Ortsmitte in Herve mit dem Glockenturm der Kirche Johannes der Täufer
Herve hat 17.850 Einwohner (Stand 1.Januar 2024) und eine Fläche von 56,98km² (nach anderen Quellen 56,84km²), einschließlich der 1977 eingemeindeten, ehemals selbständigen Orte Battice, Bolland, Bruyères, Chaineux, Charneux, Grand-Rechain, José, Julémont, Manaihant, Xhendelesse und deren Weiler.
Verviers liegt acht Kilometer südöstlich, Lüttich 15 Kilometer westlich, Maastricht 25 Kilometer nördlich, Aachen 25 Kilometer nordöstlich und die belgische Hauptstadt Brüssel etwa 100 Kilometer westnordwestlich.
In der Geschichtsschreibung wurde Herve („in pagus hyrvia“) bereits 1005 erwähnt (J.J.Bolly, Charte de Henri II.) Mit Henri II ist wohl König Heinrich II. gemeint, in dessen uns zugänglichen Urkunden aber Herve nicht genannt wird.
Die urkundlich gesicherte Geschichte Herves beginnt erst im Jahr 1040, als Besitz in „Harvia“ von König Heinrich III. dem Kloster St. Maria in Münster geschenkt wird (MGH D H III 68). Trotz der größeren Entfernung zwischen Herve und dem Münsterland sind sich die Historiker sicher, dass mit „Harvia“ das belgische Herve gemeint war.
Dafür spricht auch, dass sich Heinrich III. weiter um Herve kümmerte, das er bereits 1041 einer Verwandten schenkte (MGH D H III 74). Die mitgenannten Orte im Dreiländereck D-B-NL sichern die Identifizierung mit Herve. Das ist auch in der Urkunde von 1042 der Fall, in der Heinrich III. dem Aachener Marienstift Besitz in Herve und Gemmenich schenkt (MGH D H III 94), den Heinrich IV. dem Marienstift 1059 bestätigt, diesmal in Herve („Haruia“) und dem niederländischen Vaals bei Aachen (MGH DD H IV 1,50).
Vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Hochbank Herve als einer der Verwaltungs und Gerichtsbezirke zum Herzogtum Limburg. Bereits im 17. Jahrhundert priesen die Kaufleute aus Herve auf den Messen in Frankfurt und Leipzig ihre regionale Käsespezialität, den Herver Käse im Tausch gegen andere Waren an.
↑https://openchurches.eu/de-eu/gebaude/saint-jean-baptiste-herve, abgerufen am 12. Januar 2026; Holger Kempkens, Abt Wibald von Stablo und Corvey und seine Kunststiftungen, in: ders./Christiane Ruhmann (Hg.), Corvey und das Erbe der Antike (Ausstellungskatalog), Petersberg 2024, S. 555 ff. (561 f.).