Antwerpen
| Antwerpen | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | ||||||||||||||
| Region: | Flandern | |||||||||||||
| Provinz: | Antwerpen | |||||||||||||
| Bezirk: | Antwerpen | |||||||||||||
| Koordinaten: | 51° 13′ N, 4° 24′ O | |||||||||||||
| Fläche: | 204,51 km² | |||||||||||||
| Einwohner: | 544.759 (1. Jan. 2024) | |||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 2664 Einwohner je km² | |||||||||||||
| Postleitzahl: | 2000, 2018, 2020, 2030, 2050, 2060 (Antwerpen) 2040 (Berendrecht-Zandvliet-Lillo) 2100 (Deurne) 2140 (Borgerhout) 2150 (Borsbeek) 2170 (Merksem) 2180 (Ekeren) 2600 (Berchem) 2610 (Wilrijk) 2660 (Hoboken) | |||||||||||||
| Vorwahl: | 03 | |||||||||||||
| Bürgermeister: | Els van Doesburg (N-VA) | |||||||||||||
| Adresse der Kommunal- verwaltung: | Grote Markt 1 2000 Antwerpen | |||||||||||||
| Website: | www.antwerpen.be | |||||||||||||
| 1880 | 1890 | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1947 | 1961 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 | 2011 | 2023 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Antwerpen | 178.128 | 233.596 | 283.466 | 301.766 | 302.058 | 284.373 | 254.084 | 253.295 | 224.543 | 194.073 | 470.349 | 446.525 | 493.548 | 529.417 |
| Berendrecht | 2.436 | 2.479 | 2.439 | |||||||||||
| Zandvliet | 2.910 | 2.876 | 3.223 | |||||||||||
| Lillo | 1.389 | 1.379 | 1.288 | |||||||||||
| Berchem | 9.384 | 15.503 | 19.962 | 30.274 | 32.115 | 41.685 | 45.401 | 48.667 | 50.241 | 46.368 | ||||
| Borgerhout | 20.268 | 28.882 | 37.693 | 49.333 | 52.860 | 56.054 | 50.877 | 51.182 | 49.002 | 44.389 | ||||
| Deurne | 5.252 | 6.702 | 8.517 | 12.318 | 15.337 | 43.372 | 56.853 | 68.703 | 80.766 | 78.646 | ||||
| Ekeren | 3.992 | 4.806 | 6.026 | 8.387 | 10.030 | 13.596 | 15.962 | 21.452 | 27.648 | 12.336 | ||||
| Hoboken | 4.147 | 6.987 | 10.202 | 16.882 | 21.006 | 32.700 | 31.725 | 30.557 | 33.693 | 36.640 | ||||
| Merksem | 5.056 | 8.453 | 11.648 | 17.659 | 20.173 | 26.166 | 29.139 | 36.098 | 39.768 | 41.202 | ||||
| Wilrijk | 3.908 | 5.495 | 6.043 | 7.810 | 9.634 | 20.361 | 26.150 | 37.396 | 43.485 | 43.161 |
Quelle für Sitzverteilungen [21]
Stadtrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Wahl kam es zu einer Koalition aus NVA und Vooruit, die 30 Sitze auf sich vereinigen konnten.
Sehenswürdigkeiten
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Antwerpen gehört zu den wenigen zentraleuropäischen Großstädten mit weitgehend erhaltenem historischen Stadtkern. Aufgrund der vielen noch vorhandenen Bau- und Kunstdenkmale aus der Blütezeit der Stadt (Spätmittelalter, Renaissance und Barock) sowie aus der Zeit des Jugendstils und des Art déco gilt Antwerpen als eine sehr sehenswerte Großstadt und ist ein wichtiges Ziel im Städtetourismus.
Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören unter anderem:
Die fünf großen Kirchen der Altstadt
- die Liebfrauenkathedrale (Onze Lieve Vrouwekathedraal) (→Lage)
- die Sint-Jacobskerk mit der Grabkapelle von Peter Paul Rubens und dessen Familie (→Lage)
- die Sint-Andrieskerk mit Schatzkammer (→Lage)
- die Sint-Pauluskerk (→Lage)
- die Carolus Borromeuskerk, ein Hauptwerk der Jesuitenarchitektur (→Lage)
Profanbauten
- Stadtfestsaal Antwerpen (→Lage)
- Rathaus (Stadhuis)
- Hauptbahnhof („Eisenbahnkathedrale“) (→Lage)
- Der Boerentoren wird als erster Wolkenkratzer des (US-amerikanischen) Art-Déco-Stils auf dem europäischen Festland angesehen (→Lage)
- das Vleeshuis (→Lage)
- Felix Pakhuis (→Lage)
- Port House Antwerpen (→Lage)
Museen
- Plantin-Moretus-Museum, Weltkulturerbe (→Lage)
- Rubenshaus, Wohnhaus und Werkstatt von Peter Paul Rubens, heute Museum (→Lage)
- Königliches Museum der Schönen Künste (→Lage)
- Middelheimmuseum (→Lage)
- Museum für Gegenwartskunst (MuHKA)
- ModeMuseum (→Lage)
- Museum aan de Stroom (MAS) (→Lage)
- Het Steen (alte Burg, heute ein Schifffahrtsmuseum) (→Lage)
- Diamantmuseum (→Lage)
- Silbermuseum Sterckshof im Schloss Sterckshof (→Lage)
- Red Star Line Museum über die europäische Migration nach Amerika (Nähe MAS) (→Lage)
Straßen, Plätze, Märkte und Viertel
- der Marktplatz (Grote Markt) mit dem Brabobrunnen (→Lage)
- der Hendrik Conscienceplein (plein = Platz; →Lage)
- Beginenhof Antwerpen (→Lage)
- die Cogels-Osylei und die benachbarten Straßen Transvaalstraat und Waterloostraat im Ortsteil Zurenborg (Prachtstraßen mit vielen Jugendstil-Bauten; →Lage)
- die Leysstraat und die daran anschließende Meir (Prachtstraße; →Lage)
- das Jüdische Viertel in der direkten Umgebung des Hauptbahnhofs
- Vogelmarkt (→Lage)
- Zoo Antwerpen (→Lage)
- Hafenrundfahrt (Abfahrt bei Kattendijkdok-Zuidkaai an der Zugbrücke; →Lage)
- Freizeitanlage Park Spoor Noord auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs
Kunst und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt hat viele bekannte Künstler hervorgebracht, darunter den in Deutschland geborenen Maler Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Jacob Jordaens, Jan Brueghel den Älteren und seinen Sohn Jan Brueghel den Jüngeren sowie den bedeutenden Buchdrucker und Verleger Christoph Plantin (16. Jahrhundert), dessen Haus in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde und das Plantin-Moretus-Museum beinhaltet.
In Antwerpen befinden sich zahlreiche kulturelle Einrichtungen, etwa die Vlaamse Opera, das Königliche Museum der Schönen Künste, das Middelheimmuseum, das Museum Mayer van den Bergh, das Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen, das Silbermuseum Sterckshof oder das Rubenshaus.
Durch Antwerpens historische Hafenlage entwickelte sich eine Vielseitigkeit der Gastronomie mit internationalen Einflüssen.
Besonders im Viertel Zuid (Süden) findet man Kultur auf engstem Raum konzentriert. Dieses Ambiente hat dafür gesorgt, dass sich hier inzwischen eine Modekultur entwickelt hat, deren Mittelpunkt die Modeabteilung der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten (Königliche Akademie der Schönen Künste), um die sich neben vielen Schriftstellern und Künstlern auch viele Bars angesiedelt haben, bildet. Das besterhaltene Ensemble des Jugendstils in Antwerpen ist das Viertel Zurenborg.
Von 1966 bis 1976 war die Galerie Wide White Space eine der führenden Avantgarde-Galerien in Europa; sie arbeitete eng mit bekannten Künstlern wie Joseph Beuys, Marcel Broodthaers und Panamarenko zusammen. Jan Fabre und Luc Tuymans sind bedeutende zeitgenössische Künstler, die in Antwerpen leben und arbeiten.
An der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten van Antwerpen wurden einige der begabtesten Modedesigner ausgebildet. In Fachkreisen nennt man sie nur die Antwerp Six und spricht dabei von den Designern Dirk Bikkembergs Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dries Van Noten, Dirk Van Saene und Marina Yee. Dieser Gruppe trat etwas später der Designer Martin Margiela bei. Mitte der 1980er Jahre gelang der Gruppe der internationale Durchbruch und viele der Designer sind auch heute mit ihren eigenen Marken noch feste Größen im internationalen Modegeschäft. Aufgrund dieser Historie pilgern immer mehr Mode-Anhänger zu den jährlich veranstalteten Sample Sales, bei welchen die Designer sowohl ältere als auch neue Samples ihrer Kleidung für verhältnismäßig wenig Geld bereitstellen und somit auch exklusive Einblicke in den Entwicklungsprozess gewähren. Im ModeMuseum werden Werke zeitgenössischer Designerinnen und Designer gesammelt und ausgestellt.
Friedrich Preller der Ältere weilte zu einem Studienaufenthalt in Antwerpen. so malte er 1824 das Ölgemälde: Bärentreiber in Antwerpen.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die große Mehrheit der Antwerpener ist römisch-katholisch. Als Seehafen und Handelsmetropole ist Antwerpen seit Jahrhunderten aber auch eine sehr internationale Stadt. Dies drückt sich auch durch eine große Vielfalt der ansässigen Religionen aus.[25]
Antwerpen ist wie ganz Belgien aufgrund der früheren Zugehörigkeit zu den Spanischen Niederlanden überwiegend vom römisch-katholischen Christentum geprägt. Der Liebfrauendom gehört als Stadtkrone der historischen Altstadt zu den größten Kirchenbauwerken Europas, er ist Kathedrale des Bistums Antwerpen. Die Stadt und die Vorortgemeinde Stabroek bilden innerhalb des Bistums das Dekanat Antwerpen. Da auch viele der in Antwerpen lebenden Einwanderer römisch-katholische oder uniert-katholische Christen sind, nutzen auch zahlreiche fremdsprachige Gemeinschaften die katholischen Kirchen der Stadt. So gibt es mehrere afrikanische und lateinamerikanische Gemeinden, aber auch eine chaldäische der hiesigen irakischen Christen.
Die Vereinigte Protestantische Kirche von Belgien und die mit ihr im ARPEE zusammengeschlossenen evangelikalen Christen haben in Antwerpen etwa 15 Gemeinden, darunter die Gemeinde um die frühere Klosterkirche Brabantsche Olijfberg. Die anglikanische Kirche hat ebenfalls eine Gemeinde in der Stadt, sie gehört zum Archidiakonat Nordwesteuropa im Bistum Gibraltar in Europa. Auch die protestantische Konfessionsfamilie hat zahlreiche weitere ausländische und fremdsprachige Gemeinden, darunter die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde.
Es gibt fünf byzantinisch-orthodoxe Gemeinden. Davon unterstehen zwei dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel (eine griechisch- und eine russischsprachige), eine der Russisch-Orthodoxen Kirche, eine der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche und eine der Rumänisch-Orthodoxen Kirche.
Antwerpen hat eine der größten jüdischen Gemeinschaften Europas, weshalb orthodoxe und ultra-orthodoxe Juden in einigen Vierteln das Stadtbild prägen. Die Antwerpener Juden dominieren besonders den Diamantenhandel, und das Viertel der Diamantenschleifer am Hauptbahnhof ist auch ein wichtiges Wohngebiet der jüdischen Antwerpener. Es gibt zahlreiche Synagogen (siehe auch: Holländische Synagoge) und Bethäuser (jiddisch schtiblech), die den verschiedenen Gemeinden und chassidischen Gemeinschaften gehören.[26]
Durch die große Zahl marokkanischer und türkischer Einwanderer ist auch der Islam in Antwerpen stark vertreten. Es gibt knapp 30 Gemeinden der unterschiedlichen Strömungen und Rechtsschulen, ganz überwiegend sunnitischer Richtung, aber auch der Ahmadiyya oder des Sufismus.
Es gibt acht hinduistische und acht buddhistische Gemeinden sowie eine der Baha’i und des Jainismus.
Wirtschaft und Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Finanzplatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Finanzplatz Antwerpen hat spürbar von seiner Bedeutung eingebüßt. Die Wertpapierbörse der Stadt gilt als eine der ältesten – sogar als Mutter aller Börsen. Sie war als Börse Antwerpen bekannt.
Diamanten
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Traditionell gilt die Stadt als wichtigster Diamantenhandelsplatz der Welt. Neben vier Diamantenbörsen (die älteste und größte ist die Beurs voor Diamanthandel) haben sich etwa 1600 Diamantenfirmen und ein Diamantenmuseum angesiedelt. Das Viertel, in dem sich der Diamantenhandel konzentriert, ist durch Überwachungskameras und ausfahrbare Straßenbarrieren gesichert.[27]
Waren es vor kurzem noch über 80 Prozent, so werden heute noch rund 60 Prozent aller Rohdiamanten in Antwerpen gehandelt – ein halbes Jahrtausend lang traditionell vor allem von jüdischen Händlern. Eine genaue Beschreibung enthält der 1944 auf Jiddisch erschienene Roman Brilyantn von Esther Kreitman.[28] In den letzten Jahren hat eine gewaltige Veränderung des Diamantenhandels stattgefunden. Jainistische Inder beherrschen 55 Prozent des weltweiten Diamantengeschäfts. Sie handeln zunehmend auch an anderen Orten, zum Beispiel in Dubai, wo der Handel steuerfrei ist. Dies fordern die Händler mittlerweile auch in Antwerpen, und die belgische Regierung plant eine Steueramnestie, mit der sie die für das Land so wichtigen Händler – Handel und Industrie des Diamantensektors beschäftigen immerhin 27.000 Menschen in der Stadt – davon abbringen will, die Stadt als Handelsplatz ganz zu verlassen.
Wissenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Antwerpen befinden sich die aus drei kleineren Universitäten hervorgegangene Universität Antwerpen und mehrere Hochschulen, wie die KdG University of Applied Sciences and Arts, die Artesis Hogeschool Antwerpen und die Plantijn Hogeschool, sowie wissenschaftliche Institute (zum Beispiel das Institut für Tropenmedizin).
Industrie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Hafengebiet unweit des Churchilldocks befand sich an der Straße Noorderlaan auf einem 96 Hektar großen Gelände ein Automobilwerk von General Motors Belgium NV, in dem 2500 Beschäftigte Pkw für Opel produzierten. Im Dezember 2010 wurde das letzte Fahrzeug produziert, danach wurden die Produktionsanlagen abgebaut.[29] Das Gelände wird jetzt unter dem Namen Churchill Industriele Zone durch den Städtischen Hafenbetrieb Antwerpen (SHA) vermarktet.[30]
Die im Hafengebiet angesiedelten petrochemischen Werke stellen nach Houston in Texas den größten Cluster dieser Art dar. Ferner befinden sich in Antwerpen verschiedene Industriezweige, u. a. Erdölindustrie und Fahrzeugbau.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seehafen
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Der Hafen der Stadt ist einer der größten der Welt und nach Rotterdam der zweitgrößte Europas. Wie viele große Seehäfen in Europa (z. B. London, Rotterdam, Bremen, Hamburg, Stettin) liegt er nicht am offenen Meer, sondern an einer dorthin führenden Flussmündung. Über die durch niederländisches Gebiet führende Westerschelde erreichen die Schiffe die offene Nordsee.
Ebenfalls wie viele andere Seehäfen hat auch Antwerpen einen Vorhafen an der Flussmündung zur offenen See. Das zu den Niederlanden gehörende Vlissingen ist jedoch, anders als etwa die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven, kein ergänzender, sondern eher ein konkurrierender Standort. Auch die Westerschelde als Hafenzufahrt ist ein niederländisches Gewässer, was angesichts der Konkurrenz zum nahen niederländischen Hafen Rotterdam zu vielen bürokratischen Behinderungen und in der Vergangenheit sogar zu militärischen Auseinandersetzungen führte. Auch das Flächenwachstum des Hafengebiets wird durch die Grenzlage behindert, da es im Norden bereits bis unmittelbar an die niederländische Grenze reicht.
Eine ähnliche Situation besteht beim benachbarten belgischen Seehafen Gent, der nur über den Kanal Gent–Terneuzen durch niederländisches Gebiet und den dortigen Vorhafen Terneuzen die Westerschelde erreicht. Nur bei den Häfen Brügge-Zeebrügge und Ostende hat Belgien einen unmittelbaren Zugang zum Meer.
Über den Albert-Kanal besteht für die Binnenschifffahrt eine Verbindung von Antwerpen zum Binnenhafen von Lüttich an der Maas.
Fernverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antwerpen liegt an der europäischen Nord-Süd-Hauptverkehrsachse von Amsterdam, d. h. der Metropolregion Randstad Holland, über Brüssel und Lille nach Paris. In diesem Korridor verlaufen mehrere Autobahnen (auf belgischem Gebiet die A 1 und A 12), die gemeinsam die Europastraße 19 bilden, sowie für den Schienenverkehr die Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen und die Bahnstrecke Brüssel–Antwerpen.
Die über Antwerpen verlaufenden Ost-West-Routen sind von untergeordneter Bedeutung, da Antwerpen hier im Schatten der Nachbar-Großstadt Brüssel steht. Die wichtigsten sind die A 14/E 17, die über Gent nach Lille führt und dort auf die Route Brüssel–Paris trifft, und die Europastraße 34 (Belgien: A 21, Niederlande: A 67, Deutschland: A 40/Ruhrschnellweg), die über Eindhoven und Venlo nach Dortmund führt.
Der Hauptbahnhof, ursprünglich ein Kopfbahnhof, wurde nach langandauernden Umbauarbeiten 2007 wiedereröffnet. Im Rahmen der Anbindung Antwerpens an das europäische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz wurde der Bahnhof untertunnelt und vergrößert. Das historische Empfangsgebäude aus dem 19. Jahrhundert blieb dabei erhalten und wurde mit den neuen Bereichen verbunden. Täglich wird der Bahnhof von circa 540 Zügen frequentiert. Internationale Hochgeschwindigkeitsverbindungen bestehen mehrmals täglich in das nördliche Nachbarland Niederlande (mit Eurostar und NS International) und nach Paris (mit Eurostar). Ebenso existiert mit Eurostar eine regelmäßige Express-Verbindung mit der Hauptstadt Brüssel. Ab September 2026 besteht eine Fernverkehrsverbindung über Liège und Aachen nach Köln.
Den Eisenbahngüterverkehr des Hafens mit dem weit über Belgien hinausreichenden Hinterland vermittelt der Rangierbahnhof Antwerpen-Noord, einer der größten in Europa.
Regional- und Nahverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antwerpen besitzt ein großes Straßenbahnnetz mit zwölf Linien. Im Innenstadtbereich gibt es zwei Tunnelstrecken mit elf Tunnelstationen, auch die Schelde wird unterirdisch gekreuzt. Die Strecke aufs linke Scheldeufer reicht bis ins ostflämische Zwijndrecht.
Neben der Straßenbahn verkehren im Stadtgebiet Antwerpens auch die Linien der S-Bahn Antwerpen, die 2018 aus vorherigen L-Zugverbindungen entstand.
Die wichtigste Stadtautobahn ist der Antwerpener Ring (R1), der die von Norden kommenden Autobahnen A1 (Utrecht) und A12 (Rotterdam) vereinigt, in einem Halbkreis östlich um die Innenstadt herumführt, im Süden der Stadt im Kennedytunnel die Schelde kreuzt und sich im Südwesten in die Autobahnen A11 (Hafen von Gent/Brügge) und A14 (Gent) verzweigt. Im Westen mündet außerdem die A13 (Hasselt/Lüttich) ein, von der wenige Kilometer östlich die A13 (Eindhoven) abzweigt, im Süden wiederum die beiden nach Brüssel führenden Autobahnen A1 und A12.
Wesentlich weiter außerhalb als der Ring R1 verläuft der Große Ring, der allerdings bisher nur aus einem 13 km langen Teilstück im Nordwesten besteht. Dieses unterquert über drei Unterwassertunnel das gesamte Hafengebiet und bindet dieses an den Verkehr nach Norden (Rotterdam) und Westen (Gent) an.
Im Innenstadtbereich gibt es außerdem zwei sehr alte Scheldetunnel, nämlich den Waaslandtunnel, durch den die Nationalstraße N49a verläuft, und den Radfahrer- und Fußgängertunnel Sint-Annatunnel, die beide bereits 1933 eröffnet wurden. Etwas südlich davon liegt der von den Straßenbahnen benutzte Brabotunnel (1990). Ein weiterer Tunnel ist der Craeybeckxtunnel, dieser führt die Autobahn 1 unterhalb eines Parkgebiets hindurch.
Flughafen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antwerpen verfügt etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt mit dem Flughafen Antwerpen (IATA-Code: ANR) über einen Internationalen Flughafen. Linienverbindungen gibt es derzeit nach Alicante, Barcelona, Berlin, Genf, Hamburg, London, Mailand, Málaga, Manchester, Palma und weitere saisonale Ziele.
Darüber hinaus wird der Flughafen hauptsächlich für den Charter- und Privatflugverkehr genutzt. Der Flughafen ist verkehrstechnisch mit dem Bus an die Innenstadt angebunden, außerdem gibt es einen Zubringer zum in der Nähe gelegenen Bahnhof Antwerpen-Berchem. Die Passagierzahlen lagen zuletzt bei rund 163.000 jährlich. Die geringe Nutzung des Flughafens im Vergleich zur Einwohnerzahl ergibt sich vor allem aus der räumlichen Nähe zur Hauptstadt Brüssel. Mit dem Zug sind es aktuell vom Antwerpener Hauptbahnhof zum Flughafen Brüssel-Zaventem rund eine halbe Stunde Fahrtzeit.
Städtepartnerschaften
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Mülhausen, Frankreich, seit 1954
Marseille, Frankreich, seit 1958
Sankt Petersburg, Russland, seit 1958
Rostock, Deutschland, seit 1963
Shanghai, Volksrepublik China, seit 1984
Akhisar, Türkei, seit 1988
Haifa, Israel, seit 1995
Kapstadt, Südafrika, seit 1996
Barcelona, Spanien, seit 1997
Ludwigshafen am Rhein, Deutschland, seit 1998
Chongqing, Volksrepublik China, seit 2011[31]
Zusätzlich bestehen nicht besiegelte Partnerschaften mit:
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Antwerpen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Website der Stadt Antwerpen (niederländisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ De zin en onzin van de Antwerpse districten. VRT NWS, 6. September 2012, abgerufen am 22. März 2025 (niederländisch).
- ↑ 10 Centimes, Frankreich, 1799~1815 - Napoleon I (Bonaparte) Bronzemünze, Dm. 34 mm, m 25 g, colnect.com, abgerufen am 6. November 2020.
- ↑ Eberhard Gresch: Die Hugenotten. Geschichte, Glaube und Wirkung. 4., überarbeitete Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02260-1, S. 197 bis 200
- ↑ Art: Carnot, Lazare Nicolas Marguerite, Graf. In: Wilhelm Herbst (Hrsg.): Encyklopädie der Neueren Geschichte, Band 1: Aachen – Duttlingen. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1880, S. 541–543, hier S. 542.
- ↑ Frédéric Guillaume de Vaudoncourt: Histoire des campagnes de 1814–1815 en France – Campagne de 1814, Band 3, Teilband 1. Paris 1826, S. 142.
- ↑ Das Trauma der Schelde-Sperrung. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. September 2009, abgerufen am 22. Juni 2025.
- ↑ Adam, Hochschild: Schatten über dem Kongo. 9. Auflage. Klett-Cotta, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-608-94769-4, S. 254 ff.
- ↑ Kaiserlich-königliche privilegierte Prager Zeitung (Paris den 26. Dezember)
- ↑ www.v2rocket.com (englisch); abgerufen am 4. Juli 2012
- ↑ 1910 lebten in ganz Belgien etwa 31.800 Juden; in den 1920er Jahren kamen viele Juden aus den Gebieten, auf denen Polen neu entstanden war (und wo es antisemitische Verfolgungen gab) nach Belgien (Tanja von Fransecky: Flucht von Juden aus Deportationszügen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Metropol Verlag, 2014 (ISBN 978-3-86331-168-1) S. 181f.). Von Belgien aus wurden 24.916 Juden deportiert; siehe SS-Sammellager Mechelen
- ↑ hagalil.com nennt (Mitte 2014) für Antwerpen 15.000 Gemeindemitglieder und 30 Synagogen
- ↑ Andreas Kockartz: Antwerpen zählt mehr Einwohner mit Migrationshintergrund als ohne. In: flanderninfo.be. 25. Februar 2019, abgerufen am 4. April 2024.
- ↑ Loi portant incorporation du territoire des communes de Lillo, Berendrecht et Zandvliet, à la ville d'Anvers / WET tot aanhechting van het grondgebied der gemeenten Lilloo, Berendrecht en Zandvliet bij de stad Antwerpen. In: Moniteur Belge / Belgisch Staatsblad. Band 128, Nr. 95, 5. April 1958, S. 2544 (niederländisch, französisch, Digitalisat in der Google-Buchsuche).
- ↑ WETSVOORSTEL tot opheffing van artikel 1 van het koninklijk, besluit van 17 september 1975 waarbij in de samenvoeging van de Antwerpse gemeenten wordt voorzien / PROPOSITION DE LOI abrogeant l'article 1er de l'arrêté royal du 17 septembre 1975 prévoyant la fusion des communes anversoises. (pdf) Belgische Abgeordnetenkammer, 12. Februar 1981, S. 759–760, abgerufen am 7. April 2024 (niederländisch, französisch).
- ↑ Andreas Kockartz: Die Landkarte von Flandern ist durch die Gemeindefusionen neu gezeichnet. In: VRT News. 2. Januar 2025, abgerufen am 5. Januar 2025.
- ↑ Andreas Kockartz: Schulden abgebaut: Antwerpen nicht länger unter staatlicher „Vormundschaft“. In: flanderninfo.be. 2. Juli 2018, abgerufen am 4. April 2024.
- ↑ Niklaus Nuspliger: Sprachenstreit im Land des Surrealismus. In: neue Zürcher Zeitung. 15. September 2019, abgerufen am 7. April 2024.
- ↑ Alois Berger: Wo Separatismus zum guten Ton gehört. In: Deutschlandfunk. 8. April 2011, abgerufen am 7. April 2024.
- ↑ Marij Vanherle: "Provincie Antwerpen omdopen tot Midden-Brabant". In: VRT. 13. November 2014, abgerufen am 4. April 2026 (niederländisch).
- ↑ Pascal Delwit: Les élections communales à Anvers (1921-2018). Note de synthèse. Hrsg.: Université libre de Bruxelles. 24. September 2024 (französisch, handle.net).
- ↑ Wahlergebnisse | Abgeordnetenkammer 2024. Abgerufen am 24. September 2026.
- ↑ https://okt24.vlaanderenkiest.be/#/gemeente/11002
- ↑ https://resultaten2018.vlaanderenkiest.be/#/gemeente/11002
- ↑ https://resultaten2018.vlaanderenkiest.be/#/gemeente/11002
- ↑ Quelle für die Angaben in diesem Abschnitt: Stadt Antwerpen: Gids voor levensbeschouwelijk Antwerpen (Weltanschauungen in Antwerpen), November 2006, PDF; 3,3 MB (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2024. Suche im Internet Archive); abgerufen am 4. Juli 2012
- ↑ Marcin Wodziński, Waldemar Spallek (Karten) (2018): Historical Atlas of Hasidism. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2018, S. 187 (Karte).
- ↑ Joachim Mischke: Zum Nachlesen: Ein lupenreines Verbrechen. In: Abendblatt. 18. März 2010, abgerufen am 4. Juli 2012.
- ↑ Esther Kreitman: Le Diamantaire. Traduit du yiddish par Gilles Rozier, préface de Paule-Henriette Levy. Éditions Calmann-Lévy, Paris 2014, ISBN 978-2-7021-4471-8, S. Monographie (Ersterscheinung im Verlag W. & G. Foyle, London 1944).
- ↑ Opel-Werk in Antwerpen schließt – Die Letzten machen den Weihnachtsbaum aus – tagesschau.de, abgerufen am 29. Dezember 2010 ( vom 1. Januar 2011 im Internet Archive)
- ↑ Eckhard-Herbert Arndt: Antwerpen: Investorensuche · Weltweite Vermarktung des einstigen General-Motors-Werks. In: Täglicher Hafenbericht vom 14. Oktober 2014, S. 13
- ↑ Chongqing Municipal Government ( vom 30. November 2016 im Internet Archive)
- Antwerpen
- Gemeinde in der Provinz Antwerpen
- Brabant
- Flämische Provinzhauptstadt
- Ort in der Provinz Antwerpen
- Ort mit Seehafen
- Hochschul- oder Universitätsstadt
- Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort außerhalb Frankreichs)
- Welterbekandidat in Belgien
- Welterbekandidat in Europa
- Ort an der Schelde
- Ersterwähnung 726
- Stadtrechtsverleihung 1291
- Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden








