Breithauptit
| Breithauptit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Bhp[1] |
| Andere Namen |
|
| Chemische Formel | NiSb[2] |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze (einschließlich Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenite, Sulfantimonite, Sulfbismuthite) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/B.09a II/C.20-030[3] 2.CC.05 02.08.11.02 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m[4] |
| Raumgruppe | P63/mmc (Nr. 194)[2] |
| Gitterparameter | a = 3,95 Å; c = 5,15 Å[2] |
| Formeleinheiten | Z = 2[2] |
| Zwillingsbildung | Zwillingsebenen nach {1011}[5] |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 5,5[5] |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 7,591 bis 8,23; berechnet: 8,629[5] |
| Spaltbarkeit | fehlt[3] |
| Bruch; Tenazität | uneben bis muschelig; spröde[5] |
| Farbe | helles Kupferrot mit einem Stich ins Violette[5] |
| Strichfarbe | rötlichbraun[5] |
| Transparenz | undurchsichtig (opak)[5] |
| Glanz | Metallglanz[5] |
| Kristallstruktur von Breithauptit |
|
| Farbtabelle: _ Ni _ Sb |
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Breithauptit ist löslich in Salpetersäure (HNO3) und Königswasser.[11] Vor dem Lötrohr ist das Mineral nur schwer schmelzbar, aber es entsteht ein Beschlag aus Antimon.[12]
Erzmikroskopisch ist Breithauptit durch seine satt rosa bis violette Farbe und sein hohes Reflexionsvermögen leicht von anderen Mineralen zu unterscheiden. Allenfalls eine Verwechslung mit Nickelin (Rotnickelkies) ist möglich. Des Weiteren lässt sich in Gefügeschliffbildern aufgrund des, durch wechselnde Gehalte an NiAs-Molekülen hervorgerufenen, zonaren Kristallaufbaus Reflexionspleochroismus oder auch Anisotropie-Effekte beobachten.[13]
Modifikationen und Varietäten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als bisher einzige Varietät des Breithauptit ist der arsenhaltige Arit bekannt. Benannt wurde Arit nach dessen Typlokalität, der Ar-Mine bei Eaux-Bonnes im französischen im Département Pyrénées-Atlantiques.[14]
Bildung und Fundorte
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Breithauptit bildet sich aus hydrothermalen Lösungen in Gang-Lagerstätten, speziell in Calcitadern. Begleitminerale sind unter anderem Calcit, Chalkopyrit, Cobaltit, Cubanit, Galenit, Maucherit, Nickelin, Pyrrhotin, gediegen Silber, Sphalerit, Tetraedrit und Ullmannit.[5]
Als eher seltene Mineralbildung kann Breithauptit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Bisher sind rund 210 Fundorte dokumentiert (Stand 2025).[15] Außer an seiner Typlokalität, dem Bergbaurevier Sankt Andreasberg als historischer Fundstätte sowie im ebenfalls zur Gemeinde Braunlage gehörenden Revier Steinfeld in Niedersachsen, trat das Mineral in Deutschland unter anderem noch in der Grube Tannenboden bei Wieden und der Grube Wenzel bei Oberwolfach in Baden-Württemberg; bei Ramsbeck, in der Grube Ostwig bei Nuttlar und der Eisenerzgrube Storch & Schöneberg bei Gosenbach in Nordrhein-Westfalen; bei Imsbach (Grube Reich Geschiebe), Bad Ems (Grube Merkur) und Obermoschel (Grube Carolina) sowie bei Freiberg, Schönbrunn bei Oelsnitz/Vogtl. und Tirpersdorf in Sachsen auf.
In Österreich fand sich Breithauptit bisher bei Schwemmberg (nahe Radstadt) in Salzburg sowie bei Kirchdorf in der Gemeinde Pernegg an der Mur, Kraubath an der Mur, an der Zinkwand bei Schladming im Obertalbachtal und bei Arzberg in der Steiermark.
Bekannt aufgrund außergewöhnlicher Breithauptitfunde sind zudem die Cobalterz-Lagerstätten bei Cobalt-Gowganda im Verwaltungsbezirk Timiskaming District in der kanadischen Provinz Ontario und Vlakfontein in der südafrikanischen Provinz Transvaal, wo Verwachsungen von Breithauptit mit Pyrrhotin (Magnetkies) und Pentlandit gefunden wurden.[16] Des Weiteren gehören auch Claï bei Saint-Étienne-de-Tinée im französischen Département Alpes-Maritimes[17] und die Montoliu Minen in der katalanischen Gemeinde Naut Aran in Spanien[18] zu den bekannteren Fundorten.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Finnland, Grönland, Indien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden, Slowakei, Spanien, Tansania, Tschechien, Usbekistan, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[19]
Gelegentlich entsteht Breithauptit auch synthetisch als Hüttenprodukt.[12]
Verwendung
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Anwendung findet Nickelantimonid als Werkstoff in magnetischen Feldplatten wo es zwischen magnetisch empfindlichen Schichten aus Indiumantimonid (InSb) eingebracht wird. Magnetische Feldplatten ändern in Abhängigkeit von der magnetischen Flussdichte ihren elektrischen Widerstand und dienen als Sensor für Magnetfelder.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- F. Stromeyer, J. F. L. Hausmann: Göttingische Gelehrte Anzeigen. Unter der Aufsicht der Gesellschaft der Wissenschaften. Band 201, 16. Dezember 1833, S. 2001–2008 (Digitalisat bei rruff.info ( vom 16. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 367 kB; abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- Carl Hintze: 8. Arit Ni(Sb,As), 9. Breithauptit (Antimonnickel) NiSb. In: Handbuch der Mineralogie. Band 1, 1904, S. 624–626 (online verfügbar bei archive.org – Internet Archive [abgerufen am 20. Juli 2020]).
- Nils Alsén: Röntgenographische Untersuchung der Kristallstrukturen von Magnetkies, Breithauptit, Pentlandit, Millerit und verwandten Verbindungen. In: Geologiska Föreningens i Stockholm Förhandlingar. Band 47, 1925, S. 19–72 (Digitalisat bei rruff.info ( vom 12. Juni 2025 im Internet Archive) [PDF; 3,8 MB; abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- Charles Palache, Harry Berman, Clifford Frondel: The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana, Yale University, 1837-1892. Teil I: Elements, Sulfides, Sulfosalts, Oxides. 7. Auflage. John Wiley and Sons, New York 1944, S. 238–239 (englisch).
- Paul Ramdohr: Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen. 4., bearbeitete und erweiterte Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 670–671.
- Thomas Witzke, Klaus Thalheim, Andreas Massanek: Minerale mit einer Typlokalität in Sachsen. In: Erzgebirge. Bergbaugeschichte, Mineralienschätze, Fundorte. Band 1. Bode, Lauenstein 2018, ISBN 978-3-942588-22-5, S. 588–590.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Breithauptit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung
- Breithauptite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (englisch).
- IMA Database of Mineral Properties – Breithauptite. In: rruff.net. RRUFF Project (englisch).
- Breithauptite search results. In: rruff.net. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) (englisch).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Breithauptite. In: rruff.net. (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 351 kB; abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- 1 2 3 4 5 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 85 (englisch).
- 1 2 3 Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
- ↑ David Barthelmy: Breithauptite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Breithauptite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org [PDF; 48 kB; abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- ↑ F. Stromeyer, J. F. L. Hausmann: Göttingische Gelehrte Anzeigen. Unter der Aufsicht der Gesellschaft der Wissenschaften. Band 201, 16. Dezember 1833, S. 2001–2008 (Digitalisat bei gdz.sub.uni-goettingen.de [abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- ↑ August Breithaupt: Beiträge zur näheren Kenntniss einiger Kiese und der kiesbildenden Metalle, auch neue Isomorphieen. In: J. C. Poggendorff (Hrsg.): Annalen der Physik. Band 127, Nr. 51. Barth, Leipzig 1840, S. 510 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. Juli 2020]).
- ↑ Wilhelm Haidinger: Handbuch der Bestimmenden Mineralogie. Braumüller und Seidel, Wien 1845, S. 559–562, Zweite Klasse: Geogenide. XIII. Ordnung. Kiese. I. Nickelkies. Breithauptit (archive.org [PDF; 23,9 MB; abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- ↑ Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Breithauptit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Helmut Schröcke, Karl-Ludwig Weiner: Mineralogie. Ein Lehrbuch auf systematischer Grundlage. de Gruyter, Berlin; New York 1981, ISBN 3-11-006823-0, S. 196.
- 1 2 Friedrich Klockmann: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. Hrsg.: Paul Ramdohr, Hugo Strunz. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 447 (Erstausgabe: 1891).
- ↑ Paul Ramdohr: Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen. 4., bearbeitete und erweiterte Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 670–671.
- ↑ Arite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Localities for Breithauptite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien-Enzyklopädie (= Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S. 33.
- ↑ Roland Pierrot, Paul Picot, Jean Feraud, J. Vernet: Inventaire Minéralogique de la France. no 4, Alpes Maritimes. In: BRGM. Paris 1974 (französisch).
- ↑ Mata-Perelló: Els minerals de Catalunya. Institut d'Estudis Catalans, Barcelona 1990, ISBN 84-7283-147-7 (katalanisch).
- ↑ Fundortliste für Breithauptit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 7. Dezember 2025.
