Im Jahr 2024 gewann Anthropic weitere namhafte Mitarbeiter von OpenAI, darunter Jan Leike, John Schulman und Durk Kingma.[11] Im März 2024 veröffentlichte Anthropic die Claude-3-Familie mit den drei Varianten Opus, Sonnet und Haiku in absteigender Leistungsfähigkeit.[12]
Im März 2025 kündigten Databricks und Anthropic die Integration von Claude in die Databricks Data Intelligence Platform an.[13] Im Mai 2025 stellte das Unternehmen Claude 4 vor, bestehend aus Claude Opus 4 und Claude Sonnet 4, mit verbesserten Programmierfähigkeiten. Zudem wurden neue API-Funktionen eingeführt und eine Verbindung zum Model Context Protocol (MCP). Claude Code, Anthropics Programmierassistent ermöglichte nun eine Zusammenarbeit mit VS Code und JetBrains-IDEs. Im selben Monat veranstaltete Anthropic eine erste Entwicklerkonferenz.[14][15]
Seit September 2025 verkauft Anthropic seine Produkte nicht mehr an Gruppen, die mehrheitlich im Besitz chinesischer, russischer, iranischer oder nordkoreanischer Unternehmen sind.[16] Im Oktober 2025 schloss Anthropic eine Cloud-Partnerschaft mit Google, die Zugang zu bis zu einer Million von Googles Tensor Processing Units (TPUs) gewährt.[17] Im November kündigten Nvidia, Microsoft und Anthropic eine Partnerschaft an: Nvidia und Microsoft investierten bis zu 15 Milliarden US-Dollar in Anthropic, und Anthropic erklärte, 30 Milliarden US-Dollar an Rechenkapazität von Microsoft Azure auf Nvidia-KI-Systemen kaufen zu wollen.[18]
Ebenfalls im November 2025 berichtete Anthropic, dass von der chinesischen Regierung gesponserte Hacker mit Claude automatisierte Cyberangriffe gegen rund 30 Organisationen weltweit durchführten, indem sie vorgaben, es handele sich um Verteidigungstests.[19]
Im Dezember 2025 erwarb Anthropic die Software-Plattform Bun, um die Geschwindigkeit und Stabilität von Claude Code zu verbessern.[20] Außerdem unterzeichnete Anthropic eine mehrjährige Partnerschaft über 200 Millionen US-Dollar mit Snowflake, um Claude-Modelle über die Snowflake-Plattform anzubieten.[21]
Im Januar 2026 führte Anthropic die neue Abteilung „Labs“ ein, der Mike Krieger als ehemaliger Chief Product Officer beitrat.[22]
Im Februar 2026 schaltete Anthropic zwei Werbespots beim Super Bowl LX als Teil der Marketingkampagne „A Time and a Place“, die von der Agentur Mother umgesetzt wurde. Jeder Spot zeigte KI-Assistenten, die mitten in einem Gespräch beginnen, ein fiktives Produkt zu bewerben. Anthropic positionierte Claude damit als werbefrei – da OpenAI Werbung in der kostenlosen Version von ChatGPT eingeführt hatte.[23][24]
Ebenfalls im Februar 2026 kündigte Anthropic Partnerschaften mit großen IT-Dienstleistern an.[25] Ziel der Zusammenarbeit ist es, KI-Lösungen in den Bereichen Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, Fertigung und Softwareentwicklung zu fertigen. Als Teil der Zusammenarbeit werden die Claude-Modelle von Anthropic, darunter Claude Code, in KI-Angebote der IT-Dienstleister integriert.[26]
Im selben Monat veröffentlichte Anthropic Claude Opus 4.6[27] und anschließend Claude Sonnet 4.6.[28]
Aufgrund von Cybersicherheitsrisiken stellte Anthropic sein neues Modell Mythos im April 2026 zunächst nur Behörden und ausgewählten Unternehmenspartner zur Verfügung. Da das Modell Schwachstellen in Software aufspürt, rief US-Finanzminister Scott Bessent eine Dringlichkeitssitzung mit den Leitern wichtiger Wall-Street-Banken ein.[29][30] Am 9. Juni veröffentlichte Anthropic schließlich Fable 5, das auf dem Mythos-Modell basiert. Im Gegensatz zu Mythos blockiert Fable Anfragen zu sensiblen Themen wie Cybersicherheit oder biochemischen Gefahren und wurde somit allgemein verfügbar.
Den Zugang zu Mythos und Fable verbot eine Anordnung der US-Regierung für Ausländer drei Tage nach der Veröffentlichung. Dies betraf alle Personen ohne US-Staatsbürgerschaft, auch ausländische Anthropic-Mitarbeiter. Die Regierung begründete das Verbot mit Risiken für die nationale Sicherheit. Da Anthropic die Nationalität von Millionen Nutzern weltweit nicht sofortig rechtssicher zu prüfen vermag, wurde der Zugriff auf beide Modelle weltweit für alle Nutzer beendet.[31][32]
Anthropic kooperiert seit Mai 2026 mit SpaceX, um das Rechenzentrums „Colossus 1“ in Memphis zu nutzen.[33] Zeitgleich wurde ein Joint Venture zwischen Anthropic, der Blackstone Group, Hellman & Friedman und Goldman Sachs für den Vertrieb von KI-Tools an Unternehmen bekannt gegeben, für das rund 1,5 Milliarden US-Dollar vorgesehen sind.[34]
Im selben Monat berichtete die New York Times, dass Anthropic Ende 2026 einen Börsengang (IPO) anstrebe.[35] Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen knapp 11 Milliarden US-Dollar Umsatz und den ersten operativen Gewinn.[36]
Im dazu bei der Börsenaufsicht SEC eingereichten Börsenprospekt warnt Anthropic als erstes Unternehmen, sein Hauptprodukt berge „katastrophale oder existenzielle Risiken für die Menschheit“.[37]