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Pernod Ricard

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(Weitergeleitet von Pernod-Ricard)

Pernod Ricard ist ein französischer Spirituosenkonzern, der 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard, die die gleichnamigen Anisées vertrieben hatten, entstand.

Pernod gelangte ursprünglich durch die Herstellung von Absinth zu Bekanntheit. Seit der Aufhebung des entsprechenden Verbotes in den Staaten der Europäischen Union wird auch wieder ein Absinth produziert. Der Hauptsitz in Deutschland befindet sich in Köln.

Die Geschichte von Pernod geht auf den Firmengründer Henri-Louis Pernod zurück, der 1797 im schweizerischen Le Locle eine Absinthdestillerie eröffnet hatte.[3] 1805 zog er nach Pontarlier in der Franche-Comté und gründete dort die Absinthdestillerie Maison Pernod Fils.[4] 1851 starb Pernod.[5] 1871 wurde durch Ariste Hémard die Distillerie Hémard in Montreuil bei Paris gegründet und 1872 durch Jules-François Pernod die Société Pernod Père & Fils in Avignon. Nachdem der Konsum und die Produktion von Absinth verboten worden waren, stieg das Unternehmen auf die Pastisproduktion um. 1926 vereinigten sich alle drei Destillerien zu Les Établissements Pernod und 1951 wurde die Marke Pastis 51 auf den Markt gebracht. 1965 wurde außerdem die Distillerie Rousseau, Laurens et Moureaux übernommen, die seit 1889 den Likör Suze herstellt.

Ricard wurde 1932 in Marseille von Paul Ricard gegründet.[6] Sein Produkt wurde bald Frankreichs beliebtester Longdrink und überstand auch das zeitweilige Verbot der Pastisproduktion unter dem Vichy-Regime zwischen 1940 und 1944. Nachdem sich Paul Ricard aus der Geschäftsführung zurückgezogen hatte, wurde sein Sohn Patrick 1972 Geschäftsführer des Unternehmens. 1975 fusionierten Pernod und Ricard zu einem Unternehmen.[7]

Vertreten auf vier Kontinenten, rangiert Pernod Ricard hinter Diageo auf dem zweiten Platz der internationalen Spirituosenproduzenten. 1988 kaufte das Unternehmen Irish Distillers und kam damit in den Besitz aller damals produzierenden irischen Whiskybrennereien.[8] 1998 wurde die Yerevan Brandy Company übernommen.[9] 2001 übernahm es gemeinsam mit Diageo von Vivendi die Spirituosensparte von Seagram[10] und 2005 erfolgte die Eingliederung des Spirituosenkonzerns Allied Domecq.[11] Damit das Kartellamt zustimmte, musste sich Pernod Ricard von einigen Marken (u. a. Ardmore, Bushmills, Laphroaig und Tullamore Dew) trennen.[12] Ende 2005 ging deshalb Glen Grant für 115 Millionen Euro an die Unternehmensgruppe Campari.[13][14] Fortune Brands erwarb die Marken Canadian Club, Clos du Bois, Courvoisier, Harvey's Bristol Cream, Laphroaig, Maker’s Mark und Sauza. Im April 2008 übernahm man den Absolut-Vodka-Hersteller Vin & Sprit für 5,6 Milliarden Euro.[15]

Nach der Übernahme von Vin & Sprit musste sich Pernod Ricard verpflichten, weitere Marken zu verkaufen. Die Whiskeymarke Wild Turkey, der Likör American Honey, eine Destillerie in Kentucky und Bourbonvorräte wurden 2009 für 575 Millionen Dollar an Campari verkauft.[16]

Typisch für die Übernahmestrategie der Gesellschaft ist der Aperitif Lillet. Als Pernod Ricard die alte Firma in Bordeaux 2008 übernahm, wurden 750.000 Flaschen pro Jahr abgesetzt, durch Internationalisierung und entsprechende Werbung wurde der Absatz auf 12 Millionen Flaschen im Jahr 2021 gesteigert.[17]

2008 übergab Patrick Ricard die Verantwortung als Generaldirektor an Pierre Pringuet.[18]

Nachdem das Unternehmen in den Vorjahren stetig expandiert war, wurde es im Geschäftsjahr 2013–2014 von einer Absatzkrise getroffen. Besonders auf dem chinesischen Markt brachen die Verkäufe ein. Antikorruptionsmaßnahmen der chinesischen Regierung dämpften den Konsum von Luxusspirituosen. Eine ungünstige Entwicklung der Wechselkurse trug zusätzlich zum Umsatzrückgang bei. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 7 % zurück; das operative Geschäftsergebnis sank um 8 %. Das Netto-Betriebsergebnis sank um 14 % auf 1,04 Milliarden Euro.[19] Als Gegenmaßnahme leitete das Unternehmen ein Kostensenkungsprogramm namens Allegro ein, mit dem weltweit 900 Arbeitsplätze eingespart werden sollten.[20][21]

Im Februar 2015, als Pringuet das Pensionierungsalter von 65 Jahren erreichte, übernahm Alexandre Ricard, ein Neffe Patrick Ricards, Alumnus der ESCP Europe Business School, die Geschäftsführung.[22][23]

2024 startete Pernod Ricard die zweite Phase der Responsible-Drinking-Kampagne "Drink More Water", die auf die Sensibilisierung gegen exzessiven Alkoholkonsum abzielt.[24][25]

Im September 2024 startete Pernod Ricard North America gemeinsam mit Safe Night die Initiative "Good Nights Are Safe Nights", die sicherere Nachtleben-Umfelder und verantwortungsvolleren Alkoholkonsum fördern soll.[26][27]

Im April 2025 schloss Pernod Ricard den Verkauf seines Portfolios strategischer internationaler Weinmarken an Australian Wine Holdco Limited (gehört einem Konsortium institutioneller Investoren unter Führung von Bain Capital Special Situations) ab.[28][29]

Im Portfolio befinden sich die folgenden Marken:

Einzelnachweise

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  1. Our Governance. Abgerufen am 13. April 2026.
  2. Annual Report 2025. Pernod Ricard Website, abgerufen am 17. April 2026 (englisch).
  3. Grüne Fee lockt Touristen ins Val-de-Travers. 18. Juli 2017, abgerufen am 31. März 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  4. Vom Todesschnaps zum Kultgetränk. 9. September 2023, abgerufen am 31. März 2026.
  5. Pernod. Abgerufen am 31. März 2026.
  6. Richard Woodard: Drinks world mourns Patrick Ricard. In: The Spirits Business. 20. August 2012, abgerufen am 2. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  7. Patrick Ricard - WELT. Abgerufen am 2. April 2026.
  8. Whiskey galore: But has the renaissance reached a peak? 2. Dezember 2018, abgerufen am 2. April 2026 (englisch).
  9. Spirited return for Armenian brandy. 8. Juni 2004 (bbc.co.uk [abgerufen am 2. April 2026]).
  10. In the matter of DIAGEO PLC, a public limited company, and VIVENDI UNIVERSAL S.A., a French societe anonyme. In: Federal Trad Commission. Abgerufen am 2. April 2026.
  11. Integration von Allied Domecq übertrifft Erwartungen. 29. Juli 2006, abgerufen am 2. April 2026.
  12. Mergers: Commission approves acquisition of Allied Domecq by Pernod Ricard, subject to conditions. In: Europäische Kommission. Abgerufen am 2. April 2026.
  13. Mary Jane Pittilla: Pernod Ricard finalises whisky brands sale to Campari - 16/03/06. In: Moodie Davitt Report. 16. März 2006, abgerufen am 2. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  14. Pernod Ricard verkauft Whiskey-Marken an Campari. Abgerufen am 2. April 2026.
  15. Julia Kollewe: Pernod Ricard buys maker of Absolut vodka. In: The Guardian. 31. März 2008, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. April 2026]).
  16. Spirituosenhersteller: Pernod Ricard verkauft Whiskey an Campari. In: Handelsblatt Online. 8. April 2009, archiviert vom Original am 3. September 2014; abgerufen am 1. September 2014.
  17. Angélique Vallez: Pernod Ricard - Son Cocktail gagnant. In: Capital. Nr. 374. Prisma Media, Gennevilliers November 2022, S. 46.
  18. Haby Niakate: Pierre Pringuet, pur produit de Ricard (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive), Jeune Afrique, 30. August 2012.
  19. ANNUAL REPORT 2O13 / 2O14. (pdf) In: assets.pernod-ricard.com. Abgerufen am 13. April 2026.
  20. Laurence Girard: Bousculé par la Chine et les devises, Pernod Ricard se restructure. Le Monde, 29. August 2014, Spezialteil Économie & Entreprise, S. 4.
  21. Amy Hopkins: Pernod Ricard to cut 900 jobs globally. In: The Spirits Business. 29. August 2014, abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  22. Pernod Ricard regelt Führung – Spirituosengeschäft brummt. In: Der Bund. 30. August 2012, abgerufen am 28. November 2025.
  23. Solide Zahlen für Spirituosenhersteller Pernod Ricard. boersianer.info, 18. Februar 2015, abgerufen am 13. Juli 2016.
  24. Joey Morris: Pernod launches phase two of Drink More Water. In: The Spirits Business. 18. März 2024, abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  25. Pernod Ricard launches a new digital campaign for its flagship responsible drinking initiative: Drink more water | Pernod Ricard. 16. April 2026, abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
  26. Lauren Bowes: Pernod launches nightlife safety campaign. In: The Spirits Business. 30. September 2024, abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  27. Dianna Dilworth: Pernod Ricard wants to make drinking environments safer. In: Brand Innovators. 24. September 2024, abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).
  28. Eleanor Yates: Pernod completes wine sale to newly named Vinarchy - Drinks International - The global choice for drinks buyers. Abgerufen am 13. April 2026.
  29. Successful completion of the sale of Pernod Ricard’s portfolio of strategic international wines to Australian Wine Holdco Limited | Pernod Ricard. 16. April 2026, abgerufen am 13. April 2026 (englisch).

Koordinaten: 48° 52′ 5,9″ N,  17′ 38,4″ O

Pernod Ricard
Logo
Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000120693
Gründung 1975
Sitz Paris, Frankreich Frankreich
Leitung Alexandre Ricard
(Chairman und CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 18.200 (2025/24)
Umsatz 10,959 Mrd. Euro (2025/24)[2]
Branche Getränke
Website www.pernod-ricard.com
www.pernod-ricard.de
Stand: 30. Juni 2025