Strashimirit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt dünntafelige bis faserige Kristalle bis etwa vier Millimeter Größe. Typischerweise findet sich das Mineral aber in Form von radialstrahligen bis kugeligen Mineral-Aggregaten von bis zu einem Zentimeter Durchmesser sowie krustigen Überzügen. Auch Pseudomorphosen von Strashimirit nach Tirolit oder Cornwallit sind bekannt.[4] Das durchscheinende Mineral ist von weißer bis blassgrüner Farbe, hat eine weiße Strichfarbe und zeigt auf den Oberflächen einen permutt- bis fettähnlichen Glanz.
Mintschewa-Stefanowa sandte ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1967 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1967-025[1]), die den Strashimirit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde ein Jahr später im Fachmagazin Sapiski Wsessojusnogo Mineralogitscheskogo Obschtschestwa (russischЗаписки Всесоюзного Минералогического Общества) veröffentlicht.
In der russischen Originalbeschreibung wird das Mineral als Страшимирит bezeichnet. Bei korrekter Transkription aus dem Russischen ins Deutsche müsste der Name damit Straschimirit lauten, was 1974 auch in der 28. Liste der neuen Mineralnamen publiziert wurde.[12] Diese Schreibweise setzte sich in Deutschen Fachkreisen allerdings nicht durch, das heißt, die deutschsprachigen Quellen stützen sich bis auf seltene Ausnahmen[4] überwiegend auf die englische Übersetzung Strashimirite, wobei im Deutschen nur das im Englischen übliche ‚e‘ weggelassen wird.
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[13]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Strashimirit in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- beziehungsweise Vanadatkomplex (RO4). Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.): RO4 = 1: 1 und < 2: 1“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.DC.12 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Strashimirit die System- und Mineralnummer 42.06.05.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)2(XO4)Zq × x(H2O)“ in der „Strashimiritgruppe“, in der auch Arhbarit und Attikait eingeordnet sind.
Als eher seltene Mineralbildung kann Strashimirit an verschiedenen Orten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er jedoch wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 140 Vorkommen dokumentiert (Stand 2025).[14] Außer an seiner Typlokalität in der Kupferlagerstätte Zapachitsa bei Bov trat das Mineral in Bulgarien noch in der nahe gelegenen Lagerstätte Venetsa etwa 2km südlich von Gara/Lakatnik (ebenfalls Gemeinde Swoge, Oblast Sofia) sowie in der Grube Sedmochislenitsi (auch Sedmocislenici), einer polymetallischen Pb-Zn-Baryt-Fluorit-Lagerstätte, im Balkangebirge in der Oblast Wraza zutage.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Chile, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kanada, Marokko, Polen, Portugal, Russland, der Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, im Vereinigten Königreich (England) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Kalifornien, Montana, Nevada, Utah).[14]
Й. Минчева-Стефанова:Страшимирит – Новый водный арсенат меди. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band97, Nr.4, 1968, S.470–477 (russisch, rruff.info[PDF; 515kB; abgerufen am 24.März 2025] englische Übersetzung: I. Mincheva-Stefanova: Strashmirite, a new hydrous copper arsenate. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band54, 1969, S.1218–1223 (englisch, rruff.info[PDF; 388kB; abgerufen am 24.März 2025]).
Strashimirite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 23.März 2025(englisch).
↑Й. Минчева-Стефанова:Страшимирит – Новый водный арсенат меди. In: Записки Всесоюзного Минералогического Общества. Band97, Nr.4, 1968, S.470–477 (russisch, rruff.info[PDF; 515kB; abgerufen am 24.März 2025] englische Übersetzung: I. Mincheva-Stefanova: Strashmirite, a new hydrous copper arsenate. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva).
1234Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.648.
↑H. Hey:Twenty-sixth list of new mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band37, Nr.292, Dezember 1970, S.954–967;hier:965, Strashimirite / Strashmirite, error for Strashimirite (englisch, rruff.info[PDF; 879kB; abgerufen am 24.März 2025]).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.497 (englisch).
12345Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345
Strashimirite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 23.März 2025]).
1234Strashimirite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 23.März 2025(englisch).
↑H. Hey, P. G. Embrey:Twenty-eighth list of new mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band39, 1974, S.903–932;hier:927, Straschimirit, Germ. trans. of Страшимирит, strashimirite (26th List) (englisch, rruff.info[PDF; 721kB; abgerufen am 24.März 2025]).