Trotz gegenteiliger Übereinkunft der vier Grand-Slam-Turniere halten die French Open weiterhin an Linienrichtern fest und setzten kein Electronic Line Calling (ELC) wie das Hawk-Eye zur Entscheidungsfindung ein. Es wird lediglich genutzt, um knappe Entscheidungen für die Fernsehzuschauer einzublenden. Im Stadion selbst wird die Hawk-Eye-Entscheidung nicht eingeblendet, um eventuelle Zuschauerproteste bei abweichenden Schiedsrichterentscheidungen zu vermeiden.
Im Gegensatz zu den Australian Open 2026 wird bei den French Open bei den Doppelwettbewerben nicht nach der No-Ad-Regel gespielt, die besagt, dass bei Einstand der folgende Punkt über den Spielgewinn entscheidet. Auf wen aufgeschlagen wird, entscheidet das retournierende Team („Receiver's choice“). Nur bei den Mixed-Wettbewerben wird nach der No-ad-Regel gespielt, wobei dann jeweils Mann auf Mann oder Frau auf Frau servieren muss.
Hinsichtlich der Temperaturen gilt eine Richtlinie für extreme Wetterbedingungen. Diese orientiert sich an der Wet Bulb Globe Temperature (WBGT, „Feuchtkugel-Globaltemperatur-Index“), die zur Bestimmung der Hitzebelastung für den menschlichen Körper herangezogen wird. Auch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit werden berücksichtigt. Bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 100 Prozent liefert sie einen niedrigeren Wert als ein normales Thermometer. Auf dem Gelände von Roland Garros befinden sich die beiden Messinstrumente auf dem Court Philippe-Chatrier und auf Platz 14 am westlichen Ende der Anlage. Steigt der WBGT-Wert über 30,1 Grad, können die Damen nach dem zweiten Satz und die Herren nach dem dritten Satz eine zehnminütige Kühlpause beantragen. Bei über 32,2 Grad wird verpflichtend das Match unterbrochen.[3] Bei Gewitter wird das Turnier wegen möglichen Blitzeinschlägen unterbrochen.
Erstmals dürfen Spielerinnen und Spieler Messgeräte tragen, um ihre Leistung auf dem Platz zu analysieren. In einem Testlauf, der 2026 auch in Wimbledon und bei den US Open stattfinden wird, dürfen die Spielerinnen und Spieler ausschließlich Produkte aus dem von World Tennis zugelassenen „Player Analysis Tennis“-Register verwenden.
Im Rahmen des Turniers werden die French Open ihre Geschichte und ihre früheren Champions durch eine Reihe offizieller Ehrungen und Zeremonien würdigen.[4]
Eine Zeremonie zu Ehren von Caroline Garcia ist für den 4. Juni 2026 auf dem Court Philippe Chatrier angesetzt und soll zwischen den Halbfinalspielen im Dameneinzel stattfinden. Garcia, eine ehemalige Nummer vier der Weltrangliste, beendete ihre Profikarriere im Jahr 2025 nach 19 Jahren auf der Tour.
Am 26. Mai 2026 wurde eine Ehrung anlässlich des 70. Jahrestags von Althea Gibsons Sieg bei den French Championships 1956 ausgerichtet. Mit dem Gewinn des Einzeltitels wurde Gibson zur ersten schwarzen Frau, die eine Grand-Slam-Einzelmeisterschaft für sich entscheiden konnte.
Bei den Herren trat Stan Wawrinka – der Champion von 2015 und Finalist von 2017 – zum 21. und letzten Mal in Roland Garros an und wurde im Anschluss an sein letztes Match geehrt.
Auch Gaël Monfils absolvierte seinen letzten Auftritt. Nach seinem letzten Match, das er in der ersten Runde gegen Hugo Gaston verlor, fand auf dem Platz eine offizielle Ehrung statt. Vorher trat er am 21. Mai als Hauptakteur einer Showveranstaltung auf dem Court Philippe Chatrier auf, an der aktuelle und ehemalige Spieler sowie Persönlichkeiten aus anderen Bereichen teilnahmen. Die Veranstaltung, die in einem festlichen Rahmen erfolgte, umfasste Tennismatches und Unterhaltungseinlagen. Ebenso wurde Caroline Garcia geehrt.
Nach dem Sieg von Paris Saint-Germain (PSG) im UEFA-Champions-League-Finale 2026 präsentierten vier Fußballspieler am 1. Juni 2026 – wie bereits im vergangenen Jahr – den Siegespokal im Court Philippe Chatrier. Das Publikum stimmte „Ousmane Ballon d’Or“ an, bevor es die PSG-Fanhymne „Tous ensemble on chantera“ (französischWir werden alle zusammen singen)[5] anstimmte.[6]
Vom Mittwoch, den 3. Juni, bis Sonntag, den 7. Juni, ist am Place de la Concorde eine kostenlose Fanzone eingerichtet, in der die Matche auf eine Großleinwand übertragen werden. Die Kapazität wurde deutlich erhöht: Die „Tribune Concorde“ bietet auf einer Fläche von mehr als 6.000 m² Platz für 3.800 Personen – das sind 1.000 mehr als im Vorjahr. Hierfür wurden Liegestühle wie beim Public Viewing im Stade Roland Garros aufgestellt. Die Fanzone öffnet täglich um 12:00 Uhr.
Vom 3. bis 7. Juni finden die verschiedenen Rollstuhltennisturniere statt. Die zehn verschiedenen Wettbewerbe wurden auf sechs dafür vorgesehenen Plätzen ausgetragen, wobei über fünfzig Matches ausgetragen werden. Neben den Rollstuhltenniswettbewerben, den Quads und allen Doppelturnieren finden auch die folgenden Turniere statt:
Im Sinne der Inklusion werden im gesamten Turnierbetrieb auch auf einen Rollstuhl angewiesene Linienrichter eingesetzt. Sie werden an der T-Linie oder der Grundlinie positioniert. Bei den Rollstuhlwettbewerben werden auch Ballmädchen und Balljungen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, eingesetzt.[8]
Registrierte Spieler im Alter von 9 und 10 Jahren, die von der FFT eingeladen wurden, haben in einem „Entrée de rêve“ (dream walk-on) die Ehre, die Spieler auf dem Weg zum Platz zu begleiten. Über 6000 Kinder haben sich 2026 beworben, aus denen 300 Kinder ausgewählt wurden. Mit ihnen wurde ihr Auftreten geübt. Die ausgewählten Kinder können außerdem am Münzwurf teilnehmen. 2026 gibt es 80 dream walk-ons auf den Plätzen Philippe Chatrier (50 Spiele) und Suzanne Lenglen (30 Spiele). Spieler mit Behinderungen (Rollstuhltennis, Tennis für Gehörlose und Schwerhörige sowie Para-Standing-Tennis) betreten mit ihren Idolen den Platz vor vier Spielen auf dem Court Philippe Chatrier (Montag, 26. Mai, Donnerstag, 29. Mai abends, Freitag, 30. Mai und Mittwoch, 4. Juni) und einem Spiel auf dem Court Suzanne Lenglen (Samstag, 31. Mai), bzw. zwischen 9 und 15 Uhr im Falle von jungen Menschen mit Behinderungen, die Rollstuhltennis spielen.
Roland Garros wird 2026 auf mehr als 170 TV- und Digitalplattformen in über 220 Ländern übertragen. Im deutschsprachigen Bereich wird das Turnier von Eurosport und HBO Max übertragen.
Elektronisches Ticket für Daysession Court Suzanne Lenglen
Für die French Open 2026 wurde ein Losverfahren zum Erwerb von Eintrittskarten durchgeführt. Zum Losverfahren lief eine Frist vom 3. bis 17. Dezember 2025. Wer sich anmeldete, erhielt eine Emailbenachrichtigung, um Ende Februar 2026 Tickets erwerben zu können. Für besondere Gruppen (Funktionäre, Behinderte) erfolgte der Verkauf bereits vorher. Die Anzahl war begrenzt. Es bestand im Losverfahren kein Anspruch auf bestimmte Sitzplätze. Man konnte erwerben:
maximal 4 Tickets für die Hauptplätze
maximal 4 Tickets für die Außenplätze vom 24. Mai bis 31. Mai
maximal 15 Tickets für die Eröffnungswoche und für die Außenplätze vom 1. bis 7. Juni
Eine zweite Verkaufsphase ohne Losverfahren wurde am 31. März eröffnet. Es konnten Tickets für die Eröffnungswoche und die Außenplätze vom 1. bis 7. Juni erworben werden.[9]
Bereits in der ersten Woche wurden rund 138.000 Besucher gezählt. Zum Vergleich: 2025 waren es noch 80.000, im Jahr davor 75.000. Gleichzeitig wurde die tägliche Stadionkapazität auf 20.000 Zuschauer erhöht. Die ersten 80.000 Tickets für die ersten fünf Turniertage waren bereits vor Beginn der Qualifikation vergriffen.[10]
Eintrittskarten werden nur noch elektronisch, kopiersicher und personalisiert mit Name und Geburtsdatum am Handy ausgegeben. In der Gold-Kategorie kostete das Tagesticket für den Court Suzanne Lenglen für das Achtelfinale 280 €.
Das Gesamtpreisgeld beträgt 61,723 Millionen Euro, was einen Anstieg zum Vorjahr von 9,35% bedeutet. Für das Jahr 2026 hat Roland Garros beschlossen, die Qualifikationsrunden besonders zu unterstützen, demnach Spielern zu helfen, die dies am dringendsten benötigen, um ihre Saison zu finanzieren. Das Gesamtpreisgeld für die Qualifikationswettbewerbe wurde um 12,9% erhöht. Das Preisgeld für das Hauptfeld ist im Vergleich zu 2025 um 10,1% gestiegen. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die ersten drei Runden der Einzelwettbewerbe gelegt, mit einer Steigerung zwischen 11,11% und 11,54%. Alle weiteren Runden des Hauptfeldes wurden 6,82% bis 9,80% im Vergleich zu 2025 erhöht.
Das Preisgeld für die Doppelwettbewerbe (Damen, Herren und Mixed) ist es im Vergleich zum Vorjahr um 3,90% gestiegen. Schließlich beläuft sich das für die diesjährigen Wettbewerbe im Rollstuhl- und Quad-Tennis vorgesehene Preisgeld auf 1.018.500 Euro, was einer Steigerung von 14,55% entspricht.[13]
2024 betrug der Umsatz, den Roland Garros erzielt hatte, 340 Millionen Euro. Er bestand aus Eintrittsgeldern, Fernsehrechten, Sponsorengeldern und Erlösen aus Verkäufen.[14] 2026 wird eine Steigerung der Umsätze auf 400 Millionen Euro erwartet.