Sorosit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form von bis zu 0,4mm großen, unregelmäßigen bis hexagonalen Einschlüssen in Zinn gefunden werden.[5] Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der grauen, im Auflicht auch fast weiß mit einem rosa Stich erscheinenden Kristallite einen metallischen Glanz.
Da der Sorosit erst 1994 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies erst 1998 publiziert wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8.Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Sorosit die System- und Mineralnummer 02.08.11.12. Das entspricht wie in der Lapis-Systematik der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ in der „Nickelingruppe (Hexagonal: P63/mmc)“, in der auch Nickelin, Breithauptit, Sederholmit, Hexatestibiopanickelit, Sudburyit, Kotulskit, Sobolevskit, Stumpflit, Langisit, Freboldit, Achávalit und Vavřínit eingeordnet sind.
Die chemische Zusammensetzung für Sorosit wurde 2006 von Andrei Y. Barkov, Robert F. Martin und Lang Shi revidiert und durch die Formel (Cu,Fe)1+x(Sn,Sb) mit 0,1≤x≤0,2 beschrieben.[9] Dies entspricht der idealisierten Formel Cu1+x(Sn,Sb), die von der IMA übernommen wurde.[1]
Die Mikrosonden-Analyse an drei Proben des Typmaterials aus der Lagerstätte Baimka in Russland ergab einen Massenanteil von 35,96 bis 37,58Gew.-% Kupfer (Cu), 56,43 bis 57,51Gew.-% Zinn (Sn) und 4,30 bis 5,23Gew.-% Antimon (Sb). Zusätzlich wurden geringe Fremdbeimengungen von 0,69 bis 1,47Gew.-% Eisen (Fe) und 0,44 bis 0,64Gew.-% Nickel (Ni) sowie in einer Probe Spuren von Cobalt (Co) bis 0,02Gew.-% gemessen.[10]
Der Anteil von Antimon als Ersatz für Zinn ist signifikant und beträgt im Typmaterial bis zu 0,1apfu (Atome pro Formeleinheit). Wahrscheinlich könnten aber – verglichen mit dem synthetischen Äquivalent von Sorosit – bis zu 0,3apfu Antimon eingebaut werden.[10]
Sorosit gehört zu den sehr seltenen Mineralbildungen, das bisher nur in wenigen Proben aus weniger als 10 Fundorten weltweit bekannt wurde. Seine Typlokalität, die Gold- und Platinmetall-Seifenlagerstätte am Baimka im Autonomen Kreis der Tschuktschen ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Russland.
In der Schweiz fand sich das Mineral in den Sedimenten eines postglazialen Entwässerungs-Kanals nahe Gland VD im Bezirk Nyon des Kantons Waadt. Fundorte in Deutschland und Österreich sind bisher nicht bekannt.[11]
Weitere bekannte Fundorte sind die Dunns Plains am Arthur River auf der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien, die Kupfergrube Assarel (auch Asarel) bei Panagjurischte (englisch Panagyurishte) in Bulgarien, der Tamaña River in der Gemeinde (Municipio) Nóvita im kolumbianischen Departamento del Chocó sowie der derzeit inaktive hydrothermale Hügel Mir im Hydrothermalfeld der transatlantischen Geotraverse (Trans-Atlantic Geotraverse hydrothermal field, TAG) des mittelatlantischen Rückens.[11]
Andrei Y. Barkov, Kauko V. O. Laajoki, Stanislav S. Gornostayev, Yakov A. Pakhomovskii, Yuri P. Men’shikov:Sorosite, Cu(Sn,Sb), a new mineral from the Baimka placer deposit, western Chukotka, Russian Far East. In: American Mineralogist. Band83, 1998, S.901–906 (englisch, rruff.info[PDF; 749kB; abgerufen am 15.August 2020]).
Andrei Y. Barkov, Robert F. Martin, Lang Shi:New data on type–locality sorosite: compositional variations, zoning, and a revised formula. In: The Canadian Mineralogist. Band44, 2006, S.1469–1480 (englisch, rruff.info[PDF; 2,5MB; abgerufen am 17.August 2020]).
Igor V. Pekov:New minerals from former Soviet Union countries, 1998-2006: New minerals approved by the IMA commission on new minerals and mineral names. In: Mineralogical Almanac. Band11, 2007, S.45 (englisch, rruff.info[PDF; 3,9MB; abgerufen am 11.Februar 2019]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.38 (englisch).
12345Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Sorosite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 49kB; abgerufen am 19.Mai 2025]).
12Andrei Y. Barkov, Kauko V. O. Laajoki, Stanislav S. Gornostayev, Yakov A. Pakhomovskii, Yuri P. Men’shikov:Sorosite, Cu(Sn,Sb), a new mineral from the Baimka placer deposit, western Chukotka, Russian Far East. In: American Mineralogist. Band83, 1998, S.901–906 (englisch, rruff.info[PDF; 749kB; abgerufen am 19.Mai 2025]).
↑Andrei Y. Barkov, Robert F. Martin, Lang Shi:New data on type–locality sorosite: compositional variations, zoning, and a revised formula. In: The Canadian Mineralogist. Band44, 2006, S.1469 (englisch, rruff.info[PDF; 2,5MB; abgerufen am 19.Mai 2025]).
12Andrei Y. Barkov, Robert F. Martin, Lang Shi:New data on type–locality sorosite: compositional variations, zoning, and a revised formula. In: The Canadian Mineralogist. Band44, 2006, S.1474 (englisch, rruff.info[PDF; 2,5MB; abgerufen am 19.Mai 2025]).