Die Geschichte der Stadt liegt bis zum 12. Jahrhundert im Dunkeln. Grundbesitz vom Kloster Stablo ist nicht nachweisbar. Belgische Historiker meinen, Stabloer Mönche hätten schon Ende des 7. Jahrhunderts hier eine Pfarrei(paroisse) gegründet. Dazu fehlen die Urkunden. Anfang des 11. Jahrhunderts soll Verviers Teil des Marquisat de Franchimont gewesen sein. 1012 soll es mit einer Güterübertragung des Marquis Réginard an das Hochstift Lüttich gekommen sein, das im Jahr 1155 Kaiser Friedrich I. bestätigt: Veruier cum advocatia et omnibus pertinentiis ist Eigentum des Lütticher Bischofs (MGH DD FI, Nr. 123).
Verviers war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein weltweit bekannt als Zentrum des Wollhandels und der Textilindustrie. Ausgangspunkt der Textilindustrie war das weiche (d.h. fast kalkfreie) Wasser der Weser, das sich hervorragend zum Waschen von Wolle und anderen Textilien eignete. Der geringe Kalkgehalt des Wassers der Weser erklärt sich dadurch, dass die Weser und ihre Zuflüsse sich aus den Mooren des Hohen Venns speisen. Heute erinnert ein Museum an die Zeit der Textilindustrie. Heute existiert hier eine Produktionsstätte für Solarmodule.
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Sehenswert sind die zahlreichen aus der Epoche des Historismus stammenden Bürgerhäuser, die ganze Straßenzüge prägen. Seit Beginn der 1990er Jahre werden vermehrt Anstrengungen unternommen, das Stadtbild attraktiver zu gestalten. Verviers nennt sich „Wallonische Hauptstadt des Wassers“, zahlreiche neu angelegte Brunnen, Wasserspiele und ein Musée de l’eau verdeutlichen dies. An die Geschichte der Textilindustrie erinnert das Centre Touristique de la Laine et de la Mode, in dem wechselnde Ausstellungen und Seminare stattfinden.
Bedeutende Sakralbauten sind die Kirche Saint-Remacle aus dem Jahr 1838 und die 1650 fertiggestellte Kirche Notre-Dame des Récollets. Das ehemalige Postamt (1909) mit Stilelementen aus Neogotik und Neorenaissance steht in direkter Nachbarschaft zur Fontaine Ortmans (1895). Das neoklassizistische Theater, der Justizpalast und das Rathaus aus dem späten 18. Jahrhundert sind weitere Sehenswürdigkeiten.
Das Empfangsgebäude des zwischen 1925 und 1930 erbauten Vervierser Hauptbahnhofs weist Merkmale des späten Jugendstils auf, er ist einer der seltenen quer über den Gleisen angelegten Reiterbahnhöfe.
Unweit von Verviers liegt die Gileppe-Talsperre, die seit 1878 die Wasserversorgung der Stadt und ihrer Industrie gewährleistet.
Die Assahaba-Moschee ist die größte Moschee in der Wallonie.[3]
Rathaus
Notre-Dame des Récollets
Ehemalige Grand’Poste
Fontaine Ortman
Gebäude verschiedener Epochen an der Place du Martyr
Hier befindet sich zudem der Haltepunkt Verviers-Palais, der nur von der S-Bahn Lüttich bedient wird. Aachen Hbf ist im Stundentakt mit dem euregioAIXpress erreichbar.
Die Autobahn A27 durchquert die Stadt auf kurvenreicher Streckenführung Richtung Eifel. Nördlich der Stadt verläuft die Autobahn A3Aachen–Brüssel.
Zwischen 1884 und 1969 bediente die Straßenbahn Verviers den öffentlichen Nahverkehr in Verviers und seinen Nachbargemeinden. Bis 1952 verband eine Strecke der SNCV Verviers mit dem Kurbad Spa, bis 1956 bestand eine weitere SNCV-Strecke nach Eupen.