Egged Israel Transport Cooperative Society Ltd. (hebräischאֶגֶד – אֲגֻדָּה שִׁתּוּפִית לְתַּחְבּוּרָה צִיבּוּרִית בישראל, translit.Eged – Aguddah Schittufit leTachburah Tsibburit bIsra'el, deutsch Verbund – Genossenschaft für öffentlichen Verkehr in Israel) ist der Name der größten Busgesellschaft Israels mit Sitz in Tel Aviv-Jaffa.
Die Gründung der Genossenschaft erfolgte im Jahr 1933 aus einem Zusammenschluss von vier kleineren Busgesellschaften in oder aus der Region um Tel Aviv.[1] 1951 erfolgte der Zusammenschluss mit der im Norden aktiven Shahar Bus Company und der aus dem Süden Darom Yehuda Bus Companie. 1961 folgte die Hamekasher Bus Companie aus Jerusalem.
Egged setzte bis zu einem Verbot durch das Oberste Gericht Israels im Januar 2011 zwischen einigen ultraorthodoxen Ortschaften und Wohngegenden auch sogenannte „Mehadrin-Busse“ ein, bei denen Frauen nur im hinteren Teil des Busses Platz nehmen durften. Der Begriff Mehadrin steht allgemein für die freiwillige Übererfüllung religiöser Vorschriften im Judentum.
Nachdem es bereits in der Vergangenheit zahlreiche Anschläge auf Egged-Busse gegeben hatte, kam es im Zuge der Zweiten Intifada zu einer Häufung von Selbstmordattentaten, auch auf andere Buslinien und auch Busbahnhöfe.
Am 4. November 2001 eröffnete ein Terrorist das Feuer mit einem Sturmgewehr auf einen Egged-Bus der Linie 25 im Bereich des Französischen Hügels in Jerusalem, wobei zwei Menschen getötet und 45 verletzt wurden. Der Angreifer wurde schließlich von Grenzpolizisten erschossen.[2]
Am 29. November 2001 forderte ein Selbstmordanschlag auf die Linie 823 bei Chadera drei Tote und neun Verletzte.[3]
Am 2. Dezember 2001 wurden bei einem Selbstmordanschlag auf einen Egged-Bus der Linie 16 in Haifa 15 Menschen getötet und rund 40 verletzt.[4]
Am 20. März 2002 starben bei einem Selbstmordanschlag in einem Egged-Bus der Linie 823 bei Afula sieben Menschen, 30 weitere wurden verletzt.[5]
Am 10. April 2002 gab es acht Tote und 22 Verletzte bei einem Selbstmordanschlag auf einen Egged-Bus der Linie 960 bei Jagur, zwischen Haifa und Jerusalem.[6]
Am 5. Juni 2002 steuerte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug an der Megiddo-Kreuzung gegen einen Egged-Bus der Linie 830, der von Tel Aviv nach Tiberias unterwegs war; dabei wurden 17 Menschen getötet und 38 verletzt.[7]
Am 18. Juni 2002 zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz in einem Bus der Linie 32A an der Patt-Kreuzung in Jerusalem, wodurch 19 Menschen getötet und 74 verletzt wurden.[8]
Am 4. August 2002 kam es zu einem Selbstmordanschlag auf einen Egged-Bus der Linie 361 an der Meron-Kreuzung, zwischen Haifa und Safed, wobei neun Menschen getötet und etwa 50 verletzt wurden.[9]
Am 21. Oktober 2002 steuerten zwei Selbstmordattentäter eine Autobombe in einen Egged-Bus der Linie 841 im Wadi Ara, zwischen Kirjat Schmona und Tel Aviv-Jaffa, wobei 14 Menschen getötet und etwa 50 verletzt wurden.[10]
Am 21. November 2002 starben durch ein Selbstmordattentat auf einen Bus der Linie 20 im Stadtteil Kirjat Menachem von Jerusalem elf Menschen, rund 50 weitere wurden verletzt.[11]
Am 5. März 2003 wurden bei einem Selbstmordanschlag auf einen Egged-Bus der Linie 37 auf dem Moriah Boulevard in Haifa 17 Menschen getötet und 53 verletzt.[12][13]
Am 18. Mai 2003 wurden durch ein Selbstmordattentat auf einen Egged-Bus der Linie 6 im Stadtviertel Französischer Hügel von Jerusalem sieben Menschen getötet und 20 verletzt.[14]
Am 11. Juni 2003 zündete ein als ultraorthodoxer Jude verkleideter Selbstmordattentäter einen Sprengsatz in einem Egged-Bus der Linie 14A auf der Jaffa-Straße in Jerusalem, wobei 17 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden.[15]
Am 19. August 2003 zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz in einem Egged-Bus der Linie 2 im Jerusalemer Stadtteil Schmuel HaNavi. Durch die Explosion wurden 23 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt. Infolge des Angriffs beschloss das israelische Kabinett am 1. September 2003 unter anderem, einen umfassenden Krieg gegen die Hamas und andere terroristische Gruppierungen zu führen und den diplomatischen Prozess mit der Palästinensischen Autonomiebehörde einzufrieren.[16]
Am 29. Januar 2004 zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz in einem Egged-Bus der Linie 19 an der Kreuzung Gaza- and Arlozorov-Straße in Jerusalem, wobei elf Menschen getötet und über 50 weitere verletzt wurden, 13 davon schwer.[17]
Am 22. Februar 2004 sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Egged-Bus der Linie 14A nahe des Liberty Bell Parks in Jerusalem; acht Menschen wurden getötet und mehr als 60 verletzt.[18][19]
Am 2. Juli 2008 fuhr ein Terrorist mit einem Radlader auf der Jaffa-Straße zwischen dem Zentralbusbahnhof und dem Mahane Yehuda Market in Jerusalem gegen mehrere Fahrzeuge, darunter zwei Egged-Busse, wobei er einen davon umwarf. Drei Israelis wurden getötet und über 50 weitere verletzt; der Angreifer wurde von Sicherheitskräften erschossen.[20][21]
Am 13. Oktober 2015 bestiegen zwei Palästinenser einen Egged-Bus der Linie 78 im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv und verübten einen Schusswaffen- und Messerangriff, wobei drei Israelis getötet und 15 verletzt wurden. Einer der Täter wurde von Sicherheitskräften erschossen, während der zweite am 11. Juli 2016 zu drei aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen und weiteren 60 Jahren Haft verurteilt wurde.[22][23]
2009 beförderte Egged mit über 6000 Mitarbeitern etwa 1 Million Passagiere täglich. Der Umsatz betrug 2009 rund 2,866 Milliarden Schekel (rund 580 Mio. €). Die Busgesellschaft gilt mit ihrem Fuhrpark von rund 3000 Fahrzeugen und ihrem ausgedehnten Liniennetz von 945 Linien als eine der größten der Welt.[24] Das Unternehmen unterhält ein engmaschiges Netz von Überland- und Stadtlinien im gesamten Land und ist der wichtigste Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel in Israel. Außerdem besitzt das Unternehmen über eine Tochtergesellschaft Beteiligungen an Busunternehmen in Bulgarien. Nach abweichenden Angaben steht Egged an zweiter oder dritter Stelle der weltgrößten Bus-Unternehmen (hinter Greyhound und Transport for London).
Die zentralen Busbahnhöfe (תחנה מרכזיתtachanáh merkasít), die die Gesellschaft in den Städten betreibt, werden meistens ebenfalls Egged genannt. Die wichtigste dieser Busstationen befindet sich in Tel Aviv und heißt Tel Aviv Central Bus Station; die mehrstöckige Anlage wird täglich von mehreren tausend Bussen angefahren und wurde als größter Busbahnhof der Welt 1996 in das Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.[25]
Egged betreibt seit 2007 über eine Tochtergesellschaft öffentliche Verkehrsmittel in den polnischen Städten Warschau und Krakau. Seit 2011 ist es mit seinem Tochterunternehmen EBS-Bus auf dem niederländischen Markt vertreten.[26]
↑RaymondRussell: Utopia in Zion: the Israeli experience with worker cooperatives. SUNY Press, Albany, N.Y., 1995, ISBN 978-0-7914-2443-8, S.134–141 (englisch, google.ch).