Telenor
| Telenor ASA | |
|---|---|
| Rechtsform | Aksjeselskap (AS) |
| ISIN | NO0010063308 |
| Gründung | 1855 |
| Sitz | Fornebu, |
| Leitung | Benedicte Schilbred Fasmer (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 10.133 (2025) |
| Umsatz | 76,5 Mrd. NOK (2025)[1] |
| Branche | Telekommunikation |
| Website | www.telenor.no www.telenor.com |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Telenor ist eine norwegische Telefongesellschaft mit Sitz in Fornebu, einem Vorort von Oslo. Die Aktien von Telenor sind im OBX Index an der Osloer Börse gelistet. Stand 2026 bedient Telenor nach eigenen Aussagen 114 Mio. Kunden in den Ländern Skandinaviens sowie in einigen Ländern in Asien.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorläufer des Unternehmens war die im Jahre 1855 gegründete staatliche Telegrafverket. Sie errichtete die erste Telegrafenverbindung in Norwegen, die über 40 km von Christiania (heute Oslo) nach Drammen ging. Die staatliche Gesellschaft wurde zum 1. Januar 1995 in eine Aktiengesellschaft umstrukturiert und in Telenor umbenannt. Telenor hatte bis 1998 das Monopol auf Kommunikationsdienste für Privatkunden in Norwegen. Mitte der 1990er Jahre expandierte das Unternehmen in ausländische Märkte. Schwerpunkte waren Skandinavien, Osteurope und Asien. Seit Dezember 2000 ist Telenor privatisiert und börsennotiert. Die ersten Dienste für Mobiltelefonie wurden in Norwegen 1966 angeboten. Das NMT-System wurde 1981 eingeführt, 1993 das digitale GSM-System. Seit 2004 wird auch UMTS für den kommerziellen Gebrauch angeboten. Am 31. Oktober 2005 übernahm Telenor die Vodafone Sverige AB, den schwedischen Ableger des Vodafone-Konzerns. Am 20. April 2006 wurde dann das Netz auch in Telenor umbenannt. Ab 2015 wurden einige der ausländischen Beteiligungen wieder veräußert und das Unternehmen konsolidiert. Mit ca. 54 % ist der norwegische Staat der größte Anteilseigner.[3]

Geschäftstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Telenor bietet in den nordischen Ländern ein umfassendes Programm an Telekommunikationsdiensten an, darunter Mobil- und Festnetztelefonie, Internetzugang sowie Kabelfernsehen (Zugang und Inhalte). Der Konzern nimmt auf den skandinavischen Breitband- und TV-Märkten eine führende Stellung ein – sowohl hinsichtlich der Abonnentenzahlen als auch der Reichweite. Die Sparte für TV-Distribution firmiert unter dem Namen Allente. Zudem ist Telenor in drei asiatischen Ländern geschäftlich tätig. Telenor arbeitet mit dem 5G-Netz und es werden Cloud-Lösungen angeboten. Bei Automatisierung, Robotik, künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge arbeitet Telenor mit Kunden und Partnern zusammen.[4] Unter dem Namen Maritime Communications Partner werden GSM-Dienste auf Schiffen angeboten.
Internationale Beteiligungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Telenor hat zahlreiche internationale Beteiligungen in Europa und Asien.
Übersicht über die internationalen Mobilfunk-Aktivitäten von Telenor (Stand 2022):
Verkäufe und ehemalige Beteiligungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehemalige internationale Beteiligungen von Telenor waren unter anderem:
- Österreich: One
- Ungarn: Yettel
- Ukraine: Kyivstar
- Montenegro: Telenor (ehemals Promonte)
- Russland: Minderheitsbeteiligung an Veon (ehemals VimpelCom)
- Serbien: Yettel
- Bulgarien: Yettel
- Myanmar: Telenor Myanmar
Die Minderheitsbeteiligung am österreichischen Mobilfunkanbieter One wurde am 20. Juni 2007 an Orange und den britischen Investor Mid Europa verkauft.
Die Gesellschaften in Ungarn, Bulgarien, Montenegro sowie Serbien wurden 2018 um 3,4 Mrd. Dollar an die tschechische PPF Group verkauft.[5]
Ende 2019 wurden die letzten Anteile von der Beteiligung an Veon (und damit einhergehend auch die Beteiligung an Kyivstar sowie weiteren russischen Anbietern) verkauft.[6][7]
Telenor Myanmar wurde am 25. März 2022 für 105 Mio. Dollar an die M1 Group verkauft. Als Gründe wurden die Unvereinbarkeit der Menschenrechtslage und rechtliche Konflikte genannt.[8][9]
VoIP
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Telenor startet als eines der ersten Unternehmen die IP-Telefonie, welche bereits 1998 mit einer eigenen Nummerserie von dem Tochterunternehmen Telenor Nextel angeboten wird. Dieser Dienst wurde Interfon genannt und wurde von dem norwegischen Pionier Ivar Plahte geleitet.
1999 meldete Telenor mangelndes Interesse für die IP-Telefonie. Da außerdem die Preise für die Festnetztelefonie rasch gesunken waren, wurde der Interfon-Dienst 2002 vorübergehend gestoppt, jedoch nicht völlig aufgegeben. Seit 2005 existiert mit Telio ein großer Konkurrent in diesem Bereich, der schon erhebliche Anteile des Marktes erobern konnte.
LTE
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Norwegen bekam Telenor im Jahr 2007 eine LTE-Lizenz für das 2,6-GHz-Band. Auch in anderen Ländern wie Schweden (2010) und Pakistan (2013) wird das LTE-Netz von Telenor in Betrieb genommen.[10] In Dänemark wurden die LTE-Lizenzen 2012 erworben.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus einem Telenor-Projekt entstand der Webbrowser Opera.
Kontroversen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 28. August 2025 reichten Anti-Putsch-Aktivisten der Organisation Justice for Myanmar gemeinsam mit ICJ Norway bei der norwegischen Polizei eine Beschwerde ein. Darin werfen sie Telenor vor, Überwachungsausrüstung und Kundendaten an die myanmarischen Streitkräfte (Tatmadaw) geliefert zu haben. Den Unterlagen zufolge sollen Telenor-Daten zudem vom Tatmadaw genutzt worden sein, um das Mitglied der 88 Generation Students, Ko Jimmy, am 13. Februar 2021 aufzuspüren.[11][12][13][14]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Telenor AR 25. Abgerufen am 9. September 2026.
- ↑ Who we are. telenor, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Telenor’s history and heritage. telenor.com, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Core Technologies. telenor.com, abgerufen am 13. September 2026.
- ↑ Norway's Telenor exits central Europe. In: Reuters. Abgerufen am 20. November 2022 (englisch).
- ↑ Telenor completes Veon sale. In: broadbandtvnews.com. Abgerufen am 20. November 2022 (englisch).
- ↑ VEON Ltd. Ownership Structure. In: Veon. Abgerufen am 20. November 2022 (englisch).
- ↑ Sale of Telenor Myanmar completed. Abgerufen am 20. November 2022 (englisch).
- ↑ Sale of Telenor Myanmar approved by Myanmar authorities. Abgerufen am 20. November 2022 (englisch).
- ↑ http://www.internetanbieter.eu/anbieter/telenor/
- ↑ Complaint filed in Norway against Telenor for Myanmar sanctions violations. In: Mizzima. 29. August 2025, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ Telenor i Myanmar: Anmeldt til PST. In: NRK. 28. August 2025, abgerufen am 28. September 2025 (norwegisch).
- ↑ Telenor data transfer linked to arrest and execution of Myanmar’s Ko Jimmy, says Norwegian adviser. In: Mizzima. 25. August 2025, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ Telenor ble et mareritt for demokratiforkjempere som Ko Jimmy. In: Panorama nyheter. 20. August 2025, abgerufen am 28. September 2025 (norwegisch).
