Ampass liegt südöstlich von Innsbruck im südöstlichen Mittelgebirge. Im Norden verläuft die Grenze am Inn, im Westen grenzt Ampass direkt an Innsbruck, welches ca.8Kilometer entfernt ist. Das Dorfzentrum befindet sich in einer Art Talkessel.
Vorgeschichtliche Funde zeugen schon von einer frühen Besiedelung, die ältesten von ihnen entstammen dem 15.vorchristlichen Jahrhundert. Besonders reiche Funde erbrachte das eisenzeitliche Heiligtum am Demlfeld.[2]
Ampass liegt an der alten Salzstraße von Hall nach Matrei, östlich von Innsbruck am Südufer des Inn, auf welcher das im Halltal gewonnene Salz nach Süden transportiert wurde. Dieser Weg dürfte schon mindestens in die Römerzeit datieren, dort dürfte eine Nebenroute Hall – Häusern – Patsch der Brennerstraße verlaufen sein. Ein 1254 errichteter, 1,9Meter hoher Meilenstein aus Granit soll die Grenze zur Pfarre Wilten gekennzeichnet haben und steht noch immer an seinem ursprünglichen Ort. Die Salztransporte erreichten um 1490 ihren Höhepunkt.[3] Dem Verlauf der Salzstraße folgt heute die Ellbögener Straße (L38).
Urkundlich erstmals erwähnt wurde Ampass 1145 als „Ampans“ oder „Ambans“ (in einer allerdings erst im 14. Jahrhundert angefertigten Urkunde von Stift Wilten), sodann mit Pfarrer Eberhard (Eberhardus plebanus de Ambans) in den Jahren 1157/68.[4] Der Name dürfte vorromanisch sein und im Keltischen zwischen zwei Bächen bedeuten.
Als selbständige Gemeinde wurde Ampass erstmals 1312 im Inntaler SteuerbuchG erwähnt.
Auch in Ampass haben Schlachten im Tiroler Freiheitskampf 1809 stattgefunden, Kaspar Sautner war Ampasser. Nach ihm ist ein Wanderweg rund um Ampass benannt.
War Ampass ab Mitte des 19.Jahrhunderts bis 1910 einem Bevölkerungsschwund ausgesetzt, machte es in den letzten Jahrzehnten wie viele andere Gemeinden im Umland von Innsbruck eine Entwicklung von einer durch Landwirtschaft geprägten Ortschaft zur ausgeprägten Wohngemeinde durch und erfuhr in den letzten Jahren einen Bevölkerungszuwachs.
Mit 1. September 1972 wurde die damals noch Ampaß heißende Gemeinde auf Ampass umbenannt.[5]
Die Pfarrkirche umfasst ein Kirchengebäude und einen an der Spitze des Kirchbühels befindlichen Glockenturm. In jenem Turm wurde 1739 die für den normalen Kirchturm zu schwere Glocke untergebracht.
Um 1000 soll sich auf dem Kirchbühel schon eine unbekannte Burg befunden haben. Laut Urkunden wurde die von König Heinrich IV. erbaute Burgkapelle, die später zur capella regalis (königliche Kapelle) erhoben wurde, zwischen 1048 und 1097 vom Bischof Altwin von Brixen eingeweiht. Die daraus entstandene spätgotische Pfarrkirche wurde später barockisiert. In der Vergangenheit erlebte sie oft großflächige Zerstörungen, wie infolge eines Brandes, der Verwüstung durch Truppen im Dreißigjährigen Krieg und eines schweren Erdbebens im Jahr 1698.[2]
Aufgrund der außergewöhnlichen Lage und der Einzigartigkeit ist die Johanneskirche heute als Hochzeitskirche sehr beliebt.
Die gotische, von Fuhrmännern erbaute Veits-Kirche wurde zum ersten Mal 1429 erwähnt. Hinweisend darauf erkennt man noch heute Fürbitten der Fuhrmänner in der Kirche.[7]
Das Ampasser Wahrzeichen, die Viertelsäule, oder auch Pestsäule genannt, ist einer der bedeutendsten gotischen Bildstöcke Nordtirols. Sie soll der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstammen und liegt nahe dem Sonnenbühel. Nach einem Vandalenakt 1876 wurde die Viertelsäule renoviert, es folgten 1970 und 1997 zwei weitere Restaurierungen.
Ansitz Taschenlehen: Der Baukern stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde er barockisiert. Vor 1694 hieß der Hof Lehen in der Achleite.
Ansitz Wallpach/Schwanenfeld/Stachler: Das heute als Wohnhaus eines Bauernhofs genutzte Gebäude geht ins 16. und 17. Jahrhundert zurück und diente als Sommersitz der geadelten Haller Handwerksfamilie Wallpach.
Das Widum, ein Wittum (Pfarrhof), im Kern spätgotisch, 1674 barock erweitert.
Ampass besitzt einen Sportplatz, einen Beachvolleyballplatz und im Winter einen Eislaufplatz.
Außerdem werden manche Wege, vor allem im Gebiet Zimmertal, Peerhöfe und Ebenwald, als Wanderrouten genutzt und gelten als Innsbrucker Naherholungsraum.
Blasonierung: In Grün ein silberner Pfahl mit schwarzer Viertelsäule.
Das 1974 verliehene Gemeindewappen zeigt die Viertelsäule, eine Pestsäule, als Wahrzeichen des Ortes. Der silberne Pfahl steht für die Salzstraße, die durch Ampass führte.[13]
12Michael Fritz: Ampass. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“.
↑Gemeinde Ampass: Ampass. Folder. Mit Übersicht Aus der Geschichte (online).
↑Martin Bitschnau, Hannes Obermair:Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S.35ff.,Nr.417u.517.