Die Deutsche Werft AG in Hamburg-Finkenwerder wurde mit Kriegsbeginn damit beauftragt, U-Boote des Typs IX als Nachbauwerft der DeschimagAG Weser zu fertigen. U532 gehörte zum vierten Bauauftrag, der von Seiten der Kriegsmarine an diese Werft erging. Die Deutsche Werft AG stellte bis Kriegsende 41 U-Boote dieses Typs fertig. Ein solches U-Boot war 76,8m lang und verdrängte über Wasser 1.144m³, getaucht 1.257m³ Wasser. Zwei 2200 PS starke Diesel gewährleisteten eine Überwasserspitzengeschwindigkeit von 18,3 kn, das sind 33,9 km/h. Bei Unterwasserfahrt ermöglichten die zwei Elektromotoren eine Geschwindigkeit von 7,3 kn, was 13,5km/h entspricht.[1]U532 lief am 11. September 1942 vom Stapel und wurde am 25. November 1942 von Korvettenkapitän Junker in Dienst gestellt.[2] Als Bootswappen führte U532 einen schwarzgekleideten Wasserträger mit gelben Hemd – ein Motiv, das auf das Hamburger OriginalHans Hummel zurückging. Das ursprünglich am Turm angebrachte Schild wurde nach der ersten Unternehmung gegen eine Maling ausgetauscht.[3]
Das Boot gehörte bis zum 31. März 1943 als Ausbildungsboot zur 4. U-Flottille und war in Kiel stationiert. Ab dem 1. April war U532 als Frontboot der 2. U-Flottille in Lorient zugeteilt. In dieser Zeit operierte das Boot zum Teil im Indischen Ozean. Vom 1. Oktober 1944 bis Kriegsende gehörte das Boot schließlich der in Flensburg stationierten 33. U-Flottille an, die aufgestellt worden war, nachdem die Stützpunkte der Kriegsmarine an der nordfranzösischen Atlantikküste geräumt werden mussten.[4]
Am 25. März 1943 brach Korvettenkapitän Junker von Kiel aus mit U532 zu seiner ersten Feindfahrt mit diesem Boot auf. Als Operationsgebiet war das Seegebiet östlich von Grönland vorgesehen. U532 wurde der U-Bootgruppe Star zugeteilt, die nach Maßgabe der von Karl Dönitz entwickelten Rudeltaktik das Gefecht mit alliierten Geleitzügen suchen sollte. Im Mai griffen die deutschen U-Boote den Geleitzug ONS 5 an, der sich mit 42 Handelsschiffen, die von sieben Geleitschiffen gesichert wurden, auf dem Weg von den britischen Inseln nach Nordamerika befand. U532 wurde im Zuge dieses Angriffs von Geleitschiffen des Konvois entdeckt, 15 Stunden lang verfolgt und mehrmals mit Wasserbomben angegriffen. Das Boot erreichte seinen neuen Stützpunkt Lorient an der nordfranzösischen Atlantikküste am 15. Mai 1943.
Im Sommer 1943 wurde das Boot der Gruppe Monsun zugeteilt, die in südostasiatischen Seegebieten von japanisch besetzen Stützpunkten aus operierte. U532 verließ Lorient am 3. August und erreichte seinen neuen Stützpunkt Penang am 30. Oktober. Bei dieser Unternehmung versenkte Junker vier Schiffe und beschädigte ein weiteres. Von Penang aus unternahm er eine weitere Feindfahrt und verlegte anschließend das Boot zunächst nach Singapur, dann nach Batavia, wo U532 im Dezember 1944 eintraf. Das Boot lief am 13. Januar 1945 von Batavia zu seiner vierten Unternehmung aus und erreichte im Mai wieder europäische Gewässer.
Korvettenkapitän Junker brachte U532 am 10. Mai 1945 zum schottischen FjordLoch Eriboll. Das Boot wurde von hier zunächst nach Liverpool und später zum Loch Ryan verbracht. Von dort aus wurde U532 Anfang Dezember von HMS Masterful auf die Position 56°8′N, 10°7′W56.133333333333-10.116666666667Koordinaten: 56°8′0″N, 10°7′0″W geschleppt und durch das britische U-Boot HMS Tantivy mit einem Torpedo versenkt.[5]
↑Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Müller, Erlangen 1996, Seite 199
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 94.
↑Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, Seite 118.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 376.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1999, ISBN 3-8132-0514-2, Seite 381.
Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u.a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 4. Auflage. Koehler, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0826-9.