Rhodonit kristallisiert im triklinen Kristallsystem und entwickelt meist körnige bis massige Mineral-Aggregate von rosa bis roter, bräunlichroter oder graugelber Farbe, die oft von schwarzen Manganoxid-Adern durchzogen sind. Tafelige bis säulige, an den Ecken oft abgerundete Kristalle gehören eher zu den seltenen Ausbildungsvarianten.
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Rhodonit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)“, wo er als Namensgeber die „Rhodonit-Reihe“ mit der System-Nr. VIII/D.13 und den weiteren Mitgliedern Babingtonit und Manganbabingtonit bildete.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/F.27-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Rhodonit zusammen mit Babingtonit, Ferrorhodonit, Fowlerit, Inesit, Lithiomarsturit, Manganbabingtonit, Marsturit, Nambulit, Natronambulit, Santaclarait und Scandiobabingtonit eine unbenannte Gruppe bildet, deren Mitglieder Strukturen mit Fünferketten [Si5O15]10−∞ enthalten.[3]
Auch die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Rhodonit in die Abteilung der „Ketten- und Bandsilikate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Strukturketten, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 5-periodischen Einfachketten, Si5O15“ zu finden ist, wo es ebenfalls zusammen mit Babingtonit, Fowlerit (Q), Lithiomarsturit, Manganbabingtonit, Marsturit, Nambulit, Natronambulit, und Scandiobabingtonit „Rhodonitgruppe“ mit der System-Nr. 9.DK.05 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Rhodonit ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Kettensilikatminerale“ ein. Auch hier ist er in der „Rhodonitgruppe“ mit der System-Nr. 65.04.01 innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Einfache unverzweigte Ketten, W=1 mit Ketten P=5“ zu finden.
Die idealisierte (theoretische) Zusammensetzung von Rhodonit (Mn2+SiO3) besteht aus 41,93 Gew.-% Mangan (Mn), 21,44 Gew.-% Silicium (Si) und 36,63 Gew.-% Sauerstoff (O).[10] Bei den Analysen von Mineralproben wurden allerdings verschiedene Fremdbeimengungen, wie unter anderem Eisen, Magnesium und Calcium, die das Mangan in der Formel vertreten können, sowie Aluminium als Vertreter für das Silicium gefunden.
Die Verbindung ist dimorph[8] und kommt in der Natur neben dem triklin kristallisierenden Rhodonit noch als ebenfalls triklin, jedoch mit anderen Gitterparametern kristallisierender Pyroxmangit vor.[11]
Als häufig vorkommende Mineralbildung ist Rhodonit an vielen Fundorten anzutreffen, wobei bisher rund 1000 Fundorte dokumentiert sind (Stand: 2019).[15] Außer an seiner Typlokalität Schävenholz fand sich das Mineral in Sachsen-Anhalt noch im Sengelbachtal bei Biesenrode im Mansfelder Land. Weitere bisher bekannte Fundorte in Deutschland sind unter anderem der Schacht Heinrich bei Gailbach in Bayern, der Marmor-SteinbruchDr. Linck bei Hochstädten (Bensheim), sowie die Gruben Ferdinand bei Nanzenbach und Bornberg bei Seelbach (Herborn) in Hessen; in einem Gabbro-Steinbruch (auch Bärensteinbruch) im Radautal nahe Bad Harzburg in Niedersachsen, sowie am Krufter Ofen, im Tagebau In den Dellen (auch Grube Zieglowski), in der Umgebung von Thelenberg und im Tagebau Wingertsberg bei Mendig in Rheinland-Pfalz.
Rhodonit wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet und kommt geschliffen in Form von Tafelsteinen, Cabochonen und Perlen für Halsketten oder anderen kunstgewerblichen Gegenständen in den Handel. Durchsichtige Varietäten erhalten auch einen Facettenschliff.[13]
Je nach Farbnuance und Qualität in Bezug auf Reinheit und Transparenz besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Mineralen wie dem rosafarbenen, jedoch meist weiß gestreiften Rhodochrosit; dem ebenfalls rosa bis roten Thulit, einer manganhaltigen Varietät des Zoisit; dem chemisch gleichen Pyroxmangit; den Granatmineralen wie z.B. Spessartin und Hessonit; den roten Spinell- und Turmalinvarietäten.[13]
In der Esoterik gilt Rhodonit als Heilstein mit Einfluss auf das Sakral- und Herzchakra und soll schmerzlindernd und beruhigend wirken. Je nach Quelle ist er dem Tierkreiszeichen Stier[17] oder Krebs[18] zugeordnet. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit liegen jedoch nicht vor.
Rhodonite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 14.Juli 2019(englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.647 (englisch).
12345D. R. Peacor, N. Niizeki:The redetermination and refinement of the crystal structure of rhodonite, (Mn,Ca)SiO3. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band119, 1963, S.98–116 (englisch, rruff.info[PDF; 931kB; abgerufen am 14.Juli 2019] Mit Kurzbeschreibung in Deutsch).
123
Rhodonite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 76kB; abgerufen am 14.Juli 2019]).
1234567Rhodonite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 14.Juli 2019(englisch).
↑Linda R. Pinckney, Charles W. Burnham:Effects of compositional variation on the crystal structures of pyroxmangite and rhodonite. In: American Mineralogist. Band73, 1988, S.798–808 (englisch, rruff.info[PDF; 1,4MB; abgerufen am 15.Juli 2019]).
123Walter Schumann:Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S.184.
↑Hsihutsunite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 14.Juli 2019(englisch).
↑Localities for Rhodonite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 15.Juli 2019(englisch).
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Fundortliste für Rhodonit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 6. Dezember 2020.
↑Der Rhodonit.In:heilsteine-lexikon.info.ArchiviertvomOriginalam28.Juni 2018;abgerufen am 14.Juli 2019.
↑Edelstein Rhodonit.In:lexikon-alternativ-heilen.de.10.Juli 2018,abgerufen am 14.Juli 2019.