Da bei natürlich entstandenen Modderiten meist ein geringer Teil des Cobalts durch Eisen ersetzt (substituiert) ist, wird die chemische Zusammensetzung in verschiedenen Quellen auch als Mischformel mit (Co,Fe)As[4][6] angegeben. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich dabei in der Formel jeweils gegenseitig vertreten, stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zum Arsenanteil des Minerals.
Modderit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, konnte jedoch bisher nur in Form winziger Körner bis etwa 0,05mm Durchmesser[6] und in derben Aggregaten gefunden werden. Das Mineral ist im Allgemeinen undurchsichtig und weist auf den Oberflächen der stahlgrauen bis schwarzen oder bläulichweißen Körner einen metallischen Glanz auf.
Da der Modderit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) 1958 bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen. Sie bezeichnet den Modderit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[3] Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Modderit lautet „Mod“.[1]
Als synthetische Verbindung war das Cobaltarsenid CoAs bereits vor der Entdeckung des Mineral bekannt, da sie leicht herzustellen ist.[11]
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Modderit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung der „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis M:S=1:1“, wo er als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit den Eigenschaften „NiAs-Typus und Verwandte“ und „gering deformierte NiAs-Struktur“ mit der Systemnummer II/B.09c bildete.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. II/C.19-040. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der der Abteilung „Sulfide mit Metall:S,Se,Te≈1:1“, wo Modderit zusammen mit Achávalit, Heideit, Jaipurit, Pyrrhotin, Smythit, Troilit und Westerveldit eine ebenfalls unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/C.19 bildet.[7]
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Modderit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 02.08.18 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ zu finden.
Die theoretische Zusammensetzung von CoAs besteht aus 44,03% Cobalt und 55,97% Arsen. Natürlicher Modderit kann allerdings bis etwa 9% Eisen enthalten.[8]
Die Analyse von 11 Körnern aus dem Rayon Daşkəsən (auch Dashkesan) in Aserbaidschan mit der Elektronenstrahlmikroanalyse ergab eine durchschnittliche Zusammensetzung von 35,3 bis 41,3% Cobalt, 3,1 bis 9,9% Eisen, 0,04% Nickel und 55,9 bis 57,5% Arsen. Dies entspricht einer idealisierten, empirischen Zusammensetzung (Co0.89Fe0.12)As.[13][14]
In den von Paul Ramdohr untersuchten Konzentraten, die er von Traugott Wilhelm Gevers aus Johannesburg erhielt, fand sich ein Mineral, dass Modderit sein könnte, aber auch eine artenreiche Paragenese aus mehreren unbekannten Erzen, die eine eindeutige Bestimmung erschwerten.[11]
Als weitere Fundorte sind bisher (Stand 2018) nur noch die „Redbed“-LagerstätteLittleham Bay, ein durch fein verteilten Hämatit intensiv rot gefärbtes Sand- oder Tongestein,[15] bei Budleigh Salterton in der englischen Grafschaft Devon sowie die Blei-Zink-Cobalt-Nickel-Lagerstätte Kalangu am Tamu-Kalangu-Gürtel im Kreis Akto des Kirgisischen Autonomen Bezirks Kizilsu (auch Kezilesu) in China bekannt.[16]
R. A. Cooper:Mineral constituents of Rand concentrates. In: Journal of the Chemical, Metallurgical, and Mineralogical Society of South Africa. Band24, 1923, S.90–95 (englisch).
William F. Foshag:New Minerals: Doubtful species. Class: Sulfides, etc. In: American Mineralogist. Journal Mineralogical Society of America. Band11, Nr.3, 1926, S.77–78 (englisch, minsocam.org[PDF; 120kB; abgerufen am 23.September 2019]).
Michael Fleischer, Louis J. Cabri:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band63, Nr.5–6, 1978, S.598–600 (englisch, minsocam.org[PDF; 326kB; abgerufen am 4.Juni 2018]).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.331.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.87 (englisch).
↑David Barthelmy:Modderite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 23.September 2019(englisch).
1234567
Modderite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 59kB; abgerufen am 23.September 2019]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.82 (englisch).
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Cooperite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 61kB; abgerufen am 23.September 2019]).
↑A. I. Makhmudov, I. P. Laputina:First occurrence of modderite in the USSR. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band106, 1977, S.347–350 (russisch).
↑Michael Fleischer, Louis J. Cabri:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band63, Nr.5–6, 1978, S.598–600 (englisch, minsocam.org[PDF; 318kB; abgerufen am 23.September 2019]).
↑Rudolf Graubner:Lexikon der Geologie, Minerale und Gesteine. Emil Vollmer Verlag, München 1980, ISBN 3-87876-327-1, S.321.
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Fundortliste für Modderit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 21. März 2024.
↑Cobalt(III)-Arsenide.In:americanelements.com.American Elements,abgerufen am 23.September 2019.