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Nationale Kleinbahngesellschaft

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Dampflokomotive von 1894 für die Normalspurstrecken der NKG/NMVB/SNCV

Die Nationale Kleinbahngesellschaft[1] (NKG), Nationale Maatschappij van Buurtspoorwegen (NMVB, niederländisch) bzw. Société nationale des chemins de fer vicinaux (SNCV, französisch) war eine staatliche Gesellschaft, die in Belgien Schmalspurbahnen, Straßenbahnen und Omnibuslinien betrieb.

NKG/NMVB/SNCV-Triebwagen des Typs S, 1977 im Einsatz auf der gestrichenen Linie G in Brüssel
Gelenktriebwagen in der letzten NKG/NMVB/SNCV-Farbgebung 1986 auf der Kusttram

Die NKG wurde 1884 gegründet. Sie hatte zur Aufgabe, die Regionen Belgiens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschließen, die nicht von der Staatsbahn erreicht wurden. Im Jahr 1885 eröffnete sie die erste Strecke zwischen Ostende und Nieuwpoort. Diese Strecke ist heute noch als Teil der Küstenstraßenbahn in Betrieb. Die Bahnstrecken wurden überwiegend als Schmalspurstrecken mit der Spurweite 1000mm erbaut und lagen meist eingleisig in Seitenlage von bestehenden Straßen. Nur einzelne Strecken der NKG, die vorwiegend für den Güterverkehr im Anschluss an Staatsbahnstrecken vorgesehen waren, wurden in Normalspur ausgeführt. Im Grenzbereich zu den Niederlanden gab es in den ersten Jahrzehnten auch Strecken in der in den Niederlanden bei Dampfstraßenbahnen weit verbreiteten Kapspur. Nachdem sich der erhoffte grenzüberschreitende Verkehr nicht wie erwartet entwickelte, wurden diese Strecken jedoch nach 1918 auf Meterspur umgebaut.

Alle Strecken wurden anfangs mit Dampflokomotiven betrieben, ab 1894 wurden die ersten Strecken elektrifiziert. Im Jahr 1910 betrug die Streckenlänge des gesamten Netzes bereits 3786km. Der absolute Höhepunkt wurde im Jahr 1925 mit 5200km Streckenlänge erreicht.

Niedergang des Schienenverkehrs

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Mit der Konkurrenz des Omnibusses begann der Niedergang des Schienenverkehrs. Auch das veraltete Wagenmaterial und die mit dem aufkommenden Individualverkehr zunehmend ungünstige Lage vieler Strecken beschleunigten die Stilllegungen. Die Streckenlänge sank von über 4250km im Jahr 1950 auf 978km im Jahr 1960. Nach der Stilllegung des Netzes nördlich von Brüssel im Jahr 1978 verblieben lediglich die Linie an der Nordseeküste sowie ein Netz um die Industriestadt Charleroi.

Im Jahr 1977 wurden die nationalen Buslinien, die bisher von der Staatsbahn NMBS/SNCB betrieben wurden, an die NKG übergeben.

Aufspaltung und Ende

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Im Jahr 1991 wurde die NKG zwischen den beiden Regionen Flandern und Wallonien aufgeteilt. In Flandern entstand der neue Verkehrsbetrieb De Lijn. Dieser übernahm die Küstenstraßenbahn und die Buslinien in Flandern von der NKG und zudem die bisher städtischen Straßenbahnnetze in Antwerpen und Gent. In Wallonien entstand der Verkehrsbetrieb TEC. Dieser betreibt seitdem die Metro in Charleroi sowie die wallonischen Buslinien. Die dritte Region Belgiens, die zweisprachige Hauptstadtregion Brüssel, wird seitdem – außer von der MIVB/STIB, dem eigenen Verkehrsbetrieb der Region – sowohl vom flämischen Unternehmen De Lijn wie auch der wallonischen Gesellschaft TEC mitbedient.

Streckennummern

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Die Strecken wurden für die Fahrgäste anhand fortlaufender Nummern in den Fahrplänen der dort verkehrenden Züge gekennzeichnet, allerdings variierten diese Nummern je nach Epoche. Im Jahr 1951 führte die Nationale Kleinbahngesellschaft Belgiens eine Verwaltungsnummer für ihre Bahnstrecken und ihre ersten Buslinien ein. Diese Verwaltungsnummern sind für historische Recherchen nützlich und wurden von den Regionen für die Standorte und Infrastrukturen der ehemaligen Eisenbahnstrecken wiederverwendet.[2]

Elektrifizierte Netze

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Durch die Elektrifizierung der wichtigsten Strecken entstanden mehrere, teilweise miteinander verbundene Straßenbahnnetze. Diese wurden unabhängig von den städtischen Straßenbahnen (in Brüssel, Antwerpen, Gent, Charleroi, Lüttich und Verviers) betrieben. Diese Netze wurden nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive stillgelegt:

  • Eupen/Verviers: 1956
  • Provinz Limburg: 1958
  • Gent: 1959
  • Lüttich: 1961
  • Löwen: 1962
  • Kortrijk: 1963
  • Namur: 1963
  • Antwerpen: 1968
  • Mons: 1973
  • Brüssel: 1978

Damit verbleiben heute als Überreste des einstigen SNCV-Netzes lediglich:

  • Die Kusttram, die Strecke entlang der Nordseeküste zwischen Knokke und De Panne.
  • Die Strecken, die in der Metro Charleroi aufgingen. Der Großteil des Metro-Netzes besteht aus ab 1976 errichteten Neubaustrecken. Als einzige ursprüngliche SNCV-Strecke wird im Personenverkehr nur noch die etwa 3km lange Strecke nach Anderlues, einem westlichen Vorort von Charleroi, betrieben. Zudem wurde 2013 die jahrelang stillgelegte Strecke nach Gosselies wieder in Betrieb genommen, die ebenfalls dem ursprünglichen Verlauf folgt und in Gosselies straßenbündige Abschnitte befährt. Bis zum Depot in Jumet war sie zwischenzeitlich lediglich als Betriebsstrecke genutzt worden.

Verschiedene Museen in Belgien besitzen Schienenfahrzeuge der SNCV, unter anderem das Verkehrsmuseum Lüttich in Lüttich.

Die Karten zeigen die Streckenverläufe der Nahverkehrsbahnen in der jeweiligen Provinz. Enthalten sind neben Straßenbahn- auch Eisenbahnstrecken. Letztere werden überwiegend schwarz dargestellt, jedoch pink in den letzten drei Abbildungen, Provinz Hennegau ohne Westregion. Haltestellen der Eisenbahn sind als Rechteck an einer Linienseite markiert, sonstige vorwiegend als Punkt auf der jeweiligen Linie.

Quelle:[3]

Commons: SNCV/NMVB – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Ministerium der Wallonischen Region 2002: Die Nationale Kleinbahngesellschaft und ihre Geschichte. Archiviert vom Original am 14. September 2015; abgerufen am 8. April 2015.
  2. Liste der NKG-Strecken auf Niederländisch
  3. Zugrunde liegt die Karte Les voies Ferrées de Belgique des Belgischen Verbandes zur Förderung und Nutzung des Schienenverkehrs (Groupement Belge pour la Promotion et de l'Exploitation du Transport Ferroviaire, kurz GTF). Sie wurde umfassend angepasst und überarbeitet, u.a. unter Verwendung von Rail Atlas Vicinal, Rail memories, Stefan Justens, Dick van der Spek sowie Google Earth, alten Karten und weiteren Quellen.