Hongshiit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur selten mikrokristalline, tafelige Kristalle. Meist findet er sich in Form von derben, unregelmäßigen Körnern bis etwa 1,5mm Größe oder dendritischen Aggregaten. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der blei- bis stahlgrauen Körner einen metallischen Glanz. Seine Strichfarbe ist dagegen schwarz.
Erstmals entdeckt wurde Hongshiit in einer Platinmetallhaltigen Erzlagerstätte nahe Hongshi, einem Dorf in der Großgemeinde Yangzi in der chinesischen Provinz Hubei. Beschrieben wurde das Mineral 1974 von Yu Zuxiang, Lin Shujen, Chao Pao, Fang Chingsung und Huang Chishun, die es nach dessen Typlokalität benannten.
Da der Hongshiit erst 1988 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht aufgeführt.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hongshiit die System- und Mineralnummer 01.02.03.01. Auch das entspricht der Klasse und gleichnamigen Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Platingruppenmetalle und -legierungen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 01.02.03.
In der Erstbeschreibung des Minerals wird dessen Zusammensetzung, analysiert mithilfe der Elektronenmikrosonde, zunächst mit 61,0Gew.-% Platin, 15,7Gew.-% Kupfer und 23,0Gew.-% Arsen angegeben, was der empirischen Formel Pt1,02Cu0,81As1,00 beziehungsweise der idealisierten Formel PtCuAs entspricht.[8]
Bei einer acht Jahre später erfolgten Neuanalyse an vier Körnern mit Pt-Cu-Legierungen wurde eine durchschnittliche Zusammensetzung von 74,93Gew.-% Platin und 24,52Gew.-% Kupfer ermittelt. Der in der ersten Analyse festgestellte hohe Arsengehalt ließ sich auf Einlagerungen von Sperrylith zurückführen. Die Formel wurde daher entsprechend korrigiert und wird nun mit Pt0,499Cu0,501 oder idealisiert CuPt angegeben.
Des Weiteren fand sich Hongshiit in hochgradig hämatitischenGängen in Itabirit und typischerweise umrandet von Platin, aus dem Kupfer ausgelaugt wurde wie unter anderem in den Gold- und Eisengruben Conceição und Cauê bei Itabira im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Hier trat das Mineral neben den bereits benannten Vergesellschaftungen noch mit Atheneit, Sudovikovit, palladiumhaltiges Gold und Tetra-Auricuprid als weitere Begleitminerale auf.[5]
Auch in alpinen Mafisch-ultramafischenIntrusionen und verwandten Seifenlagerstätten wie beispielsweise im zentralen Gebirgskomplex auf der Insel Rùm in Schottland kann Hongshiit entstehen.
Yu Zuxiang, Lin Shujen, Chao Pao, Fang Chingsung, Huang Chishun:A preliminary study of some new minerals of the platinum group and another associated new one in platinum-bearing intrusion in a region in China. In: Acta Geologica Sinica. Band48, Nr.2, 1974, S.202–218.
Michael Fleischer, Adolf Pabst, Joseph Anthony Mandarino, George Y. Chao, Louis J. Cabri:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band61, 1976, S.174–186 (minsocam.org[PDF; 1,6MB; abgerufen am 12.Februar 2018] Hongshiite ab S. 12 mit der Formel PtCuAs).
Peng Zhizhong, Chang Chienhung, Ximen Lovlov:Discussion on published articles in the research of new minerals of the platinum-group discovered in China in recent years. In: Acta Geologica Sinica. Band4, 1978, S.326–336 (chinesisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 30. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,5MB; abgerufen am 30.März 2026] Hongshiite ab S. 4 mit der Formel PtCuAs).
K. Ding:Further studies of the minerals “isoplatincopper” and “hongshiite”. In: Scientia Geologica Sinica. Band2, 1980, S.168–171.
Yu Zuxiang:New data on hongshiite. In: Bulletin of the Institute of Geology, Chinese Academy of Sciences. Band4, 1982, S.75–81 (Chinesisch mit Kurzbeschreibung in Englisch).
Pete J. Dunn, Louis J. Cabri, George Y. Chao, Michael Fleischer, Carl A. Francis, Joel D. Grice, John L Jambor, Adolf Pabst:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band69, 1984, S.406–412 (minsocam.org[PDF; 836kB; abgerufen am 12.Februar 2018]).
Yu Zuxiang:New Data of Daomanite and Honghiite. In: Acta Geologica Sinica. Band75, Nr.4, Dezember 2001, S.458–466.
Rogerio Kwitko, Alexandre R. Cabral, Bernd Lehmann, J.H. Gilles Laflamme, Louis J. Cabri, Alan J. Criddle, Henry F. Galbiatti:Hongshiite, PtCu, from itabirite-hosted Au-Pd-Pt mineralization (jacutinga), Itabira district, Minas Gerais, Brazil. In: Canadian Mineralogist. Band40, Nr.2, 2002, S.711–723, doi:10.2113/gscanmin.40.2.711.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.45 (englisch).
123Yu Zuxiang:New Data of Daomanite and Honghiite. In: Acta Geologica Sinica. Band75, Nr.4, Dezember 2001, S.458–466.
12345678
Hongshiite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 49kB; abgerufen am 30.März 2026]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Louis J. Cabri:Platinum group elements: mineralogy, geology, recovery. In: Canadian Institute of Mining, Metallurgy and Petroleum. Band54, 1981, S.109.
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Fundortliste für Hongshiit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. März 2026.