ausgeübt. Diese besteht aus dem Landeshauptmann, zwei Stellvertretern und sechs Landesräten. Die Zusammensetzung der Landesregierung erfolgt als „Konzentrationsregierung“ nach dem Proporzsystem, d. h. alle Parteien mit einer bestimmten Anzahl von Abgeordneten im Landtag sind durch mindestens einen Sitz in der Regierung vertreten. Die Wahl der Landesregierung erfolgt durch den Landtag. Die Landesregierung vollzieht als oberstes Vollzugsorgan der Landesverwaltung die Landesgesetze und verwaltet das Landesbudget. An der Spitze steht der Landeshauptmann, der die Regierung nach außen vertritt und den Vorsitz in den wöchentlichen, nichtöffentlichen Sitzungen im Landhaus führt. Nach der Geschäftsordnung der Oberösterreichischen Landesregierung behandelt die Landesregierung in ihren Sitzungen kollegial Regierungsvorlagen an den Landtag, Rechtsverordnungen und bestimmte Verwaltungsverordnungen, (verfassungs)gesetzlich an eine kollegiale Beschlussfassung gebundene Angelegenheiten und Entscheidungen über das Landesvermögen von besonderer Bedeutung wie Förderungen über 20.000 Euro. Sämtlich anderen Entscheidungen trifft das jeweilige Regierungsmitglied selbstständig, die Landesregierung kann jedoch monokratische Entscheidungen an sich ziehen und einer kollegialen Beschlussfindung zuführen.[20]

Die ÖVP stellt seit 1945 durchgehend den Landeshauptmann. Ab dem 2. März 1995 hatte Josef Pühringer diese Funktion inne. Nach der Landtagswahl 2003 ging Pühringer eine Regierungsvereinbarung mit den Grünen ein und bildete in Österreich die erste Schwarz-Grüne Koalition auf Länderebene. Während die FPÖ ihre Sitze in der Landesregierung verlor, zogen die Grünen erstmals in die Landesregierung ein. Nach den Landtagswahlen 2015 wurde am 23. Oktober 2015 erstmals eine Landesregierung mit einem schwarz-blauen Arbeitsübereinkommen im Rahmen einer Proporzregierung gewählt und angelobt. In der Landesregierung Pühringer V waren vier ÖVP- sowie drei FPÖ-Regierungsmitglieder vertreten, die SPÖ und die Grünen stellen je einen Landesrat. Neben Landeshauptmann Pühringer wurde die ÖVP in der Regierung von Landeshauptmann-Stellvertreter Thomas Stelzer und den Landesräten Michael Strugl und Maximilian Hiegelsberger vertreten. Am 6. April 2017 wurde Thomas Stelzer Landeshauptmann, die Landesregierung Stelzer I folgte der Landesregierung Pühringer V nach, neue Landesrätin wurde Christine Haberlander, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl. Die FPÖ wird durch Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und die Landesräte Elmar Podgorschek und Günther Steinkellner vertreten. Für die SPÖ sitzt Landesrätin Birgit Gerstorfer in der Regierung, für die Grünen Landesrat Stefan Kaineder, der am 30. Jänner 2020 Rudi Anschober nach dessen Wechsel in die Bundesregierung nachgefolgt ist. Nach der Landtagswahl 2021 wurde die Landesregierung Stelzer II gebildet, am 23. Oktober 2021 wurde Thomas Stelzer in der konstituierenden Sitzung der XXIX. Gesetzgebungsperiode erneut zum Landeshauptmann gewählt.[21]
Judikative
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oberösterreich ist der Sitz des Oberlandesgerichts (OLG) Linz, einem der vier Oberlandesgerichte in Österreich. Neben Oberösterreich betreut das OLG Linz auch das Nachbarbundesland Salzburg. An den Standorten Linz, Ried im Innkreis, Steyr und Wels verfügt Oberösterreich zudem über vier Landesgerichte. Die unterste Ebene des Gerichtswesens wird in Oberösterreich von den 18 Bezirksgerichten[22] gebildet.
E-Government
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Land Oberösterreich bietet für die einfachere Bewältigung von Behördenwegen E-Government-Lösungen an. Mit diesen Online-Formularen können Bürger u. a. Anträge auf Beihilfen und Förderungen, die OÖ Familienkarte oder auch die Anerkennung einer Photovoltaikanlage als Ökostromanlage stellen. Dabei wird der Formularserver AFORMSOLUTION (AFS) des österreichischen IT-Dienstleisters aforms verwendet.[23]
Wappen, Flagge, Hymne und Landespatrone
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Landessymbole sind die Farben (Fahne und Flagge) des Landes Oberösterreich, das Landeswappen, das Landessiegel und die Landeshymne.[24]

Das Oberösterreichische Wappen besteht aus einem, mit dem österreichischen Erzherzogshut gekrönten, gespaltenen Schild. Der Schild zeigt heraldisch rechts einen goldenen Adler mit roter Zunge und roten Krallen auf schwarzem Grund und ist heraldisch links dreimal von Silber und Rot gespalten. Es kann in Farbe oder Schwarz-Weiß dargestellt werden.[24] Das Wappen wurde 1930 festgelegt und geht auf das Wappen der Herren von Machland zurück.[25]
Die Farben des Landes Oberösterreich sind Weiß-Rot.[24] Die Oberösterreichische Flagge besteht aus zwei gleich breiten waagrechten Streifen, wobei der obere Streifen in der Farbe Weiß und der untere Streifen in der Farbe Rot gehalten ist. Das Verhältnis der Höhe der Flagge zu ihrer Länge beträgt 2:3.[24] Die Flagge wurde offiziell am 25. April 1949 eingeführt.[25]
Das Lied Hoamatgsang wurde vom oberösterreichischen Landtag am 29. November 1952 zur oberösterreichischen Landeshymne erklärt. Der Text wurde 1841 von Franz Stelzhamer geschrieben, die Musik komponierte 1884 Hans Schnopfhagen. Von den ursprünglich acht Strophen sind die ersten zwei und die letzte Strophe Teil der Landeshymne.[24]
Die Landespatrone von Oberösterreich sind gleichrangig der heilige Florian und der heilige Leopold.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Oberösterreich einen Index von 132 (EU-28: 100 Österreich: 129).[26]
Oberösterreich ist eines der Zentren der österreichischen Industrien. Mit Direktexporten im Wert von 18,9 Milliarden Euro (2006) erwirtschaftet das Bundesland 26,5 Prozent der österreichischen Exporte.[27] Etwa 70 Prozent der Exporte gehen in den Euro-Raum. 68.626 Gewerbeunternehmen erwirtschaften mit 576.203 Beschäftigten ein Bruttoregionalprodukt von 32,6 Milliarden Euro.[28] Die höchsten Beschäftigtenzahlen haben die Wirtschaftszweige (nach ÖNACE-Klassifizierung) Sachgütererzeugung mit 28 %, Handel mit 18 % und unternehmensbezogene Dienstleistungen mit 11 %.[29]
Wichtige Wirtschaftszweige sind:
- Metallerzeugung (voestalpine, AMAG)
- Fahrzeugbau und Zulieferfirmen (BMW-Motorenwerk Steyr, KTM, Bombardier-Rotax, Miba, Reform-Werke, Rosenbauer, FACC)
- Chemie und Papier (Lenzing AG, DSM, Borealis AG, Papierfabrik Nettingsdorf, AMI)
- Maschinen- und Anlagenbau (Engel, Trumpf Maschinen Austria, Siemens-VAI, Plasser & Theurer, Wacker Neuson)
- Nahrungsmittel (Berglandmilch, Brau Union, S. Spitz, Vivatis)
- Tourismus (die Tourismus- und Freizeitwirtschaft leistet 15,2 Prozent Beitrag zum Brutto-Regionalprodukt des Landes)
Rohstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gebiet des Hausrucks wurde bis 1995 Braunkohle gefördert (etwa in Ampflwang, Thomasroith (Ottnang) und Wolfsegg).
Im Alpenvorland werden geringe Mengen Erdöl gefördert, (so in Lohnsburg am Kobernaußerwald, Voitsdorf und Sattledt). Erdgas wird z. B. bei Puchkirchen, Pfaffstätt, und Atzbach gefördert.
Historisch bedeutend ist das Salzbergwerk bei Hallstatt. Weiters wird auch in Bad Ischl das Steinsalz zur Sole gelöst, durch die Soleleitung in die Saline in Ebensee transportiert, um daraus Salz zu gewinnen.
Bei Tragwein wird Kaolin im Tage- und Grubenbau gefördert. In St. Georgen an der Gusen wird Quarz abgebaut und veredelt. Gipsabbau wird bei Spital am Pyhrn betrieben.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oberösterreich ist durch internationale Verkehrswege gut erschlossen. Wichtige Straßenverbindungen sind die West Autobahn A 1, Mühlkreis Autobahn A 7, Innkreis Autobahn A 8 und Pyhrn Autobahn A 9. Die Verlängerung der Mühlkreisautobahn als Mühlviertler Schnellstraße S 10 nach Tschechien und die Linzer Autobahn A 26 sind wichtige Straßenbauprojekte der Zukunft. Ende 2024 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 645[30] (2017: 622[31]).
Mit der Westbahn führt eine der wichtigsten österreichische Eisenbahnstrecken durch Oberösterreich. Weitere wichtige Bahnstrecken sind die Bahnstrecken Bahnstrecke Wels–Passau, Linz–Gaisbach-Wartberg und St. Valentin–České Budějovice (Summerauer Bahn) sowie die Pyhrnbahn. Bedeutende Bahnhöfe befinden sich in Linz, Wels und Attnang-Puchheim.
Weitere Verkehrsknoten sind zwei große Donauhäfen in Linz und Enns sowie der Flughafen Linz.
Medien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auflagenstärkste Tageszeitung Oberösterreichs sind die Oberösterreichischen Nachrichten. Die Tips und die BezirksRundSchau sind regionalisierte Zeitungen, welche wöchentlich erscheinen und an alle Haushalte verteilt werden.
Der Österreichische Rundfunk (ORF) ist mit einem Funkhaus in Linz vertreten. Größter privater Fernsehsender ist LT1. Er sendet zusammen mit HT1 europaweit unverschlüsselt über den Fernsehsatelliten Astra 1H. Seit Juni 2010 sendet der nichtkommerzielle Fernsehsender DORF TV in weiten Teilen des Bundeslandes.
Neben den staatlichen ORF-Radioprogrammen kämpfen verschiedene Privatsender um den Radiomarkt: Life Radio, Welle 1, Radio Arabella, KroneHit und Radio 88.6. Als nichtkommerzielle Privatradios konnten sich Radio FRO im Großraum Linz, Freies Radio Freistadt und Freies Radio Salzkammergut etablieren.
Energieversorgung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Energieversorgung Oberösterreichs wird hauptsächlich durch die landeseigene Energie AG gewährleistet. Diese betreibt 34 Wasser- und zwei thermische Kraftwerke in Riedersbach und Timelkam sowie Photovoltaikanlagen in Eberstalzell und am Loser. Sechs der Wasserkraftwerke befinden sich in Salzburg, ein Wasser- und das Solarkraftwerk in der Steiermark. Die Verbund Hydro Power AG betreibt die fünf Donaukraftwerke in Oberösterreich. Die Energie-AG-Tochter AVE betreibt zwei Müllverbrennungsanlagen (Wels und Lenzing an der Ager). Das Linzer Kommunalunternehmen Linz AG besitzt drei Fernheizkraftwerke, die auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Daneben betreibt die Linz AG auch vier Wasserkraftwerke.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oberösterreich verfügt über vier Universitäten, die sich alle in Linz befinden. Mit circa 19.300 Studierenden ist die staatliche Universität Linz (Johannes Kepler Universität Linz) die größte Bildungseinrichtung.[32] Sie bietet akademische Ausbildung im Bereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Technik und Naturwissenschaften sowie Medizin an. Zweite staatliche Universität ist die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Kunstuniversität). Neben diesen befinden sich noch die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz (KTU) und die Anton Bruckner Privatuniversität im Land.
Die FH Oberösterreich bietet an vier Standorten (Hagenberg, Linz, Steyr und Wels) Bildung in unterschiedlichen Bereichen (Technik, Wirtschaft und Soziales) an. Derzeit nehmen ungefähr 5900 Studenten an diesen Bildungseinrichtungen die angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten wahr.[33]
Seit 1. Oktober 2007 ebenfalls als Hochschule geführt werden die vormaligen Pädagogischen Akademien. Beide derartige Einrichtungen in Oberösterreich befinden sich in Linz: die staatliche Pädagogische Hochschule Oberösterreich und die katholische Pädagogische Hochschule der Diözese Linz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben der Kulturförderung betreibt das Land Oberösterreich auch selbst einige Kultureinrichtungen wie etwa das Oberösterreichische Landesmuseum oder das Landestheater in der Landeshauptstadt Linz. Initiiert vom ORF-Oberösterreich und vom Linzer Brucknerhaus findet seit 1979 alljährlich in der Landeshauptstadt die Ars Electronica, das größte internationale Festival für digitale Kunst, statt.
Stifte, Klöster und Kirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Oberösterreich bestehen zahlreiche Stifte und Klöster, die seit jeher Zentren der Kultur sind. Die bekanntesten sind Stift Sankt Florian, Stift Wilhering und Stift Kremsmünster, weiters die Stifte Schlägl, Schlierbach, Reichersberg, Engelszell und Lambach.
Die berühmtesten Kirchen sind der von 1862 bis 1935 erbaute neugotische Linzer Mariä-Empfängnis-Dom, dies ist die größte Kirche Österreichs; die Linzer Martinskirche, eine der ältesten Kirchen Österreichs; die Wallfahrtskirchen Pöstlingbergkirche, Wallfahrtsbasilika Maria Puchheim und Wallfahrtskirche Stadl-Paura; die Stadtpfarrkirche Braunau mit dem dritthöchsten Kirchturm Österreichs; die Kirchen in St. Wolfgang, Gampern, Hallstatt und Kefermarkt mit ihren Flügelaltären. Die Pfarrkirchen von Niederkappel und Aigen stellen bedeutende Bauwerke des Historismus dar. Bemerkenswert ist auch die Pfarrkirche Ebelsberg mit der einzigen Jugendstileinrichtung in Oberösterreich. Bedeutende Kirchenbauten der Moderne sind die Linzer Friedenskirche und die Pfarrkirche Attnang.
Burgen und Schlösser
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Bekannte Burgen in Oberösterreich sind die Burg Clam, die Otto von Machland 1149 errichten ließ, weiters die Burg Altpernstein und Wildberg sowie die Ruinen Schaunburg, Scharnstein und Waxenberg.
Die bedeutendsten Schlösser sind das Linzer Schloss, Schloss Ort in Gmunden, Schloss Ennsegg in Enns, Schloss Hartheim in Alkoven, Schloss Lamberg in Steyr, Schloss Parz bei Grieskirchen, Schloss Starhemberg in Eferding, Schloss Greinburg, Schloss Weinberg, Schloss Ebelsberg und das Wasserschloss Aistersheim.
Theater und Musik
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Das größte Theater in Oberösterreich ist das Landestheater Linz mit den Spielstätten Musiktheater und dem Schauspielhaus. Es bietet die Sparten Oper, Operette, Musical, Ballett und Schauspiel an. Eng mit dem Theater und dem Brucknerhaus verbunden ist auch das Bruckner Orchester Linz als größtes Symphonieorchester Oberösterreichs und eines der besten Orchester in Österreich.
Bekannt sind auch die Stadttheater in Wels, Grein und Bad Hall sowie das Lehár Festival Bad Ischl mit seinen berühmten Operettenaufführungen.
Bemerkenswert ist auch die Tradition der Blasmusik in Oberösterreich. Es existieren mehr Musikkapellen als das Land Gemeinden zählt. Diese sind vereinsmäßig organisiert und spielen großteils auf hohem musikalischen Niveau. Es gibt auch zahlreiche Musikgruppen, die die traditionelle Volksmusik pflegen.
Museen
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Das größte Museum ist das Linzer Schlossmuseum der Oberösterreichischen Landesmuseen. Bekannt sind auch die Landesgalerie, das Lentos Kunstmuseum Linz, das Nordico-Stadtmuseum Linz, das Ars Electronica Center Linz, das Museum Arbeitswelt Steyr, das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt, das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels und das Kubin-Haus in Zwickledt. Des Weiteren existieren zahlreiche kleinere Museen in den Gemeinden.
Parkanlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Oberösterreich bestehen derzeit vier historische Gartenanlagen, die seit dem 1. Jänner 2000 in die rechtliche Kompetenz des Bundes fallen und unter Denkmalschutz gestellt wurden. Zu den geschützten historischen Garten- und Parkanlagen gehören der Park der Kaiservilla Bad Ischl, die Gartenanlage der Villa Toscana in Gmunden, der Jugendstilpark am Linzer Bauernberg und der Park von Schloss Neuwartenburg (Timelkam).[34] Darüber hinaus bestehen in Oberösterreich rund 160 historische Gartenanlagen, insbesondere als Teil von Schlossanlagen. Eine besonders hohe Anzahl historischer Parks besteht in der Landeshauptstadt Linz sowie in den Zentren der Sommerfrische des 19. Jahrhunderts in Bad Ischl und Gmunden.[35]
Seit dem Jahr 2005 werden in Oberösterreich alle zwei Jahre Landesgartenschauen veranstaltet. Zielsetzung der Landesgartenschauen sind die Schaffung von Lebensräumen und Grünzonen unter umweltpolitischen und ökologischen Gesichtspunkten in den oberösterreichischen Gemeinden. Die Landesgartenschauen sollen dabei Gestaltungsmöglichkeiten in der Grünraum- und Siedlungsgestaltung sowie in der Gartenkultur aufzeigen. Die Auswahl der veranstaltenden Gemeinde erfolgt durch einen Fachbeirat. Landesgartenschauen wurden 2007 in Vöcklabruck, 2009 in Bad Schallerbach, 2011 in Ansfelden/Ritzlhof, 2015 in Bad Ischl („Des Kaisers neue Gärten“), 2019 in Aigen-Schlägl durchgeführt.[36]

Weitere Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bedeutende industrielle Baudenkmäler sind das von Mauriz Balzarek entworfene Jugendstilkraftwerk Steyrdurchbruch, das an der Grenze zu Bayern errichtete Donaukraftwerk Jochenstein und die im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaute Tabakfabrik Linz.
Erwähnenswert sind auch die in der NS-Zeit in Linz erbauten Brückenkopfgebäude mit der Nibelungenbrücke und die zahlreichen Wohnsiedlungen dieser Zeit, sogenannte Hitlerbauten, in den Linzer Stadtteilen Urfahr, Bindermichl und Spallerhof sowie in Steyr-Münichholz.
Kinos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Oberösterreich gab es im Jahr 2012 27 Kinos mit 87 Kinosälen und rund 2,7 Millionen Kinobesuchen. Nach einem langjährigen Rückgang dieser Zahlen mit einem Tiefpunkt im Jahr 1992 mit nur 1,2 Millionen Kinobesuchen bzw. 1994 mit nur 60 Kinosälen stiegen die Zahlen seither wieder an und halten nun einen Wert, der ungefähr jenem vom Anfang der 1970er Jahre entspricht. Die Struktur hat sich jedoch zugunsten von Megaplex-Kinos und auf Kosten von Kleinkinos mit ein und zwei Sälen verändert, von denen es 2012 nur noch 16 gab. Demgegenüber stehen sieben Kinos mit drei bis fünf Sälen und vier Kinos mit mehr als sechs Sälen. Digitalprojektion wurde 2012 in 19 Kinos eingeführt.[37]
Varia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus dem alten Namen Oberösterreichs – Land ob der Enns – hat sich im Ungarischen die Beginnphrase von Märchen entwickelt. So wie im Deutschen die meisten Märchen mit „Es war einmal …“ beginnen, steht am Anfang der ungarischen Märchen meist „Messzi, messzi földön, még az operencián is túl“ (in einem fernen, fernen Land, jenseits von Ob der Enns). Auch kommt in ungarischen Märchen immer wieder das „operenciai tenger“ (das ob-der-Enns'ische Meer) vor, damit sind die Seen im Salzkammergut gemeint.
Der Asteroid (96506) Oberösterreich wurde 2008 zu Ehren des Landes Oberösterreich benannt.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Oberösterreicher. Lebensbilder zur Geschichte Oberösterreichs. Hrsg. vom Oberösterreichischen Landesarchiv. 8 Bände OÖLA, Linz 1981–1994.
- Alfred Havlicek, Reinhold Gruber: Oberösterreich. Edition Oberösterreich, Styria, Wien/Graz/Klagenfurt 2008 (online).
Weblinks
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Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn nach administrativen Gebietseinheiten (Bundesländer, NUTS-Regionen, Bezirke, Gemeinden) seit 2002 (ODS)
- ↑ Bevölkerung zu Jahresbeginn nach detaillierter Staatsangehörigkeit seit 2002 (Oberösterreich). Statistik Austria, abgerufen am 6. Juli 2021.
- ↑ Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Bundesländern (Jahresdurchschnitt 2023). Statistik Austria, 27. Mai 2022, abgerufen am 11. Juni 2022.
- 1 2 Regionales BIP und Hauptaggregate nach Wirtschaftsbereichen und Bundesländern (NUTS 2), Tabelle: Bruttoregionalprodukt nominell 2000-2018 nach Bundesländern, absolut und je Einwohner. Statistik Austria, 10. Dezember 2019, abgerufen am 18. Oktober 2020.
- ↑ Arbeitslose, Arbeitssuchende. In: Statistik Austria www.statistik.at. Statistik Austria – Bundesanstalt Statistik Österreich, Wien, 7. Januar 2026, abgerufen am 27. Januar 2026 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Gerhard Pils: Die Pflanzenwelt Oberösterreichs. Ennsthaler Verlag, Steyr 1999, ISBN 3-85068-567-5.
- ↑ Stand 06/2010 Schutzgebiete: Nationale Schutzgebiete. In: land-oberoesterreich.gv.at > Themen > Umwelt > Natur und Landschaft (NaLa). Amt der Oö. Landesregierung: Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung – Abteilung Naturschutz, abgerufen am 29. Mai 2010.
- ↑ Naturdenkmal. Geografisches Naturschutzinformationssystem GENISYS, abgerufen am 24. Januar 2020 (lfd. Nr. 660, also ca. 100 gelöschte Objekte).
- ↑ Naturschutz der oö. Landesregierung: Geschützte Tiere in Oberösterreich. Linz 2006.
- 1 2 Klima in Oberösterreich. Amt der oberösterreichischen Landesregierung, abgerufen am 12. November 2008.
- ↑ Walter Kilian, Ferdinand Müller, Franz Starlinger: Die forstlichen Wuchsgebiete Österreichs. Eine Naturraumgliederung nach waldökologischen Gesichtspunkten. Hrsg.: Forstliche Bundesversuchsanstalt. 1994, ISSN 0374-9037 (Webdokument [PDF]).
- ↑ Gesellschaft für Landeskunde von Oberösterreich in Zsarb. mit der Zentralanstalt für Meteorologie (Hrsg.): Klimatographie und Klimaatlas von Oberösterreich. Linz/Wien 1998, ISBN 3-9500627-4-2.
- ↑ Mittelpunkt des Bundeslandes Oberösterreich. (PDF) Amt der Oö. Landesregierung, abgerufen am 18. Mai 2020.
- ↑ Bevölkerung am 1.1.2021 nach detaillierter Staatsangehörigkeit und Bundesland. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 6. Juli 2021.
- ↑ Statistik Austria. Abgerufen am 11. Januar 2023. Stand 2021.
- ↑ Kirchliche Statistik. In: katholisch.at. Katholische Kirche Österreich, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Zahlen und Fakten. In: www.evang.at. Evangelische Kirche in Österreich, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Oö. Landes-Verfassungsgesetz (Oö. L-VG) und Oö Landtagsgeschäftsordnung 2009 (Oö. LGO 2009). Artikel 1a. In: Schriftenreihe des Landes Oberösterreich. 4. Auflage. Band 1. Linz (land-oberoesterreich.gv.at [PDF]).
- ↑ Der Oö. Landtag – heute. Amt der OÖ. Landesregierung, abgerufen am 24. Januar 2020.
- ↑ Landesregierung. Land Oberösterreich, abgerufen am 24. Januar 2020.
- ↑ Thomas Stelzer zum Landeshauptmann gewählt. In: ORF.at. 23. Oktober 2021, abgerufen am 23. Oktober 2021.
- ↑ Gerichte nach Bundesländern (Oberösterreich). Abgerufen am 13. Februar 2026.
- ↑ E-Government. Land Oberösterreich, abgerufen am 14. Mai 2014.
- 1 2 3 4 5 Zitiert wörtlich § 1, 2, 3 und 5 Landesgesetz vom 3. Juli 1997 über die oberösterreichischen Landessymbole.
- 1 2 Karl-Heinz Hesmer: Flaggen und Wappen der Welt. Chronik Verlag, 2008, S. 122.
- ↑ Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen nach NUTS-3-Regionen. Eurostat, 26. Februar 2016, abgerufen am 3. Dezember 2016.
- ↑ Statistik der Wirtschaftskammer Österreich (1/2) ( vom 6. Februar 2005 im Internet Archive)
- ↑ land-oberoesterreich.gv.at
- ↑ Statistik der Wirtschaftskammer Österreich (2/2) ( vom 6. Februar 2005 im Internet Archive)
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- ↑ Verfassungsbestimmung. Verzeichnis der Park- und Gartenanlagen gemäß § 1 Abs. 12. In: ris.bka.gv.at. Abgerufen am 24. Januar 2020.
- ↑ Eva Berger: Historische Gärten Österreichs. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Band 2. Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2003, ISBN 3-205-99352-7.
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Koordinaten: 48° 10′ N, 14° 0′ O







