Vom 29. April bis 7. Mai 1905 fand in Genf die erste schweizerische Automobil- und Fahrradausstellung statt. Sie wurde vom Schweizerischen Automobil-Club und der Syndikatskammer veranstaltet und war für «schweizerische Konstrukteure und für in der Schweiz etablierte Vertreter ausländischer Marken reserviert».[4] Die Veranstaltung
„hatte sich eines ausgezeichneten Erfolges zu erfreuen. Es wurden insgesamt Wagenverkäufe im Werte von vier Millionen Franken abgeschlossen. ‚Die Genfer Ausstellung,‘ schreibt die ‚Neue Zürcher Zeitung‘, ‚ist, ungeachtet des schlechten Wetters, ein wahres Glückskind gewesen. Das Komitee hatte die Gesamteinnahmen aus den Eintrittskarten auf 3300 Franken angesetzt. Daraus sind es 14.815 Franken geworden, dank auch dem letzten populären Ausstellungstage, der nicht weniger denn 7800 Besucher gebracht hat. So wird denn auch der Autosalon bei den Zeichnern des Garantiekapitals nur angenehme Erinnerungen wachrufen. Die Schlußnote ist die eine: der erste Autosalon ist vorüber, es lebe der zweite!“
Seitdem wurden auf dem Genfer Auto-Salon zahlreiche Fahrzeuge präsentiert, welche die Geschichte des Automobils geprägt haben. 1924 wurde im Palais Electoral und der anschliessenden Halle[6] vom 14. bis 23. März[7] der erste Internationale Automobil-, Motor- und Fahrradsalon in Genf ausgerichtet.[2] Die Eröffnung am 14. März fand in Anwesenheit von Bundespräsident Ernest Chuard sowie Bundesrat Heinrich Häberlin statt.[8]
1982 zog der Genfer Auto-Salon vom alten Palais des expositions in der Innenstadt zum neuen Messekomplex Palexpo um.
Wesentliche Beschränkungen beim Bau der Messestände trugen von der Gründung an zur Übersichtlichkeit der Messe bei. Während in den 1920er-Jahren lediglich Teppiche und Grünpflanzen zur Gestaltung eines Messestandes zugelassen wurden, wurde später beispielsweise die zulässige Höhe der Messestände auf 140 cm begrenzt.
Bei der 75. Ausgabe im Jahr 2005 wurde der Rekord von 747'700 Eintritten erzielt. Während der 76. Auflage vom 2. bis zum 12. März 2006 hatten 260 Aussteller aus 30 Ländern etwa 900 Automodelle auf einer Fläche von 102'000 m präsentiert. Es kamen 674'000 Besucher, davon knapp 5000 Medienvertreter aus 80 Ländern. Der 77. Genfer Auto-Salon fand vom 8. bis zum 18. März 2007 statt, mit einer Anzahl von 730'000 Besuchern. Der 78. Genfer Auto-Salon fand vom 6. bis zum 16. März 2008 statt. Es wurden rund 715'000 Eintrittskarten verkauft.
2009 verzeichnete die Automobilmesse – die vom 5. bis zum 15. März 2009 stattfand – einen Besucherrückgang auf 648'000. Die 80. Ausgabe des Auto-Salons verzeichnete vom 4. bis zum 14. März 2010 692'000 Besucher. Anlässlich des Auto-Salons 2018 kündigte Toyota an, aus der Herstellung von Diesel-PKW auszusteigen.[9]
Im Juni 2020 gab die Stiftung, welche die Rechte am Auto-Salon besitzt, bekannt, diese verkaufen zu wollen. Dabei schätzte die Rechteinhaberin den Markenwert der Messe auf rund 15 Millionen Franken.[10]
2024 fand die 91. Ausgabe mit noch rund 20 Ausstellern statt. Es wurden nur noch drei von sieben Hallen genutzt.[11] Von den etablierten Herstellern war nur Renault an der Messe vertreten.[12] Vertreten war zudem BYD, welche in Zusammenarbeit mit der Emil Frey Gruppe 2024 beabsichtigt, die ersten Modelle auf den Schweizer Markt zu bringen.[13]
Der Genfer Auto-Salon wurde nach der letzten Durchführung im Februar/März 2024 aufgrund unsicherer Marktbedingungen eingestellt. Neuigkeiten wurden bereits seit längerer Zeit nicht mehr in Genf gezeigt, sondern bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas oder bei den Automessen in Paris oder München – also in den Heimatländern grosser Hersteller. Die Ausstellung in Genf war ausserdem zu teuer geworden.[14] Künftig wird der Fokus auf die Geneva International Motor Show Qatar gelegt, die vom 27. November bis 6. Dezember 2025 stattfand.[15][16] Der Bundesrat und Wirtschaftsminister Guy Parmelin bedauerte das Ende des Genfer Auto-Salons.[17][18]