Das MineralBustamit ist ein selten vorkommendes Kettensilikat aus der Wollastonit-Gruppe. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca3(Mn,Ca)3[Si3O9]2[2] und entwickelt meist prismatische bis tafelige oder nadelige Kristalle, aber auch faserige bis massige Mineral-Aggregate von rosa bis rotbrauner Farbe bei weißer Strichfarbe.
Erstmals entdeckt wurde Bustamit in der „Franklin Mine“ im Sussex County des US-Bundesstaates New Jersey[6]. Die Erstbeschreibung des Minerals erfolgte 1826 durch Alexandre Brongniart. In seiner Publikation wird der Namensgeber nur ungenau wiedergegeben:
«Nous la désignons par le nom de BUSTAMITE, qui rappelle le minéralogiste de Mexico qui nous l'a fait connaître.»
„Wir bezeichnen es mit dem Namen Bustamite, der an den Mineralogen aus Mexiko erinnert, durch den wir es kennengelernt haben.“[7]
Möglicherweise wollte Brongniart mit seiner Namensgebung den mexikanischen Biologe und Mineralogen Miguel Bustamante y Septiem (1790–1844) geehrt wissen.
Anderen Quellen zufolge soll es sich bei dem Namensgeber dagegen um den Mediziner, General und dreimaligen Präsidenten von Mexiko Anastasio Bustamante (1780–1853) handeln.[4][8][5]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Bustamit die System- und Mineralnummer 65.02.01.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Kettensilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Einfache unverzweigte Ketten, W=1 mit Ketten P=3“ in der „Wollastonitgruppe“, in der auch Wollastonit-1A, Wollastonit-2M, Wollastonit-3A-4A-5A-7A, Ferrobustamit, Pektolith, Serandit, Cascandit, Denisovit und Tanohatait eingeordnet sind.
Bustamit enthält zwar mit einem Anteil von bis zu 32,4% relativ viel Mangan, kommt aber zu selten vor, um als Erz genutzt werden zu können. Gelegentlich wird er aber für interessierte Sammler zu Schmucksteinengeschliffen.[11]
Alexandre Brongniart:Sur la bustamite, bisilicate de manganèse et de chaux du Mexique. In: Anneles des Sciences Naturelles. Band8, Nr.4, 1826, S.411–418 (rruff.info[PDF; 471kB; abgerufen am 9.März 2018]).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.636.
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Bustamite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 76kB; abgerufen am 9.März 2018]).
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Typlokalität Franklin Mine, Franklin, Sussex County, New Jersey, USA beim Mineralienatlas und bei Mindat
↑Alexandre Brongniart:Sur la bustamite, bisilicate de manganèse et de chaux du Mexique. In: Anneles des Sciences Naturelles. Band8, Nr.4, 1826, S.418 (rruff.info[PDF; 471kB; abgerufen am 9.März 2018]).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York (u.a.) 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.1318.
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Walter Schumann:Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16. überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S.238.