Der für die BMW 502-Limousine entwickelte Achtzylinder-V-Motor war und blieb lange Zeit der einzige deutsche Aluguss-Achtzylinder. Er diente als Basis für ein ehrgeiziges Sportwagenprojekt, das der kaufmännische Direktor Hanns Grewenig gegen den Willen des damaligen BMW-Cheftechnikers Kurt Donath durchsetzte.[1]
Ein erster Karosserieentwurf des Veritas-Initiators Ernst Loof wurde von der BMW-Spitze abgelehnt. Grewenig beauftragte stattdessen Albrecht Graf von Goertz, der auf Vermittlung des US-Importeurs Max Hoffman bereits den BMW 507 entworfen hatte, einen luxuriösen Sportwagen in Pontonform mit klassischer BMW-Niere zu gestalten.[2]
Erster seitens BMW abgelehnter Karosserieentwurf von Ernst Loof
Obwohl der BMW503 von den Jurys der Schönheitskonkurrenzen in Cannes, Rom, Lissabon, Wien und Wiesbaden mit Goldmedaillen ausgezeichnet wurde, war der Wagen kein großer Verkaufserfolg, was vor allem am hohen Preis lag: Für Coupé und Cabriolet verlangte BMW im Mai 1956 29.500 Mark, im Dezember 1957 kostete der Wagen 31.500 Mark und im Juli 1958 32.950 DM. Da ein Reihenhaus zur damaligen Zeit nur knapp das Doppelte kostete, konnten sich nur gutbetuchte Kunden – wie etwa Roland Graf von Faber-Castell, Rudolf-August Oetker und Filmschauspielerin Sonja Ziemann – den Wagen leisten.[1]
BMW 503 Coupé
Die Aluminiumkarosserie wurde von dem KarosseriebauunternehmenBaur gefertigt. Der Motor mit 3.168cm³ Hubraum leistete 140PS (103 kW) bei 4800 min−1 und sorgte für eine Beschleunigung von 0 auf 100km/h in 13,3 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit wurde 190km/h angegeben. Seitliche „Kiemen“ sollten wie im BMW507 einen Wärmestau im Motorraum verhindern. Angesichts der thermischen Probleme fertigte BMW auf Kundenwunsch einige BMW503 mit Luftauslässen an den Seiten der vorderen Kotflügel. Graf Goertz segnete diese Modifikation nachträglich als ästhetisch wertvoll ab.[1]
Insgesamt wurden von 1956 bis 1960 nur 412 Exemplare gebaut,[1][3] davon 139 Cabriolets und 273 Coupés, wobei der letzte BMW503 (ein Coupé) die Fahrgestellnummer 69412 bekam; das letzte gebaute Cabrio erhielt die Fahrgestellnummer 69408.[1] Es entstanden zwei Serien, deren Unterschiede im Wesentlichen in der Schaltung, in der Technik der automatischen Fenster- und Verdeckmechanismen, in der Position des Aschenbechers und in den seitlichen Zierleisten liegen.[4]
Die Wagen der Serie 1 haben eine Lenkradschaltung mit Getriebe unter dem Vordersitz[5] (mit Ausnahme der 5 rechtsgelenkten Sonderanfertigungen für britische Kunden), hydraulische Fensterheber und ein hydraulisches Verdeck, einen Aschenbecher unter dem Armaturenbrett und am Heck nach oben gebogene Zierleisten. Die Wagen der Serie 2 hingegen haben eine Knüppelschaltung mit Getriebe am Motor[5], elektrische Fensterheber, jedoch weiterhin ein hydraulisches Verdeck, den Ascher neben dem Radio-Lautsprecher auf dem Armaturenbrett und durchgehend gerade Zierleisten.[4]