Der Name Trins wird erstmals um 1077/80 als Trunnis in einer Aufzeichnung von Kloster Scheyern urkundlich erwähnt.[2] Der Name geht auf die Flur Truna (Truna-Alm, Trunabach) zwischen Lahnwiesen und dem Leitnerberg zurück. Es lag das Ausgangswort *Trunia- (‚zur Truna-Alm gehörig‘) zugrunde. Truna wiederum bedeutet ‚fruchtbares Gebiet‘.[3]
Die Gemeinde ist eine alte Knappensiedlung. Abgebaut wurden bereits in vorrömischer Zeit Antimon, Kupfer und Blei, der Höhepunkt der Bergbautätigkeiten wurde im 16. und 17. Jahrhundert erreicht. Die Knappen siedelten nah beisammen, dadurch drängen sich die Häuser von Trins in rätoromanischer Bauweise zu einem verwinkelten Haufendorf zusammen. Mit der Schließung der Bergwerke im 17.Jahrhundert wurde mit der Landwirtschaft begonnen.[4]
Seit 1811 ist Trins eine selbständige Gemeinde. Mit Errichtung der Brennerbahn kamen erste Touristen ins Gschnitztal. Ab den 1920er Jahren intensivierte sich der Sommerfrische-Tourismus und auch für den Winter wurden sechs Schlepplifte in Gschnitz und Trins errichtet. Ab den 1980er Jahren ging der Tourismus aufgrund mangelnder Investitionen wieder zurück. In Trins gibt es aktuell nur noch einen Schlepplift, der Tourismus hat sich auf naturnahe und kleinstrukturierte Angebote spezialisiert und ist mittlerweile ein Bergsteigerdorf.[5] In den 1970er Jahren war Trins Drehort im Film „Das vergessene Tal“ von Regisseur James Clavell.[6]
Katholische Pfarrkirche Trins hl. Georg mit Friedhofskapelle und Kriegerkapelle: spätgotisch, urkundlich 1359 erstmals erwähnt
Wallfahrtskapelle St. Magdalena im Gschnitztal, das Bergkirchlein St. Magdalena wurde 1307 erstmals erwähnt und birgt als Besonderheit für Nordtirol romanische Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert
Die Gemeinde Trins gehört zum Verbandsgebiet vom Tourismusverband Wipptal und ist ein ausgeglichener Sommer- und Wintertourismusort. Seit Mai 2019 gehört Trins mit der Nachbargemeinde Gschnitz zum Kreis der Bergsteigerdörfer des österreichischen Alpenvereins. Das Gschnitztal ist das Tal mit den meisten Berghütten im Wipptal. Insgesamt gibt es sechs bewirtschaftete Hütten und Almen (Blaserhütte, Padasterjochhaus, Innsbrucker Hütte, Bremer Hütte, österr. Tribulaunhütte, Jausenstation St. Magdalena), wovon sich drei auf Trinser Gemeindegebiet (Blaserhütte, Padasterjochhaus, Jausenstation St. Magdalena) befinden.
Winter
Die Gemeinde betreibt einen kleinen mit Flutlicht und Beschneiung ausgestatteten Tellerlift. Durch das Gschnitztal führen ca. 45km Loipen im Klassischen und Skating-Stil, deren Benützung kostenlos ist. Parkplätze sind aber gebührenpflichtig. Es führt ein Winterwanderweg durch das Gschnitztal. Schneeschuhwanderungen sind z.B. auf den Blaser möglich.
Sommer
In Trins gibt es viele Wandermöglichkeiten zu den umliegenden Hütten und Almen. Der bekannteste Berg ist der Blaser, der vor allem wegen seiner Flora bekannt ist. Der Berg gehört zum Landschaftsschutzgebiet Serles-Habicht-Zuckerhütl. Die bewirtschafteten Hütten können über die Gschnitztaler Hüttentour (6 Etappen) in einer Rundtour um das Gschnitztal begangen werden. Start ist entweder bei der Blaserhütte oder auf der gegenüberliegenden Seite beim Nösslachjoch (Auffahrt mit der Gondel der Bergeralm). Zu den Hütten führen auch meist Mountainbike-Wege, so kann man mit dem Bike/E-Bike bis zur Hütte fahren und von dort zum Gipfel aufsteigen (Bike and Hike). Im Sommer gibt es beim Fußballplatz in Trins für Wohnmobile Stellplätze mit Stromanschluss, die von der Gemeinde betrieben werden.
Blasonierung: In Gold ein erhöhter, oben gezinnter schwarzer Balken, darunter ein giebelloser roter Sparren. Die Farben der Gemeindeflagge sind Rot-Gelb.
Das Wappen wurde 1994 von der Tiroler Landesregierung verliehen. Der schwarze Zinnenbalken steht für das Schloss Schneeberg, der rote Sparren für die Trinser Moräne, auf der sich das Schloss erhebt. Die goldene Spitze sowie die Farben Rot und Gold wurden dem Wappen des Klosters Säben entnommen, das im Spätmittelalter Schneeberg als landesfürstliches Lehen besaß.[12]
Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges fanden 1969 in oder bei Trins auch Dreharbeiten zum Antikriegsfilm Das vergessene Tal (The Last Valley) mit Michael Caine und Omar Sharif statt. Die malerische Bergkulisse des Gschnitztales kommt auch in Filmen wie Die Bourne Identität und 3 Zimmer/Küche/Bad vor.
↑4. Teil: Gemeinden – Tirol – 246. Trins. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline (Verlag Österreich), Wien 2002–, ZDB-ID2126440-5, abgerufen am 1. Mai 2017.
↑Martin Bitschnau, Hannes Obermair:Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S.223–224,Nr.253.
↑Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl:Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (=Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives. Band17). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S.219ff.
↑Judith Hammer:Alpingeschichte kurz und bündig: Gschnitztal. Hrsg.: Österreichischer Alpenverein. 2024.
↑Judith Hammer:Alpingeschichte kurz und bündig: Gschnitztal. Hrsg.: Österreichischer Alpenverein. 2024.
↑Egon Pinzer:Das Wipptal und seine Seitentäler: eine Reise von Innsbruck bis zum Brenner in Wort und Bild. Löwenzahn, Innsbruck 2002, ISBN 3-7066-2266-1.