SpaceX
| Space Exploration Technologies Corporation | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| Gründung | Juni 2002[1] |
| Sitz | Hawthorne, Kalifornien[2][3][4] und Starbase, Texas,[5] Vereinigte Staaten |
| Leitung | Elon Musk (CEO und CTO), Gwynne Shotwell (Präsidentin und COO) |
| Mitarbeiterzahl | > 22.000 (31. März 2026)[6] |
| Umsatz | 15,5 Mrd. US-Dollar (2025)[6] |
| Branche | Raumfahrt, Telekommunikation, Künstliche Intelligenz |
| Website | spacex.com |


SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein US-amerikanisches Raumfahrt-, Telekommunikations und KI-Unternehmen, das 2002 von Elon Musk gegründet wurde. Nach anfänglichen Fehlschlägen mit der Rakete Falcon 1 wurde die Firma innerhalb weniger Jahre mit der Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). 2017 löste SpaceX Arianespace als weltweiten Marktführer für kommerzielle Satellitenstarts ab. Mit der 2018 erstmals gestarteten Falcon Heavy bietet das Unternehmen auch die stärkste kommerziell verfügbare Trägerrakete an. Unter anderem durch Pionierleistungen bei der Landung, Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen gelang eine Reduzierung der Kosten für Satellitenstarts um den Faktor 7. Mit dem Großraketenprojekt Starship möchte SpaceX die Startkosten nochmals auf einen Bruchteil senken und bemannte Flüge zum Mond und zum Mars ermöglichen.
Mit dem Raumschiff Dragon 2 führt SpaceX seit 2020 die bemannten Zubringerflüge der NASA zur ISS durch und seit 2021 touristische Raumflüge. Mit dem Starlink-Projekt für einen weltweiten Satelliten-Internetzugang ist das Unternehmen – gemessen an der Satellitenanzahl – der weltgrößte Satellitenhersteller und -betreiber. SpaceX betreibt Startanlagen und Landeplätze an der US-amerikanischen Ost- und Westküste sowie an der Golfküste von Texas, außerdem eine Flotte von Schiffen für die Bergung von Raumkapseln und Raketenteilen.
Durch die Übernahme von Musks Konzern xAI im Februar 2026 bietet SpaceX auch KI-Dienstleistungen an und betreibt den Microblogging-Dienst X.
Geschichte
2002 – Gründung und Falcon 1
SpaceX wurde im Juni 2002 von dem Unternehmer und autodidaktischen Ingenieur[7][8][9][10] Elon Musk mit dem Ziel gegründet, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermöglichen sollen, den Mars zu kolonisieren und das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten.[11][12] Musk hatte seine Beteiligung an dem Bezahldienst PayPal für etwa 200 Millionen US-Dollar verkauft und investierte die Hälfte des Geldes in SpaceX.[13] Bereits im Jahr zuvor hatte er sich für seine angedachte Mission Mars Oasis („Mars-Oase“) nach einer Rakete zum Kauf in Russland umgesehen. Die russischen Raketen kamen aber preislich nicht in Frage.[14] Die Idee von Mars Oasis war, ein experimentelles Treibhaus zum Mars zu bringen. Mit Bildern von Pflanzen auf dem roten Planeten wollte Musk die Öffentlichkeit für sein Projekt der Marsbesiedlung begeistern.[15]

Mit etwa 30 Angestellten – darunter die Ingenieure Tom Mueller und Hans Königsmann sowie die Ingenieurin und betriebswirtschaftliche Leiterin Gwynne Shotwell – begann Musk die Entwicklung der Kleinrakete Falcon 1. Die wesentlichen Bauteile dieser Rakete, wie die beiden Triebwerke Merlin und Kestrel, waren Neuentwicklungen. Im Juni 2005 waren bereits etwa 130 Mitarbeiter bei SpaceX angestellt,[16] und am 24. März 2006 startete von der Insel Omelek im Pazifik die erste SpaceX-Rakete. Nachdem die ersten drei Flüge in Fehlschlägen endeten, erreichte die Falcon 1 am 28. September 2008 mit ihrem vierten und vorletzten Flug eine Erdumlaufbahn. Sie war die erste privat entwickelte und funktionsfähige orbitale Flüssigtreibstoffrakete.[17]
2008 – NASA-Aufträge, Falcon 9 und Dragon
Im Rahmen des COTS-Programms der NASA erhielt SpaceX 2008 einen Auftrag im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar für zwölf Versorgungsflüge zur ISS. Insgesamt 20 Tonnen Fracht sollten mit dem in Entwicklung befindlichen SpaceX-Raumfrachter Dragon zu der Raumstation geliefert werden. Gestartet werden sollten die Raumschiffe mit der neuen, mittelschweren Trägerrakete Falcon 9.[18] Pläne zur Entwicklung der kleineren Falcon 5 hatte SpaceX mittlerweile verworfen. Nach den ersten Falcon-9-Starts, die als Entwicklungs- und Demonstrationsflüge für den NASA-Auftrag dienten, begann SpaceX 2012 mit regelmäßigen Transportflügen zur ISS. Diese werden auch zum Rücktransport von Laborprodukten und zu reparierenden Ausrüstungsgegenständen genutzt. Seit Ende 2013 startet die Falcon 9 auch kommerzielle Satelliten für Kunden wie SES, AsiaSat und Iridium (→ Liste der Falcon-9-Starts).

2014 vergab die NASA einen mit 2,6 Milliarden US-Dollar dotierten Auftrag zur Realisierung des bemannten Raumschiffs Crew Dragon, einschließlich des Demonstrationsflugs SpX-DM2 mit zwei NASA-Astronauten.[19] Nachdem die Crew Dragon einen unbemannten (SpX-DM1) und den bemannten Testflug erfolgreich absolviert hatte und durch die NASA zertifiziert worden war, begannen 2020 regelmäßige Zubringerflüge zur ISS. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen des Commercial-Crew-Programms. Da das Raumschiff CST-100 Starliner des Konkurrenten Boeing von technischen Problemen geplagt war, übernahm SpaceX auch die für Boeing vorgesehenen Besatzungsflüge zur ISS. Auf der technischen Basis der Crew Dragon wurde der Frachter Cargo Dragon 2 entwickelt, der das ursprüngliche Dragon-Raumschiff ablöste.
Auf dem Weg zum weltweit erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen hatte SpaceX einige Rückschläge zu überwinden. So brach im Juni 2015 die Falcon 9 des Dragon-Versorgungsflugs CRS-7 auf dem Weg zur ISS auseinander.[20] Im September 2016 explodierte bei einem Betankungstest auf der Cape Canaveral Air Force Station die obere Stufe einer Falcon 9, wobei der israelische Kommunikationssatellit AMOS 6 zerstört wurde. Als wahrscheinlichste Ursache beider Unfälle wurden Probleme mit einem der heliumgefüllten Druckbehälter ermittelt, die im Sauerstofftank der oberen Raketenstufe angebracht sind und zur Druckbeaufschlagung des Tanks dienen. Beim CRS-7-Flug war demnach der Kopf einer Haltestrebe gebrochen, weshalb sich der damit befestigte Behälter gelöst und den Tank leckgeschlagen hatte.[21] Beim AMOS-6-Probelauf hatte anscheinend eine geänderte Betankungsreihenfolge dazu geführt, dass flüssiger Sauerstoff unter die CFK-Ummantelung eines der Behälter drang und diese verformte, woraufhin sie sich durch Reibung entzündete.[22] Fortan wurden Betankungstests der Falcon 9 nur noch ohne montierte Nutzlast durchgeführt.
Auch bei der Dragon 2 kam es während eines Testlaufs am Cape Canaveral zu einer Explosion. Die Dragon-Kapsel, die zuvor mit der Mission SpX-DM1 zur ISS geflogen war, wurde dadurch zerstört. Ursache war ein undichtes Ventil, durch das Treibstoff in eine Druckgasleitung geleckt war, wo er sich beim Triebwerksstart entzündet hatte. SpaceX ersetzte das Ventil durch eine Berstscheibe, die nach jedem Start erneuert wird.[23]
2015 – Landung und Wiederverwendung von Orbitalraketen

Um die Kosten des Raumtransports zu senken, strebte SpaceX die Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen an. Bereits für die Falcon 5 war eine wiederverwendbare Erststufe geplant gewesen.[24] 2013 begann man, mit einstufigen Experimentalraketen wie dem „Grasshopper“ (Grashüpfer) die kontrollierte Landung von Raketenstufen zu erproben. Anhand der Erkenntnisse aus diesen Experimenten wurde die erste Stufe der Falcon 9 weiterentwickelt; erste Landeversuche damit fanden aus Sicherheitsgründen zunächst über dem Ozean und dann auf einer unbemannten schwimmenden Plattform statt.
Am 22. Dezember 2015 gelang SpaceX die historisch erste Landung einer orbitalen Raketenstufe: Nach dem Start von elf Kommunikationssatelliten des Unternehmens Orbcomm flog die Falcon-9-Erststufe zurück zur Cape Canaveral Air Force Station, wo sie weich auf dem Landeplatz 1 aufsetzte.[25] Am 30. März 2017 wurde auch das Ziel der Wiederverwendung erreicht: Für den Start des Kommunikationssatelliten SES-10 vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center wurde dieselbe Falcon-9-Erststufe verwendet, die im April 2016 bereits einen Dragon-Raumfrachter für den NASA-Flug CRS-8 befördert hatte. Nach dem CRS-8-Start hatte die Stufe die erste erfolgreiche Landung einer Raketenstufe auf einer schwimmenden Plattform absolviert.[26][27]

Die Wiederverwendung der Falcon-9-Erststufen trug wesentlich dazu bei, dass SpaceX die Startkosten für Satelliten im Zeitraum von der Firmengründung bis 2019 um den Faktor 7 senken konnte.[28] Um die Kosten noch weiter zu verringern, erwog Elon Musk auch die Landung und Wiederverwendung von Falcon-9-Zweitstufen,[29][30] gab diese Idee jedoch bald wieder auf. Stattdessen konzentrierte man sich auf die Wiederverwendung der mehrere Millionen Dollar teuren Nutzlastverkleidungen. Dazu stattete SpaceX die Verkleidungshälften mit lenkbaren Fallschirmen aus und kaufte die beiden Schiffe Mr. Steven und Captain Elliott, die zu maritimen Nutzlastverkleidungsfängern umgebaut wurden. Trotz hartnäckiger Versuche erwies sich das Auffangen der Verkleidungshälften in aufgespannten Netzen als unpraktikabel, die meisten fielen neben den Schiffen ins Meer. So gab SpaceX auch dieses Projekt auf und begann, die an Fallschirmen gewasserten Verkleidungshälften aus dem Meer zu bergen und wiederaufzubereiten. Seit 2019 werden manche davon wiederverwendet,[31] anfangs für den Start firmeneigener Starlink-Satelliten, mittlerweile auch für Kundenstarts.
2021 gelang das Gleiche auch mit Raumkapseln: Im April des Jahres absolvierte mit der Mission SpaceX Crew-2 erstmals eine bemannte Raumkapsel ihren zweiten Flug, im August mit CRS-23 erstmals eine unbemannte.
SpaceX betreibt seither je eine Flotte von Raketenerststufen und Raumschiffen, die nach jedem Einsatz aufbereitet und wiedergenutzt werden. Anders als beispielsweise bei der United Launch Alliance, dem Hersteller der Atlas V und der Vulcan, werden diese Produkte nicht auftragsbezogen gefertigt, sondern stehen für verschiedene Missionen zur Verfügung. Dadurch kann SpaceX auch kurzfristige Marktgelegenheiten nutzen. Während der europäischen Raketenkrise von 2022 bis 2024 starteten beispielsweise OneWeb-Kommunikationssatelliten und das ESA-Weltraumteleskop Euclid mit Falcon-9-Raketen, da die russisch-europäische Rakete Sojus-ST wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine nicht mehr in Frage kam.
Das ursprünglich ausgegebene Ziel von zehn Wiederverwendungen je Falcon-9-Erststufe konnte SpaceX übertreffen. Im August 2025 startete und landete der „Booster“ mit der Seriennummer B1067 zum 30. Mal.[32] Nicht erreicht wurde hingegen das Ziel einer Wiederverwendung innerhalb von 24 Stunden;[30] die Zeit für die Bergung, Wiederaufbereitung und Startvorbereitung von Falcon-9-Boostern pendelte sich bei etwa vier Wochen ein. Auch die Nutzlastverkleidungen werden vielfach genutzt; die Verkleidungshälften des ersten Starlink-Satellitenstarts absolvierten beispielsweise Anfang 2024 ihren neunten beziehungsweise elften Einsatz.[33]
2017 – Neue Geschäftsfelder und Falcon Heavy
Zur Erschließung eines weiteren lukrativen Marktes – dem Start US-amerikanischer Militär- und Aufklärungssatelliten – betrieb SpaceX erhebliche Lobbyarbeit. Diese Starts wurden seit den 1990er Jahren von der US Air Force über ihr EELV-Programm (Evolved Expendable Launch Vehicle) organisiert und beauftragt.[34] Der Startdienstleister United Launch Alliance (ULA), ein Konsortium von Boeing und Lockheed Martin, verfügte seit 2006 über ein Monopol beim Start schwerer EELV-Nutzlasten, das es zu brechen galt. Unter anderem sagte Elon Musk 2014 vor einem Ausschuss des Kongresses der Vereinigten Staaten aus und wies auf die hohen Preise der ULA-Raketen und auf deren Nutzung russischer RD-180-Triebwerke hin.[35] Es folgte eine Reihe von Klagen des Unternehmens gegen ULA und gegen die Air Force, wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens, der Vergabe von Startaufträgen für Raketen mit russischen Triebwerken, mutmaßlich unfairer Ausschreibungs- und Auftragsvergabepraktiken und der Nichtberücksichtigung von SpaceX bei der Förderung der Entwicklung neuer Raketen.[36][37][38] Den letzteren Rechtsstreit verlor SpaceX,[39] jedoch wurde das Unternehmen als Bieter für EELV-Starts zugelassen und erhielt 2016 einen ersten Zuschlag für den Start eines GPS-Navigationssatelliten.[40] SpaceX gewann weitere Aufträge der Air Force, und 2017 startete die Falcon 9 neben NASA-Missionen und kommerziellen Satelliten auch erste EELV-Nutzlasten. Die Beauftragung solcher Starts unter Verwendung russischer Triebwerke wurde mit Wirkung ab 2022 durch den US-Gesetzgeber verboten,[41] wodurch ULA gezwungen war, die Rakete Atlas V kurzfristig durch die Neuentwicklung Vulcan mit amerikanischen Triebwerken zu ersetzen. Das EELV-Programm wurde in NSSL (National Security Space Launch) umbenannt, da der alte Name EELV – er steht frei übersetzt für „fortgeschrittene Wegwerfrakete“ – im Hinblick auf die Wiederverwendbarkeit der Falcon 9 unpassend erschien.[42]

Musk nutzte die Publicity für SpaceX auch zur Präsentation von Produkten des Elektrofahrzeugherstellers Tesla, an dem er seit 2004 beteiligt ist. So beförderte er im Februar 2018 mit dem Erstflug der Rakete Falcon Heavy seinen Tesla Roadster in eine Umlaufbahn um die Sonne. Die Falcon Heavy ist seitdem die leistungsstärkste kommerziell angebotene Trägerrakete; sie kann bis zu 64 Tonnen schwere Nutzlasten in Erdumlaufbahnen befördern. Die NASA wurde zum Hauptnutzer der Falcon Heavy und beauftragte SpaceX mit dem Start schwerer Raumsonden, Raumstationsmodule, Raumfrachter und eines Weltraumteleskops (→ Liste der Falcon-Heavy-Starts).[43] Als weitere Tesla-Werbeaktion fahren seit 2020 alle NASA-Astronauten mit Model-X-Fahrzeugen zur Startrampe des Kennedy Space Center, jeweils live übertragen im NASA TV. Die Fahrzeuge ersetzten die früheren „Astrovans“ der NASA und wurden so umgerüstet, dass die Astronauten das Klimatisierungs- und Kommunikationssystem ihrer von SpaceX entwickelten Raumanzüge dort anschließen können.[44]
Im Dezember 2018 führte SpaceX die Mission SSO-A durch, den ersten Rideshare-Flug einer Falcon 9 zum Start zahlreicher Kleinsatelliten. Kommerzielle Rideshare-Missionen mit internationalen Nutzlasten waren bis dahin eine Domäne der russischen und der indischen Raumfahrt gewesen. Für SSO-A griff SpaceX auf die Expertise des Rideshare-Dienstleisters Spaceflight Industries zurück, der auch Starts mit indischen und russischen Raketen vermittelte. Danach legte man mit den Transporter-Missionen eine eigene Rideshare-Serie für den Start in sonnensynchrone Umlaufbahnen (SSO) auf, dem meistgefragten Ziel für Kleinsatelliten. SpaceX bot diese Starts zu nie dagewesenen „Kampfpreisen“ an und erreichte so ab dem ersten Flug Transporter-1 im Jahr 2021 eine Marktführerschaft. Mit dieser Preispolitik untergrub SpaceX auch das Geschäftsmodell zahlreicher Start-up-Unternehmen, die – beflügelt durch die Erfolge von SpaceX und teils gegründet von ehemaligen SpaceX-Mitarbeitern – mit der Entwicklung neuer Kleinraketen begonnen hatten.[45] Die SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sagte 2019 voraus, dass keines dieser Kleinraketenprojekte überleben werde.[46] Seitdem starteten fünf neue US-amerikanische Kleinraketen, wovon vier (Rocket 3, LauncherOne, Terran 1 und RS1) bald wieder ausgemustert wurden.
Mit Transporter-1 stellte SpaceX auch einen neuen und bis heute gültigen Rekord für die größte Satellitenzahl mit einem Raketenstart auf. Mit 143 Nutzlasten auf diesem Flug überbot das Unternehmen den vorherigen Rekord von 104 Satelliten, aufgestellt durch einen Flug der indischen Rakete PSLV im Jahr 2017.[47]

Als weiteres Geschäftsfeld erschloss sich SpaceX den Weltraumtourismus, indem die Crew Dragon auch für privat organisierte Raumflüge bereitgestellt wurde. Damit verwirklichte das Unternehmen das Ziel des Commercial-Crew-Programms der NASA, einen kommerziellen Markt für bemannte Raumfahrt anzuregen. Der erste touristische, aber auch als sportliche Herausforderung und wohltätiges Projekt betriebene Dragon-Flug war die Mission Inspiration4 im Jahr 2021, organisiert und finanziert von dem Unternehmer, Milliardär und Abenteurer Jared Isaacman. Seit 2022 chartert auch das Unternehmen Axiom Space Crew-Dragon-Raumschiffe für zweiwöchige Flüge zur ISS. Letztere werden sowohl von Weltraumtouristen als auch für staatlich finanzierte Raumflüge genutzt, beispielsweise für einen Besuch zweier saudi-arabischer Raumfahrer auf der ISS im Mai 2023.
2018 – Starship und Starlink
Parallel zum Betrieb der Falcon 9 und des Dragon-Raumschiffs begann SpaceX in den 2010er Jahren mit dem Entwurf und der Entwicklung von Technologien, mit denen letztlich das Firmenziel der Marskolonisation verwirklicht werden soll. Hierzu zählten die Großraketenentwürfe Mars Colonial Transporter und Interplanetary Transport System sowie erste Prototypen des Triebwerks Raptor. Im Gegensatz zum Merlin-Triebwerk der Falcon-Raketen sollte das Raptor einen Treibstoff verwenden, der prinzipiell auch auf dem Mars herstellbar ist, um von dort auch wieder zur Erde zurückkehren zu können. Diese Vorarbeiten mündeten 2017 in dem Großraketenprojekt BFR, welches 2018 in Starship umbenannt wurde. Ein wesentliches Merkmal dieser Rakete ist ihre angestrebte vollständige Wiederverwendbarkeit. Dies soll im Vergleich mit der Falcon 9 und der Falcon Heavy nochmals weitaus niedrigere Transportkosten je Tonne Nutzlast ermöglichen.

Für das Starship brachte SpaceX das Raptor-Triebwerk zur Einsatzreife, als weltweit erstes funktionsfähiges Vollstromverbrennungstriebwerk. Frühere Versuche in den USA und der Sowjetunion zur Entwicklung dieser hochkomplexen Triebwerkstechnik waren erfolglos geblieben.[48] Sie soll eine geringere Belastung der Turbinen und dadurch letztlich höhere Betriebsdrücke und eine größere Leistung ermöglichen. Seit den 1980er Jahren hatten sowjetische beziehungsweise russische Triebwerke den Rekord für den höchsten Brennkammerdruck gehalten; sie erreichten etwa 260–300 bar. 2019 war es diesbezüglich zu einem öffentlichen Streit zwischen Musk und Dmitri Rogozin, dem damaligen Leiter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos gekommen, nachdem Musk behauptet hatte, ein Raptor-Prototyp habe mit 268,9 bar den Betriebsdruck des russischen Triebwerks RD-180 übertroffen.[49] Vier Jahre später vermeldete Musk einen Druck von 350 bar bei einem Raptor-Testlauf.[50]
Bereits 2018 hatte SpaceX mit dem Bau eines eigenen Weltraumbahnhofs nahe Brownsville im Süden von Texas begonnen. Vom Sommer 2020 bis zum Frühjahr 2021 fanden dort Testflüge von Prototypen der oberen Starship-Raketenstufe statt. Sie demonstrierten verschiedene Flugmanöver, endeten jedoch zunächst in spektakulären Explosionen. Erst beim fünften Versuch gelang eine intakte Landung, woraufhin diese Tests eingestellt wurden. Stattdessen starten seit April 2023 auf dem mittlerweile Starbase genannten Gelände mehrere Suborbitalflüge von Prototypen der gesamten, zweistufigen Starship-Rakete.
Auch für das Starship erhielt SpaceX Charteraufträge für touristische Flüge. Den ersten bemannten Starship-Flug buchte Jared Isaacman für sein Polaris-Raumflugprogramm. Mit dem zweiten wollte der japanische Unternehmer und Milliardär Yusaku Maezawa auf seiner geplanten Mission „Dear Moon“ den Mond umrunden, begleitet von acht Künstlern. Maezawa wie Isaacman sagten ihre Flüge jedoch nach jeweils drei Jahren wieder ab. Mit einem weiteren Starship-Flug möchte der heute 85-jährige Dennis Tito, bekannt als erster Weltraumtourist, nochmals ins All und ebenfalls um den Mond fliegen.[51]
Zur Finanzierung des Starship- und Marsflugprojekts begann SpaceX 2019 mit dem Aufbau des Satelliteninternet-Netzwerks Starlink, von dem sich das Unternehmen 30 Milliarden Dollar an jährlichen Einnahmen erhofft.[52] Ende 2020 waren bereits rund 900 Starlink-Satelliten im Orbit, Ende 2021 etwa 1800. So wurde SpaceX – gemessen an der Satellitenanzahl – innerhalb von zwei Jahren zum weltgrößten Satellitenhersteller und -betreiber.[53] Im September 2023 umfasste das System 4400 Satelliten und war in 60 Ländern auf allen sieben Kontinenten verfügbar.[54] Bis Dezember 2025 stieg die Satellitenzahl auf rund 9400[55] und die Zahl der Nutzer – nach Unternehmensangaben – auf neun Millionen. Das System sei nun in 155 Ländern und Territorien verfügbar.[56]
2022 – Marktführer in der unbemannten und bemannten Raumfahrt

Bereits 2017 löste SpaceX Arianespace als weltweiten Marktführer für kommerzielle Satellitenstarts ab.[57] Seitdem konnte das Unternehmen seinen Marktanteil weiter ausbauen.
Vor allem durch zahlreiche Flüge mit Starlink-Satelliten startete die Falcon 9 im Jahr 2022 insgesamt 60-mal. Damit überbot sie den seit 1978 bestehenden Rekord der sowjetischen Sojus-Rakete von 45 Starts innerhalb eines Jahres.[58] Die Falcon 9 beförderte 2022 auch mehr Nutzlastmasse in den Weltraum als jede andere Rakete. 2023 stieg die Zahl der Falcon-Starts bei noch höherer Starlink-Startfrequenz auf 96 (davon 5 Falcon Heavy, nach einer im Vorjahr). Dies entsprach 43 % aller weltweiten Orbitalraketenstarts. Mit drei Flügen der Crew Dragon absolvierte SpaceX im selben Jahr auch 43 % aller bemannten Raumflüge. 2024 stieg die Startzahl auf 134 (52 % Marktanteil).
Vom Herbst 2022 bis Mitte 2025 übernahm SpaceX auch Starts für einige Kunden von Arianespace; seit 2024 starten zudem Cygnus-Raumfrachter von Northrop Grumman mit Falcon 9. Beide Unternehmen konnten bzw. können seit der Ausmusterung ihrer Raketen Sojus-ST, Ariane 5 und Antares vorübergehend keine schweren Nutzlasten mehr befördern. Es wurden Stimmen laut, die eine Monopolisierung des Raumtransports durch SpaceX befürchteten.[59][60]
2024 – Technische Defekte bei Raketenstarts
Erstmals seit der Raketenexplosion von 2016 kam es im Januar 2023 bei einer Falcon 9 zu einem Nutzlastverlust: Mehrere Kleinsatelliten der Rideshare-Mission Transporter-6 trennten sich nicht von der oberen Raketenstufe und stürzten mit dieser zurück zur Erde. Auch beim Flug Transporter-9 im November desselben Jahres erreichten mehrere Satelliten nicht ihren Zielorbit. Es blieb ungeklärt, ob es sich dabei um eine Fehlfunktion der Rakete oder der von Dritten bereitgestellten Nutzlasthalterungen handelte. (→ Liste der Transporter-Missionen).
Von Mitte 2024 bis März 2025 häuften sich technische Defekte an SpaceX-Raketen.[61] Im Juli 2024 gingen 20 Starlink-Satelliten infolge eines Sauerstofflecks an der zweiten Raketenstufe verloren;[62] im September verfehlte eine Zweitstufe beim Deorbiting das vorgesehene Absturzgebiet im Pazifik.[63] Die NASA ermahnte SpaceX, auf die Sicherheit bemannter Starts zu achten.[64] Im Februar 2025 entstand erneut ein Leck an einer Falcon-9-Zweitstufe, weshalb kein kontrolliertes Deorbiting möglich war. Die Stufe stürzte zweieinhalb Wochen später über Polen und der Ukraine ab. In Polen entstanden Sachschäden durch herabfallende Trümmer.[65][66]
Nach einer Serie von mehreren hundert erfolgreichen Landungen von Falcon-9-Erststufen kam es auch hierbei wieder zu Fehlschlägen. Nach einem Starlink-Start im August 2024 geriet der „Booster“ – bei seinem 23. Einsatz – während des Landeanflugs in Brand und stürzte ins Meer.[67] Im März 2025 brannte eine Erststufe nach der Landung, wodurch ein Landebein beschädigt wurde und einknickte. Die Stufe fiel um und wurde dabei zerstört.[68][69] Bei einer neu gebauten Crew-Dragon-Raumkapsel traten hingegen Probleme mit den Batterien und dem Antriebssystem auf,[70][71] weshalb die NASA den bemannten Raumflug SpaceX Crew-10 auf eine ältere Crew Dragon umbuchen musste.[72]
2026 – Künstliche Intelligenz und Microblogging
Im Februar 2026 veranlasste Elon Musk die Übernahme seines KI-Unternehmens xAI durch SpaceX. Hierbei wurde SpaceX mit etwa 1000 und xAI mit 250 Milliarden US-Dollar bewertet, sodass zusammengenommen das weltweit höchstbewertete nicht-börsennotierte Unternehmen entstand.[73][74] Der SpaceX-Konzern wurde damit zum Betreiber der KI-Dienste Grok und Grokipedia sowie umfangreicher KI-Rechenzentren. Mit xAI übernahm er auch das Microblogging-Netzwerk X (vormals Twitter). Kurz zuvor hatte Musk eine Vision von KI-Rechenzentren im Erdorbit vorgestellt, die dort mit Solarenergie kostengünstiger zu betreiben seien als auf der Erde. Er stellte auch den Aufbau einer Konstellation aus einer Million KI-Satelliten in Aussicht.[75] Unternehmensintern kündigte er zudem einen Börsengang von SpaceX an.[73]
Im März 2026 kündigte Musk die Terafab an, eine gemeinsam mit Tesla geplante, sehr große Halbleiterfabrik in Texas, die sämtliche Chip-Produktionsschritte umfassen soll. Die Anlage soll jährlich Prozessoren und Speicherbausteine für KI-Anwendungen mit einer Leistungsaufnahme von insgesamt mehr als einem Terawatt (eine Billion Watt) herstellen.[76] Diese sollen in Fahrzeugen und Robotern von Tesla und in Weltraum-Rechenzentren von SpaceX zum Einsatz kommen.[77] Im April 2026 trat auch Intel dem Projekt bei.[78]
Einrichtungen
| Jahr | Umsatz | Mitarbeiter | Marktwert |
|---|---|---|---|
| 2002 | ca. 30[137] | ||
| 2003 | |||
| 2004 | |||
| 2005 | ca. 90 (Feb.)[138] ca. 160 (Nov.)[139] |
||
| 2006 | |||
| 2007 | ca. 350 (Aug.)[140] | ||
| 2008 | ca. 600 (Dez.)[141] | ||
| 2009 | > 800 (Dez.)[142] | ||
| 2010 | > 1000 (Juni)[143] | ||
| 2011 | ca. 1300 (Jan.)[144] | ||
| 2012 | ca. 1800 (Mai)[145] | 2,4 Mrd. $ (Juni)[146] | |
| 2013 | ca. 3800 (Okt.)[147] | ||
| 2014 | 10 Mrd. $ (Aug.)[148] | ||
| 2015 | 12 Mrd. $ (Jan.)[149] | ||
| 2016 | ca. 5000 (Nov.)[150] | 15 Mrd. $ (Nov.)[151] | |
| 2017 | ca. 7000 (Nov.)[152] | 21 Mrd. $ (Nov.)[153] | |
| 2018 | 27 Mrd. $ (Apr.)[154] | ||
| 2019 | > 6000 (Juli)[155] a | 33 Mrd. $ (Mai)[156] | |
| 2020 | 1,8 Mrd. $[157] | 36 Mrd. $ (Mai)[158] | |
| 2021 | 2,3 Mrd. $[157] | > 9500 (März)[159] | 74 Mrd. $ (Feb.)[160] 100 Mrd. $ (Okt.)[160] |
| 2022 | 4,6 Mrd. $[161] | ca. 12.000 (April)[162] | 127 Mrd. $ (Aug.)[163] |
| 2023 | 7,4 Mrd. $[6] | > 13.000 (Sept.)[164] | 137 Mrd. $ (Jan.)[165] 150 Mrd. $ (Juli)[166] |
| 2024 | 11,4 Mrd. $[6] | 255 Mrd. $ (Nov.)[167] 350 Mrd. $ (Dez.)[168] | |
| 2025 | 15,5 Mrd. $[6] | 800 Mrd. $ (Dez.)[169] | |
| 2026 | > 22.000 (März)[6] | 1250 Mrd. $ (Feb.)[170] |
Literatur
- Erik Seedhouse: SpaceX: Making Commercial Spaceflight a Reality. Springer Praxis Books, New York, 2013, ISBN 978-1-4614-5513-4.
Weblinks
- SpaceX-Website (englisch)
- SpaceX-Youtube-Kanal (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Ashlee Vance: Elon Musk : Tesla, PayPal, SpaceX – wie Elon Musk die Welt verändert. 18. Auflage. FBV (Finanzbuchverlag), München 2019, ISBN 978-3-89879-906-5, S. 108.
- ↑ SpaceX auf LinkedIn, abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ SpaceX bei Crunchbase, abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ Space Exploration Technologies Corp – Company Profile. Globaldata, abgerufen am 24. November 2025.
- ↑ https://www.spacex.com/mission
- 1 2 3 4 5 6 FORM S-1, Space Exploration Technologies Corp. In: EDGAR. SpaceX, 20. Mai 2026, S. 107–117 und 220, abgerufen am 22. Mai 2026 (Pro-Forma-Konzernumsatz abzüglich AI-Umsatz für 2023 bis 2025).
- ↑ I gave us a 10 % chance, admits Musk as he sets course for Mars. The Times, 1. Juni 2020: „a self-taught rocket engineer“.
- ↑ Amy Wilkinson: The Creator's Code: The Six Essential Skills of Extraordinary Entrepreneurs. Simon & Schuster, 22. März 2016 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „a self-taught engineer“
- ↑ SEAS Celebrates Class of 2015, Honors Innovators Elon Musk and Dean Kamen. Yale University, 18. Mai 2015: „Elon Musk, the renowned entrepreneur, engineer, and inventor“.
- ↑ Die Elon Musk Story – Wodka und Raketen (1/5), Minute 26. 1Live, 19. Juni 2023.
- ↑ Ross Andersen: Elon Musk puts his case for a multi-planet civilisation. In: Aeon Essays. 30. September 2014, abgerufen am 2. Februar 2019.
- ↑ SpaceX’s 9th Starship Prototype Is Ready For The Next Big Mars Test. Observer, 24. Dezember 2020: „… the future Mars-colonizing spacecraft.“
- ↑ Keine Pausen, kein Urlaub, kein Essen – nur Arbeit. Zeit Online, 21. Mai 2015.
- ↑ Ashlee Vance: Elon Musk : Tesla, PayPal, SpaceX – wie Elon Musk die Welt verändert. 18. Auflage. FBV (Finanzbuchverlag), München 2019, ISBN 978-3-89879-906-5, S. 99 ff.
- ↑ Risky Business. In: IEEE Spectrum. 30. Juni 2009, abgerufen am 24. Mai 2020.
- ↑ SpaceX Rocket Readied For Maiden Flight. Space.com, 8. Juni 2005.
- ↑ Erik Seedhouse: SpaceX: Making Commercial Spaceflight a Reality. Springer Science & Business Media, 2013, S. 202.
- ↑ NASA selects SpaceX’s Falcon 9 Booster and Dragon Spacecraft for Cargo Resupply Services to the International Space Station ( vom 9. Januar 2014 im Internet Archive)
- ↑ NASA Chooses American Companies to Transport U.S. Astronauts to International Space Station. In: nasa.gov. 16. September 2014, abgerufen am 7. Juni 2020.
- ↑ SpaceX Falcon 9 Rocket Breaks Up After Launch With Space Station Cargo. CNBC, 28. Juni 2015.
- ↑ NASA investigation linked 2015 Falcon 9 failure to design error. Spacenews, 16. März 2018.
- ↑ Anomaly Updates (PDF). NASA, 2. Januar 2017.
- ↑ Stephen Clark: SpaceX points to leaky valve as culprit in Crew Dragon test accident. Spaceflight Now, 15. Juli 2019.
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Koordinaten: 33° 55′ 14,5″ N, 118° 19′ 40,1″ W
- SpaceX
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- Verkehrsunternehmen (Vereinigte Staaten)
- Raumfahrt der Vereinigten Staaten
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- Hardwarehersteller (Vereinigte Staaten)
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- Unternehmensgründung 2002















