Sankt Vith
| Sankt Vith | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Region: | Wallonien | |
| Provinz: | Lüttich | |
| Bezirk: | Verviers | |
| Gemeinschaft: | Deutschsprachige | |
| Koordinaten: | 50° 17′ N, 6° 8′ O | |
| Fläche: | 146,93 km² | |
| Einwohner: | 10.071 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 69 Einwohner je km² | |
| Höhe: | 480 m | |
| Postleitzahl: | 4780 (Sankt Vith, Recht) 4782 (Schönberg) 4783 (Lommersweiler) 4784 (Crombach) | |
| Vorwahl: | 080 | |
| Bürgermeister: | Werner Henkes (Liste Gemeinsam) | |
| Adresse der Kommunal- verwaltung: | Rathausplatz 1 4780 Sankt Vith | |
| Website: | www.st.vith.be | |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1816 | 726 | davon neun Evangelische und 717 Katholiken (ein Schullehrer oder eine Schullehrerin)[8] |
| 1818 | 783 | [9] |
| 1821 | 824 | in 145 Privatwohnhäusern[8] |
| 1852 | 1162 | [10] |
| 1885 | 1815 | [11] |
| 1905 | 2180 | meist katholische Einwohner[12][11] |
| 1910 | 2241 | am 1. Dezember[13][11] |
| 1930 | 2524 | [11] |
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Das 1925 verliehene Wappen geht auf die Herrschaft Valkenburg (Faulquemont), eine Linie der Herzöge von Limburg, zurück und zeigt einen doppelschwänzigen roten Löwen, blaugezungt, blaubewehrt und mit goldener Krone auf silbernem Schild. Der Löwe findet sich in stilisierter Form auch im Wappen der Deutschsprachigen Gemeinschaft.“ | |
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kerpen, Deutschland, seit 1975
- Teiuș, Rumänien, seit 2008
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Die mächtige Pfarrkirche der Stadt mit dem Patrozinium des heiligen Vitus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in neo-romanischem Stil wiederaufgebaut und am 14. Juni 1959 vom Lütticher Bischof Wilhelm-Maria van Zuylen konsekriert. Der gotische Vorgängerbau war Weihnachten 1944 durch Bomben der Alliierten zerstört worden.
Im etwa zwei Kilometer südöstlich von St. Vith gelegenen Ort Wiesenbach befindet sich die im 9. Jahrhundert erbaute St.-Bartholomäus-Kapelle.
Der zur Großgemeinde gehörende Ort Recht wurde durch den Rechter Blaustein bekannt. Seit 2007 befindet sich dort ein Besucherstollen.[14]
Zwischen 1999 und 2005 war Sankt Vith der Veranstaltungsort des Alive Festivals, bei dem deutsche und internationale Pop- und Rock-Bands bis zu 20.000 Besucher nach Sankt Vith zogen.
Der im Jahre 1664 erstmals erwähnte Junggesellenverein vereint die männlichen Sankt Vither Jugendlichen. Am Kirmes Samstag setzen diese den traditionellen Kirmesbaum auf. Jedes Jahr im Dezember wird zusätzlich der Nikolausball organisiert durch den JGV Sankt Vith.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Handel, Tourismus und die holzverarbeitende Industrie sind bedeutende Wirtschaftszweige der Stadt. Daneben zählen Metallverarbeitung, Möbelbranche und Baugewerbe zu den wirtschaftlich relevanten Branchen. Der international tätige Backmittelhersteller Puratos, der in Sankt Vith eine Entwicklungsabteilung betreibt, hat dort eine Sauerteigsammlung mit Proben aus aller Welt zusammengestellt, um das Wissen um alte Backmethoden zu wahren und weiterzugeben.[15]
In den Dörfern der Großgemeinde ist auch die Landwirtschaft noch von wirtschaftlicher Bedeutung.
Von 1866 bis zu ihrer Fusion mit dem Grenz-Echo im Jahr 1965 war die mit unterschiedlichen Namen erscheinende und durchweg von der Verlegerfamilie Doepgen geleitete St. Vither Zeitung als erste deutschsprachige Ausgabe ihrer Art im Kreis Malmedy die Informationsquelle der deutschsprachigen Bürgerschaft.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Roller Bulls Ostbelgien aus Sankt Vith spielten bis 2020 in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Westlich von Sankt Vith verläuft die A27, die Lüttich und Aachen mit Trier verbindet. Sankt Vith ist über die Anschlussstellen Recht (13), Sankt-Vith-Nord (14), Sankt-Vith-Süd (15) und Lommersweiler (16) an diese Autobahn angebunden. Außerdem befinden sich im Gemeindegebiet die Nationalstraßen N62, N626, N646, N659, N670, N675 und N695.
Über einen Bahnanschluss verfügt St. Vith seit den 1980er Jahren nicht mehr. Ursprünglich war die Stadt ein Eisenbahnknoten an den teilweise aus strategischen Gründen erbauten Verbindungen Westeifelbahn, Vennbahn, der Bahnstrecke Libramont–Sankt Vith und der Strecke (Sankt Vith–) Born–Vielsalm. Der Bahnhof wurde im Dezember 1944 bei amerikanischen Luftangriffen völlig zerstört.

Die Bahnlinien sind mittlerweile nach ihrer Stilllegung alle abgebaut und teilweise zu Fernradwegen umgestaltet worden. Als Beispiele sind auf dem internationalen Fernradweg Vennbahn (Deutschland, Luxemburg und Belgien) die RAVeL Route 48,[16] die RAVel Route 47 oder internationale Eifel-Ardennen-Radweg über Prüm nach Gerolstein zu nennen.
Seit 2020 ist Sankt Vith durch Buslinien der TEC u. a. mit Eupen und Malmedy sowie auf der deutschen Seite durch die Buslinie 465 des VRT mit Prüm und Gerolstein verbunden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In St. Vith geboren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alexander Henn (1643–1698), Abt
- Paul Aler (1656–1727), Jesuit, Philologe und Dichter
- Silvio Gesell (1862–1930), Begründer der Freiwirtschaftslehre
- Johannes Koch-Mehrin (1899–1968), Mitglied der Bekennenden Kirche
- Robert Kohnen (1932–2019), Cembalist und Organist
- Jean Firges (1934–2014), Autor, verfasste als Hannes Anderer Romane über das Aufwachsen in St. Vith in den 1940er Jahren
- Aloys Jousten (1937–2021), Bischof von Lüttich
- Heinz Heinen (1941–2013), Althistoriker
- Hans Krings (* 1942), deutscher Politiker der SPD
- Winfried Mummenhoff (1942–2022), deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
- Gert Monheim (* 1944), Dokumentarfilmer und Journalist
- Marcel Cremer (1955–2009), im Ortsteil Crombach geborener Regisseur
- Freddy Cremer (* 1957), Sekundarschullehrer, Historiker, Philosoph und Politiker
- Robert Nelles (* 1958), Politiker
- Bruno Thiry (* 1962), Rallye-Europameister 2003
- Andreas Fickers (* 1971), Historiker
- Petra Schmitz (* 1972), Politikerin (ProDG)
- Andy Houscheid (* 1983), Pianist und Singer/Songwriter
- Mario Mutsch (* 1984), luxemburgischer Fußballspieler
- Fabienne Colling (* 1985), belgisch-luxemburgische Unternehmerin und Politikerin
- Thierry Neuville (* 1988), Rallyefahrer
Mit St. Vith verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hanswilhelm Haefs (1935–2015), Publizist und Übersetzer, lebte in Atzerath.
- Heinz Warny (1945–2020), Journalist und Chefredakteur beim Grenz-Echo
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kurt Fagnoul: St. Vith im Schatten des „Endsiegs“: Augenzeugen berichten vom großen Treck durch die Eifel 1944/45. Édition Doepgen, Eupen 1980.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ DGStat: Natur und Wald, abgerufen am 22. März 2014
- 1 2 Geschichte von Sankt Vith ( vom 17. August 2016 im Internet Archive) auf der Website der Stadtgemeinde
- ↑ Website Geschichtsverein zvs.be: Auf den Spuren der Ardennenoffensive, 13. September 2011.
- ↑ Die Schlacht um St. Vith auf »www.worldwartours.be«
- ↑ Website Geschichtsverein zvs.be
- ↑ Pfarrkirche St. Vith blickt auf ein halbes Jahrhundert zurück ( vom 11. Dezember 2017 im Internet Archive). Grenz-Echo, 15. Juni 2009.
- ↑ Protestantische Kirche Malmedy: Geschichte ( vom 12. Dezember 2017 im Internet Archive), abgerufen am 7. Juli 2017.
- 1 2 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 400–407, Ziffer 770.
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 73, Ziffer 404.
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 647.
- 1 2 3 4 Michael Rademacher: Rheinprovinz – Landkreis Malmedy. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 571.
- ↑ Sankt Vith, Eifel, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912)
- ↑ Website des Schieferstollens Recht
- ↑ BRF.be Sauerteig aus aller Welt: Puratos stellt Sammlung vor
- ↑ Radtour auf der Vennbahn-Route: Drei Tage, drei Länder. In: Spiegel Online. 19. Juni 2015 (spiegel.de [abgerufen am 14. März 2018]).




