Duftit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entwickelt aber nur selten mit bloßem Auge sichtbare, millimetergroße Kristalle mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Meist findet er sich in Form traubiger Mineral-Aggregate oder krustiger Überzüge. Das Mineral ist durchscheinend und von graugrüner, olivgrüner oder apfelgrüner Farbe. Seine Strichfarbe ist allerdings eher blassgrün bis weiß.
Erstmals entdeckt wurde Duftit in der Tsumeb Mine nahe der gleichnamigen Stadt in der Oshikoto-Region im Norden Namibias. Beschrieben wurde das Mineral erstmals 1920 durch Otto Hermann August Pufahl (1855–1924), der es nach Gustav Duft, dem damaligen Manager der nahe Tsumeb gelegenen Otavi Mine benannte.[7]
Da der Duftit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Duftit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Duftit lautet „Dft“.[1]
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial von Duftit ist nicht dokumentiert.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Duftit (hier Duftit-alpha) die System- und Mineralnummer 41.05.02.05. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“, wo das Mineral als zusammen mit Čechit, Descloizit, Mottramit und Pyrobelonit in der „Descloizitgruppe“ mit der Systemnummer 41.05.02 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)2(XO4)Zq“ zu finden ist. Ein weiteres, als Duftit-beta bekanntes und 2006 diskreditiertes Mineral wurde in die „Adelitgruppe“ mit der Systemnummer 41.05.01 einsortiert.
Als relativ seltene Mineralbildung kann Duftit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er jedoch wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 260 Vorkommen[10] für Duftit dokumentiert (Stand 2025). Außer an seiner Typlokalität Tsumeb wurde Duftit in Namibia noch am Gebirgspass Kupferberg und in der Kombat Mine bei Grootfontein gefunden.
In Deutschland trat das Mineral bisher vor allem in Baden-Württemberg, genauer an Orten in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Ortenaukreis und Waldshut (Region Freiburg) sowie rund um Bad Rippoldsau-Schapbach (Landkreis Freudenstadt, Region Karlsruhe). Bekannt ist hier vor allem die Grube Clara bei Oberwolfach (Ortenaukreis). Daneben konnte Duftit noch in Bayern (Spessart), Hessen (Odenwald), Niedersachsen (Harz), Nordrhein-Westfalen (Bergisches Land), Rheinland-Pfalz und Sachsen (Erzgebirge) entdeckt werden.[11]
O. Pufahl:Mitteilungen über Mineralien und Erze von Südwestafrika, besonders solche von Tsumeb. In: Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 1920, S.289–296 (rruff.info[PDF; 357kB; abgerufen am 24.September 2025]).
E. T. Wherry, W. F. Foshag:New mineral names. In: American Mineralogist. Band6, 1921, S.140–141 (englisch, rruff.info[PDF; 133kB; abgerufen am 24.September 2025]).
L. J. Spencer:Ninth list of new mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band19, Nr.98, 1922, S.334–354 (englisch, rruff.info[PDF; 881kB; abgerufen am 24.September 2025]).
Elena V. Sokolova, Yu. K. Egorov-Tismenko, L.K. Yakhontova:Study of crystalline structures of rare arsenates: duftite and mimetite. In: Vestnik Moskovskogo Universiteta, Geologiya. Band37, Nr.4, 1982, S.50–56 (englisch, Download verfügbar bei researchgate.net[abgerufen am 24.September 2025]).
Kharisun, Max R. Taylor, D. J. M. Bevan, Allan Pring:The crystal chemistry of duftite, PbCuAsO4(OH) and the beta-duftite problem. In: Mineralogical Magazine. Band62, 1998, S.121–130 (englisch, rruff.info[PDF; 270kB; abgerufen am 24.September 2025]).
Duftite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 24.September 2025(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Kharisun, Max R. Taylor, D. J. M. Bevan, Allan Pring:The crystal chemistry of duftite, PbCuAsO4(OH) and the beta-duftite problem. In: Mineralogical Magazine. Band62, 1998, S.121–130 (englisch, rruff.info[PDF; 270kB; abgerufen am 24.September 2025]).
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Duftite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 24.September 2025]).
1234Duftite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 24.September 2025(englisch).
↑Torsten Purle:Duftit.In:steine-und-minerale.de.20.Februar 2025,abgerufen am 24.September 2025.