Lindstedt
Lindstedt Hansestadt Gardelegen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Koordinaten: | 52° 35′ N, 11° 32′ O | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhe: | 46 m ü. NHN | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fläche: | 19,8 km² | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einwohner: | 307 (31. Dez. 2022)[1] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 16 Einwohner/km² | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2011 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 39638 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Vorwahl: | 039084 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Lage von Lindstedt in Sachsen-Anhalt
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Kirche zu Lindstedt (Oktober 2018) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahr | 1790 | 1798 | 1864 | 1871 | 1885 | 1895 | 1905 |
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| Dorf Lindstedt | 210 | 215 | 728 | 607 | 606 | 628 | 598 |
| Gut Lindstedt | 81 | 126 | 42 | 67 | 58 | 35 | 52 |
Gemeinde/Ortsteil
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:[3]
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die evangelische Kirchengemeinde Lindstedt gehörte früher zusammen mit Kirchengemeinden Lindstedterhorst und Seethen zur Pfarrei Lindstedt.[21] Sie wird heute betreut vom Pfarrbereich Lindstedt im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[22]
- Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Lindstedt stammen aus dem Jahre 1682.[23]
- Im Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen werden für Lindstedt als erste Pfarrer aufgeführt: Andreas Gaedecke (um 1537), danach Johann Schinemann (1538–1560) und Heinrich Koch (1561–1568).[24] Bauke behauptet: „Pfarrer von Lindstedt und seinen Filialen waren seit der Reformation: Johann Klusemann, der die Augsburgische Confession unterschrieb, von 1538-1560, Heinrich Koch 1561-1568…“[25] Parisius und Brinkmann schrieben 1897: „Wenn man Bauke trauen darf, hätten Lindstedt, Lindstedterhorst und Sethen schon 1538 einen evangelischen Pfarrer gehabt. Vermutlich ist der dort genannte Johann Klusemann zur Reformation übergetreten.“[7]
- Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[26]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsbürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siegfried Jordan ist Ortsbürgermeister der Ortschaft Lindstedt.[27] Letzte Bürgermeisterin der ehemals selbstständigen Gemeinde Landstedt war Kati Lembke. Sie war bis zum 1. Juni 2014 Ortsbürgermeisterin.[28]
Ortschaftsrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[27]
- Wählergemeinschaft Region Lindstedt, 6 Sitze
- CDU, 2 Sitze
Gewählt wurden 5 Ortschaftsrätinnen und 3 Räte.[27]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen wurde am 29. August 1939 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.
Blasonierung: „In Gold drei (2:1) schwarze Wolfsangeln.“
Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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- Die evangelische Dorfkirche Lindstedt, ein ursprünglich romanischer Feldsteinbau, wurde 1854 umfassend restauriert. Es wurden große Fenster eingebrochen. Über dem Westteil befindet sich eine Fachwerkdachreiter. An der Nordseite sind noch Reste romanischer Fenster erkennbar.[29]
- Das ehemalige Rittergut Lindstedt steht unter Denkmalschutz. Das Gutshaus wird seit vielen Jahren als Kindertagesstätte genutzt.[15]
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
- Im nördlichen Teil der Kirchhofsmauer ist ein mittelalterliches Sühnekreuz eingemauert.[30]
- An der Friedhofsmauer vor der Kirche in Lindstedt steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, ein quadratisches Steindenkmal auf einem Feldsteinsockel mit einer steinernen Kugel oben.[31]
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- SV Wacker 1912 Lindstedt e. V.
- Der Förderverein „Historische Region Lindstedt“ e. V. hat seit 2006 Gutshaus, Scheune, Torhaus und Backhaus nach und nach erworben und einer neuen Nutzung zugeführt.[15]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ökonomie des Ortes beruht hauptsächlich auf der Landwirtschaft. In Richtung Ortsausgang Norden, zum Gemeindeteil Lindstedterhorst befindet sich Sekundärindustrie in Form des Betonwerk Lucas.
Sagen aus Lindstedt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kobolde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Friedrich Krüger überlieferte im Jahre 1865 diese Sage aus Lindstedt: Dem Besitzer eines kleinen Kossatengutes ging es recht gut, das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Man sagte, er hätte Kobolde als Freunde, die in Gestalt von Knaben mit roten Jacken in seinen Schornstein stiegen und ihm allerlei Vorräte zutrugen. Dafür stellte er ihnen abends Näpfchen mit süßer Milch auf den Heuboden.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hansestadt Gardelegen: Lindstedt. In: gardelegen.de.
- Lindstedt im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 1363–1368 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder).
- Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 200–201 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
- J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 410, 54. Lindstedt (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Matthias Richter: Die Ortskronik von Lindstedterhorst. gesammelte Informationen von LHMaus. 21. September 2010 (lindstedterhorst.de ( vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Elke Weisbach: Die Kurve zeigt wieder nach oben. In: Gardelegener Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger. 24. Januar 2022, DNB 1047268027, S. 13.
- 1 2 3 Hansestadt Gardelegen. Der Bürgermeister.: Hauptsatzung der Hansestadt Gardelegen. 27. August 2019, abgerufen am 1. März 2022.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1363–1368, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
- 1 2 Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
- ↑ Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 383 (Digitalisat – Nr. XXXI).
- ↑ Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 6. Berlin 1846, S. 99 (Digitalisat).
- 1 2 Adolf Parisius, Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Gardelegen (= Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Heft 20). Otto Hendel, 1897, DNB 362007144, S. 99.
- 1 2 Friedrich Krüger: Altmärkische Sagen. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 15. Jahresbericht, 1865, S. 29, 6. Lindstedt (altmark-geschichte.de [PDF]).
- ↑ Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 265: Gardelegen. Kartographische Abteilung der Königlich Preussischen Landes-Aufnahme, 1906, abgerufen am 25. Mai 2018.
- ↑ Paul Grimm: Handbuch der vor- und frühgeschichtlichen Wall- und Wehranlagen. Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (= Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 6). 1958, ZDB-ID 1410760-0, S. 329, Nr. 732.
- ↑ Ulf Frommhagen: Nachbau einer Turmhügelburg in Lindstedt (Altmark). 2009 (burgen-in-sachsenanhalt.de ( vom 18. Juli 2012 im Internet Archive)).
- ↑ Karsten Tenbrink: Archäologen erforschen Lindstedts alte Motte. In: Altmark Zeitung. 17. September 2013 (az-online.de).
- ↑ Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: BGR Geoviewer. Bodenschätze der Bundesrepublik Deutschland 1:1.000.000 (BSK1000). In: geoviewer.bgr.de. Abgerufen am 19. März 2022.
- 1 2 Hansestadt Gardelegen: Lindstedt. In: gardelegen.de. Abgerufen am 15. März 2022.
- 1 2 3 Kerstin Singer: Lindstedt. Die neue Mitte. In: Sibylle Sperling (Hrsg.): In the Middle of Nüscht - go west. DNB 1203141114, S. 200–209.
- ↑ Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 200 f.
- 1 2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 362, 363 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder).
- ↑ Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys. Gebietsänderungen (Namen-, Grenz- und Schlüsseländerungen). In: destatis.de. Abgerufen am 10. September 2017.
- ↑ Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel (GemNeuglG SAW) vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2010, GVBl. LSA 2010, 410, § 3, § 4 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 28. Februar 2022]).
- ↑ Einwohnerentwicklung 2012 in den Ortsteilen. In: Volksstimme Magdeburg. 1. Mai 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).
- ↑ Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 63 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
- ↑ Pfarrbereich Lindstedt. Abgerufen am 21. Mai 2018.
- ↑ Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID 504809-6, S. 7 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
- ↑ Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 674.
- ↑ David Bauke: Mittheilungen über die Stadt und den Landräthlichen Gardelegen. Stendal 1832, S. 298 (Digitalisat).
- ↑ Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 19. März 2022.
- 1 2 3 Hansestadt Gardelegen: Bürgerinfoportal Gardelegen, Ortschaftsrat Lindstedt. In: kitu-genossenschaft.de. Abgerufen am 19. März 2022.
- ↑ Hansestadt Gardelegen: Rückgabe des Amtes der Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Lindstedt. In: kitu-genossenschaft.de. Abgerufen am 19. März 2022.
- ↑ Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 300.
- ↑ Lindstedt, Altmarkkreis Salzwedel. In: suehnekreuz.de. Abgerufen am 19. März 2022.
- ↑ Lindstedt, Stadt Gardelegen. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 11. Mai 2011, abgerufen am 1. Oktober 2022.




