Jerusalem
| Jerusalem | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| hebräisch: | ירושלים | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| arabisch: | القدس | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Staat: | (Souveränität Israels über die Stadt international nicht anerkannt) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bezirk: | Jerusalem | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Koordinaten: | 31° 47′ N, 35° 13′ O | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fläche: | 125,2 km² | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einwohner: | 1.005.919 (Stand: 2022)[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 8.034 Einwohner je km² | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| – Metropolregion: | 1.700.000 (2018) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gemeindecode: | 3000 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zeitzone: | UTC+2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Telefonvorwahl: | (+972) 02 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 91000–91999 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gemeindeart: | Großstadt | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bürgermeister: | Mosche Lion | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Website: | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jerusalem | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Jerusalem
Quelle: Israel Meteorological Service | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Durch den Ölbergriegel wird Jerusalem nicht nur vor dem Wüstenwind aus dem Osten geschützt – auch regnet sich die feuchte Luft vom westlich liegenden Mittelmeer über der Stadt ab. In Palästina herrschen die Westwinde vor, in deren Luv das Bergland liegt, wodurch die Regenmenge landeinwärts zu den Bergen hin zunimmt und über dem Jordantal wieder abnimmt. Durch diesen Regenschatteneffekt sinkt der jährliche Niederschlag ab Jerusalem von 600 mm auf rund 100 mm im Jordantal. Im Winter erkaltet das Bergland und östliche Winde hin zum wärmeren Mittelmeer werden hierdurch häufig. Im Sommer werden auch die Westwinde trockener und tragen kaum Wolken, kühlen und erfrischen aber. Die Seebrise erreicht Jerusalem in der Regel nach 14 Uhr, nachdem sie sich gegen das trockene Land behauptet hat und erfrischt die Stadt meist auch die ganze Nacht angenehm kühl (bis auf eine Abnahme um Sonnenuntergang). Wenn der Seewind Jerusalem nicht erreicht oder ausbleibt, werden die Nächte heiß und es fehlt an Tau und Frische – und wenn dann auch noch der Ostwind aus der Wüste die Stadt erreicht, bringt dieser Staub und einen verbrannten Geruch mit sich und versengt alles (an etwa jedem fünften Sommertag). Im Winter ist dieser Ostwind dann kalt und schneidend. In Jerusalem gibt es im Winterhalbjahr eine klar abgegrenzte Regenzeit etwa vom 14. Oktober bis zum 6. Mai, außerhalb der kaum Niederschlag fällt – und im Sommer rund 60 wolkenlose Tage, welche allerdings oft neblig beginnen, da der starke Frühtau kondensiert. Im Bergland überwiegt der Frühlingsregen, an der Küste der Herbstregen, weshalb es in Jerusalem einen relativ kühlen Frühling und dafür einen recht warmen Herbst gibt.
Stadtviertel


- Abu Tor
- Altstadt
- At-Tur
- Atarot
- Bab az-Zahara
- Baka
- Bayit VeGan
- Beit HaKerem
- Davidsstadt
- En Kerem
- Französischer Hügel (auch Givʿat Schapira)
- Ge’ullah
- Gilo
- Givʿat HaMatos
- Givʿat Ram
- Har Choma
- Har Nof
- Me'a Sche'arim
- Mischkenot Scha’ananim
- Nof Zion
- Pisgat Ze`ev
- Ramat Eshkol
- Ramat Rachel
- Rechaviah
- Repha’im, Templerkolonie
- Scheich Dscharrah
- Silwan
- Talpiot
- Ost Talpiot
- Umm Tuba
- Yemin Moshe
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
1979 lebten bereits 50.000 Juden in Ostjerusalem, 1993 waren es schon 160.000. 2012 lebten 497.000 jüdische Israelis in Jerusalem, davon mehr als 200.000 auf besetztem palästinensischen Gebiet.[131] Der Anteil der jüdischen Bewohner im gesamten Jerusalem lag im Jahre 2015 bei 63 %,[132] der muslimische Anteil bei 35 % und der christliche Anteil bei 2 %.[133]
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.
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| Jahr | Juden | Araber |
|---|---|---|
| 1967 | 74,2 | 25,8 |
| 2015 | 63 | 37 |
| 2021 | 62 | 38 |
Religionen
Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime
Jerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen als heilige Stadt angesehen. Für alle drei abrahamitischen Religionen ist Jerusalem als Wirkungsstätte verschiedener Patriarchen, Propheten, Priester, Könige und Heiliger wie Abraham, Melchisedek, David, Salomon, Zacharias, Jesus von Nazaret und anderer bedeutend. Das statistische Jahrbuch von Jerusalem listet 1204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen im Stadtgebiet.[135] Orte wie der Tempelberg sind seit je umstritten und Ursache für Konflikte.
Seit dem 10. vorchristlichen Jahrhundert ist Jerusalem den Juden als Ort des zuerst unter König Salomo errichteten jüdischen Tempels heilig. Im Tanach wird die Stadt 632-mal erwähnt. Immer wieder steht Jerusalem im Mittelpunkt der Heils- und Gerichtsankündigungen des biblischen Gottes, so vor allem bei den Propheten Daniel, Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Sacharja und den Psalmen.
- Beispiele
- „So spricht Gott der Herr: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher! Ez 5,5 EU“
- „Und ihr sollt’s erfahren, dass ich, der Herr, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Joel 4,17 EU“
- „Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Ps 137,5 EU“
Sowohl die Stadt Jerusalem als auch das Land und Volk Israels stellt die Bibel als Gottes besonderes Eigentum dar. Bedeutsam ist hier etwa die literarische Darstellung Jerusalems als Findelkind, das von Gott aufgezogen wird (Ezechiel 16), sowie die Zusagen Gottes an die Stadt in den Psalmen, die wie Eheversprechen formuliert sind. Heute ist die Klagemauer, die westliche Umfassungsmauer des Tempelbezirks, ein heiliger Ort für Juden, nur der Tempelberg selbst übertrifft ihn an Bedeutung.[136][137] Weltweit befindet sich der Toraschrein von Synagogen traditionell an der Wand, die Jerusalem zugewandt ist.[138] Der Ort des Toraschreins der in Jerusalem gelegenen Synagogen richtet sich nach dem Allerheiligsten des salomonischen Tempels. Wie in der Mischna beschrieben und im Schulchan Aruch kodifiziert, werden die täglichen Gebete im Judentum in Richtung auf Jerusalem und den Tempelberg verrichtet. Jerusalem ist die wichtigste der vier Heiligen Städte im Judentum, zusammen mit Hebron, Tiberias und Safed.[139]
Den Christen ist Jerusalem heilig, da es der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ist. Über 100-mal wird Jerusalem im Neuen Testament erwähnt, nach der Bibel wurde Jesus kurz nach seiner Geburt in die Stadt gebracht, hier hat er Opfertierhändler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben, hier fand das Abendmahl statt. Gleich außerhalb der Stadt soll Jesus gekreuzigt und begraben worden sein. Der wahrscheinliche Ort liegt heute innerhalb der Stadtmauern.
Im Gegensatz zur jüdischen und christlichen Bibel erwähnt der Koran Jerusalem kein einziges Mal namentlich, die Stadt gilt aber trotzdem traditionell als die drittheiligste des Islam (nach Mekka und Medina).[140] Bevor in Richtung der Kaaba in Mekka gebetet wurde, war zu Lebzeiten des Propheten Mohammed für kurze Zeit Jerusalem Richtungsort des Gebetes.[141] Die Frage der Gebetsrichtung wurde im Zusammenhang mit dem Bau der al-Aqsa-Moschee thematisiert, da ihr Standort auf dem Tempelberg von der Richtung abhängt, in die sich Mohammed beim Gebet wendete. Moslems glauben, dass der Prophet in einer nächtlichen Reise auf dem Ross Buraq von Mekka aus zu einer weit entfernten „Kultstätte“ (al-aqsa) gereist ist, wo er in den Himmel aufstieg, um sich mit anderen Propheten des Islam zu treffen. Der Ort dieses Heiligtums wird nicht explizit genannt, im sunnitischen Islam jedoch traditionell mit dem Felsendom identifiziert. Zur Zeit der syrischen Umayyadenkalifen, die das Felsenheiligtum auf dem Jerusalemer Tempelberg besonders förderten, entstand eine islamische Literatur über die „Vorzüge Jerusalems“, die sich im 10. und 11. Jahrhundert verbreitete und die zunächst nur lokal anerkannte Bedeutung der Stadt für den Islam unterstrich.
- Altstadt von Jerusalem
- Die Klagemauer
- Das Portal der Grabeskirche
- Animation über Jerusalem
Konfessionen
In Jerusalem findet sich eine große Anzahl von Religionen und religiösen Bewegungen. Die wichtigste religiöse Gruppierung in der Stadt ist das Judentum. Stärker als in anderen Landesteilen Israels sind die ultraorthodoxen nicht-zionistischen Juden und die orthodoxen zionistischen Juden in der Stadt vertreten. Es gibt außerdem noch eine Gemeinde von Drusen. Vom Islam sind Sunniten, Schiiten und Alawiten vertreten. Zum Christentum in Jerusalem gehören Griechisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Griechische Katholiken, Altkatholiken, Römische Katholiken, Lutheraner, Anglikaner, Armenier und Äthiopier.
Kultur
Museen
In Jerusalem befindet sich die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Historische Museen sind unter anderem das Israel-Museum mit dem „Schrein des Buches“ und dem Modell Jerusalems zur Zeit Jesu,[142] das Bible Lands Museum[143], das Tower of David-Museum of the History of Jerusalem,[144] das Ariel-Center for Jerusalem in the First Temple Period,[145] der archäologische Park „Durch die Zeiten“ unter der Erlöserkirche, das Nachon-Museum der Judenheit Italiens[146] und das Rockefeller Museum für Archäologie.[147]
Museen, die Ausgrabungen aus der biblischen Antike zeigen, sind das Burnt House,[148] die Davidsstadt,[149] (ältester Teil Jerusalems, auch vorisraelitisch) der Jerusalemer Archäologische Park,[150] (südlich der Altstadtmauer beim Dungtor) The Israelite Tower,[151] und das Wohl-Museum.[152]
Museen zur Geschichte und Vorgeschichte des modernen Staates Israel sind das Ammunition Hill Museum,[153] das Herzl Museum,[154] das Menachem Begin Heritage Center,[155] und die Mount Zion Cable Car.[156]
Ein Kunstmuseum ist das Museum der Jüdischen Kunst im Hejchal Schlomo, dem einstigen Sitz des Oberrabbinates.[157]
Bauwerke

Die Altstadt von Jerusalem wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in das armenische Viertel im Südwesten, das christliche im Nordwesten, das jüdische im Südosten und das muslimische Viertel im Nordosten unterteilt und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Mauer der alten Stadt Davids umfasst mehrere Türme sowie ursprünglich sieben Tore, davon drei große und vier kleine, und wurde 1889 durch ein achtes ergänzt.
Im christlichen Teil der Altstadt befindet sich das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffator und zum muslimischen Teil das Damaskustor. In den muslimischen Teil führen das Herodestor, Goldene Tor (durch die Türken versiegelt) und das Stephanstor. Im jüdischen Teil steht das Zionstor und das Dungtor. Südwestlich davon erhebt sich der Berg Zion mit dem mutmaßlichen Grab König Davids. Östlich der Altstadt liegt der Ölberg mit dem Garten Getsemani. Wichtige christliche Stätten sind die auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaute Grabeskirche und die Via Dolorosa.
Die circa 400 Meter lange, von den Juden „Westliche Mauer“ genannte Klagemauer ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große Tempel des Herodes stand. Wichtige muslimische Bauwerke auf dem Tempelberg sind heute der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.
Weitere bedeutende Bauwerke in der Altstadt oder ihrer unmittelbaren Umgebung sind der Cardo (Säulengang), die Dormitio-Basilika, die Erlöserkirche, die vier sephardischen Synagogen und die Zitadelle.
Nahe der südwestlichen Ecke der Altstadtmauer befindet sich an der Fußgängerbrücke ein berühmtes Friedensdenkmal, auf dem der bekannte biblische Satz aus Jesaja 2,4 („Schwerter zu Pflugscharen“) modern dargestellt wird.[158]
Im Norden, Westen und Süden der Altstadt breitet sich die Neustadt von Jerusalem aus, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel und weiter bis in das wüstenhafte Umland der Stadt. Hier finden sich das Rathaus, die Trinitatiskathedrale, die Kidane-Mihiret-Kirche oder auch die Synagoge Tempio Italiano.
Die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude und die breiteren Straßen der Neustadt, wie etwa die in Ost-West-Richtung verlaufende Jaffastraße, bilden einen starken Kontrast zu den Gassen der Altstadt. In verschiedenen Teilen der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament), die Synagoge des Hadassah-Klinikums in En Kerem mit ihren Chagallfenstern und zahlreiche bedeutende staatliche Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem das Finanzministerium, das Außenministerium, das Innenministerium und der Sitz des Premierministers.
Im Kalkfelsen unter dem größten Friedhof der Stadt, Har ha-Menuchot, baut Israel seit 2016 eine unterirdische Begräbnisstätte, deren erster Abschnitt 8000 von insgesamt geplanten 22.000 Grabstellen umfasst. Als Vorbild dient die Nekropole von Bet Sche’arim nahe Haifa. Die jüdischen Bestattungsbräuche verbieten die Einäscherung und erfordern die Beisetzung der Toten im Erdboden oder in Gruften. Die Grabstellen bestehen aus sarggroßen Horizontalbohrungen in die Gesteinswände der für die Nekropole angelegten unterirdischen Gänge.[159]
Musikleben
Jerusalem ist unter anderem Sitz des Jerusalem Symphony Orchestra und verfügt über eine Musikhochschule.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftsstruktur
Das wirtschaftliche Leben der Stadt Jerusalem basiert zum überwiegenden Teil auf ihrer religiösen und kulturellen Bedeutung sowie auf ihrer Funktion als Verwaltungszentrum. Der Dienstleistungssektor ist dementsprechend gut ausgebaut. Viele Bewohner von Jerusalem sind in der staatlichen und städtischen Verwaltung sowie im Bildungswesen beschäftigt. Eine eher untergeordnete Rolle spielt demgegenüber das produzierende Gewerbe. Die Industriebetriebe der Stadt stellen unter anderem Glas-, Metall- und Lederwaren, Druckerzeugnisse, Schuhe und Zigaretten her. Die Produktionsbetriebe sind vorwiegend in den äußeren Bezirken von Jerusalem angesiedelt. Der Tourismus ist jedoch der mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsfaktor, da die Altstadt ein bedeutendes Ziel für Touristen ist.
Die Entwicklung des jüdisch-israelischen und des arabisch-palästinensischen Teils der Stadt ist sehr unterschiedlich: Obwohl die Palästinenser ein Drittel der Stadtbevölkerung stellen, kommt ihnen nur ein Zehntel der Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen zugute, was sich erheblich auf die städtische Infrastruktur auswirkt.[160]
Die Stadt ist der Sitz von etwa 180 Hightech-Firmen mit rund 12.000 Beschäftigten.[161]
Verkehr




Wegen der Berglage liegt Jerusalem abseits der wichtigsten Verkehrsströme Israels, die vor allem in der Küstenebene und dem dahinter liegenden Landstreifen fließen. Innerhalb der Stadt muss sich die Straßenführung der hügeligen Landschaft anpassen.
Der öffentliche Verkehr von Bussen und Eisenbahn ruht von Freitagmittag bis Samstagabend auf Grund des Schabbat.
Straßenverkehr
Die zentrale Straßenverbindung Jerusalems ist die Haupt-Nationalstraße
, auf der man in rund einer Stunde nach Tel Aviv-Jaffa gelangt. In andere Richtungen bestehen Schnellstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße zum Toten Meer (
), die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1.200 Höhenmeter abfällt. Das Stadtgebiet ist von vielstreifigen Kraftfahrstraßen durchzogen (
,
,
oder
), die oft kreuzungsfrei geführt über Anschlussstellen an die Hauptstraßen angebunden sind.
Busverkehr
Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt in erster Linie durch die genossenschaftliche Busgesellschaft Egged.
Schienenverkehr
Die Israelische Eisenbahn hatte lange eine nur untergeordnete Bedeutung. Die historische, gebirgige Bahnstrecke nach Tel Aviv über Bet Schemesch wurde seit Juli 1998 saniert, und nach sieben Jahren Unterbrechung verkehrten seit April 2005 bis 2021 wieder Züge bis Jerusalem. Die Fahrzeiten über diese Strecke sind im Vergleich zur Straße nicht attraktiv, die beiden noch betriebenen Jerusalemer Bahnhöfe (Biblischer Zoo und Malcha) liegen mehrere Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Süden der Stadt. Der historische, stadtnähere ehemalige Endbahnhof der Strecke, Bahnhof Jerusalem, wird nicht mehr angefahren. Der Bahnhof Jerusalem-Malcha ist die Endstation der Strecke und erhielt eine neue, sehr moderne Anlage.
2001 haben die Bauarbeiten für eine neue Strecke zwischen Jerusalem und Tel Aviv begonnen, bei der eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h vorgesehen war. Dadurch verkürzt sich die Reisezeit auf 30 Minuten. Die Strecke, deren Bau in die Kritik geraten war, weil sie an zwei Stellen kurz durchs Westjordanland führt,[162] wurde im September 2018 zunächst abschnittsweise zwischen Jerusalem und dem Flughafen Ben Gurion nahe Tel Aviv eröffnet. Der neue Endbahnhof Jitzchak Navon befindet sich unterirdisch in der Nähe von Jerusalems zentralem Busbahnhof.
Seit dem 22. Dezember 2019 verkehrt der Hochgeschwindigkeitszug zwischen Tel Aviv (Bahnhof HaHagana) und Jerusalem (Bahnhof Jitzchaq Navon) mit Stopp am Flughafen Ben Gurion. Derzeit verkehrt die Bahn im 30-Minuten-Takt, künftig alle 20 Minuten. Weitere Stationen in Tel Aviv kamen 2020 hinzu (haSchalom und Savidor Merkaz).[163]
Stadtbahn
Die Stadtbahn Jerusalem wurde von den Unternehmen Alstom und Connex gebaut und am 19. August 2011 eröffnet. Sie besteht bisher aus einer Linie (L1) zwischen Pisgat Ze’ev und Herzlberg mit einer Länge von 13,8 Kilometern und 23 Haltestellen. Wahrzeichen der Strecke ist die vom spanischen Architekten Santiago Calatrava erbaute 118 Meter hohe „weiße Harfe“ genannte Hängebrücke. Sie wurde am 25. Juni 2008 eingeweiht und ist der Stadtbahn und Fußgängern vorbehalten.
Innerstädtischer Verkehr
Die wichtigste innerstädtische Straße ist die Jaffastraße. Sie führt vom Jaffator zum zentralen Busbahnhof und ist eine wichtige Einkaufsstraße Westjerusalem. Von ihr zweigen einige Fußgängerzonen ab, darunter die Ben-Jehuda-Straße.
Die Stadtbahn Jerusalem wurde als erste Straßenbahnlinie in Jerusalem am 19. August 2011 mit 14 Zügen und einem 12-Minuten-Takt in Betrieb genommen. Erste Versuchsfahrten für diese Linie fanden am 24. Februar 2010 statt.[164] Die Strecke sollte noch im Jahr 2010 in Betrieb gehen, der Termin wurde jedoch wegen des schleppenden Baufortschritts verschoben.[165][166]
Inwieweit ein Netzausbau, zum Beispiel durch eine neue Stadtbahnlinie zwischen den beiden Universitätscampus auf dem Scopusberg und in Givat Ram, umgesetzt wird, ist zurzeit nicht absehbar.
Luftverkehr
Nördlich der Stadt befindet sich der Flughafen Atarot, der nur für Inlandflüge vorgesehen war und seit 2001 geschlossen ist. Der internationale Flughafen Israels ist der Flughafen Ben Gurion rund 60 Kilometer nordwestlich.
Bildung
Zu den bekannten Bildungseinrichtungen in der Stadt gehören:
- bekannte Hochschulen, darunter die 1918 eröffnete Hebräische Universität Jerusalem, die 1933 von Emil Hauser als Konservatorium gegründete spätere Jerusalem Academy of Music and Dance, die 1906 von Boris Schatz gegründete Bezalel Academy of Arts and Design und die palästinensische al-Quds-Universität
- zahlreiche religiöse Lehr- und Forschungsinstitute, unter anderem die 1890 eröffnete École Biblique et Archéologique Française, das 1898 gegründete und 1902 eröffnete Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes, das 1900 gegründete Albright Institute of Archaeological Research, das 1908 gegründete Jerusalemer Institut der Görres-Gesellschaft, das 1927 gegründete Päpstliche Bibelinstitut und das 1963 eröffnete Institut der Jüdischen Religion. Das Theologische Studienjahr Jerusalem besteht seit 1973 an der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg.
- die 1959 gegründete Israelische Akademie der Wissenschaften
- bedeutende Bibliotheken wie die Israelische Nationalbibliothek, die Gulbenkian-Bibliothek und die Bibliothek der Jeschurun-Synagoge mit ihrem großen Bestand an Judaica
- das Zionistische Zentralarchiv
- das Jerusalem College of Technology (Lev Academic Center, JCT)
- das Planetarium
Politik
Bürgermeister
- Mandatszeit (1920–1948)
- 1920–1934 Raghib an-Naschaschibi
- 1934–1937 Husayn al-Khalidi
- 1937–1938 Daniel Auster
- 1938–1944 Mustafa al-Khalidi
- 1944–1945 Daniel Auster
- 1945–1948 Städtisches Komitee
- Ostjerusalem (1948–1967)
- 1948–1950 Anwar al-Khatib
- 1950–1951 Aref al-Aref
- 1951–1952 Hannah Atallah
- 1952–1955 Omar Wa’ari
- 1955–1957 Städtisches Komitee
- 1957–1967 Ruhi al-Khatib
- Westjerusalem (1948–1967)
- 1948–1950 Daniel Auster
- 1950–1952 Zalman Schragai
- 1952–1955 Yitzhak Kariv
- 1955–1959 Gerschon Agron
- 1959–1965 Mordechai Isch Schalom
- 1965–1967 Teddy Kollek
- Jerusalem unter israelischer Kontrolle (seit 1967)
- 1967–1993 Teddy Kollek
- 1993–2003 Ehud Olmert
- 2004–2008 Uri Lupolianski
- 2008–2018 Nir Barkat
- seit 2018 Mosche Lion
Städtepartnerschaften
Jerusalem unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Fès, Marokko, seit 1982
New York City, USA, seit 1992
Buenos Aires, Argentinien
Prag, Tschechien
Cusco, Peru, seit 1996[167]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Berühmte Persönlichkeiten aus Jerusalem sind unter anderem der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin, die Schriftsteller Amos Oz und David Grossman sowie die Schauspielerin Natalie Portman.
Ehrenbürger (Auswahl)
- Yohanan Boehm (1985), Musikpädagoge und Musikkritiker
- Nikolaus Egender (1992), deutscher Benediktinermönch und von 1979 bis 1995 Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem
- Sigmund Petruschka (1997), vielseitiger Musiker
- Adin Talbar (2011), stellvertretender Direktor des israelischen Handels- und Industrieministeriums und Gründer der israelischen Academic Sports Association
- Elie Wiesel (2015), rumänisch-US-amerikanischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Publizist sowie Friedensnobelpreisträger
Bilder
Galerie
- Israelisches Außenministerium
- Hauptquartier der Polizei
- Wohnsitz des Ministerpräsidenten
- In der Residenz des Staatspräsidenten
- Schrein des Buches im Israel-Museum
- International Convention Center Jerusalem (Binjene ha-Uma)
- Jerusalem Cinematheque
- Modernes Gebäude des staatlichen Rundfunks
- Historisches Funkhaus
- Altes Rathaus
- Neues Rathaus
Panorama
Siehe auch
Literatur
Monographien
- Michael Bade: Jerusalem: Die heilige Stadt. Ein Lesebuch. Herder, Freiburg u. a. 2009, ISBN 978-3-451-06058-8.
- Klaus Bieberstein, Hanswulf Bloedhorn: Jerusalem. Grundzüge der Baugeschichte vom Chalkolithikum bis zur Frühzeit der osmanischen Herrschaft (= Tübinger Atlas des Vorderen Orients. Beiheft B/100). 3 Bände, Ludwig Reichert, Wiesbaden 1994, ISBN 3-88226-671-6.
- Guy Delisle: Aufzeichnungen aus Jerusalem (Originaltitel: Chroniques de Jérusalem). Reprodukt, Berlin 2011, ISBN 978-3-943143-04-1.
- Katharina Galor, Hanswulf Bloedhorn: The archaeology of Jerusalem: From the origins to the Ottomans. Yale University Press, New Haven (Conn.) 2013, ISBN 978-0-300-11195-8.
- Simon Goldhill: Jerusalem: City of Longing. Harvard University Press, Cambridge (Mass) / London 2008, ISBN 0-674-02866-X.
- Katharina Heyden, Maria Lissek (Hrsg.): Jerusalem II: Jerusalem in Roman-Byzantine times (= Civitatum orbis mediterranei studia. Band 5). Mohr Siebeck, Tübingen 2021, ISBN 978-3-16-158303-2.
- Helmut Hubel, Tilman Seidensticker (Hrsg.): Jerusalem im Widerstreit politischer und religiöser Interessen. Die „Heilige Stadt“ aus interdisziplinärer Sicht. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-51057-8.
- Gerhard Konzelmann: Jerusalem. 4000 Jahre Kampf um eine heilige Stadt. dtv, München 1998, ISBN 978-3-423-10738-9.
- Max Küchler: Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt. Mit Beiträgen von Klaus Bieberstein, Damian Lazarek, Siegfried Ostermann, Ronny Reich und Christoph Uehlinger (= Orte und Landschaften der Bibel. Band IV/2). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-50170-2.
- Simon Sebag Montefiore: Jerusalem. Die Biographie. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff und Waltraud Götting. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-050611-5.
- Joshua Prawer (Hrsg.): The History of Jerusalem: The Early Muslim Period (638–1099). Yad Izhak Ben-Zvi, Jerusalem 1996, ISBN 965-217-129-8.
- Christopher Weikert: Von Jerusalem zu Aelia Capitolina. Die römische Politik gegenüber den Juden von Vespasian bis Hadrian (= Hypomnemata. Untersuchungen zur Antike und zu ihrem Nachleben. Band 200). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-20869-4.
- Gil Yaron: Jerusalem: ein historisch-politischer Stadtführer. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. C. H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64956-1.
Zeitschriftenartikel
- Peter Stephan Jungk, Amos Schliack (Fotos): Jerusalem: Wem gehört die Stadt. In: Geo-Magazin. Hamburg 1980,1, ISSN 0342-8311, S. 8–30 (Informativer Erlebnisbericht).
- Annette Vowinckel: Jerusalem als geteilte Stadt (1948–1967). In: Zeithistorische Forschungen. 16 (2019), S. 564–590, doi:10.14765/zzf.dok-1732.
Weblinks
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- Stadtverwaltung Jerusalem (englisch)
- Tourismusbüro
Anmerkungen
- ↑ In Bibeltexten ist neben יְרוּשָׁלַיִם auch die Form יְרוּשָׁלֵם belegt (s. Hollenberg–Budde: Hebräisches Schulbuch. 22. Auflage. Basel 1957, S. 220).
- ↑ Weitere arabische Ehrennamen der Stadt sind: البيت المُقَدَّس, DMG al-Bait al-Muqaddas ‚das heilige Haus‘, بيت المَقْدِس, DMG Bait al-Maqdis ‚das Haus des heiligen Ortes‘, auch ‚das Haus am heiligen Ort‘ (s. H. Wehr: Arabisches Wörterbuch, Wiesbaden 1968, S. 666 f.).
- ↑ Das ist relativ gesichert durch das fast vollständige Fehlen von Münzprägungen Bar Kochbas im Stadtgebiet von Jerusalem (s. Hanan Eshel: The Bar Kochba Revolt, 132–135, Cambridge 2006, S. 115, ebenso Werner Eck: Rom und Judaea, Tübingen 2007, S. 116).
- ↑ Inschrift der Vorderseite: „La ilah illa / Allah wahdahu / la sherikh lahu“ (Es gibt keinen Gott / außer Allah / es gibt keinen neben ihm); Rückseite, im Kreisfeld: „Muhammad / rassul / Allah“ (Mohammed (ist) / der Prophet / Gottes); darunter: „bakh“ (gut); am Rand: „bi-sm Allah zarb hadha al-fils bi-l-Quds sanat sab’ ‘ashrat wa-mi’atain“ (Wurde geprägt als Fals [arabische Kupfermünze] von al-Quds im Jahr neunzehn und zweihundert). Siehe auch Stephen Album: A Checklist of Popular Islamic Coins, Stephen Album Rare Coins, 3. Auflage, November 2011, ISBN 978-0-9636024-0-4, Nr. 291, S. 61.
Einzelnachweise
- ↑ 2022 אוכלוסייה ביישובים. (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Census estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Statistical Yearbook of Jerusalem, Ausgabe 2021, abgerufen am 5. Mai 2021.
- ↑ Eckart Otto: Das antike Jerusalem. Archäologie und Geschichte. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56881-7, S. 46 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Max Küchler: Jerusalem. In: Manfred Görg, Bernhard Lang (Hrsg.): Neues Bibellexikon. Band II. Benziger, Zürich 1991, S. 294–295.
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