Cherepanovit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, konnte bisher aber nur in Form winziger Körner bis etwa 0,5mm Größe gefunden werden. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der hellgrauen bis grauweißen Körner einen metallischen Glanz. Im Auflichtmikroskop erscheint die Farbe von Cherepanovit weiß mit orangem Stich. Seine Strichfarbe ist dagegen grauschwarz.
Erstmals entdeckt wurde Cherepanovit in einer Seifenlagerstätte am Fluss Pekulnei im gleichnamigen Pekulnei-Gebirge im Autonomen Kreis der Tschuktschen innerhalb des russischen Föderationskreises Ferner Osten. Die Erstbeschreibung erfolgte 1985 durch N. S. Rudashevsky, A. G. Mochalov, N. V. Trubkin, N. I. Shumskaya, V. I. Shkursky und T. L. Evstigneeva (russisch: Н. С. Рудашевский, А. Г. Мочалов, Н. В. Трубкин, Н. И. Шумская, В. И. Шкурский, Т. Л. Евстигнеева), die das Mineral nach dem russischen Geologen und Mineralogen Wladimir Aleksandrowitsch Tscherepanow (russisch Владимир Александрович Черепанов, 1927–1983, englisch Cherepanov) benannten.
Da der Cherepanovit erst 1984 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Cherepanovit die System- und Mineralnummer 02.08.17.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.08.17.[10]
In der idealisierten (theoretischen) Zusammensetzung von Cherepanovit (RhAs) besteht das Mineral aus Rhodium (Rh) und Arsen (As) im Stoffmengenverhältnis von 1:1. Dies entspricht einem Massenanteil (Gewichts-%) von 57,87Gew.-%Rh und 42,13Gew.-%As.[11]
Die Mikrosondenanalysen (insgesamt 16) an natürlichen Mineralproben aus der Typlokalität Pekulnei in Russland ergaben allerdings eine leicht abweichende Zusammensetzung von 54,6 bis 57,9Gew.-%Rh und 40,6 bis 43,0Gew.-%As sowie als Beimengungen 0,82 bis 2,14Gew.-%Ruthenium (Ru), 0,08 bis 0,94Gew.-%Platin (Pt), 0 bis 0,17Gew.-%Iridium (Ir) und 0,09 bis 0,34Gew.-%Nickel (Ni).[7]
Auf der Grundlage von einem Arsenatom wurde daraus die empirische Formel (Rh0,98Ru0,03Pt0,01Ni0,01)Σ=1,03As1,00 errechnet, die zur oben genannten Reinformel idealisiert wurde.[6]
Als seltene Mineralbildung konnte Cherepanovit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher 15 Fundstellen dokumentiert sind (Stand 2020).[12] Außer an seiner Typlokalität am Fluss Pekulnei im Pekulnei-Gebirge im Autonomen Kreis der Tschuktschen trat das Mineral in Russland noch in weiteren Seifenlagerstätten auf. Am Fluss Miass in der Oblast Tscheljabinsk fand es sich zusätzlich vergesellschaftet mit Hongshiit, rhodiumhaltigem Irarsit und Tulameenit und in der Ir-Rh-Ni-Sulfid-Lagerstätte Centralnoye II nahe Rai-Iz (Raiz) in der Oblast Tjumen konnten als weitere Begleiter noch Cuproiridsit, Erlichmanit, Kashinit und rhodiumhaltiger Pentlandit identifiziert werden.[6] Des Weiteren wurde Cherepanovit noch mit Gold und Platinmetallen am Fluss Koura in der Oblast Kemerowo im südlichen Sibirien und am Fluss Sisim – einem Nebenfluss des Kleinen Jenissei – in der südsibirischen Republik Tuwa sowie am „Goldfluss“ (Zolotaya river[13]) nahe dem Chankasee im östlichen Sibirien entdeckt.[14]
R. D. Heyding, L. D. Calvert:Arsenides of the transition metals IV. A note on the platinum metal arsenides. In: Canadian Journal of Chemistry. Band39, Nr.4, 1961, S.955–957, doi:10.1139/v61-118 (englisch, cdnsciencepub.com[PDF; 152kB; abgerufen am 18.Juni 2026]).
Н. С. Рудашевский, А. Г. Мочалов, Н. В. Трубкин, Н. И. Шумская, В. И. Шкурский, Т. Л. Евстигнеева:Черепановит RhAs – Новый Минерал. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band114, 1985, S.464–469 (russisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 15. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 661kB; abgerufen am 18.Juni 2026] englische Übersetzung: N. S. Rudashevsky, A. G. Mochalov, N. V. Trubkin, N. I. Shumskaya, V. I. Shkursky, T. L. Evstigneeva: Cherepanovite RhAs - A new mineral. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
Frank C. Hawthorne, Kenneth W. Bladh, Ernst A. J. Burke, T. Scott Ercit, Edward S. Grew, Joel D. Grice, Jacek Puziewicz, Andrew C. Roberts, Robert A. Schedler, James E. Shigley:New mineral names. In: American Mineralogist. Band71, 1986, S.1543–1548 (englisch, rruff.info[PDF; 837kB; abgerufen am 18.Juni 2026]).
Igor V. Pekov:Minerals first discovered on the territory of the former Soviet Union. 1. Auflage. Ocean Pictures, Moscow 1998, ISBN 5-900395-16-2, S.59.
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.87 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789
Cherepanovite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 60kB; abgerufen am 18.Juni 2026]).
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↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.81.
↑Galina G. Shcheka, Alexandr A. Vrzhosek, Bernd Lehmann, Nadezhda D. Tolstykh:Associations of Platinum-Group Minerals from the Zolotaya Gold Placer, Primorye, Russian Far East. In: The Canadian Mineralogist. Band42, 2004, S.583–599 (englisch, rruff.net[PDF; 1,7MB; abgerufen am 18.Juni 2026]).
12
Fundortliste für Cherepanovit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 18. Juni 2026.