Das Boot wurde im April 1941 bei den DanzigerSchichau-Werken in Auftrag gegeben, die unmittelbar nach Eingliederung der Stadt in das Deutsche Reich in den U-Bootbau miteinbezogen worden waren. 735 gehört zum achten Bauauftrag, der an die Schichau GmbH erging und insgesamt sechs Boote des Typs VII C umfasste.[2] Ein solches Boot hatte bei Oberflächenfahrt eine Wasserverdrängung von 769 t und verdrängte getaucht 871 t. Es hatte eine Länge von 66,5 m und wurde angetrieben durch den 3000 PS starken Dieselantrieb, der eine Geschwindigkeit von bis zu 17 Knoten ermöglichte. Die maximale Reichweite betrug dabei 9500 Seemeilen. Bei Unterwasserfahrt wurde das Boot von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von 550 kW angetrieben, wobei eine Geschwindigkeit von bis zu 7,6 Knoten erreicht werden konnte. U 732 hatte vier Bugtorpedorohre und ein Hecktorpedorohr und führte vollausgerüstet vierzehn Torpedos mit sich. Alternativ war es auch möglich, Seeminen zu laden, wobei die maximale Kapazität 39 Stück betrug.[3] Zudem verfügte das Boot über eine 8,8-cm-Kanone und eine FlaK. Wie die meisten Boote seiner Zeit, so führte auch U735 ein bootsspezifisches Zeichen am Turm, das auch von der Mannschaft als Miniaturemblem an Mützen und Schiffchen getragen wurde. Es handelte sich um ein Hakenkreuz mit Doppelbalken auf goldenem Grund.[4]
Am 28. Dezember 1942 wurde U735 in Danzig von Oberleutnant zur See Hans-Joachim Börner in Dienst gestellt. Ein Teil der Mannschaft, sowie der Leitende Ingenieur Wolfgang Vorck, stammten von einem anderen Boot, das während der Erprobung in der Danziger Bucht auf eine Mine gelaufen und verlorengegangen war.[4] Kommandant Börner unternahm mit dem Boot mehrere Ausbildungsfahrten in der Ostsee zum Einfahren des Bootes und zum Training der Besatzung. Im Sommer 1944 verlegte U735 von Kiel ins norwegische Larvik. Hier wurde es der 11. U-Flottille unterstellt, einer im Jahr 1942 aufgestellten Frontflottile, die im Marinestützpunkt Bergen angesiedelt war. Gleichzeitig erhielt U735 den Status eines Frontbootes. Von Bergen und Larvik sowie von Kristiansand und Trondheim aus unternahm das Boot bis zum Spätsommer mehrere Übungsfahrten vor der norwegischen Küste.[5] Im Dezember des Jahres 1944 absolvierte U735 Probefahrten bei Horten, um das neu eingebaute Schorchelsystem zu erproben. Am Morgen des 28. Dezembers war das Boot zu Übungen ausgelaufen und kehrte gegen 18 Uhr zurück, um sich einen Ankerplatz zu suchen.[6] Schließlich machte es neben U 682 vor dem Marinestützpunkt Horten auf Reede fest.
Bei einem Luftangriff am späten Abend des 28. Dezember wurden etwa 200 Bomben durch 57 Avro-Lancaster-Bombern auf die beiden Boote geworfen.[7] Es war U735, das während seiner Tauchmanöver im Verlauf des Tages seine Pressluft verbraucht hatte, zunächst nicht möglich, sich dem Angriff zu entziehen, da nicht einmal genug Druckluft vorhanden war, um den Diesel zu starten. Dies gelang dem Leitenden Ingenieur Vorck erst, als er Druckluft aus den Torpedos ableitete.[6] Schließlich nahm das Boot Fahrt auf und steuerte das Ufer des Fjords an. Im Zick-Zack fahrend wurde U735 schließlich schwer getroffen, Wasser drang auf Höhe des Maschinenraums ein, das Heck sackte rasch ab und U735 sank schnell, während die Mannschaft in das eisige Wasser sprang. Innerhalb einer Minute war U735 gesunken. Mit einer Ausnahme kamen alle zu diesem Zeitpunkt an Bord befindlichen Besatzungsmitglieder ums Leben. Zehn Männer waren am frühen Abend bereits von Bord gegangen und befanden sich zum Zeitpunkt der Versenkung in Horten. Ein Besatzungsmitglied wurde von einer Pinasse gerettet. Später konnten 27 Gefallene geborgen werden. Sie wurden auf dem Ehrenfriedhof Ekeberg in Oslo beigesetzt.[8]
↑Axel Niestlé: German U-Boat Losses during World War II. Details of Destruction. Frontline Books, London 2014, ISBN 978-1-84832-210-3, S. 64.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1997, ISBN, 3 8132 0512 6, S. 240.
12Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 141.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1997, ISBN, 3 8132 0512 6, S. 522.
12Melanie Wiggins:Davongekommen. Schicksale deutscher U-Boot-Fahrer im Zweiten Weltkrieg. Weltbild, Augsburg 2009, ISBN 978-3-8289-0907-6, S.136–138.
↑Die Besatzungen gingen zunächst davon aus, dass es sich um US-amerikanische Bomber gehandelt hatte. Erst in den frühen 1990er Jahren ermittelten die Überlebenden durch Recherche, dass es britische Flieger gewesen waren.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1999, ISBN 3-8132-0514-2, S. 308–309.