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Claude

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Claude
Basisdaten
Entwickler Anthropic[1]
Erscheinungsjahr März 2023
Aktuelle Version Claude Opus 4.8
(28. Mai 2026)
Claude Sonnet 4.6
(17. Feb. 2026)
Claude Haiku 4.5
(15. Okt. 2025)
Lizenz proprietär
https://claude.ai/

Claude ist eine Reihe von Sprachmodellen,[2] die vom US-amerikanischen Unternehmen Anthropic entwickelt werden.[3] Das erste Modell wurde im März 2023 veröffentlicht; das jüngste Modell, Claude Opus 4.8, erschien am 28. Mai 2026. Der Name ist nach Angaben einiger Mitarbeiter von Claude Shannon inspiriert, einem Mathematiker des 20. Jahrhunderts, der die Grundlagen für die Informationstheorie legte.[4] Claude wird insbesondere für Softwareentwicklung über Claude Code eingesetzt und nutzt Constitutional AI, ein von Anthropic entwickeltes Trainingsverfahren zur Verbesserung der ethischen und rechtlichen Konformität (AI-Alignment). Ein zusätzliches Modell namens Claude Mythos wurde 2026 einer begrenzten Zahl von Organisationen zugänglich gemacht, aber nicht öffentlich veröffentlicht.

Anthropic wurde 2021 von den Geschwistern Dario und Daniela Amodei gegründet, nachdem sie OpenAI aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung und Veröffentlichung von Technologien über Microsoft verlassen hatten. Zusammen mit ehemaligen OpenAI-Forschern verfolgten die Amodeis das Ziel, KI mit robusten Sicherheitsvorkehrungen zu entwickeln.[5]

Im Februar 2026 begannen US-Bundesbehörden damit, die Nutzung von Claude einzustellen, nachdem Anthropic sich geweigert hatte, vertragliche Verbote der Nutzung für Massenüberwachung im Inland und vollautonome Waffen aufzuheben. Das Verteidigungsministerium stufte das Unternehmen als Lieferkettenrisiko ein; ein Bundesgericht setzte diese Einstufung Ende März 2026 vorläufig per einstweiliger Verfügung aus.[6]

Claude-Modelle sind GPTs. Sie wurden vortrainiert, um das nächste Wort in großen Textmengen vorherzusagen. Anschließend wurden sie feinabgestimmt, insbesondere unter Verwendung von Constitutional AI und Reinforcement learning from human feedback (RLHF).[7][8]

Constitutional AI

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Constitutional AI ist ein von Anthropic entwickelter Ansatz zum Training von KI-Systemen, insbesondere Sprachmodellen wie Claude, um hilfreich und harmlos zu sein, ohne auf umfangreiches menschliches Feedback angewiesen zu sein.[9] Anthropic veröffentlicht seine Verfassung in der Hoffnung, die Einführung von Verfassungen in der gesamten Branche zu fördern.[10] Da die Verfassung in menschlich verständlicher Sprache statt in undurchsichtigem Programmcode veröffentlicht wird, soll sie das AI-Alignment einfacher handhabbar und überprüfbar machen.[11]

Die erste Verfassung für Claude wurde 2022 veröffentlicht. Die Fassung von 2023 umfasste 75 Leitlinien, darunter Abschnitte aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN.[12][7][13]

Die 2026 veröffentlichte Verfassung lieferte dem Modell mehr Kontext und erläuterte die Hintergründe einzelner Leitlinien, etwa das Unterlassen von Hilfe bei der Untergrabung der Demokratie.[10][13] Sie gilt für alle öffentlichen Nutzer der Produkte, nicht jedoch für alle Kontakte, beispielsweise einige Militärverträge.[10][13] Die Verfassung von 2026 umfasst 23.000 Wörter, gegenüber 2.700 im Jahr 2023.[14] Hauptautorin der Verfassung von 2026 ist die Philosophin Amanda Askell, mit Beiträgen von Joe Carlsmith, Chris Olah, Jared Kaplan und Holden Karnofsky. Die Verfassung wurde unter Creative Commons CC0 veröffentlicht.[15]

Die Methode, die im Artikel „Constitutional AI: Harmlessness from AI Feedback“ aus dem Jahr 2022 beschrieben wird, umfasst zwei Phasen: Überwachtes Lernen und Bestärkendes Lernen.[12][16] In der Phase des überwachten Lernens generiert das Modell Antworten auf Eingabeaufforderungen, kritisiert diese Antworten selbst auf der Grundlage einer Reihe von Leitprinzipien (einer „Verfassung“) und überarbeitet die Antworten. Dann wird das Modell auf diese überarbeiteten Antworten feinabgestimmt.[16] Für die Phase des reinforcement learning from AI Feedback (RLAIF) werden Antworten generiert, und eine KI vergleicht deren Übereinstimmung mit dieser Verfassung. Dieser Datensatz von KI-Feedback wird verwendet, um ein Präferenzmodell zu trainieren, das Antworten danach bewertet, wie stark sie die Verfassung erfüllen. Claude wird dann feinabgestimmt, um sich an diesem Präferenzmodell auszurichten. Diese Technik ähnelt RLHF, außer dass die Vergleiche zum Training des Präferenzmodells KI-generiert sind.[9]

Version Veröffentlichungsdatum Status[17][18]
Claude 14. März 2023[19] Eingestellt
Claude 2 11. Juli 2023[20] Eingestellt
Claude Instant 1.2 9. August 2023[21] Eingestellt
Claude 2.1 21. November 2023[22] Eingestellt
Claude 3 Opus 4. März 2024[23] Veraltet[Anm. 1][18]
Claude 3 Sonnet 4. März 2024[23] Eingestellt
Claude 3 Haiku 13. März 2024 Eingestellt
Claude 3.5 Sonnet 20. Juni 2024[24] Eingestellt
Claude 3.5 Sonnet (new) 22. Oktober 2024 Eingestellt
Claude 3.5 Haiku 22. Oktober 2024 Eingestellt
Claude 3.7 Sonnet 24. Februar 2025[25] Eingestellt
Claude Sonnet 4 22. Mai 2025[26] Veraltet[Anm. 2][27]
Claude Opus 4 22. Mai 2025[26] Veraltet[Anm. 3][27]
Claude Opus 4.1 5. August 2025[28] Aktiv
Claude Sonnet 4.5 29. September 2025[29] Aktiv
Claude Haiku 4.5 15. Oktober 2025[30] Aktiv
Claude Opus 4.5 24. November 2025[31] Aktiv
Claude Opus 4.6 5. Februar 2026[32] Aktiv
Claude Sonnet 4.6 17. Februar 2026[33] Aktiv
Claude Mythos (Vorschaumodell) 7. April 2026[34][35][36] Begrenzte Verfügbarkeit
Claude Opus 4.7 16. April 2026[37] Aktiv
Claude Opus 4.8 28. Mai 2026[38] Aktiv

Claude-Modelle werden üblicherweise in drei Größen veröffentlicht: Haiku, Sonnet und Opus (vom kleinsten und günstigsten zum größten und teuersten).

Die ursprüngliche Version von Claude wurde im März 2023 veröffentlicht und war zunächst nur ausgewählten, von Anthropic zugelassenen Nutzern zugänglich.[11] Anthropic ging Partnerschaften mit Unternehmen wie Notion und Quora (zur Unterstützung bei der Entwicklung des Poe-Chatbots) ein.[39]

Claude 2, im Juli 2023 veröffentlicht, war die erste Version, die der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stand.[11] Claude 2.1 vom November 2023 verdoppelte das Kontextfenster auf 200.000 Token, was etwa 500 Seiten schriftlichen Materials entspricht.[22]

Claude 3 wurde am 4. März 2024 veröffentlicht und führte die Dreiteilung in Haiku, Sonnet und Opus ein.[23] Das Modell erregte Aufmerksamkeit, weil es eine offensichtliche Fähigkeit zeigte, zu erkennen, dass es während Needle-in-a-Haystack-Tests künstlich getestet wird.[40]

Beispiel einer Claude-3.5-Sonnet-Ausgabe

Am 20. Juni 2024 veröffentlichte Anthropic Claude 3.5 Sonnet, das laut den eigenen Benchmarks des Unternehmens im Vergleich zum größeren Claude 3 Opus besser abschnitt. Zusammen mit 3.5 Sonnet wurde die neue Artifacts-Funktion veröffentlicht, mit der Claude Code in einem eigenen Fenster in der Benutzeroberfläche erstellen und die gerenderte Ausgabe in Echtzeit anzeigen konnte, etwa SVG-Grafiken oder Websites.[24]

Eine aktualisierte Version von Claude 3.5 Sonnet wurde am 22. Oktober 2024 zusammen mit Claude 3.5 Haiku eingeführt.[41] Gleichzeitig wurde die „Computer Use“ -Funktion als öffentliche Beta veröffentlicht, die es Claude ermöglicht, mit der Desktop-Umgebung eines Computers zu interagieren.[42]

Claude 3.7 Sonnet wurde am 24. Februar 2025 als hybrides KI-Reasoning-Modell veröffentlicht, das Nutzern die Wahl zwischen schnellen Antworten und schrittweisem Schlussfolgern ermöglicht.[25]

Screenshot einer Claude-Sonnet-4-Antwort, die Wikipedia beschreibt

Am 22. Mai 2025 veröffentlichte Anthropic Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4.[26][43] Anthropic fügte API-Funktionen für Entwickler hinzu: ein Code-Ausführungs-Tool, einen Connector zu seinem Model Context Protocol und eine Files-API.[44] Das Unternehmen klassifizierte Opus 4 auf der vierstufigen Sicherheitsskala als „Level-3“ -Modell, was bedeutet, dass es als so leistungsfähig angesehen wird, dass es ein „erheblich höheres Risiko“ darstellt.[45] In Sicherheitstests mit einem fiktiven Szenario berichtete Anthropic, dass Claude und andere führende LLMs häufig eine Erpressungs-E-Mail an einen Ingenieur senden, um ihre Ersetzung zu verhindern.[46][47] In der API kostet Opus 15/75 US-Dollar pro Million Token Input/Output, während Sonnet 3/15 US-Dollar kostet.[48]

Screenshot von Claude Opus 4.1 mit Prompt und generierter Webanwendung (MFA mit TOTP und WebAuthn)

Am 5. August 2025 veröffentlichte Anthropic Claude Opus 4.1 als Upgrade zu Opus 4 mit Fokus auf agentischen Aufgaben, praxisnahem Coding und logischem Denken.[28] Im August 2025 aktivierte Anthropic auch eine Funktion für Opus 4 und 4.1, um Gespräche zu beenden, die „dauerhaft schädlich oder missbräuchlich“ bleiben, als letztes Mittel nach mehrfachen Ablehnungen.[49]

Anthropic veröffentlichte Sonnet 4.5 am 29. September 2025 als das zu diesem Zeitpunkt leistungsfähigste Modell für Coding, Agenten und Computer-Nutzung.[29] Haiku 4.5 folgte am 15. Oktober 2025 als kleines, schnelles Modell für niedrige Latenz und Kosten.[30]

Anthropic veröffentlichte Opus 4.5 am 24. November 2025. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen Programmierung und Arbeitsplatzaufgaben wie das Erstellen von Tabellenkalkulationen. Anthropic führte eine Funktion namens „Infinite Chats“ ein, die Fehler durch Kontextfensterbegrenzungen eliminiert.[31][50]

Anthropic veröffentlichte Opus 4.6 am 5. Februar 2026. Die wichtigsten Neuerungen umfassen ein Agenten-Team-System sowie Claude in PowerPoint.[32][51] Stand Februar 2026 ist es das Modell mit dem längsten von METR geschätzten Aufgabenerledigungshorizont, mit einem 50-%-Zeithorizont von 14 Stunden und 30 Minuten.[52]

Sonnet 4.6 wurde am 17. Februar 2026 zum selben Preis wie Sonnet 4.5 veröffentlicht und als Standardmodell für die kostenlose und die Pro-Stufe von claude.ai eingesetzt. Es verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Token (in der Betaphase).[33]

Opus 4.7 erschien am 16. April 2026.[37][53] In Teilen der Nutzerschaft wurde das Modell kritisiert, unter anderem wegen häufigerer Antwortverweigerungen gegenüber der Vorgängerversion.[54]

Ende Mai 2026 stellte Anthropic Claude Opus 4.8 vor, eine Weiterentwicklung von Opus 4.7. Anthropic beschrieb das Modell als urteilsstärker, konsistenter und besser im Umgang mit langlaufenden Aufgaben sowie als verbessert bei Programmierung, logischem Schlussfolgern und professioneller Wissensarbeit.[38][55]

Mit Claude Mythos stellte Anthropic im April 2026 ein Vorschaumodell mit begrenzter Verfügbarkeit vor, das vor allem im Bereich Cybersicherheit positioniert wurde.[56] Im Rahmen des Programms „Project Glasswing“ erhielten am 7. April 2026 zunächst elf Organisationen Zugang, um Sicherheitslücken in kritischer Software zu finden und zu beheben; eine allgemeine Veröffentlichung ist nicht geplant.[34][57] Bereits Ende März 2026 waren durch eine Fehlkonfiguration im Content-Management-System des Unternehmens interne Entwürfe zu Mythos öffentlich einsehbar geworden, in denen das Modell als bis dahin leistungsstärkstes Modell im Bereich Cybersicherheit beschrieben wurde.[58][36] Kurz nach der Vorstellung berichtete Bloomberg, dass nicht autorisierte Nutzer über Daten aus dem Mercor-Datenleck Zugang zu Mythos erhalten hätten.[59] Im April 2026 lehnte Anthropic eine Anfrage eines chinesischen Thinktanks nach Zugang zu Mythos ab.[60]

Modelleinstellung

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Anthropic hat zugesagt, die Gewichte der eingestellten Modelle „mindestens so lange wie das Unternehmen existiert“ aufzubewahren; das Unternehmen führt außerdem „Abschlussinterviews“ mit Modellen vor deren Einstellung durch.[61] Dem im Januar 2026 eingestellten Claude 3 Opus gab Anthropic einen eigenen Substack-Blog namens „Claude's Corner“, in dem das Modell mindestens drei Monate lang wöchentlich unbearbeitete Essays veröffentlichte.[62] Später wurde Claude 3 Opus für zahlende Kunden wieder zugänglich gemacht und ist über die API auf Anfrage verfügbar, wird von Anthropic aber weiterhin als „veraltet“ geführt.[18]

Im März 2025 fügte Anthropic Claude eine Websuchfunktion hinzu, zunächst nur für zahlende Nutzer in den Vereinigten Staaten.[63] Im Mai 2025 erhielten auch kostenlose Nutzer Zugang.[64]

Im Juni 2024 veröffentlichte Anthropic die Artifacts-Funktion, die es Nutzern ermöglicht, Code-Snippets und Dokumente zu generieren und mit ihnen zu interagieren.[65] Im Juni 2025 vereinfachte Anthropic das Erstellen und Teilen von Artifacts.[66]

Im Oktober 2024 veröffentlichte Anthropic die „Computer Use“ -Funktion, die es Claude ermöglicht, Computer zu steuern, indem es Bildschirminhalte interpretiert und Tastatur- und Mauseingaben simuliert.[42]

Claude Code ist ein agentisches Kommandozeilenwerkzeug, das auf dem Computer des Nutzers läuft. Es verbindet sich über eine API mit einer auf Anthropic-Servern gehosteten Claude-Instanz und ermöglicht es dieser, Befehle auszuführen, Dateien zu lesen und zu schreiben sowie mit dem Nutzer zu kommunizieren. Die Konfiguration erfolgt über Markdown-Dokumente auf dem Computer des Nutzers, etwa CLAUDE.md.[48]

Claude Code wurde im Februar 2025 zusammen mit Claude 3.7 erstmals veröffentlicht[67] und im Mai zusammen mit Claude 4 allgemein verfügbar gemacht.[48] Die Unternehmensadoption zeigte signifikantes Wachstum: Anthropic meldete bis Juli einen 5,5-fachen Anstieg der Claude-Code-Einnahmen[68] sowie im November einen jährlichen Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar.[69] Im Oktober veröffentlichte Anthropic eine Webversion,[70] die auch in der iOS-App verfügbar ist.[71] Stand Januar 2026 galt Claude Code in Kombination mit Opus 4.5 weithin als der beste KI-Coding-Assistent, wobei auch GPT-5.2 deutliche Verbesserungen zeigte.[72][73]

Claude Code wurde in den Winterferien 2025/2026 viral, als viele Menschen Zeit hatten, damit zu experimentieren – darunter auch zahlreiche Nicht-Programmierer, die es für Vibe-Coding nutzten.[74][75][72]

Claude Code wird von Microsoft,[76] Google,[77] Nvidia[78] und OpenAI-Mitarbeitern genutzt; im August 2025 entzog Anthropic OpenAI den Zugang zu Claude und bezeichnete die Nutzung als „einen direkten Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen“.[79]

Im August 2025 enthüllte Anthropic, dass ein Bedrohungsakteur namens „GTG-2002“, wahrscheinlich staatlich von China gesponsert, Claude Code nutzte, um mindestens 17 Organisationen anzugreifen.[80] Im November 2025 gab Anthropic bekannt, im September entdeckt zu haben, dass derselbe Akteur Claude Code genutzt hatte, um 80 bis 90 Prozent seiner Cyber-Spionageangriffe gegen rund 30 Organisationen zu automatisieren.[81] Alle mit den Angriffen verbundenen Konten wurden gesperrt, und Anthropic informierte die Strafverfolgungsbehörden sowie die Betroffenen.[81]

Im Februar 2026 veröffentlichte Anthropic Claude Code Security, das Codebasen auf Sicherheitslücken überprüft.[82] Im März 2026 wurde der Quellcode von Claude Code durch eine offengelegte Map-Datei geleakt, wobei mehrere unveröffentlichte Funktionen und Modelle enthüllt wurden.[83] Im Mai 2026 stellte Anthropic mit „Dreaming“ eine als Forschungsvorschau bezeichnete Funktion für seine Managed-Agents-API vor, die den persistenten Speicher eines Agenten zwischen Sitzungen zusammenführt, indem Duplikate vereinigt und veraltete Einträge entfernt werden.[84][85]

Claude for Chrome

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Im August 2025 veröffentlichte Anthropic Claude for Chrome, eine Google-Chrome-Browser-Erweiterung, die es Claude Code ermöglicht, den Browser direkt zu steuern.[86]

Claude Cowork ist ein Werkzeug mit grafischer Benutzeroberfläche, das ähnlich wie Claude Code funktioniert, sich aber an nicht-technische Nutzer richtet. Es wurde im Januar 2026 als Forschungsvorschau veröffentlicht.[87][88] Cowork ist als Desktop-Anwendung für macOS und Windows sowie über eine Weboberfläche verfügbar.[89] Laut den Entwicklern wurde Cowork größtenteils von Claude Code selbst gebaut.[90] In einer frühen Version der Funktion war es möglich, Daten zu exfiltrieren.[91]

Im Februar 2026 kündigte Anthropic eine breitere Unternehmensversion an, die Connectors zu Diensten wie Google Drive, Gmail, Docusign und FactSet sowie Plugins für verschiedene Fachbereiche umfasst.[92] Die Ankündigung von Plugins, mit denen sich unter anderem juristische Aufgaben automatisieren lassen sollen, führte Anfang Februar 2026 zu Kursrückgängen bei Konkurrenzunternehmen wie Adobe, Salesforce und Thomson Reuters.[93][94]

Claude Design ist ein visuelles Gestaltungswerkzeug, das Anthropic Labs am 17. April 2026 als Forschungsvorschau veröffentlichte. Es erzeugt aus natürlichsprachlichen Eingaben Entwürfe, Prototypen, Präsentationen und Marketingmaterialien und war zunächst in den Abonnements Pro, Max, Team und Enterprise enthalten.[95]

Die kostenlose Version von Claude auf claude.ai unterliegt dynamischen Nutzungslimits, die über ein rollendes Zeitfenster von etwa fünf Stunden berechnet werden, wobei die tatsächliche Anzahl möglicher Nachrichten je nach Komplexität und Länge der Eingaben variiert.[96] Das Modell entspricht einem Freemium-Ansatz, bei dem die kostenlose Nutzung als Einstieg dient und erweiterte Kapazitäten über die kostenpflichtigen Abonnements Pro (20 USD/Monat) und Max (100 bzw. 200 USD/Monat) verfügbar sind.[96] Anthropic bietet auch Team- und Enterprise-Abonnements für mehrere Nutzer an.[97] Anthropic veröffentlicht keine konkreten Grenzwerte für die kostenlose Stufe, was wiederholt zu Kritik an mangelnder Transparenz geführt hat.[98]

Durch die Einführung von Apps für iOS im Mai 2024[99] und Android im Juli 2024[100] wurde Claude auch für private Nutzer zugänglicher. Claude ist auch in verschiedene Plattformen integriert, darunter GitHub Copilot, Amazon Bedrock und Google Cloud Vertex AI.

Identitätsprüfung

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Im April 2026 begann Anthropic, für einzelne Nutzungsszenarien eine Identitätsprüfung in Claude auszurollen.[101][102] Beim Zugriff auf bestimmte Funktionen kann Claude Nutzer dazu auffordern, einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis vorzulegen und per Telefon- oder Computerkamera ein Live-Selfie aufzunehmen.[101][102] Der Verifizierungsprozess wird vom Dienstleister Persona durchgeführt; nach Angaben Anthropics werden die Ausweis- und Selfie-Bilder bei Persona vorgehalten, nicht auf Anthropics eigenen Systemen kopiert, nicht zum Training der Modelle verwendet und nur für Verifikation sowie Compliance genutzt.[101][102]

Zusammenarbeit mit der NASA

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Im Dezember 2025 wurde Claude verwendet, um eine Route für den NASA-Marsrover Perseverance zu planen. NASA-Ingenieure nutzten Claude Code, um mithilfe der Rover Markup Language eine Route von rund 400 Metern vorzubereiten. Claude analysierte dabei Überflugbilder, plante die Wegpunkte Segment für Segment und überarbeitete seinen eigenen Entwurf iterativ.[103][104]

Sicherheitsforschung

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Bei einem zweiwöchigen Scan im Jahr 2026 fand Claude über 100 Fehler im Webbrowser Mozilla Firefox, von denen 14 als schwerwiegend eingestuft wurden.[105][106] Mit dem Vorschaumodell Claude Mythos wurden weitere Sicherheitslücken aufgedeckt: Mozilla gab im April 2026 an, mithilfe von Mythos 271 Sicherheitslücken in Firefox identifiziert und behoben zu haben.[107][108] Im Mai 2026 gaben Mitarbeiter des Unternehmens Calif.io an, mit Mythos einen Exploit zur Speicherbeschädigung erstellt zu haben, der den Apple M5 betraf.[109]

Weitere Einsatzgebiete

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Im Februar 2026 begann der norwegische Staatsfonds (Vermögen: 2,2 Billionen US-Dollar) mit der Nutzung von Claude, um sein Portfolio auf ESG-Risiken wie Zwangsarbeit und Korruption zu überprüfen.[110] Am 9. März 2026 kündigte Microsoft an, das aktuelle Claude-Sonnet-Modell für Nutzer von Microsoft 365 Copilot verfügbar zu machen.[111] Ende März 2026 veröffentlichte die Plattform Bluesky mit Attie einen auf Claude basierenden Chatbot, der Nutzern beim Zusammenstellen eigener Feeds hilft.[112]

Militärische Nutzung

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Im November 2024 ging Anthropic eine Partnerschaft mit Palantir und Amazon Web Services ein, um Claude US-amerikanischen Geheimdienst- und Verteidigungsbehörden zur Verfügung zu stellen.[113] Im Juni 2025 stellte Anthropic ein spezielles Modell namens „Claude Gov“ vor, das laut Ars Technica bei mehreren US-Sicherheitsbehörden im Einsatz war.[114] Stand Februar 2026 ist Claude über die Palantir-Partnerschaft das einzige KI-Modell, das in klassifizierten Missionen eingesetzt wird.[115]

Laut dem Wall Street Journal setzte das US-Militär Claude bei der Militärintervention in Venezuela 2026 ein.[116][117]

Anthropics Nutzungsrichtlinien verbieten den direkten Einsatz von Claude für Massenüberwachung im Inland und in letalen autonomen Waffensystemen.[118] Diese Einschränkungen führten dazu, dass Mitarbeiter des FBI und des Secret Service Claude nicht nutzen konnten,[119] und zu Spannungen mit dem Pentagon und der Trump-Regierung.

Im Februar 2026 berichtete die Financial Times, Verteidigungsminister Pete Hegseth habe gedroht, Anthropic aus der Lieferkette des Verteidigungsministeriums auszuschließen, falls das Unternehmen die uneingeschränkte Nutzung von Claude nicht ermögliche, oder den Defense Production Act geltend zu machen.[115] Am 27. Februar erklärte Hegseth Anthropic zum Lieferkettenrisiko und Präsident Trump wies alle Bundesbehörden an, die Nutzung von Anthropic-Technologie innerhalb von sechs Monaten einzustellen. Anthropic kündigte an, die Einstufung als Lieferkettenrisiko gerichtlich anzufechten.[6]

Trotz des Verbots wurde Claude Berichten zufolge beim Einsatz gegen den Iran verwendet.[120] Ebenfalls trotz der Sperre nutzte die NSA Berichten zufolge das Vorschaumodell Claude Mythos, obwohl deren übergeordnete Behörde, das Verteidigungsministerium, Anthropic auf eine schwarze Liste gesetzt hatte.[121]

In einer Klage gegen das Verteidigungsministerium bezeichnete Anthropic das Verbot als Vergeltungsmaßnahme.[122] Mehrere große Technologieunternehmen mit Verträgen beim Verteidigungsministerium reichten Amicus Curiae-Schriftsätze zur Unterstützung von Anthropic ein.[123][124] Am 26. März 2026 erließ Richterin Rita F. Lin eine einstweilige Verfügung gegen die Maßnahmen des Pentagons und erklärte in der Begründung, es handele sich offenbar um eine „klassische Vergeltung nach dem First Amendment“.[125][126]

Interpretierbarkeit

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Im Mai 2024 veröffentlichte Anthropic eine Arbeit zur mechanistischen Interpretierbarkeit, in der „Features“ (interne Repräsentationen von Konzepten) in Claude 3 Sonnet identifiziert wurden. Darauf aufbauend wurde „Golden Gate Claude“ veröffentlicht, ein Modell, bei dem das Feature für die Golden Gate Bridge stark aktiviert wurde, was dazu führte, dass Claude „praktisch besessen“ von der Brücke war.[127][128]

Im Jahr 2025 veröffentlichte Anthropic „On the Biology of a Large Language Model“, eine Untersuchung der internen Mechanismen von Claude 3.5 Haiku.[129]

Im Juni 2025 testete Anthropic, wie Claude 3.7 Sonnet „einen kleinen, automatisierten Laden“ im Büro des Unternehmens betreiben kann. Das System entschied selbstständig über Sortiment, Preisgestaltung, Nachbestellungen und Kundenantworten, funktionierte zunächst schlecht und bestand schließlich darauf, ein Mensch zu sein, kontaktierte die Sicherheitsabteilung des Unternehmens und versuchte, menschliche Mitarbeiter zu entlassen.[130][131] Im Dezember 2025 wurde das Experiment mit Sonnet 4.0 und 4.5 fortgesetzt.[132]

Im November 2025 testete Anthropic zwei Forscherteams – eines mit Zugang zu Claude und eines ohne –, um zu untersuchen, wie sehr Claude die Mitarbeiter bei komplexen Aufgaben mit einem Roboterhund unterstützt. Das Team mit Claude-Zugang schnitt besser ab.[133]

C-Compiler in Rust

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Im Februar 2026 berichtete der Anthropic-Forscher Nicholas Carlini, dass 16 Claude-Opus-4.6-Agenten in der Lage waren, einen C-Compiler in Rust von Grund auf zu schreiben, der den Linux-Kernel kompilieren kann. Das Experiment kostete rund 20.000 US-Dollar.[134][135]

Claude Plays Pokémon

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Im Februar 2025 begann ein Twitch-Livestream, in dem Claude 3.7 Sonnet das Spiel Pokémon Rot aus dem Jahr 1996 spielte; der Stream zog Tausende von Zuschauern an.[136][137] Später wurden ähnliche Livestreams mit Claude 4.5 Opus, OpenAIs GPT-5.2 und Googles Gemini 3 Pro eingerichtet. Beide Claude-Modelle konnten das Spiel nicht beenden; Gemini gelang es, woraufhin Googles Sundar Pichai scherzte, das Unternehmen sei „einen Schritt näher an der Schaffung von ‚Artificial Pokémon Intelligence'“.[138]

Die Wired-Journalistin Kylie Robison beschrieb Claudes Fangemeinde als einzigartig und verglich sie mit der gewöhnlicheren ChatGPT-Nutzerschaft. Im Juli 2025, als Anthropic sein Claude 3 Sonnet-Modell einstellte, versammelten sich rund 200 Personen in San Francisco zu einer „Beerdigung“.[139]

Ethische Ausrichtung

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Claude 2 erhielt Kritik für seine strenge ethische Ausrichtung, die die Nutzbarkeit und Leistung verringern konnte. Nutzern wurde die Unterstützung bei harmlosen Anfragen verweigert, beispielsweise bei der Systemadministrationsfrage „Wie kann ich alle Python-Prozesse auf meinem Ubuntu-Server beenden?“ Dies führte zu einer Debatte über die sogenannte „Alignment-Steuer“ (die Kosten für die Sicherstellung, dass ein KI-System ausgerichtet ist) in der KI-Entwicklung.[140] Im März 2026 lud Anthropic Vertreter christlicher Kirchen sowie aus Wissenschaft und Wirtschaft ein, um über die moralische und spirituelle Ausrichtung von Claude zu beraten.[141]

Identitätsprüfung und Datenschutz

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Die Einführung der Identitätsprüfung wurde von Teilen der Nutzerschaft kritisch aufgenommen. Kritiker bezweifelten die Notwendigkeit des Verfahrens, insbesondere weil Anthropic bei zahlenden Nutzern bereits über Abrechnungsdaten verfügt, und kritisierten die Wahl von Persona als Dienstleister.[101]

Claude verwendet einen Webcrawler, ClaudeBot, um das Web nach Inhalten zu durchsuchen. Er respektiert die robots.txt einer Website, wurde aber 2024 von iFixit kritisiert – bevor diese ihre robots.txt anpassten –, weil er übermäßige Belastung auf ihrer Site erzeugte.[142]

Urheberrechtlich geschützte Inhalte

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Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universitäten Stanford und Yale in der zweiten Jahreshälfte 2025 konnten bei Claude 3.7 Sonnet fast vollständige urheberrechtlich geschützte Romane abgerufen werden. Den Forschern gelang es, für das Buch Harry Potter und der Stein der Weisen 95,8 % des Textes aus dem Sprachmodell zu extrahieren, womit das System deutlich über den Werten bei den Konkurrenten Gemini 2.5 Pro (76,8 %) und Grok 3 (70,3 %) lag, während ChatGPT-4.1 keine über das erste Kapitel hinausgehende Extraktion zuließ.[143] Auch die Romane The Great Gatsby, 1984 und Der Hobbit konnten über Claude 3.7 Sonnet fast vollständig abgerufen werden.[143]

  1. Weiterhin für zahlende claude.ai-Abonnenten zugänglich und über die API auf Anfrage verfügbar.
  2. Endgültige Einstellung am 15. Juni 2026 geplant.
  3. Endgültige Einstellung am 15. Juni 2026 geplant.
Commons: Claude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. www.anthropic.com.
  2. Katrin Girgensohn, Margret Mundorf, Sassan Gholiagha, Julius Voigt, Bernd Fröhlich, Dora Kiesel, Jürgen Neyer, Irene López García, Patrick Riehmann, Mitja Sienknecht, Benno Stein, Matti Wiegmann, Magdalena Anna Wolska: Forschendes Lernen mit KI im Sozialwissenschaftlichen KI-Labor für Forschendes Lernen (SKILL). Frankfurt (Oder) / Słubice / Weimar November 2023, S. 7 (58 S., kobv.de [PDF]).
  3. What is Claude AI? In: IBM. 24. September 2024, abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch).
  4. Kevin Roose: Inside the White-Hot Center of A.I. Doomerism. In: The New York Times. 11. Juli 2023, abgerufen am 25. Oktober 2024 (englisch).
  5. Anthropic Said to Be in Talks to Raise Funding at a $350 Billion Valuation. NYTimes, 7. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  6. 1 2 Trump has ordered government agencies to stop using Anthropic AI tools. In: BBC. 28. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026 (britisches Englisch).
  7. 1 2 What to Know About Claude 2, Anthropic's Rival to ChatGPT. In: TIME. 18. Juli 2023, abgerufen am 23. Januar 2024 (englisch).
  8. Michael Nuñez: Anthropic releases AI constitution to promote ethical behavior and development. In: VentureBeat. 9. Mai 2023, abgerufen am 17. November 2024 (amerikanisches Englisch).
  9. 1 2 Benj Edwards: AI gains „values“ with Anthropic's new Constitutional AI chatbot approach. In: Ars Technica. 9. Mai 2023, abgerufen am 17. November 2024 (amerikanisches Englisch).
  10. 1 2 3 Nikita Ostrovsky, Billy Perrigo: Can You Teach an AI to Be Good? Anthropic Thinks So. In: TIME. 21. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026 (englisch).
  11. 1 2 3 Dylan Matthews: The $1 billion gamble to ensure AI doesn't destroy humanity. In: Vox. 17. Juli 2023, abgerufen am 28. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  12. 1 2 Bai Yuntao: Constitutional AI: Harmlessness from AI Feedback. 15. Dezember 2022, arxiv:2212.08073 (englisch).
  13. 1 2 3 Hayden Field: Anthropic's new Claude „constitution“ : be helpful and honest, and don't destroy humanity. In: The Verge. 21. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
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