Momoiit bildet je nach Vanadium- und Mangangehalt grünlich gelbe bis smaragdgrüne, Kristallaggregate, die selten größer als 1–2mm werden. Die einzelnen Kriställchen haben einen Durchmesser von 0,1–0,2mm und zeigen Glasglanz.[6]
Die ersten mangan- und vanadiumreichen Granate wurden 1964 von Hitoshi Momoi in einem manganreichen Skarn der Yamato Mine beschrieben. Entgegen den Gepflogenheiten der International Mineralogical Association (IMA) führte er für das hypothetische Mangan-Vanadiun-Endglied mit der Zusammensetzung Mn2+3V3+2Si3O12 den Namen Yamatoit ein, obwohl keine seiner Analysen mehr als 50Mol-% dieser Zusammensetzung aufwiesen.[3] Yamatoit ist daher kein von der IMA anerkannter Name für ein Mineral oder eine Varietät gewesen. Dennoch wurde er über lange Zeit in den Mineralsystematiken aufgeführt.
Erst 46Jahre später konnte die Arbeitsgruppe um Hidekazu Tanaka bei einer erneuten Untersuchung der Granate mehrerer japanischer Manganlagerstätten manganbetonten Vanadiumgranat nachweisen. Sie verwarfen den von dem mittlerweile verstorbenen Professor Hitoshi Momoi (1930–2002) eingeführten Namen und benannten den neuen Granat nach ihm, der das Mangan-Vanadium-Endglied als erster erkannt hatte.[6]
Bislang sind keine Vorkommen von Momoiit außerhalb von Japan beschrieben worden.[9]
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/A.08. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate mit [SiO4]-Gruppen“, wo Momoiit zusammen mit Almandin, Andradit, Calderit, Eltyubyuit, Eringait, Goldmanit, Grossular, Henritermierit, Holtstamit, Hutcheonit, Hydrougrandit (auch Hydro-Ugrandit, diskreditiert 1967), Irinarassit, Jeffbenit, Katoit, Kerimasit, Kimzeyit, Knorringit, Majorit, Menzerit-(Y), Morimotoit, Pyrop, Schorlomit, Spessartin, Toturit, Uwarowit und Wadalit die die „Granatgruppe“ mit der System-Nr. VIII/A.08 bildet.[4]
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Momoiit noch unter dem Namen Yamatoit in die Abteilung der „Inselsilikatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Andradit, Goldmanit, Grossular, Uwarowit in der „Granatgruppe (Ugrandit-Reihe)“ mit der System-Nr. 51.04.03b innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen nur mit Kationen in [6] und >[6]-Koordination“ zu finden.
Die Struktur ist die von Granat. Mangan (Mn2+) besetzt die dodekaedrisch von 8 Sauerstoffionen umgebenen X-Positionen, Vanadium (V3+) die oktaedrisch von 6 Sauerstoffionen umgebene Y-Position und die tetraedrisch von 4 Sauerstoffionen umgebenen Z-Position ist ausschließlich mit Silicium (Si4+) besetzt.[3][6]
Die mitunter leichte Doppelbrechung der Kristalle deutet wie bei Grossular oder Goldmanit auf eine niedrigere Symmetrie hin.[8]
Bislang (2018) gibt es nur vier dokumentierte Fundorte von Momoiit, alle in Japan.[9] In all diesen Vorkommen bildete sich Momoiit bei niedrigen Druck bei der Kontaktmetamorphose von mangan-, vanadium- und kalziumhaltigen Peliten.[6]
Ein weiteres Vorkommen ist die Hokkejino Mine in der Präfektur Kyōto auf der Insel Honshū, Japan. Hier findet sich Momoiit ebenfalls in einer metamorphen Manganlagerstätte, wo er zusammen mit Rhodonit, Tephroit, Celsian, Rhodochrosit und Pyrophanit auftritt.
Das dritte von Tanaka und seinen Mitarbeitern untersuche Vorkommen ist eine mittelgradig kontaktmetamorphe, geschichtete Manganlagerstätte, die in der Fujii Mine in der Präfektur Fukui ebenfalls auf der Hauptinsel Honshū abgebaut wird. Hier ist momoiitreicher Granat entweder mit Quarz, Rhodonit, Molybdänit, Rhodochrosit und manganreichen Vanadoallanit-(La) oder in quarzfreien Bereichen mit Rhodonit, Tephroit, Rhodochrosit und Nickelin vergesellschaftet.
123Michael Fleischer:New Mineral Names: Yamatoite. In: The American Mineralogist. Band50, 1965, S.810 (minsocam.org[PDF; 712kB; abgerufen am 27.Dezember 2022]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789101112131415H. Tanaka, S. Endo, T. Minakawa, M.Enami, D. Nishio-Hamane, H. Miura, A. Hagiwara:Momoiite, (Mn2+,Ca)3(V3+,Al)2Si3O12, a new manganese vanadium garnet from Japan. In: Journal of Mineralogical and Petrological Sciences. Band105, 2010, S.92–96 (jstage.jst.go.jp[PDF; 713kB; abgerufen am 14.September 2024]).
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Momoiite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 62kB; abgerufen am 27.Dezember 2022]).
123Satoshi Matsubara, Ritsuro Miyawaki, Kazumi Yokoyama, Masako Shigeoka, Hiroshi Miyajima, Yasumitsu Suzuki, Osamu Murakami, Takashi Ishibashi:Momoiite and nagashimalite from the Tanohata mine, Iwate Prefecture, Japan. In: Bulletin of the National Museum of Nature and Science, C. Band36, 2010, S.1–6 (kahaku.go.jp[PDF; 3,2MB; abgerufen am 14.September 2024]).
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Fundortliste für Momoiit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 27. Dezember 2022.
↑Edward S. Grew, Andrew J. Locock, Stuart J. Mills, Irina O. Galuskina, Evgeny V. Galuskin and Ulf Hålenius:IMA Report – Nomenclature of the garnet supergroup. In: American Mineralogist. Band98, 2013, S.785–811 (rruff.info[PDF; 2,3MB; abgerufen am 27.Dezember 2022]).