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Nonan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von Nonan
Allgemeines
Name Nonan
Andere Namen
Summenformel C9H20
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 111-84-2
EG-Nummer 203-913-4
ECHA-InfoCard 100.003.558
PubChem 8141
Wikidata Q150694
Eigenschaften
Molare Masse 128,26 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[2]

Dichte
  • 0,72 g·cm−3 (flüssig, 20 °C)[3]
  • 0,003901 g·cm−3 (gasförmig, 151 °C)[3]
Schmelzpunkt

−54 °C[3]

Siedepunkt

151 °C[3]

Dampfdruck
  • 4,8 hPa (20 °C)[3]
  • 8,7 hPa (30 °C)[3]
  • 14,1 hPa (40 °C)[3]
  • 24,1 hPa (50 °C)[3]
Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser[3]
  • gut in vielen organischen Lösungsmitteln[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​304​‐​315​‐​336​‐​410
P: 210​‐​273​‐​301+310​‐​303+361+353​‐​331[3]
MAK

Schweiz: 200 ml·m−3 bzw. 1050 mg·m−3[4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nonan ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der unverzweigten Alkane. Die Gruppe seiner Isomere nennt man Nonane. Es ist eine brennbare, unpolare Flüssigkeit und Bestandteil von Erdöl sowie daraus hergestellten Brennstoffen wie Petroleum und Diesel. Natürlich kommt es außerdem in einigen ätherischen Ölen vor.

Pittosporum eugeniodes

Nonan ist Bestandteil von Erdöl.[5] Das ätherische Öl von Pittosporum eugeniodes (Gattung Pittosporum) enthält bis zu 60 % Nonan.[6] Es ist außerdem Bestandteil von ätherischen Ölen aus Hypericum triquetrifolium und macht etwa 8 % im Öl aus den Blüten und 15 % im Öl aus den Blättern aus.[7] Einige Kiefernarten wie Pinus jeffreyi bilden ebenfalls Alkane. Die Hauptkomponente darunter ist Heptan, daneben kommen jedoch auch Nonan und Undecan vor.[8] Es kommt möglicherweise in Spuren in Ingwer vor.[9]

Alle 35 Isomere sind farblose, brennbare Flüssigkeiten mit benzinartigem Geruch. Das unverzweigte Nonan schmilzt bei −54 °C und siedet bei 151 °C; das nahezu kugelförmige 3,3-Diethylpentan schmilzt bei −33 °C.[10] In Wasser sind Nonane unlöslich,[3] mit den meisten organischen Lösungsmitteln in jedem Verhältnis mischbar.[2]

Nonan gilt als leicht entzündliche Flüssigkeit. Oberhalb des Flammpunktes können sich entzündliche Dampf-Luft-Gemische bilden. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 31 °C.[3][11] Der Explosionsbereich liegt zwischen 0,7 Vol.‑% (37 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 5,6 Vol.‑% (300 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).[3][11] Die Grenzspaltweite wurde mit 0,87 mm bestimmt.[3][11] Es resultiert damit eine Zuordnung in die Explosionsgruppe IIA.[11] Die Zündtemperatur beträgt 205 °C.[3][11] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Nonan ist Bestandteil von Kraftstoffen und Brennstoffen wie Petroleum, Kerosin und Diesel.[5] In der Destillationstechnik wird es als Schleppmittel verwendet. Nonan wird auch zur Synthese von waschaktiven Substanzen verwendet.[12]

Außerdem findet es Verwendung zur Kalibrierung von Messgeräten der Feuerwehr, mit denen explosionsfähige Atmosphären nachgewiesen werden – sogenannte EX-Meter.

Nonan ist brennbar und bildet bei einem Luftvolumenanteil von 0,7 bis 5,6 % explosive Gemische.[3]

Commons: Nonan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Nonan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Eintrag zu NONANE in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 28. Dezember 2020.
  2. a b c d Eintrag zu Nonan. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. November 2014.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q Eintrag zu Nonan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. Januar 2023. (JavaScript erforderlich)
  4. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 111-84-2 bzw. N-Nonan), abgerufen am 2. November 2015.
  5. a b Osei-Wusu Achaw, Eric Danso-Boateng: Chemical and Process Industries: With Examples of Industries in Ghana. Springer Nature, 2021, ISBN 978-3-03079139-1, S. 240 (google.de [abgerufen am 28. Dezember 2025]).
  6. A. J. Calder, C. I. Carter: The essential oil of Pittosporum tenuifolium. In: Journal of the Society of Chemical Industry. Band 68, Nr. 12, Dezember 1949, S. 355–356, doi:10.1002/jctb.5000681206.
  7. Alessandra Bertoli, Francesco Menichini, Michele Mazzetti, Guido Spinelli, Ivano Morelli: Volatile constituents of the leaves and flowers of Hypericum triquetrifolium Turra. In: Flavour and Fragrance Journal. Band 18, Nr. 2, März 2003, S. 91–94, doi:10.1002/ffj.1161.
  8. T. J. Savage, B. S. Hamilton, R. Croteau: Biochemistry of Short-Chain Alkanes (Tissue-Specific Biosynthesis of n-Heptane in Pinus jeffreyi). In: Plant Physiology. Band 110, Nr. 1, 1. Januar 1996, S. 179–186, doi:10.1104/pp.110.1.179, PMID 12226177, PMC 157707 (freier Volltext).
  9. T. Kami, M. Nakayama, S. Hayashi: Volatile constituents of Zingiber officinale. In: Phytochemistry. Band 11, Nr. 11, November 1972, S. 3377–3381, doi:10.1016/S0031-9422(00)86412-2.
  10. Cheric: Datasheet of 3,3-DIETHYLPENTANE (Memento vom 30. April 2005 im Internet Archive).
  11. a b c d e E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen. Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase. Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft, Bremerhaven 2003.
  12. Nonan. Abgerufen am 28. Dezember 2025.