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Kotulskit

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Kotulskit ist ein relativ selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der vereinfachten chemischen Zusammensetzung Pd(Te,Bi)[4] und damit chemisch gesehen ein Palladium-Tellurid mit Anteilen von Bismut. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.

Kotulskit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form winziger Körner und als Einschlüsse in anderen Mineralen gefunden werden. Das Mineral ist vollkommen undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der stahlgrauen, im Auflicht auf polierten Flächen auch cremefarbenen oder hellgelben, Körner einen metallischen Glanz. Aufgrund der geringen Probengröße konnte bisher keine Strichfarbe ermittelt werden.

Etymologie und Geschichte

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Wladimir Klimentjewitsch Kotulski (1916)

Erstmals entdeckt wurde Kotulskit zusammen mit Moncheit in den Kupfer-Nickel-Vererzungen der Montschetundra nahe Montschegorsk auf der Halbinsel Kola in der russischen Oblast Murmansk.[7] Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Alexander Dmitrijewitsch Genkin (russisch: Александр Дмитриевич Генкин; 1919–2010)[8][9], N. N. Schurawlew, Je. M. Smirnowa, die das Mineral nach dem russisch-sowjetischen Geologen und Hochschullehrer Wladimir Klimentjewitsch Kotulski benannten.

Das Mineralogenteam um Genkin schickte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen zur Prüfung bei der International Mineralogical Association (IMA) ein, die den Kotulskit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte 1963 im russischen Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa (russisch Записки Всесоюзного Минералогического Общества, englisch Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva) und noch im gleichen Jahr als Kurzbeschreibung bei der Publikation der New Mineral Names im englischsprachigen Fachmagazin American Mineralogist.

Die Bestätigung der Anerkennung des Minerals durch die „Commission on New Minerals and Mineral Names“ der IMA erfolgte erst in einem 1967 erschienenen und 129 Erstbeschreibungen der Jahre 1961 bis 1964 zusammenfassenden Report.[10] Infolgedessen besitzt Kotulskit keine IMA-Nummer, sondern wird unter der Summenanerkennung „1967 s.p.“ (special procedure) geführt.[1]

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Kotulskit zur Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung der „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er zusammen mit Achávalit, Breithauptit, Freboldit, Imgreit (diskreditiert), Jaipurit (Status fraglich), Langisit, Nickelin, Pyrrhotin, Sederholmit, Smythit und Troilit die „NiAs-Reihe“ mit der Systemnummer II/B.09a bildete.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.20-080. Dies entspricht der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Kotulskit zusammen mit Breithauptit, Cherepanovit, Freboldit, Hexatestibiopanickelit (nicht anerkannt), Langisit, Nickelin, Polarit, Ruthenarsenit, Sederholmit, Sobolevskit, Sorosit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Wassonit bildet.[4]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[11] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Kotulskit ebenfalls in die Abteilung der „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Nickel (Ni), Eisen (Fe), Cobalt (Co) usw.“ zu finden ist, wo es zusammen mit Achávalit, Breithauptit, Freboldit, Hexatestibiopanickelit, Jaipurit, Langisit, Nickelin, Sederholmit, Sobolevskit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Zlatogorit ebenfalls die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer 2.CC.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Kotulskit die System- und Mineralnummer 02.08.11.06. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“, wo das Mineral als einziges Mitglied in der Nickelingruppe mit der Systemnummer 02.08.11 zu finden ist.[12]

Kristallstruktur

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Kotulskit kristallisiert in der hexagonalen P63mc (Nr. 186)Vorlage:Raumgruppe/186[5] mit den Gitterparametern a = 4,15 Å und c = 5,67 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.[3]

Bildung und Fundorte

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Kotulskit (Einschluss im Zentrum des Kreises) und Moncheit (restliche goldfarbige Einschlüsse) aus dem Stillwater-Komplex, Montana, USA

Kotulskit bildet sich als akzessorischer Bestandteil in ultramafischen Gesteinen, wo er sowohl primär als auch sekundär durch hydrothermale Ausfällung in platin- und palladiumhaltigen Kupfer-Nickel-Lagerstätten entstehen kann. Als Begleitminerale können neben Sobolevskit unter anderem noch Merenskyit, Michenerit, Moncheit, Braggit und viele andere Pt–Pd-Minerale sowie die Eisen-Kupfer-Nickel-Sulfide und Telluride Bornit, Chalkopyrit, Melonit, Pentlandit, Pyrit und Pyrrhotin auftreten.

Als eher seltene Mineralbildung kann Kotulskit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Weltweit sind bisher etwas mehr als 140 Fundorte dokumentiert.[13] Außer an seiner Typlokalität in den Kupfer-Nickel-Vererzungen der Montschetundra nahe Monchegorsk trat das Mineral noch an vielen Stellen in der Oblast Murmansk auf wie unter anderem im Fedorovo-Pansky-Massiv und der Voltschetundra (engl. Volchetundra) sowie in den Verwaltungsbezirken (Oblast) Amur, Irkutsk, Kamtschatka, Chabarowsk, Krasnojarsk, Swerdlowsk, Transbaikalien und der Republik Karelien auf.

In Österreich ist mit der ehemaligen Grube Gaiswand mit Sulfid-Erzen in Chloritschiefer am Haidbachgraben im Felbertal nahe Mittersill im Salzburger Land bisher nur ein Fundort bekannt.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Botswana, Brasilien, China, der Elfenbeinküste, Finnland, Griechenland, Grönland, Indien, Kanada, der Demokratischen Republik Kongo, Marokko, Norwegen, auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Luzon, Schweden, Simbabwe, Südafrika, Tansania, im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika.[14]

  • А. Д. Генкин, Н. Н. Журавлев, Е. М. Смирнова: Мончеит и Котульскит – Новые минералы и состав Майченерита. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band 92, Nr. 1, 1963, S. 33–50 (russisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 26. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 20. Dezember 2020] englische Transliteration: A. D. Genkin, N. N. Zhuravlev, E. M. Smirnova: Moncheite and kotulskite – new minerals – and the composition of michenerite. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
  • Michael Fleischer: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 48, 1963, S. 1178–1184 (englisch, minsocam.org [PDF; 529 kB; abgerufen am 24. Juni 2026]).
Commons: Kotulskite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: May 2026. (PDF; 3,4 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Mai 2026, abgerufen am 19. Juni 2026 (englisch).
  2. ↑ Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 351 kB; abgerufen am 19. Juni 2026]).
  3. 1 2 3 4 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 89 (englisch).
  4. 1 2 3 4 5 Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
  5. 1 2 Ralph Walter Graystone Wyckoff: Crystal Structures. Band 1, 1963, S. 85–237, doi:10.1107/S0365110X65000361 (englisch, online verfügbar bei archive.org – Internet Archive).
  6. 1 2 3 4 5 Kotulskite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org [PDF; 48 kB; abgerufen am 19. Juni 2026]).
  7. ↑ Typlokalität Cu-Ni-Lagerstätte Monchegorsk, Monche-Tundra, Murmansk, Russland beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 19. Juni 2026.
  8. ↑ Louis J. Cabri: Alexandr Dimitrievich Genkin (1920–2010). In: The Canadian Mineralogist. Band 48, Nr. 5, 2010, S. 1317, doi:10.3749/canmin.48.5.1317 (englisch, Digitalisat als Download-Link verfügbar bei researchgate.net [PDF; 392 kB; abgerufen am 19. Juni 2026] Nachruf für Aleksandr Dmitrievich Genkin (1919-2010) bei mindat.org).
  9. ↑ Книга нашей памяти – Генкин, Александр Дмитриевич. Institut für Geologie der Erzlagerstätten, Petrographie, Mineralogie und Geochemie (IGEM), 10. Oktober 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. August 2025; abgerufen am 20. Dezember 2020 (russisch, deutsch: Buch unserer Erinnerung – Genkin, Alexander Dmitrijewitsch).
  10. ↑ International Mineralogical Association: Commission on new minerals and mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band 36, März 1967, S. 131–136 (englisch, rruff.net [PDF; 210 kB; abgerufen am 19. Juni 2026]).
  11. ↑ Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
  12. ↑ Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig: Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0.
  13. ↑ Localities for Kotulskite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 19. Juni 2026 (englisch).
  14. ↑ Fundortliste für Kotulskit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 19. Juni 2026.
Kotulskit
Hellgelbe Einschlüsse von Kotulskit aus der Vermilion Mine im Denison Township (Ontario), Kanada
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967 s.p.[1]

IMA-Symbol

Ktu[2]

Chemische Formel
  • Pd(Te,Bi)2-x (x ≈ 0,4)[1]
  • Pd(Te,Bi)1,6[3]
  • Pd(Te,Bi)[4]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/B.09a
II/C.20-080

2.CC.05
02.08.11.06
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol dihexagonal-pyramidal; 6mm
Raumgruppe P63mc (Nr. 186)Vorlage:Raumgruppe/186[5]
Gitterparameter a = 4,15 Å; c = 5,67 Å[3]
Formeleinheiten Z = 1[3]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 4,5[4] (VHN15 = 165 bis 184 bzw. 277–322, durchschnittlich 291 kg/mm2[6])
Dichte (g/cm3) berechnet: 9,18[6]
Spaltbarkeit fehlt[4]
Farbe stahlgrau, auf polierten Flächen im Auflicht cremefarben oder hellgelb[6]
Strichfarbe nicht definiert
Transparenz undurchsichtig (opak)[6]
Glanz Metallglanz[6]