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Göttliche Komödie

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(Weitergeleitet von Divina Comedia)
LALTA/COMED/YADEL/SOMMO/POETA/DANTE (Die erhabene Komödie des höchsten Dichters Dante), Titel des Codex Altonensis; illuminierte Handschrift, Norditalien, zweite Hälfte 14. Jahrhundert, Bibliothek des Christianeums, Hamburg

Die Göttliche Komödie, italienisch Comedìa oder Commedia (deutsch Komödie), später auch Divina Commedia (deutsch Göttliche Komödie) genannt, ist das Hauptwerk des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265–1321). Sie entstand während der Jahre seines Exils und wurde wahrscheinlich um 1306 begonnen und erst 1321, kurz vor seinem Tod, vollendet. Das epische Gedicht besteht aus den drei Teilen Inferno (Hölle), Purgatorio (Läuterungsberg oder Fegefeuer) und Paradiso (Paradies) und ist durchgehend in Terzinen, d. h. Strophen zu je drei Versen, die jeweils durch drei Reime miteinander verbunden sind, gedichtet. Die Göttliche Komödie gilt als bedeutendste Dichtung der italienischen Literatur und als Grundlage für die moderne italienische Hochsprache. Zudem wird sie als eines der größten Werke der Weltliteratur angesehen und entfaltete eine bis heute fortlebende Nachwirkung.

Druckausgabe der Commedia von 1555, die erstmals das Adjektiv „göttlich“ im Titel aufführt

Dante bezeichnete sein Gedicht als „Komödie“, wie er im Widmungsschreiben zum Paradiso (Epistola XIII) an Cangrande della Scala schreibt: „Der Titel des Buches lautet: ‚Es beginnt die Komödie des Dante Alighieri, Florentiner der Geburt, nicht der Lebensweise nach.‘“ Es handle sich um eine Komödie, weil der Stoff zu Beginn (im Inferno) erschreckend und ekelerregend, und zum Schluss (im Paradiso) beglückend, begehrenswert und anmutig sei.[1] Im Inferno verwendet Dante zweimal die Bezeichnung comedía.[2] Im Paradiso nennt er sein Werk poema sacro („heiliges Gedicht“)[3] und poema sacrato („geheiligtes Gedicht“).[4]

Giovanni Boccaccio verwendete in seinem Trattatello in laude di Dante erstmals das Epitheton divina[5]. Diese Schreibweise übernimmt Lodovico Dolce für seine Ausgabe der Göttlichen Komödie, die 1555 bei Gabriele Giolito in Venedig erschien. Mit ihr setzte sich die Bezeichnung Divina Commedia in Italien und dank der Übersetzungen auch in allen anderen Sprachen endgültig durch.[6]

Dante beschließt sein Jugendwerk Vita Nova (1293), in dem er die Entwicklung seiner Liebe zu der etwa gleichaltrigen Beatrice (vermutlich aus der Bankiers-Familie Portinari) beschreibt, mit der Ankündigung, er hoffe etwas zum Preis dieser Frau zu sagen, was noch nie über eine Frau gesagt worden sei.[7] Seither muss Dante sich mit dem Plan zu einem Gedicht über die Seligkeit Beatrices im Himmel getragen haben, das alles Bisherige übertreffen sollte. Es wird Zeit gebraucht haben, bis der erste, unbestimmte Wunsch, ein solches Gedicht zu schreiben, zum konkreten Entwerfen der Göttlichen Komödie heranreifte. Er wird kaum vor 1306 begonnen haben, dieses Gedicht niederzuschreiben: Vorarbeiten, Skizzen, Exzerpte, Entwürfe, vermutlich auch Experimente mit dem strengen Reimschema, für das es keine Vorbilder gab,[8] können schon früher entstanden sein.[9] Die Niederschrift des Gedichts hat Dantes späte Jahre des Exils ausgefüllt.[10] Aber wann und wie die einzelnen Teile geschrieben wurden und in Abschriften zirkulierten, ob Dante den Text konsekutiv schrieb oder in einzelnen Episoden, die er später zusammenfügte, bleibt strittig.[11]

Die ganze Commedia ist von theologischen und philosophischen Gedankengängen durchzogen, wobei Dante in zahlreichen Punkten vom geltenden Dogma der Kirche abweicht und zum Teil eigene theologische Konzepte entwickelt, die er allein aus seiner dichterischen Erfindungs- und Inszenierungsfreude schuf.[12] Dabei schöpfte er aus einem reichen und vielfältigen Vorrat an dichterischen und philosophischen Vorlagen und Quellen, darunter die Bibel und mittelalterliche Autoren wie Boethius, Abaelard, Richard und Hugo von Sankt Viktor, Bernhard von Clairvaux, Petrus Comestor sowie die zwei Geistesgrößen des 13. Jahrhunderts, Albertus Magnus und Thomas von Aquin. Er kannte die Werke von Bonaventura, Siger von Brabant und Joachim von Fiore. Aus der römischen Literatur sind in der Commedia neben Vergil Ovid, Lukan und Statius mit Zitaten und Episoden aus ihren Werken präsent. Aus der griechischen Welt kannte Dante Aristoteles, den er „den Meister all derer, die Wissen erlangt haben“ nannte.[13] Er wusste von Platon, Sokrates, Parmenides und anderen Philosophen aus Sekundärquellen und war mit den Namen einiger griechischer Dichter vertraut. Auch die historischen Darstellungen von Livius und Orosius waren ihm bekannt. Besondere Bedeutung hatten für Dante die frühen naturwissenschaftlichen Experimente und Theorien von Roger Bacon und Robert Grosseteste. Sie finden in zahlreichen optischen Beobachtungen ihren Niederschlag, vor allem in seinen Spiegelmetaphern.[14] Er kannte das Werk des zentralasiatischen Mathematikers und Astronomen Al-Farghani, genannt Alfraganus.[15][16][17]

Dante strukturiert sein Jenseits mit naturwissenschaftlicher Präzision. Sein Weg durch die Hölle und der Aufstieg auf den Läuterungsberg lassen sich ebenso präzise kartographieren wie die Bewegungen der Prozession, in der Beatrice erscheint[18]. Dantes Zeitangaben sind bis auf zwei Ausnahmen exakt und stimmig.[19]

Dante folgt dem geozentrischen Weltbild des Ptolemäus. Demnach ruht die Erde im Mittelpunkt der Welt. Um sie kreisen sieben Planeten; Mond und Sonne werden als Planeten betrachtet. Alles Licht der Welt geht von der Sonne aus. Nicht nur die Planeten, auch die Sterne spiegeln nur das Sonnenlicht.[20]

Das Jenseits wird von Dante nach einem ganz bestimmten architektonischen Schema beschrieben. Das gesamte Jenseits ist um eine ideale Achse angeordnet, die vom Zentrum Jerusalems ausgeht und durch den höllischen Abgrund, der sich unter der Stadt öffnet, bis zum Zentrum der Erde reicht. Von hier aus verlängert sie sich bis zur anderen Hemisphäre und wird zur Achse eines Kegelstumpfes (Purgatorio), der in der Mitte einer Ebene (Irdisches Paradies) endet, die somit diametral gegenüber von Jerusalem liegt. Die ideale Achse verlängert sich weiter und steigt von Himmel zu Himmel bis zum Zentrum der Rose der Seligen, also zum Empyreum.[21]

Die Erde ist für Dante eine Kugel, deren nördlichen Hemisphäre vom eurasisch-afrikanischen Kontinent zur Hälfte bedeckt ist. Er hat eine Ost-West-Ausdehnung über 180° vom Ganges bis Gibraltar. Im Mittelpunkt dieses Kontinents liegt Jerusalem. Das Mittelmeer buchtet sich über 90 Längengrade, also fast bis nach Jerusalem, von Westen her in diesen Kontinent ein.[22] Die andere Hälfte des nördlichen Globus und die gesamte südliche Hemisphäre sind vom Weltmeer bedeckt. Antipodisch zu Jerusalem – auf der heutigen Weltkarte im Südpazifik (32° Süd, 145° West, mittig zwischen Neuseeland und der Osterinsel) – ragt der Läuterungsberg aus dem Weltmeer empor. Es ist ebenso hoch wie der Radius der Erde, also etwa 5.000 km.

Dante markiert auf der Erde vier Punkte, die um 90° voneinander entfernt sind und jeweils antipodisch liegen: Jerusalem und der Läuterungsberg sowie die beiden Endpunkte des Kontinents auf der nördlichen Hemisphäre Ganges und Gibraltar / Ebro. Ist in Jerusalem Mittag, geht die Sonne am Ebro auf, am Ganges unter, und im Purgatorium herrscht Mitternacht.

Die Hölle ist ein gewaltiger, unterirdischer Trichter, um den sich in kreisförmigen Terrassen die jeweiligen Sünderkreise ziehen. Der Höllenfürst Luzifer (Dis) steckt reglos im Mittelpunkt der Erde, wohin alles Schwere strebt. Dante hatte 400 Jahre vor Newton einen klaren Begriff von Gravitation, fasste diesen jedoch auch metaphorisch auf, sodass auch alle Sünden durch ihre Schwere zum Erdmittelpunkt hinabgezogen werden. Am zottigen Fell Luzifers entlang hilft Vergil Dante, diesen Punkt zu durchqueren. Beide erreichen auf der südlichen Hemisphäre am Strand des Purgatoriums wieder die Erdoberfläche.

Nach seinem Sturz vom Himmel schlug Luzifer auf der Erde ein und ließ den Höllentrichter entstehen. Hinter ihm türmte sich die Erde zum Läuterungsberg auf. Letzterer blieb jedoch zunächst noch leer. Es konnte seine Bestimmung erst nach dem Kreuzestod Christi und dem dadurch wieder eröffneten Zugang zum Himmel erfüllen. Auch der Himmel blieb bis dahin leer, denn alle in der Bibel genannten Patriarchen einschließlich Johannes dem Täufer mussten zunächst in die Hölle, bis der tote Christus hinabstieg und sie befreite.

Das Purgatorio hat eine ähnliche Struktur. Es ist allerdings kein Trichter, sondern ein aufgestülpter, stumpfer Kegel. Um seinen obersten Teil ziehen sich sieben Simse, auf denen die sieben Todsünden gebüßt werden. Die Simse sind jeweils durch steile Felstreppen miteinander verbunden. Auf dem Gipfel des Läuterungsbergs liegt wie ein Hochplateau das Irdische Paradies, in dem Adam und Eva vor dem Sündenfall gelebt hatten und das die Antike meinte, wenn sie vom Goldenen Zeitalter sprach.[23]

Im Himmel kreisen sieben Planeten um die Erde: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Darüber spannt sich der Fixsternhimmel. Um die Bewegung des Weltalls zu erklären, postuliert Dante wie schon Ptolemäus ein Primum Mobile, eine unsichtbare Kristallsphäre, die mit ihrer rasenden Bewegung das gesamte sichtbare Weltall mitreißt und so überhaupt erst Raum, Zeit und Bewegung schafft. Der Impuls dieser Bewegung ist Gottes Liebe zu seiner Schöpfung.

Jenseits des Primum Mobile, jenseits von Raum und Zeit, liegt das immaterielle, ebenfalls unsichtbare Empyreum, erfüllt von Licht und Liebe. Es gibt dort optische Phänomene, aber keine Materie. Dort befindet sich der himmlische Hofstaat und von dort aus lenkt die Trinität die Schöpfung.

Den neun Himmelssphären sind neun Engelshierarchien zugeordnet. Hier folgt Dante Pseudo-Dionysius Areopagita.

Dante war ein genauer Beobachter von Naturphänomenen. Er versteht es, selbst die kühnsten Erfindungen seiner Phantasie in den Rahmen eines nüchternen, empirisch einleuchtenden Realismus einzubetten. An den unglaublichsten Stellen versichert er, er selbst könne das eigentlich nicht glauben, wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.[24] Er kannte das optische Reflexionsgesetz und er wusste um die Eigenschaften von Spiegeln. Er selbst spricht vom «Experiment, das doch für gewöhnlich die Quelle bildet, aus dem ihr euer Wissen schöpft.»[25] An anderer Stelle sagt Dante: «Unser Verstand findet erst Ruhe in der Wahrheit, sobald er zu ihr vorgedrungen ist… Am Fuß der Wahrheit sprießt jedoch der Zweifel. Und unsere Natur treibt uns von Erkenntnisgipfel und Erkenntnisgipfel bis zur allerhöchsten Spitze hinauf.»[26][27]

Astrolabium. Druckgrafik aus Stradanus’ Nova Reperta, um 1589

Die politischen Implikationen von Dantes kartografischer Autorität zeigen sich auch in einer Druckgrafik von Jan Collaert (um 1589). Links fügte der Urheber Jan van der Straet die Passage aus dem Purgatorio ein, in der Dante die vier Sterne sieht.[28] Rechts hält Amerigo Vespucci ein Astrolabium in der Hand, blickt zum Nachthimmel und deutet auf das Kreuz des Südens, ein Sternbild der Südhalbkugel, das ihm auf seiner Reise nach Amerika half. Die Menschen jener Zeit glaubten, dass die vier Sterne tatsächlich dieses Sternbild seien.[29]

Der politische Hintergrund

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Norditalien durchlebte zu Dantes Zeit tiefgreifende politische, wirtschaftliche und soziale Umbrüche. Florenz, seine Heimatstadt, wuchs innerhalb von zwei Generationen zu einer der wohlhabendsten und bevölkerungsreichsten Städte Europas heran. Um 1300 dürfte Florenz etwa 100.000 Einwohner gehabt haben. Sie zerfielen jedoch in zwei tödlich verfeindete Parteien, die sich Ghibellinen (nach der Stauferstadt Waiblingen) und Guelfen (nach dem Adelsgeschlecht der Welfen, das mit Otto IV. einen Gegenkaiser zu Friedrich II. gestellt hatte) nannten. Die einen hingen feudalen Ordnungsvorstellungen eines untergehenden Rittertums an, zu den anderen stießen vor allem Unternehmer, Bankiers, Handelsherren und Kaufleute des aufkommenden Bürgertums. Kurz nach Dantes Geburt gelang es den Guelfen, sich in Florenz endgültig durchzusetzen. Sie zerfielen bald danach in zwei nicht weniger verfeindete Faktionen, die Weißen und die Schwarzen. Dante gehörte zu den Weißen und gelangte mit ihrer Hilfe 1300 ins höchste politische Gremium der Stadt. Er wurde zu einem der sechs Prioren gewählt, die turnusmäßig vom 15. Juni bis zum 15. August die kollektive Stadtregierung bildeten. 1301 gelang es den Schwarzen, mit ausländischer Hilfe die Macht an sich zu reißen. Die Führer der Weißen wurden verbannt, Dante selbst zum Tode verurteilt. Nur seine Abwesenheit bewahrte ihn vor dem Scheiterhaufen. Seither führte er ein Leben im Exil an verschiedenen Orten Norditaliens. Er hat Florenz nie wieder gesehen.

Auch politisch-gesellschaftlich zeigt sich Dante als Mann des Übergangs, der tief in hierarchischen Vorstellungen des Feudalismus verankert, aber ebenso stark von Vorstellungen eines aufkommenden Bürgertums durchdrungen ist. Seine Ideale umfassten den gesellschaftlichen Aufstieg durch individuelle Leistung und eine republikanische Selbstverwaltung ebenso wie die traditionelle Hofhaltung mit ihren prunkvollen Festen und einem großzügigen Mäzenatentum gegenüber Künstlern. Einerseits soll die Gesellschaft nach Dante wie eine Pyramide strukturiert sein, an deren Spitze der Kaiser steht und in der Macht, Recht und Gesetz, Gnade und Schutz stufenweise von oben hinabfließen, während umgekehrt Dienstbarkeit, Verehrung, Gehorsam von unten nach oben aufsteigen. Die weltliche Gesellschaft wird zum Spiegel der kirchlichen Hierarchie. Andererseits zeigt Dante unverhohlen Sympathie für franziskanische Ideale wie Gleichheit, Brüderlichkeit und Armut und bekämpft die Vorstellung, dass Adel vererbbar sei. Diese beiden Pole seines Weltbilds treten im Paradiso sehr deutlich hervor, wenn er einerseits eine hierarchische Stufung zwischen den Planetensphären und in der Sitzordnung der Weißen Rose konstruiert, andererseits betont, dass im Paradies vollkommene Gleichheit herrscht, weil «überall Paradies ist».[30]

Die Erfahrungen des Exils finden sich in der Göttlichen Komödie in verschiedenster Form gespiegelt, häufig als Prophezeiungen, die Dante rückwirkend in den Zeithorizont der Erzählung verlegt. Dante verfolgt seine Heimatstadt mit einer eigenartigen Mischung aus Heimweh und Hass. Selbst im Bereich der Seligen flicht er einen gehässigen Seitenhieb auf Florenz ein.[31]

Dante war Dichter, Philosoph und leidenschaftlicher Politiker. Die Politik wurde ihm zum Verhängnis. Seine politische Leidenschaft durchzieht die gesamte Göttliche Komödie.[32]

Die politischen Gesänge

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In der Commedia ist das Thema Politik omnipräsent. In den sechsten Gesängen der drei cantiche betrifft es im Inferno die Stadt Florenz, im Purgatorio Italien und im Paradiso das römische Weltreich.[33] Die Wahl der Zahl Sechs ist kein Zufall, denn Sechs ist ein Vielfaches von drei, der zentralen Zahl in der Commedia. Im Inferno gibt es im 6. Gesang einen Dialog zwischen Dante und Ciacco, in dem der moralische und zivile Verfall von Florenz verurteilt wird.[34] Ciacco ist der Erste, der dem Dichter auf seinem Gang durch das Jenseits eine düstere Prophezeiung betreffend seines künftigen Exils ausspricht.[35] Im Purgatorio ist es Dante als Autor, der sich in Form einer Anklage und Schelte gegen Italien und Florenz zu Wort meldet: nach der berührenden Begegnung der beiden Mantuaner Vergil und Sordello[36] beklagt er sich in einer langen Abschweifung[37] über die zeitgenössischen germanischen Kaiser, weil sie sich nicht mehr um den Garten des Reiches[38], also Italien, kümmern.[39][40] Im Paradiso widmet Dante der Politik einen ganzen Gesang, in dem er Justinian einen Abriss der Geschichte Roms und des römischen Kaisertums in den Mund legt.[41]

Der moralische Anspruch

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Dantes Anspruch, eine moralisch fundierte Erklärung der Welt zu liefern, hat Leser immer wieder fasziniert. Er will das Dasein der Seelen nach ihrem Tod schildern, um die Verwerflichkeit oder Vorbildlichkeit ihres irdischen Lebens zu verdeutlichen. Deshalb folgen die Strafen im Inferno und im Purgatorio dem Prinzip des contrapasso: die Art der Strafe spiegelt die Art der Sünde. Das kann antagonistisch geschehen, wenn die Wahrsager beispielsweise mit auf den Rücken gekehrten Gesicht rückwärts gehen müssen, weil sie zu weit nach vorne in die Zukunft sehen wollten. Das kann auch analog geschehen, wenn Fleischessünder vom Höllenorkan ähnlich wie von ihren Leidenschaften widerstandslos umhergetrieben werden oder Zwietrachtstiftern, die den Staatskörper entzweit haben, der eigene Körper immer wieder aufs Neue zerfetzt wird. Dante will, wie er selbst sagt,[42] einen Wegweiser zu einem glücklicheren, erfüllteren Leben liefern. Die Erfahrung der Politik hatte aus dem Liebesdichter Dante einen Dichter gemacht, dem es um Moral und um Gerechtigkeit ging. Die Enormität der Strafen soll den Blick für die Enormität der zu sühnenden Verbrechen schärfen. Indem er gewissermaßen das Jüngste Gericht vorwegnimmt, macht Dante sich zum Stellvertreter Gottes auf Erden und misst seinen Gestalten ihre ewigen Strafen oder Belohnungen selbst zu. Wenn Vergil ihm am Ende des Aufstiegs im Purgatorium Krone und Mitra aufs Haupt setzt,[43] liegt darin der Anspruch, in eigener Vollmacht Fragen der weltlichen und göttlichen Gerechtigkeit entscheiden zu können.[44]

Die Göttliche Komödie heute

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Dantes Versepos ist in einer klanghaften, anschaulichen und komprimierten Sprache geschrieben. Seine Bildhaftigkeit entfaltet nicht nur eine Fülle von Tableaus vor dem inneren Auge des Lesers; die Klanglichkeit von Dantes Sprache, die bewusst gewählten und eingesetzten Reimworte sprechen ebenso das Ohr an. Der Reiz des Gedichts liegt für heutige Leser jedoch weniger in seinem Inhalt.[45] Dantes geozentrische Weltbild, seine Spekulationen über Engelshierarchien, seine Theorie über Mondflecken, Zeugung oder die Erschaffung der Welt sagen uns wenig; die meisten historischen Personen, die Dante erwähnt, sind einem modernen Leser unbekannt, die politischen Leidenschaften und Dantes Einstellung zu Kaiser und Papst vermögen heute niemanden mehr zu bewegen. Was aber unverändert frisch und ansprechend bleibt, ist die suggestive Bildhaftigkeit der Sprache, die subtilen Beschreibungen, die oft nur mit einem Blick oder einer Geste einen komplexen psychologischen Zustand beschreiben, die Dramatik und Präzision der Dialoge, der Reichtum der Phantasie, die weit gefächerten Sprachregister, die Dante von derber, fast possenhafter Komik bis hin zu ergreifender Innigkeit virtuos beherrscht. Die Poesie dieses Gedichts erschließt sich erst, wenn der Leser weniger darauf achtet, was Dante beschreibt, sondern wie er es beschreibt. Dantes sprachliche Meisterschaft verbindet sich mit einem unbändigen Willen, zu beschreiben, was die Welt im Innersten zusammenhält. Im Paradies spricht er davon, er habe „die allgültige Form der Verknüpfung erblickt, … die die einzelnen Blätter, die über das Universum hinweg verstreut sind, mit Liebe zu einem einzigen Buch zusammenbindet.“[46]

Struktur und Zahlensymbolik

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Die Göttliche Komödie umfasst 14.233 Verse in knapp 5.000 Strophen. Jede Strophe (Terzine) besteht aus drei Versen, die einem strengen Reimschema (aba, bcb, cdc usw.) folgen. Dem Gedicht liegen komplexe numerologische und allegorische Muster zugrunde. Die 3, die 9 (3x3), die 1 und die 10 tauchen immer wieder in vielfachen Bezügen auf. Jede Strophe hat drei Verse zu jeweils elf Silben, also 33 Silben, das ganze Gedicht besteht aus drei Teilen (cantiche, Sing. cantica). Jeder Teil umfasst 33 bzw. 33+1 Gesänge (canti, Sing. canto), sodass sich insgesamt 3x33+1 = 100 Gesänge ergeben. Der erste Gesang des Inferno lässt sich als Ouvertüre zum ganzen Gedicht lesen. Die drei Jenseitsreiche Inferno, Purgatorio und Paradiso sind in jeweils 10 Bereiche gegliedert: Das Inferno besteht aus neun Kreisen; hinzu kommt ein Vorhof, in dem diejenigen umherirren, die ein opportunistisches, zielloses Leben geführt haben. Im Purgatorio werden auf sieben Simsen die sieben christlichen Todsünden gebüßt (Hochmut, Neid, Jähzorn, Trägheit, Habsucht, Völlerei und Sinneslust). In zwei vorgelagerten Bereichen am Fuß des Berges müssen diejenigen warten, die im Kirchenbann gestorben sind oder erst in letzter Lebensminute bereut haben. Gekrönt wird der Läuterungsberg vom Irdischen Paradies. Der Himmel besteht gemäß der mittelalterlichen Kosmologie aus sieben Planetensphären, dem Fixsternhimmel, dem Primum Mobile und dem Empyreum. So kommt jedes der drei Jenseitsreiche auf 10 strukturelle Elemente (Hölle: 9+1; Purgatorium 2+7+1; Himmel: 7+1+1+1). Die Drei erinnert an die Trinität: Luzifer hat drei Gesichter, Dante hat drei Führer jede Terzine besteht aus drei Versen. Neun als Quadrat der Drei hatte Dante in der Vita Nova mit Beatrice gleichgesetzt, weil die Verdreifachung der Trinität eine Neun und damit das höchste vorstellbare Wunder ergibt.[47] Im Paradiso wird Dante von drei Aposteln (Johannes, Jakobus und Petrus) über seinen Glauben geprüft. Christus wurde nach Dante, der Cäsar als ersten Kaiser zählt, unter dem dritten römischen Kaiser Tiberius gekreuzigt. Die vielen verborgenen Zahlen bei Dante setzt der Dichter zum Lobe Gottes ein.[48][49]

Der vierfache Schriftsinn

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Wie es die Tradition seit der Spätantike vorschreibt, unterscheidet Dante zwischen der buchstäblichen, der allegorischen, der moralischen und der anagogischen Bedeutung von Texten. Im Convivio[50] und in der Epistola XIII an Cangrande erläutert er die Mehrdeutigkeit der Commedia anhand des vierfachen Schriftsinns, wie sie Augustinus für die Bibel vorgenommen hatte[51] und wofür es einen Merkvers des dänischen Dominikanermönchs Augustinus von Dacien gibt.[52][53][54] Die Commedia könne demnach mehrdeutig (polysem) genannt werden, indem die erste die buchstäbliche und die zweite die allegorische oder moralische Bedeutung sei. Während Dante im Convivio für jeden Schriftsinn ein eigenes Beispiel anführt, dienen im Brief an Cangrande zur Veranschaulichung die beiden ersten Verse von Psalm 113 bzw. 114:[55] „Der Gegenstand des ganzen Werkes, nur buchstäblich aufgefaßt, ist also der Zustand der Seelen nach dem Tod, absolut genommen; denn von diesem handelt und um diesen [rankt sich] der Gang des ganzen Werkes. Wenn das Werk hingegen allegorisch aufgefaßt wird, ist der Mensch Gegenstand, insofern er aufgrund der Willensfreiheit durch Verdienst und Schuld der belohnenden und bestrafenden Gerechtigkeit unterworfen ist.“[56] In der Kurzbeschreibung des allegorischen Sinns seines Werks bedient sich Dante der Sprache der Sentenzenkommentare und theologischen Summen.

Wie das antike Epos verwendete auch Dante in seiner Göttlichen Komödie den Anruf an die Musen, jedoch gemäß der Struktur seines Gedichtes abgewandelt, indem er diese zu Beginn und auf den Höhepunkten jeder cantica platzierte: im Inferno als Anruf an die Musen und den Genius[57][58] sowie als Hilferuf an die Musen beim Betreten des untersten Höllenkreises,[59] im Purgatorio als Anruf an die Musen, besonders an Kalliope,[60] und als Musenanruf im irdischen Paradies[61] und konstatierend im Paradiso als Anruf für das Geleit von Minerva, Apoll und den neun Musen,[62][63] im Jupiterhimmel als Bitte, ihm zu helfen, sich genau an das zu erinnern, was er gesehen hat[64] sowie kondizional beim Triumphzug Christi, wofür Polyhymnia und die Musen nicht ausreichen würden.[65][66]

Zur affektischen Steigerung verwendet Dante die direkte Anrede an den Leser, die in der antiken Epik außer dem Erheischen von Aufmerksamkeit oder Wohlwollen (Captatio Benevolentiae) nicht vorkommt und die erst die mittelalterliche Dichtung als Ausdruck der Verbundenheit zwischen Dichter und Leser eingeführt hat.[67] Im Inferno,[68] Purgatorio[69] und Paradiso[70] finden sich je sieben Ansprachen an den Leser. Dante fordert seinen lettore auf, entweder an den Erfahrungen und Gefühlen des Dichters teilzuhaben, einem wundersamen Ereignis Glauben zu schenken, eine Besonderheit des Inhalts oder Stils zu verstehen, seine Aufmerksamkeit zu verstärken, um die wahre Bedeutung zu erfassen, oder sogar das Lesen abzubrechen, wenn er nicht ausreichend vorbereitet ist, um folgen zu können. Die Bandbreite seiner Ideen umfasst die gesamte Welt, physisch, moralisch und politisch, und er wendet sich an alle Christen, die sein Gedicht lesen. Dante macht in seinen Leseranreden auf die Schichten verborgener Bedeutungen aufmerksam,[71] oder drückt damit eine Mahnung, Beteuerung, Vergegenwärtigung, Belehrung oder Aufforderung zur persönlichen Beteiligung, Vorstellung oder geistiger Gefolgschaft aus. Während die Leseranrede im Inferno in Augenblicken höchster Spannung und zur Unterstreichung besonders eindringlicher Schilderungen vorkommen, liegt der Schwerpunkt im Purgatorio und Paradiso auf den Appellen, belehrenden Hinweisen und Mahnungen zur geistigen Gefolgschaft und Meditation. Dantes ist der Lehrende, der den Leser auffordert, auf seiner Schulbank sitzen zu bleiben und über das Gehörte nachzudenken,[72] der Schreiber, der die Eingebungen seines Geistes aufzeichnet[73] und der Verkünder göttlicher Weisheiten und Wunderwerke, die er den Leser mit seiner Jenseitsvision miterleben lassen möchte.[74][75][76]

Weitere Anreden

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Verteilt über das Inferno,[77] das Purgatorio[78] und das Paradiso[79] gibt es noch weitere Anrufe, Appelle und Ermahnungen von Dante und anderen Sprechern an verschiedene Adressaten, wobei die Abgrenzung zu Invektiven und Unterweisungen nicht immer eindeutig ist.

In die ganze Commedia eingestreut sind Invektiven von Dante und andern Sendern, oft in der rhetorischen Figur der Apostrophe. Im Inferno wettert Ciacco gegen Florenz[80] und Dante gegen die simonistischen Päpste,[81] gegen Pistoia,[82] gegen Florenz,[83] gegen Pisa[84] und gegen Genua.[85] Im Purgatorio ereifert sich Sordello in einer polternden Strafpredigt gegen Italien und den abwesenden deutschen Kaiser mit der berühmten einleitenden Terzine „Ach Italien, Sklavin du! Hort der Schmerzen, Schiff ohne Steuermann in schwerem Sturm, nicht mehr Herrscherin über Erdteile, sondern käufliches Haus der Schande“.[86] Dante richtet sich despektierlich an Niobe, Saul, Arachne und Rehabeam,[87] Guido del Duca spricht abschätzig von Rinieri, den Romagnolen, Bretinoro und Ugolino[88], Marco Lombardo zieht mit harscher Kritik über das korrupte Papst- und Kaisertum her und erläutert dabei den Zusammenhang zum freien Willen,[89] und Hugo Capet äussert sich gegen die Habgier.[90] Im Paradiso thematisiert Konstantin die Fehde zwischen den verfeindeten Parteien der Ghibellinen und Guelfen,[91] Thomas von Aquin kritisiert die Korruption der Dominikaner[92] und Bonaventura die Dekadenz der Franziskaner.[93] Des Weiteren verurteilt Petrus die korrupten Päpste[94] und Cacciaguida nimmt den Verfall verschiedener Florentiner Geschlechter aufs Korn.[95] Schließlich schmäht Dante allgemein über das Papsttum und speziell über Papst Johannes XII.[96]

Ein Verfahren, um den Lesern die jenseitige Welt näher zu rücken, ist der Vergleich (ital. similitudine, engl. simile), welcher wie Allegorie, Symbol, Metapher und Gleichnis eines von mehreren Mitteln ist, um Analogie auszudrücken, wobei er in der Commedia die charakteristischste und offensichtlichste aller sprachlichen Tropen darstellt. Für Dante ist der Vergleich ein Mittel, um eine Analogie zwischen einer Sache, einer Erfahrung oder einem Phänomen und etwas anderem herzustellen. Analogie ist die Grundlage sowohl für das Verständnis der Natur der realen Welt als auch für das Verständnis der Beziehung zwischen der gegenwärtigen Welt und der Welt des Jenseits. Eine seiner wesentlichen Funktionen besteht darin, den theologischen Grundsatz zu unterstreichen, dass das Sichtbare (die visibilia) die Existenz und Natur der unsichtbaren Realität (die invisibilia) verdeutlicht. Der Zweck vieler Gleichnisse besteht somit weniger darin, dem Leser die Szene klarer vor Augen zu führen, als vielmehr darin, sein Bewusstsein für den Prozess der Bedeutungsfindung zu schärfen. Vergleiche zwingen den Leser, nach Ähnlichkeiten in der Natur der Dinge zu suchen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und aus diesen Gemeinsamkeiten die wahre Natur der Realität abzuleiten.[97] Die Länge der Vergleiche in der Commedia reichen von einfachen Worten[98] über halbe[99] und ganze Verse[100], von zwei[101] und mehreren Versen[102] bis zu einer[103] und mehreren Terzinen[104]. Insbesondere die längeren oder erweiterten Vergleiche[105] sind in der mittelalterlichen Literatur beispiellos. Sie gewähren mit ihrer Vielfalt einen Einblick in die Spannbreite der Kenntnisse, Interessen und Beobachtungen des Dichters. Zugleich suggeriert Dante, dass er als Ich-Erzähler all das auf seiner Jenseitsreise Erlebte mit eigenen Augen gesehen hat, um damit die Glaubwürdigkeit seines Berichts zu unterfüttern.[106] Die Commedia umfasst um die 600 Vergleiche, welche von Luigi Venturi[107] nach verschiedenen Kategorien klassifiziert wurden:[108]

Kategorie Inferno Purgatorio Paradiso Total
Himmel und seine Erscheinungsformen: Morgenröte, Sonne, Mond, Sterne, Blitz, Regenbogen, Lichthof, Himmelserscheinungen, Dunkelheit 1 14 30 45
Wind und Geräusche 9 7 9 25
Feuer und glühende Metalle: Natur des Feuers, Funke, Fackel, Rauch, Flamme 5 9 12 26
Wasser und seine Aggregatszustände: Natur des Wassers, Bewegungen des Wassers, Flüsse, Meer, Eis, Schnee, Verdunstung von Wasser, Nebel 6 7 9 22
Erde, Pflanzen, Blumen, Blätter, Samen 6 11 6 23
Strahlen und Farben: Sonnenstrahl in leuchtenden Körpern, Sonnenstrahl durch die Wolken, Atome, die im Sonnenstrahl schwimmen, Gesetze der Reflexion von Strahlen, Lichter 5 16 21 42
Mensch: Körper, Seele, Kinder, Eltern, Arten des Ausdrucks, Blicke, Körperbewegungen und Gesten, Speise, Schlaf, Gebrechlichkeit und Krankheit, Gefühle, Freude und Liebe, Ehrerbietung und Scham, Wunsch und Verlangen, Zweifel und Trost, Verwunderung, Schmerz, Angst, menschliche Schwächen, reine Akte des Verstandes, Wissenschaften, Dialektik, Geometrie, Arithmetik, Jünger und Schüler, freien Künste, Kunst und der Künstler, Malerei, Bildhauerei, Architektur, Waffenkunst und Waffen, Seemannskunst und Seeleute, Boote und Schiffe, mechanische Künste, Haushaltgegenstände 61 74 73 208
Tiere: Vierbeiner, Fische, Frösche, Vögel, Schlangen, Skorpione, Insekten 28 21 16 65
Zahl, Zeit, Zeitdauer, Kürze der Zeit, Geschwindigkeit, Langsamkeit, Raum, Größe, Höhe, Breite, Entfernung, Schwierigkeitsgrad 28 26 26 80
Bibel, Mythologie, Geschichte, Traditionen, Übermenschlichkeit, Schönheit, Liebe, Zuneigung zwischen Vater und Sohn, Hass, Weltliches Wissen, Ehrlichkeit und Stärke, Eitelkeit und Überheblichkeit, Angst, Schmerz, Krankheiten, Wahnsinn, Wunder, Erzählungen der Tafelrunde, Aktuelle Ereignisse, Mottos und Fabeln 19 25 17 61
Total 168 210 219 597

Führer, Fürsprecher, Begleiter, Wächter

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Dante wählt für seine Jenseitsreise drei Führer: Vergil führt ihn durch die irdischen Teile des Jenseits (Inferno und Purgatorio) und verlässt ihn im Irdischen Paradies, als Beatrice erscheint (Purgatorio XXX). Diese geleitet Dante durch die himmlischen Sphären, wo sie beim Anblick der Weißen Rose des Empyreums von Bernhard abgelöst wird, der Dante zum Anblick der Trinität verhilft. Alle drei Gestalten sind historische Personen, denen Dante eine Fülle von Bedeutungen und allegorischer Symbolik zuschreibt, die sich nicht erschöpfend oder eindeutig festmachen lassen.

Vergil ist der Poet, dessen Dichtung Dante den Zugang zur Antike erschloss. Die Aeneis erzählt im sechsten Gesang den Abstieg und den Besuch des Aeneas im Hades und lieferte Dante die wichtigsten strukturellen Leitlinien für sein Versepos: die Führerin Sibylle, die den sterblichen Menschen ins Jenseits begleitet, die Anwesenheit der mythologischen Wächter (Charon, Minos), die Begegnungen mit bekannten und geliebten Menschen auf Erden (wie Palinurus, Dido, Kreusa, Anchises), der Acheron, der die Grenze markiert und die gesamte Gliederung der Erzählung, insbesondere in den ersten Gesängen des Inferno.[109] Dante behauptet, er kenne die ganze Aeneis auswendig.[110] Vergil mag für den menschlichen Verstand stehen, der die Welt so weit erkennen kann, wie dazu nicht göttliche Offenbarung erforderlich ist. Er argumentiert weitgehend aristotelisch, aber er ist auch eine Figur, die Dantes dichterische Berufung verkörpert: „Du bist mein Meister und mein Vorbild! Du allein bist der, von dem ich den hohen Stil übernommen habe, der mir Ehre eingebracht hat.“[111]

Dante schreibt Beatrice eine Vielzahl von allegorischen Bedeutungen zu, die sich nicht auf eine einzige Dimension reduzieren lassen. Gerade die Vielfalt ihrer Bedeutungen verleiht dieser Gestalt ihre eigenartige Ausstrahlung. Beatrice ist zunächst die liebevoll verehrte junge Frau, die Dante in seiner Jugend inspiriert hat, Liebesgedichte zu schreiben. Sie erscheint im Irdischen Paradies mit christologischen Attributen und repräsentiert zugleich die christliche Kirche. Durch sie erfährt Dante theologische und kosmologische Geheimnisse.[112]

Im XXXI. Gesang des Paradiso begegnet Dante beim Anblick der Weißen Rose der Seligen unvermittelt dem heiligen Bernhard, dem Hauptbegründer des zu Lebzeiten Dantes sich rasch verbreitenden Marienkults.[113] Nach der rational-philosophischen Phase unter der Führung von Vergil und der theologischen Phase unter der Führung von Beatrice begleitet Bernhard Dante auf dem mystischen Weg, der zur Vereinigung mit Gott führt.[114]

Nachdem im fünften Bußbezirk des Purgatorio (dem der Geizigen) ein Beben den Läuterungsberg erschütterte und darauf von überall lautstark das Gloria gesungen wurde,[115] gesellt sich der Dichter Statius, der gerade seine Strafe abgebüßt hatte, was durch das Beben allen angezeigt wurde, zu Vergil und Dante.[116] Statius begleitet Vergil bis zum Irdischen Paradies und vollzieht danach mit Dante zusammen die dortigen Rituale wie das das Eintauchen in den Lethe und den Eunoë. Seine Präsenz ermöglicht es dem Autor Dante, nebst Vergil einen weiteren Gesprächsteilnehmer einzubauen, der vom 21. bis 25. Gesang kürzere und längere Diskurse über wechselnde Themen bestreitet, darunter die Erläuterung der aristotelisch-scholastischen Theorie von der Zeugung, der Entstehung der Seele und ihres Fortlebens nach dem Tode sowie den Fähigkeiten der Schattenleiber.[117] Statius ist der Einzige aller Persönlichkeiten in der Commedia, der sich selbst durch eine Kurzbiografie einführt.[118] Dass Statius sich unter dem Einfluss der Vergilschen Dichtung, namentlich der 4. Ekloge seiner Bucolica, zum Christentum bekehrt haben soll, ist mittelalterliche Legende.[119]

Lucia und Matelda

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Mit Lucia und Matelda treten zwei weitere Gestalten auf, die Dante auf seiner Jenseitsreise Hilfe leisten. Lucia übermittelt Beatrice den Auftrag Marias, einen Weg zur Rettung Dantes zu finden.[120] Dabei wird Dante von Maria als ihr Getreuer (fedele) bezeichnet. Im Purgatorio trägt Lucia Dante während des Schlafs hinauf bis zum Tor des Läuterungsbergs.[121] In der Rangordnung der Weißen Rose im Empyreum nimmt sie eine höhere Position ein als Beatrice.[122] Sie könnte mit der donna gentile identisch sein, die Dante in seiner jugendlichen Begeisterung für Philosophie eine menschliche Gestalt verlieh.[123][124] Matelda, die jugendliche, ballettartig herantanzende Gestalt, die Dante im Irdischen Paradies begrüßt,[125] und deren Name erst ganz am Ende des Purgatorio[126] genannt wird, gleicht in ihrer sinnlichen Art Proserpina, Venus oder Hero. Einige frühe Kommentatoren wie Jacopo della Lana und Pietro Alighieri wollten in Matelda die Verkörperung der Markgräfin Mathilde von Canossa sehen, was von späteren Kommentatoren abgelehnt wurde.[127] Ein anderer Vorschlag ist Königin Mathilde.[128] Viel spricht dafür, in ihr eine Art Vorläufer für die Wiederkunft Beatrices zu sehen, so wie Johannes der Verkünder und Wegbereiter Christi war.

Außer dem Tor zur Hölle,[129] welches als porta inferi einen bekannten biblischen Topos darstellt,[130] und welches ohne Schloss und Riegel unbewacht dasteht,[131] gibt es im Inferno und Purgatorio diverse Wächter, darunter mythologische Figuren und Fabelwesen, die potentielle Verhinderer der Weiterreise von Dante und Vergil sind. Im Inferno sind dies Charon,[132] Minos,[133] Plutus,[134] Phlegyas,[135] die Erinnyen,[136] Chiron, Nessus und die anderen Kentauren,[137] Geryon,[138] der Teufelstrupp um Malacoda,[139] Nimrod,[140] Anthäus[141] und die anderen Giganten sowie Luzifer.[142] Der Wächter des Läuterungsbergs ist Cato,[143] während der Wächterengel[144] die Pforte zum eigentlichen Purgatorio bewacht und Vergil und Dante erst nach einer eingehenden Befragung durchlässt. Danach sind am Aufstieg zu jeder Terrasse Engel aufgestellt, die Dante jeweils die vom Wächterengel eingeritzten P (für peccata) abwischen. An mehreren Stellen reicht der Hinweis auf den göttlichen Beschluss für die Jenseitswanderung, um ein Weiterkommen zu ermöglichen.[145]

Die Personen der Commedia

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In der Commedia begegnet Dante über 600 geschichtlichen oder als geschichtlich vorgestellten mythologischen Personen,[146] an denen die jeweilige Art ihrer Strafe, Buße oder Seligkeit nach dem Prinzip der Wiedervergeltung (contrappasso) widerspiegelt, was sie in ihrem früheren Erdenleben wollten, glaubten und taten. Die kontaktierten Menschen von dereinst sind im Anblick der letzten Wahrheit und im Zustand der Endgültigkeit dazu verurteilt, sich als das zu geben, was sie waren und sind.[147] Personen der antiken, der biblischen und vor allem der mittelalterlichen Geschichte werden hierbei als Individuen mit ihren persönlichen Leidenschaften, Erinnerungen und Verfehlungen oder Verdiensten präsentiert. Sie zeigen aber zugleich das ethisch und theologisch abstrakte Gedankensystem, das der Rangfolge der Jenseitsbezirke zugrunde liegt.[148] Die Übereinstimmung zwischen Geist, Körper und Verhalten und das enge Verhältnis zwischen ihrem Charakter und ihrem Schicksal bewirkt, dass die unverwechselbare Besonderheit eines jedes Individuums mit unvergleichlicher und oft auch ergreifender Kraft hervortritt.[149] Insgesamt vergegenwärtigt das multiindividuelle Figurenspektrum der Commedia die Bedeutungsvielfalt des Menschengeschlechts, indem alle Gestalten beispielhaft eine spezifische und dennoch allgemeine Eigenart zur Schau tragen. Dante benötigt das umfangreiche Figurenpersonal, um ein breites Spektrum an Themen zu tangieren. Durch die meist kurz und bündig sowie effektvoll geführten Unterhaltungen werden die Figuren zum Leben erweckt. Oft erzeugen wenige verbale Pinselstriche ein fesselndes Portrait einer Persönlichkeit.[150] Die Präsentation dieser Personen wird erzählerisch kunstvoll und abwechslungsreich variiert und erfolgt teils in nur kurzen Erwähnungen und katalogartigen Aufzählungen oder auch in ausführlichen Begegnungsszenen, in denen die Seelen der Verstorbenen Zwiesprache mit dem Jenseitsbesucher und seinem Führer halten und ihm ihre Erinnerungen an das vergangene Erdenleben, Nachrichten an noch lebende Personen oder auch Prophezeiungen über Zukünftiges mit auf den Weg geben.

Tiere und Fabelwesen

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Die insgesamt 276 Tiere, die in der Commedia namentlich erwähnt werden, verteilen sich wie folgt: Inferno (143, 52 %), Purgatorio (84, 30 %), Paradiso (49, 18 %). Dabei überwiegen die Säugetiere im Inferno, während im Purgatorio mehr Vögel vorkommen. Reptilien und Amphibien kommen im Paradiso nicht vor. Fabelwesen kommen am meisten im Inferno und in geringerer Anzahl im Purgatorio vor, während sie im Paradiso ganz fehlen. Nur 16 % aller Tiere begegnet Dante real, während 84 % z. B. in Allegorien und Vergleichen zitiert werden. Von den real begegneten Tieren nehmen die Fabelwesen mit 49 % den größten Teil ein. Einen speziellen Stellenwert nimmt die Falknerei ein, die Dante über das Falkenbuch Friedrichs II. gekannt haben muss, in dem auch von der Migration von Vögeln die Rede ist, die Dante explizit erwähnt.[151] Die genauen Beobachtungen zur Verhaltensweise von Tieren machen Dante zu einem Ethologen ante litteram.[152]

Klasse Arten
Säugetiere Insgesamt werden 119 Säugetiere der folgenden Arten erwähnt, davon 15 generische Erwähnungen (wildes Tier: fiera, bestia, belva): Schaf bzw. Lamm (18), Hund (16), Wolf (14), Kuh, Stier und Ochse (10), Löwe (9), Schwein und Wildschwein (7), Pferd und Maultier (4), Fuchs (4), Ziege (4), Bär (3), Leopard (2), Maus (2), Elefant (1), Affe (1), Hase (1), Katze (1), Damhirsch (1), Biber (1), Delfine (1), Fischotter (1), Walfisch (1), Fledermaus (1), Maulwurf (1).
Vögel Insgesamt werden 48 mal Vögel der folgenden Arten erwähnt, davon 19 generische Erwähnungen: Adler (7), Falke (4), Sperber (2), Kranich (2), Star (1), Taube (3), Habicht (1), Gans (1), Ente (1), Storch (1), Schwalbe (1), Amsel (1), Schwan (1), Hahn (1), Elster (1), Lerche (1).
Reptilien und Amphibien Insgesamt werden 25 Reptilien und Amphibien der folgenden Arten erwähnt, davon 12 generische Erwähnungen (Schlange): Frosch (7), Wassernatter (2), Otter (1), Hornviper (1), Natter (1), Smaragdeidechse (1).
Fische Insgesamt werden 10 Fische der folgenden Arten erwähnt, davon 6 generische Erwähnungen: Aal (3), Scardinius (1).
Gliederfüßer und Wirbellose Insgesamt werden 27 Gliederfüßer und Wirbellose der folgenden Arten erwähnt, davon eine generische Erwähnung (Insekten): Biene (3), Fliege (2), Ameise (2), Wespe (2), Skorpion (2), Schmeißfliege (1), Bremse (1), Floh (1), Mücke (1), Glühwürmchen (1), Schmetterling (1), Spinne (1), Heuschrecke (1), Wurm (6), Schnecke (1).
Fabelwesen Greif (4), Arachne (1), Schlange mit sechs Beinen (4), Geryon (3), Zerberus (2), Harpyie (1), Phönix (1), Drache (1), Giganten (1), Wasserschlangen (1), Furien (1), Medusa (1), Minotaurus (1), Kentaur (1), Chelidri, Jaculi, Faree, Cencri und Anfisibena[153]. Die den Evangelisten zugeordneten Symbole sind in dieser Kategorie dazugezählt: Matthäus (geflügelter Mensch bzw. Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler).

Inhalt der drei Jenseitsreiche

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1. Inferno / Die Hölle

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Querschnitt durch Dantes Inferno von Michelangelo Caetani (1855)

Das Inferno, der erste der drei cantiche, beginnt mit einem einleitenden Gesang als Prolog zur gesamten Commedia, in der der Dichter Dante Alighieri in der Ich-Form von seiner Begegnung mit Vergil erzählt. Im zweiten Gesang äußert Dante gegenüber Vergil seine Zweifel und Ängste hinsichtlich der bevorstehenden Höllenfahrt, worauf ihm Vergil erläutert, dass ihn Beatrice, unterstützt von Maria und Luzia, im 1. Kreis der Hölle aufgesucht und er von ihr Auftrag erhalten hätte, Dante zu retten. Die eigentliche Reise durch das Inferno beginnt mit dem 3. Gesang und der berühmten Inschrift auf dem Höllentor.[154] Dantes Inferno umfasst neun konzentrische Kreise,[155] welche, immer enger werdend, eine Art umgekehrten Kegelstumpf bilden. Der Bereich hinter dem Höllentor bildet den Aufenthaltsort für die Lauen und Unentschlossenen. Im ersten Kreis, dem Limbus oder der Vorhölle, sind die ungetauften Kinder und die tugendhaften Heiden aus der vorchristlichen Antike versammelt. In der oberen Hölle (2. bis 5. Kreis) werden die Sünder aus Unmäßigkeit (incontinenza), d. h. die nicht vorsätzlich Bösen, bestraft: Wollüstige, Schlemmer, Geizige, Habgierige, Zornwütige und Verdrossene. Die Ringmauer der Höllenstadt Dis bildet die Trennung zur unteren Hölle, wo die gewollt Bösen bestraft werden: Gewalttätige, Betrüger und Verräter. Im 7. Kreis befinden sich die Gewalttäter gegen andere, gegen sich selbst und gegen Gott. Im 8. Kreis werden die einzelnen Bereiche in zehn verschiedene Gräben (Malebolge) und im 9. Kreis in vier verschiedene Zonen (Caina, Antenora, Tolomea, Giudecca) unterteilt. Am Grund der Hölle befindet sich der Kokytos, ein riesiger, gefrorener See. Im Eis dieses Sees ist der gigantische, dreigesichtige Luzifer gefangen, der vergeblich mit seinen sechs massiven, fledermausartigen Flügeln schlägt, um seiner Gefangenschaft zu entkommen. Luzifers Gesicht ist mit Tränen befleckt, und von seinem Kinn tropft das Blut der drei schlimmsten Verräter der Geschichte, deren Seelen er endlos und ohne Mitleid in seinen monströsen Mündern zerkaut: Brutus und Cassius, die 44 v. Chr. Julius Cäsar ermordeten, und Judas Iskariot, der Jesus Christus selbst verriet.[156] Im 11. Gesang des Inferno erläutert Vergil während der Akklimatisierung an die untere Hölle die Topologie des Inferno.[157] Die Sünden nehmen von oben nach unten an Schwere zu. Ihre Kategorien entnahm Dante aus der Antike, unter anderem aus AristotelesNikomachischer Ethik und änderte sie für seine Zwecke ab.[158][159] Die Strafen der Verdammten folgen dem Gesetz des contrappasso, eine der Lex Talionis verwandten Art der Vergeltung.[160] Den Höllenkreisen sind Wächter zugeteilt, die zum Teil aus der antiken Mythologie stammen (Kentauren, Giganten) oder zu Monstern (Minos, Pluto) umgeformt sind. Teufel treten prominent im 21. und 22. Gesang auf, wo die Bestechlichen im klebrigen Pech schmoren. Die Atmosphäre in der Hölle ist die einer finsteren und rauen Unterwelt mit Abbrüchen und Abgründen, die der vorherrschenden Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung Ausdruck verleiht.

2. Purgatorio / Der Läuterungsberg

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Dante schaut auf den Läuterungsberg. Gemälde von Agnolo Bronzino (1530)

Der Läuterungsberg bzw. das Fegefeuer ist als ein hinter einem Tor beginnender Rundweg um einen Berg angelegt, der sich allmählich dem Licht entgegen schraubt. Auf sieben Terrassen büßen die Seelen. Zusammen mit dem von Cato bewachten Meeressaum und dem sich anschließenden Bereich für die Säumigen sind es also auch hier neun Stufen.

Gegenüber der Trostlosigkeit der Hölle dominieren nun Buße und Hoffnung der Sünder. Noch immer regiert die ironische Umkehrung die Strafen, die aber endlich sind (wenn sie auch 500 Jahre und länger dauern): Im Fegefeuer bzw. auf dem Läuterungsberg können die Hochmütigen unter der Last von Steinen den Blick nicht mehr vom Boden lösen, den Neidischen wurden die Augen mit Draht zugenäht, die Trägen müssen um den Berg hetzen, die Habsüchtigen liegen mit dem Gesicht im Staub des Weges …

Vor der Pforte des Läuterungsberges zeichnet der wachende Engel mit seinem Schwert sieben P (ital. peccato „Sünde“) auf Dantes Stirn für die sieben Todsünden (Hochmut, Jähzorn, Neid, Habgier, Wollust, Völlerei und Trägheit), von denen auch er sich zu reinigen habe. Dann erst schließt der Wächter das Tor auf, Dante beginnt seine eigene Buße auf dem Weg zum Licht und sucht sich von falschen Leidenschaften, vor allem von seinem Hochmut, zu befreien.

Die Terrassen des Läuterungsberges

Auf den ersten drei Terrassen werden die Seelen mit der Liebe zur Untugend geläutert.

  • Erste Terrasse: Auf der ersten Terrasse büßen die Stolzen, indem sie riesige Steine auf dem Rücken tragen müssen, ohne sich aufrichten zu können. Dies soll sie lehren, dass der Stolz Gewicht auf die Seele legt und man ihn deshalb ablegen sollte. Auf dem Boden eingraviert finden sich historische und mythologische Beispiele für Stolz. Durch das Gewicht gebeugt, sind die Sünder gezwungen, diese zu studieren, um von ihnen zu lernen. Am Aufstieg zur nächsten Ebene erscheint ein Engel und entfernt ein P von Dantes Stirn. Dies wird an jedem Aufstieg wiederholt. Bei jedem Entfernen fühlt sich Dantes Körper leichter an, da weniger Sünde ihn niederdrückt.
  • Zweite Terrasse: Die Neider werden auf der zweiten Terrasse geläutert, indem sie mit zugenähten Augen umherwandern müssen. Gleichzeitig tragen sie Kleidung, mit der ihre Seele nicht vom Boden unterscheidbar ist. Dies soll die Sünder lehren, andere nicht zu beneiden und ihre Liebe zu Gott zu lenken.
  • Dritte Terrasse: Auf der dritten Terrasse müssen die Zornigen im sauren Rauch umhergehen. Sie lernen, wie sie der Zorn blind werden ließ und ihre Urteilsfähigkeit verminderte.
  • Vierte Terrasse: Auf der vierten Terrasse befinden sich die Sünder der mangelnden Hingabe, der Trägheit. Die Trägen werden zu ständigem Rennen gezwungen. Sie können nur Läuterung erfahren, indem sie rastlos ihre Buße tun.
  • Fünfte Terrasse: Auf der fünften Terrasse bis zur siebten Terrasse befinden sich die Sünder, die in ihrem Leben die weltlichen Dinge in einer falschen Art und Weise geliebt haben. Die Habsüchtigen und die Verschwender liegen mit dem Gesicht auf dem Boden und können sich nicht bewegen. Die Überhöhung weltlicher Güter wird geläutert und die Sünder lernen ihr Begehren von Besitztümern, Macht oder hohen Positionen zu Gott hinzulenken. Hier trifft Dante auf die Seele Statius', der seine Läuterung vollendet hat und Dante und Vergil bei ihrem Aufstieg zum Paradies begleitet.
  • Sechste Terrasse: Auf der sechsten Terrasse müssen die Maßlosen in ständiger Enthaltsamkeit von Essen und Trinken Läuterung erfahren. Erschwert wird ihnen dies dadurch, dass sie Kaskaden passieren müssen, ohne trinken zu können.
  • Siebente Terrasse: Die Wollüstigen werden gereinigt, indem sie in einer riesigen Flammenwand brennen. Hier sollen die sexuellen Ausschweifungen, die die Liebe der Sünder von Gott ablenkt, überwunden werden. Durch die Flammenwand der siebten Terrasse müssen auch alle Sünder gehen, die ihre Buße auf einer der niedrigeren Terrassen abgelegt haben, bevor sie den Läuterungsberg verlassen können. Nachdem Dante dieses Los geteilt hat, wird das letzte P von seiner Stirn entfernt.

3. Paradiso / Das Paradies

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Michelangelo Caetani: Die Ordnung des Paradiso (1855)

Die engelhafte Beatrice führt Dante durch die neun himmlischen Sphären des Paradieses. Diese sind konzentrisch und sphärisch, wie im aristotelischen und ptolemäischen Weltbild. Während die Strukturen des Inferno und Purgatorio auf verschiedenen Klassifizierungen der Sünde basieren, wird das Paradiso durch die vier Kardinaltugenden und die drei theologischen Tugenden strukturiert. Dante trifft und unterhält sich mit mehreren großen Heiligen der Kirche, darunter Thomas von Aquin, Bonaventura, der Heilige Petrus und Johannes.

Das Paradiso besitzt mehr theologische Natur als die Hölle und das Fegefeuer. Dante räumt ein, dass die Vision des Himmels, die er beschreibt, diejenige ist, die ihm gestattet wurde mit seinen menschlichen Augen zu sehen.

Ab dem einunddreißigsten Gesang beschreibt Dante, wie er Maria als Himmelskönigin sieht, bevor die Göttliche Komödie mit dem Anblick des dreieinigen Gottes endet. In einem Erkenntnisblitz, der sich nicht ausdrücken lässt, versteht Dante endlich das Geheimnis von Christi Gottheit und Menschheit, und seine Seele wird verbunden mit der Liebe Gottes.

Schlusswort Sterne

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Alle drei cantiche enden mit dem Wort stelle (Sterne), was viele Übersetzer nachzubilden versuchen.

Übersetzer Inferno XXXIV 139 Purgatorio XXXIII 145 Paradiso XXXIII 145
Dante Alighieri E quindi uscimmo a riveder le stelle. puro e disposto a salire a le stelle. lʼamor che move il sole e lʼaltre stelle.
Wilhelm Gustav Hertz Dort schritten wir hinaus, zu schaun die Sterne! Bereit und rein, zu steigen in die Sterne! Der Liebe, die bewegt die Sonn und Sterne!
Friedrich Freiherr von Falkenhausen Und wir entstiegen ihm, zu schaun die Sterne. Rein und bereit zum Aufflug in die Sterne. Die Liebe, die in Gang hält Sonn und Sterne.
Walther von Wartburg Dann traten wir hinaus und sahn die Sterne wieder. Rein und bereit zum Aufstieg in die Sterne. die Liebe, / die führt die Sonne und die andern Sterne.
Nora Urban Und leuchten sah ich uns zuhäupt die Sterne. Geläutert für den Aufstieg zu den Sternen. Das liebend trägt die Sonne, Mond und Sterne.
Christa Renate Köhler Von dort stieg ich zum Wiedersehn der Sterne. Rein und bereit, zu steigen zu den Sternen. Die Liebe, regend Sonn und andre Sterne.
Hans Werner Sokop Dann tragen wir hinaus uns sahn die Sterne. bereit und rein zum Aufstieg nach den Sternen. die Liebe, welche Sonnen lenkt und Sterne.
Georg Hees Und dann kamen wir hinaus, um wiederzusehen die Sterne. rein und bereit, zu den Sternen aufzusteigen. bewegt wird, meinen Wunsch und das Wollen.
Georg Peter Landmann Dann traten wir hinaus und sahen wieder die sterne. rein und bereit, emporzusteigen zu den sternen. der liebe, die die sonne regt und die andern sterne.
Walter Naumann und dort traten wir hinaus und sahen wieder die Sterne. rein und bereit, aufzusteigen zu den Sternen. die Liebe, / die die Sonne kreisen läßt und die anderen Sterne.
Thomas Vormbaum Dort ging’s hinaus; uns schienen neu die Sterne. Rein und bereit, von nah’ zu seh’n die Sterne. Die Liebe, die bewegt die Sonn’ und Sterne.
Hartmut Köhler Dann traten wir hinaus und sahen die Sterne wieder. rein und bereit, emporzusteigen zu den Sternen. die Liebe, die auch die Sonne bewegt und die anderen Sterne.
Kurt Flasch Von dort traten wir hinaus und sahen wieder die Sterne. rein und fähig, aufzusteigen zu den Sternen. die Liebe, die die Sonne bewegt und die anderen Sterne.
Alfred Anderau Da traten wir hinaus und sahen wieder die Sterne. rein und bereit, emporzusteigen zu den Sternen. die Liebe, die die Sonne bewegt und die andern Sterne.
Bernhard Christ Da traten wir hinaus und sahen wieder die Sterne. rein und bereit zum Aufstieg nach den Sternen. die Liebe, die die Sonne umtreibt und die anderen Sterne.
Rudolf Georg Adam Von dort traten wir hinaus und erblickten wieder die Sterne. rein und bereit für den Aufstieg zu den Sternen. die Liebe, die die Sonne bewegt und alle Sterne.

Das Adjektiv dantesk[161] (ital. dantesco, franz. dantesque, engl. dantean) fand erstmals im Jahr 1836 durch Carl Gustav Carus, der 1839 Mitglied der Accademia Dantesca (auch Dante-Kränzchen genannt) unter Prinz Johann wurde, Eingang in die deutschen Sprache.[162] Assoziiert werden damit vor allem höllische Szenarien und gelegentlich dramatische Szenen, in denen sich ein Einzelner inmitten einer wütenden Menge befindet, und manchmal sogar eine paradiesische Stimmung. Dantesk belegt Dantes Verwurzelung in unserer Kultur.[163]

Rezeptionsgeschichte

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Durch Johannes Numeister gedruckte Erstausgabe der Commedia, Foligno 1472

Ausgaben (italienisch)

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Die Autographen der Göttlichen Komödie wie auch die ersten Kopien der Commedia sind verloren gegangen.[164]

Die ältesten erhaltenen Manuskripte stammen aus dem dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts.[165][166] Je nach Herkunft der Kopisten ergaben sich verschiedene Zweige der Manuskripttradition.[167][168][169][170][171] Später wurden vielfach Werkstätten für die Produktion von Abschriften beauftragt, wie z. B. diejenige von Francesco di ser Nardo da Barberino in Florenz, die den Gruppo del Cento[172] verfasste. Damit führte die Commedia bis 1480 nach der Bibel die Liste der meistkopierten Manuskripte an, die erst von Francesco Petrarcas Canzoniere überflügelt wurde.[173]

  1. italienisch (La Comedia):

Kritische Ausgaben

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Die kritischen Ausgaben basieren auf einem individuellen Vergleich der wichtigsten Manuskripte, was je nach Gewichtung zu leicht unterschiedlichen Resultaten führt. Insgesamt gibt es aber nur wenige strittige Stellen, was nicht zuletzt der strengen Reimform der Danteschen Terzine geschuldet ist.

In italienischer Sprache

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In deutscher Sprache

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Allgemeine Einführungen und Forschungsliteratur

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  • Luigi Venturi: Le similitudini dantesche ordinate, illustrate e confrontate. G. C. Sansoni editore, Florenz 1911 (dritte Ausgabe). Erstausgabe 1889.
  • Paget Toynbee: A Dictionary of Proper Names and Notable Matters in the Works of Dante. Oxford 1895. Überarb. v. Charles S. Singleton, Oxford 1968.
  • Paget Toynbee: Dante in English Literature from Chaucer to Cary (c. 1380-1844). Methuen, London 1909. 2 vols.[174][175]
  • Erich Auerbach: Dante als Dichter der irdischen Welt. Mit einem Nachwort von Kurt Flasch, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001. 2. Auflage. (Erstausgabe: 1929).
  • Michele Barbi; Georg Englhardt (Übers.): Dante. Leben, Werk und Wirkung. Pustet, Regensburg 1943. (ital. Erstausgabe: 1933).
  • Werner Paul Friederich: Danteʼs Fame Abroad 1350 – 1850. The influence of Dante Alighieri on the poets and scholars of Spain, France, England, Germany, Switzerland and the United States. A Survey of the Present State of Scholarship. Edizioni di Storia e Letteratura, Rom 1950.
  • Johannes Haller: Dante. Dichter und Mensch. Benno Schwabe & Co. Verlag, Basel 1954.
  • Dorothy L. Sayers: Introductory Papers on Dante. With a preface by Barbara Reynolds. Methuen & Co. Ltd, London 1954.
  • Olof Lagercrantz: Dante und die Göttliche Komödie (= insel taschenbuch. 2159) Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 1997, ISBN 978-3-458-33859-8. (Erstausgabe: 1964). (Insel Taschenbuch; 2159).
  • Ernst Hatch Wilkins; Thomas Goddard Bergin; Antony J. De Vito: A Concordance to the Divine Comedy of Dante Alighieri. Cambridge, MA, 1965–19662 (reprint 2014).
  • Kurt Leonhard: Dante Alighieri in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1970, ISBN 978-3-499-50167-8. (= Rowohlts Monographien; 167).
  • Umberto Bosco (Hrsg.): Enciclopedia Dantesca. Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani. Rom 1970–1978. 6 Bde.
  • Richard H. Lansing: From Image to Idea. A Study of the Simile in Dante’s Commedia. Longo Editore, Ravenna 1977.
  • Romano Guardini: Dantes Göttliche Komödie. Ihre philosophischen und religiösen Grundgedanken. (Vorlesungen). Matthias-Grünewald-Verlag/Verlag Ferdinand Schöningh, Mainz/Paderborn 1998. ISBN 3-7867-2129-7.
  • Nick Havely: Dante’s Modern Afterlife. Macmillan Press, London 1998, ISBN 0-333-67004-3.
  • Gianfranco Contini: Un’ idea di Dante. Saggi danteschi. Einaudi, Turin 2001, ISBN 978-88-06-15858-3. (Erstausgabe: 1986).
  • Eva Hölter: „Der Dichter der Hölle und des Exils“ Historische und systematische Profile der deutschsprachigen Dante-Rezeption. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2179-7.
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  • Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4.
  • Enrico Malato: Dante. Salerno Editrice, Rom 1999 (20174), ISBN 978-88-8402-284-4.
  • Ferdinand Barth: Dante Alighieri – Die göttliche Komödie – Erläuterungen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 978-3-534-17650-2.
  • Esther Ferrier: Deutsche Übertragungen der Divina Commedia Dante Alighieris 1960–1983. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1994, ISBN 978-3-11-014144-3.
  • Ulrich Prill: Dante. Stuttgart/Weimar, J.B. Metzler 1999, ISBN 978-3-476-10318-5. (Sammlung Metzler; 318).
  • Fritz R. Glunk: Dantes Göttliche Komödie. Piper, München 1999, ISBN 3-492-22891-7. (Meisterwerke kurz und bündig).
  • Robert Hollander: Dante. A Life in Works. Yale University Press, New Haven/London 2001, ISBN 978-0-300-08494-8.
  • Richard Lansing: The Dante Encyclopedia. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-0-415-87611-7. (paperback). (Erstausgabe: Garland Publishing, New York/London 2000).
  • Kurt Leonhard: Dante. Aus der Reihe Rowohlts Monographien. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg 2001, ISBN 978-3-499-50167-8.
  • Heinz Willi Wittschier: Dantes Divina Commedia. Einführung und Handbuch. Erzählte Transparenz. Peter Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-38401-7.
  • John A. Scott: Understanding Dante. University of Notre Dame Press, Notre Dame 2005, ISBN 978-0-268-04451-0.
  • Albert Russell Ascoli: Dante and the Making of a Modern Author. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-511-38539-1.
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  • Enrico Malato: Dante: guida alla Divina Commedia. Nuova edizione. Carocci editore, Roma 2012, ISBN 978-88-430-6593-6.
  • Karlheinz Stierle: Dante Alighieri. Dichter im Exil, Dichter der Welt. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66816-6.
  • Erich Auerbach: Dante. und Über Dantes Dichtung. In: Christian Rivoletti (Hrsg.): Erich Auerbach. Kultur als Politik. Aufsätze aus dem Exil zur Geschichte und Zukunft Europas (1938–1947). Konstanz University Press, Konstanz 2014, ISBN 978-3-86253-046-5. S. 95-109 bzw. S. 111–129.
  • Kurt Flasch: Einladung, Dante zu lesen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-596-90596-6. (Erstausgabe: 2011, Großformat).
  • Stefana Sabin: Dante auf 100 Seiten. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-019318-1.
  • Peter Hainsworth; David Robey: Dante. A Very Short Introduction. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-968477-9.
  • Eva Hölter (Hrsg.): Dante Alighieri. Texte zur literarischen Rezeption im deutschsprachigen Raum. Königshausen & Neumann, Würzburg 2016, ISBN 978-3-8260-5669-7.
  • Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie: eine Einführung. C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71929-5. (C.H. Beck Wissen; 2880).
  • Franziska Meier (Hrsg.): Dante-Rezeption nach 1800. Königshausen & Neumann, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8260-6527-9.
  • Chiara Mercuri: Dante. Una vita in esilio. Laterza, Bari 2018, ISBN 978-88-581-3321-7.
  • Zygmunt Guido Barański; Simon Bilson (Hrsg.): The Cambridge Companion to Dante’s Commedia. Cambridge 2019, ISBN 978-1-108-36776-9.
  • Alessandro Barbero: Dante. Laterza, Bari/Rom 2020, ISBN 978-88-581-4164-9.
  • John Took: Dante. Princeton University Press, Princeton 2020, ISBN 978-0-691-15404-6.
  • Sibylle Lewitscharoff: Warum Dante? Mit Illustrationen und Collagen von Sibylle Lewitscharoff. Insel Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-458-19503-0. (= Insel-Bücherei. Nr. 1503).
  • Franziska Meier: Besuch in der Hölle. Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrhundertbuchs. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76723-4.
  • Elisa Brilli, Giuliano Milani: Vite nuove. Biografia e autobiografia di Dante. Carocci, Rom 2021, ISBN 978-88-290-0496-6.
  • Irmgard Scharold (Hrsg.): Dante intermedial. Die Divina Commedia in Literatur und Medien. Königshausen & Neumann, Würzburg 2022, ISBN 978-3-8260-5588-1.
Commons: Göttliche Komödie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Divina Commedia – Quellen und Volltexte (italienisch)
  1. Quelle: Thomas Ricklin (Übersetzer), Ruedi Imbach (Vorrede): Das Schreiben an Cangrande della Scala. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1124-6. S. 13.
  2. Inferno XVI 128: „e per le note di questa comedía, lettor, ti giuro“; XXI 2: „altro parlando che la mia comedía cantar non cura“.
  3. Paradiso XXVI 1: „Se mai continga che ʼl poema sacro …“
  4. Paradiso XXIII 62: „e cosí, figurando il paradiso, convien saltar lo sacrato poema
  5. Giovanni Boccaccio: Das Büchlein zum Lob Dantes. Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, Berlin 2021, ISBN 978-3-946990-55-0. S. 94
  6. Rudolf Georg Adam (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse Verlag, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 594.
  7. „Nach diesem Sonett hatte ich eine wunderbare Erscheinung, in der ich Dinge sah, die mich den Entschluß fassen ließen, so lange nichts weiter mehr über diese Selige zu sagen, bis ich in würdigerer Weise von ihr berichten könnte.“ Quelle: Dante Alighieri; Thomas Vormbaum (Übersetzer): La Vita Nuova. Das Neue Leben. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8305-1334-6. S. 182–183.
  8. Die etwa eine Generation vor Dante entstandene Form des Sonetts kennt zwar auch die Terzinenform für die letzten sechs Verse. Es ist aber eine grundsätzlich andere Herausforderung, für einen knappen poetischen Gedanken einen Schluss mit jeweils drei Reimen zu finden als einem Riesenwerk von 14.233 Versen diese anspruchsvolle Reimstruktur zugrunde zu legen.
  9. Die Dante-Forschung geht von einer Entstehung der Göttlichen Komödie zwischen 1306 und 1321 aus (Giorgio Petrocchi, Robert Hollander, Anna Maria Chiavacci Leonardi, Giorgio Inglese, Enrico Malato.)
  10. Dante hat während dieser Zeit noch andere Werke geschrieben: Die Monarchia und einige Briefe, die als öffentliche Pamphlete gedacht waren. Einige von ihnen sollten Heinrich VII. zu effektiver Kontrolle über Norditalien verhelfen und den Widerstand in Florenz gegen diese Ambitionen untergraben. Er dürfte an den Höfen, an denen er Zuflucht fand, zu Kanzleiarbeiten und zur rhetorischen Ausschmückung von festlichen Anlässen herangezogen worden sein. Fürst Guido Novello da Polenta von Ravenna beauftragte ihn mit einer diplomatischen Mission nach Venedig, während der er erkrankte und nach seiner Rückkehr in der Nacht vom 13. auf den 14. September 1321 starb.
  11. Terzine, Werkstruktur, Entstehung. In: Rudolf Georg Adam: Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 600–603.
  12. Zum Beispiel die Existenz einer Vorhölle für die Lauen, die Übernahme des Körpers durch einen Höllendämon, die Rolle Catos als Wächter des Purgatorio, die Erlösung von Riphäus durch Gnadenwahl, sein Schöpfungsbericht oder die Darstellung der Trinität in Form von drei konzentrischen Farbringen.
  13. Inferno IV 131: ’l maestro di color che sanno.
  14. Purgatorio XV 16-24, XXV 26, XXIX 69, XXXI 121; Paradiso II 97-105, XXVIII 4-9.
  15. „Der Denker“. In: Rudolf Georg Adam: Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 598–600.
  16. Francesco Mazzoni: Dante «Misuratore di mondi». In: Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4. S. 25–53.
  17. Bruno D'Amore: Probabilità, logica formale, geometria: contributi all'esegesi di alcuni passi della Commedia. In: Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4. S. 91-.
  18. Purgatorio XXIX-XXX.
  19. Dante gibt exakte Zeitangaben zum Datum seiner Jenseitsreise (Inferno XXI 112-114) und zur Geburt seines Ahnen Cacciaguida (Paradiso XVI 37-39). Lediglich bei den Angaben zur Venus als Morgenstern (Purgatorio I 19-21) und zum Vollmonddatum (Inferno XX 127, Purgatorio X 14-15 und Purgatorio XVIII 76-81) macht Dante widersprüchliche Angaben.
  20. „Die Struktur von Dantes Gang durchs Jenseits, die Unterwelt, den Berg der Läuterung und das himmlische Paradie, ergibt sich aus seiner Sicht der Erde und des Kosmos, denn sie sind die Schöpfung Gottes und bilden mit Diesseits und Jenseits, irdischem Leben und Transzendenz im Denken des Dichters noch ein unzertrennliches Ganzes, das sich mit seinem philosophischen und theologischen Denken verbindet und in seinem dichterischen Werk fortgebildet und vollendet wird.“ Quelle: Bernhard Christ (Übersetzer): Dante Alighieri. Commedia. Schwabe Verlag, Basel 2021, ISBN 978-3-7965-4444-6. S. 20–21.
  21. Quelle: Divina Commedia. In: Treccani online. Abgerufen am 10. Februar 2026. Übersetzt mit DeepL.
  22. Dante hatte eine sehr genaue Vorstellung der Erde. Da der amerikanische Kontinent noch nicht entdeckt war, nahm er allerdings kleinere Dimensionen für den Globus an. Den Erddurchmesser schätzte er auf 3.250 Meilen (≈ 5.000 km), den Erdumfang auf 20.400 Meilen (≈ 32.000 km) an (Convivio II vi 10 und III v 19). Tatsächlich erstreckt sich das Mittelmeer nur über etwa 42 Längengrade, ist also nur knapp halb so lang wie Dante es sich vorstellte. Es bleibt unklar, wie weit Dante von diesen Angaben zur Gestalt der Erde tatsächlich überzeugt war und wie weit er sich hier die Geographie idealisierend und schematisierend seinen poetischen Intentionen und Strukturen angepasst hat. In der Göttlichen Komödie hat die Poesie Vorrang vor der Wissenschaft. Allerdings untermauert Dante seine poetischen Bilder immer wieder mit sehr präzisen empirischen Angaben. In seinem letzten Werk, der Questio de acqua et terra (Über das Wasser und die Erde), ist von einem Höllentrichter und einem Läuterungsberg keine Rede mehr.
  23. Purgatorio XXVIII 88-144.
  24. Inferno XVI 124-136; XXV 46-48; XXVIII 112-116.
  25. Paradiso II 95-96.
  26. Paradiso IV 127-132.
  27. Richard Kay: L'astrologia di Dante. In: Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4. S. 119–132.
  28. Purgatorio I 22-27.
  29. Dante and the New World. In: Brown University Library. Abgerufen am 14. Februar 2026.
  30. Paradiso III 88-90.
  31. Paradiso XXXI 37-39: … der ich in Gottes Reich aus der Menschenwelt, ins Ewige aus dem Zeitlichen und aus Florenz zu Gerechten und Unverdorbenen gekommen war.
  32. Dante wurde vorgeworfen, er habe seine Wahl durch Bestechung erreicht und sich der Politik des «Friedensbringers» Karl von Valois widersetzt. Bis heute bleibt unklar, was diesen Vorwürfen tatsächlich zugrunde lag. Dante wurde strenger bestraft als die meisten seiner Parteigenossen. Er wurde auch von späteren Amnestien ausdrücklich ausgeschlossen.
  33. „… ai sesti canti Dante affida, in tutte e tre cantiche, lo svolgimento del tema propriamente politico: qui nell’Inferno protagonista è la città [di Firenze] nel Purgatorio sarà l’Italia, nel Paradiso l’Impero universale.“ Quelle: Anna Maria Chiavacci Leonardi (Kommentar): Commedia. Inferno. Zanichelli, Bologna 2001, ISBN 88-08-10550-4. S. 103.
  34. Inferno VI 74-75: „Hochmut, Neid und Habgier sind die drei Funken, die die Herzen dort haben Feuer fangen lassen.“ Quelle: Rudolf Georg Adam (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse Verlag, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 38.
  35. Inferno VI 64-72. „Am 1. Mai 1300, also wenige Wochen nach dem Gang Dantes durchs Jenseits, entlädt sich die Spannung in Florenz anlässlich eines Festes auf der Piazza S. Trinità in einem blutigen Raufhandel zwischen den Cerchi und den Donati, in dessen Verlauf Ricoverino dei Cerchi erschlagen wird. […] Damit flammte der seit der Einführung der ordinamenti della giustizia, einer radikaldemokratischen Verfassungsänderung, entstandene Gegensatz zwischen den weißen Guelfen (geführt von den Cerchi) und den schwarzen Guelfen (geführt von den Donati) erneut auf. Das Eingreifen des Papstes Bonifatius VIII., der Karl von Valois nach Florenz beordert hatte, führte zur Verbannung der Weißen, zu denen sich auch Dante hielt.“ Quelle: Bernhard Christ: Dante Alighieri. Commedia. Schwabe Verlag, Basel 2021, ISBN 978-3-7965-4444-6. S. 56–57.
  36. „Sordello: berühmtester italienischer Troubadour […] in Italien vor allem für seine Totenklage berühmt, in der er von Königen und Fürsten mutigere Führung und politische Verantwortung fordert, was Dante seinerseits den Anstoss zu seiner nachfolgenden Klage um das führerlose Italien und zu einer beissend ironischen Abrechnung mit Florenz gibt.“ Quelle: Anmerkung zu Vers 74. In: Alfred Anderau (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Band 2. Läuterungsberg. Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7347-8697-6. S. 60.
  37. Purgatorio VI 76-151.
  38. Purgatorio VI 105: „che ’l giardin de lo imperio sia diserto“
  39. „Dante bricht in eine Schmährede gegen Italien aus und kritisiert die internen Machtkämpfe zwischen den Parteien jeder Stadt sowie die Nachlässigkeit des Kaisers, der nicht mit seiner Autorität eingreift, um die Streitigkeiten beizulegen, und Rom, seinen Sitz, sowie Italien, den Garten des Reiches, im Stich lässt.“ Quelle: Anna Maria Chiavacci Leonardi (Kommentar): Commedia. Purgatorio. Zanichelli, Bologna 2001, ISBN 88-08-10550-4. S. 102.
  40. Vgl. Convivio IV, ix, 10: „Es ist hinlänglich offenbar, wie dieses Ross ohne Reiter querfeldein sprengt, und ganz besonders im beklagenswerten Italien, das ohne jegliche Institution zu seiner Regierung verblieben ist.“ Quelle: Rudolf Georg Adam (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse Verlag, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 231.
  41. Fußnote zu Vers 10: „Aus mehreren Gründen: weil Justinian nach dem Untergang des Weströmischen Reichs gelebt hat und so die Kontinuität der Romidee verbürgt, weil Konstantinopel zu seiner Zeit noch nicht vollkommen gräzisiert war, weil Justinian als großer Gesetzgeber galt und weil sein Name übersetzt «der Gerechte» bedeutet.“ Quelle: Rudolf Georg Adam (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse Verlag, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 423.
  42. Epistola XIII an Cangrande della Scala 25: „Si vero accipiatur opus allegorice, subiectum est homo prout merendo et demerendo per arbitrii libertatem iustitie premiandi et puniendi obnoxius est.“ (Wenn hingegen das Werk allegorisch aufgefasst wird, handelt es davon, wie der Mensch durch freie Willensentscheidung gemäß seinen Verdiensten oder seinen Verfehlungen der strafenden oder belohnenden Gerechtigkeit verfallen ist).
  43. Purgatorio XXVII 127-142.
  44. „Mal in kurzen Szenen und mal in ausführlichen Episoden werden die Begegnungen von unterwegs wiedergegeben, wird eine Vielzahl von historischen, mythologischen und biblischen Gestalten – etwa 600 Figuren! – eingeführt und wird ihre jeweilige Sünde, Strafe, Buße oder Seligkeit beschrieben, wobei die Bewertungen nicht dem göttlichen Weltenrichter überlassen, sondern aus souveräner poetischer Eigenmacht vorgenommen werden, so dass Dantes politische Haltung erkennbar wird (kirchliche Würdenträger und politische Gegner schmoren vermehrt in der Hölle, Dichter büßen eher auf dem Läuterungsberg und Philosophen gelangen ins Paradies).“ Quelle: Stefana Sabin Dante auf 100 Seiten. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-019318-1. S. 55.
  45. „Was macht das Dantsche Inferno nun so attraktiv, auch noch, wie ich behaupten möchte, für heutige Leser? Eine einfache Antwort lautet: Es ist alles drin – bei diesen Toten –, was das menschliche Leben ausmacht: ergreifende Liebe, psychische Verwirrung, philosophischer Ernst, religiöse Inbrunst, nicht zuletzt aber auch die Grausamkeit politischer Machtkämpfe, die in der Grausamkeit der Höllenstrafen wiederaufgenommen wird. Und zugleich gibt es Stellen von großer, oft auch ins Derbe gehender Komik.“ Quelle: Manfred Koch: Infernalische Kreativität. Die Hölle als Heimatstatt der Dichter: Dante, Goethe, Thomas Mann. In: Konrad Paul Liessmann (Hrsg.): Die Hölle. Kulturen des Unerträglichen. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-552-05929-0. S. 68
  46. Paradiso XXXIII 85-93.
  47. Vita Nova 29, 4-6, „Da nach Ptolemäus und der christlichen Wahrheit es gewiß ist, daß neun an Zahl die Himmel sind, welche sich bewegen, und nach allgemeiner astrologischer Ansicht die genannten Himmel hier unten gemäß ihrer jeweiligen Gewohnheit ihren Einfluß ausüben, war diese Zahl ihr Freund, weil sie zu verstehen gab, daß in ihrer Geburt alle neun beweglichen Himmel vollkommen im Einklang standen. […] Wenn nun aber die Drei als Faktor ihrer selbst zur Neun wird und der Faktor, also der Schöpfer der Wunder, in sich selbst die Drei ist, nämlich Vater und Sohn und Heiliger Geist, die Drei und Eins sind, dann wurde diese Frau von dieser Zahl Neun begleitet, auf daß zu verstehen gegeben werde, daß sie eine Neun sei, d. h. ein Wunder, dessen Wurzel allein die wunderbare Dreieinigkeit ist.“ Quelle: Dante Alighieri; Thomas Vormbaum (Übersetzer): La Vita Nuova. Das Neue Leben. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8305-1334-6. S. 132–135.
  48. Kapitel Äussere Struktur und Zahlensymbolik". In: Alfred Anderau (Übers.): Dante Alighieri. Band 1. Hölle. Books on Demand, Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7347-8126-1. S. 25–26.
  49. Manfred Hardt: I numeri e le scritture crittografiche nelle Divina Commedia. In: Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4. S. 71–90.
  50. Thomas Ricklin (Übersetzer): Dante Alighieri. Das Gastmahl. Zweites Buch. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-7873-1128-9. S. 8–11.
  51. Augustinus: Buch 3, 25. Kapitel: Auch wo ein Ausdruck bildlich gefaßt werden muß, darf man nicht mechanisch in einer Deutung vorgehen. In: De Doctrina Christiana. Bibliothek der Kirchenväter, abgerufen am 19. Februar 2026.
  52. „Littera gesta docet, quid credas allegoria / Moralis quid agas, quid speres anagogia.“ Quelle: Augustinus de Dacia: Pro instructione iuvenum fratrum ordinis. In: Rotulus pugillaris. In: Angelicum 6 (1929). Ed. Walz. S. 256 bzw. 254.
  53. Thomas von Aquin exemplifiziert die vier Bedeutungsebenen am Beispiel des fiat lux von Gen. 1, 3: „Per hoc enim quod dico fiat lux, ad litteram de luce corporali, pertinet ad sensum litteralem. Si intelligatur fiat lux id est nascatur Christus in ecclesia, pertinet ad sensum allegoricum. Si vero dicatur fiat lux id est ut per Christum introducamur ad gloriam, pertinet ad sensum anagogicum. Si autem dicatur fiat lux id est per Christum illuminemur in intellectu et inflammemur in affectu, pertinet ad sensum moralem“. Quelle: Ep. Ad Gal., c. IV, 1. vii; 621).
  54. Eigentliches Schulbeispiel für den vierfachen Schriftsinn anhand des Begriffs Jerusalem findet sich in der Summa theologica des Alexander von Hales (Tract. Introduct., q. I, a. iii) und der Summa theologiae des Albertus Magnus (1. I. p. I, t. I, q. v, c. 4; 20, 31-34): „Ierusalem secundum historiam civitas est Iudaeae, secundum allegoriam ecclesiam significat, secundum tropologiam fidelem animam, secundum anagogiam caelestium omnium vitam.“
  55. „1 Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem Volke fremder Sprache,(2. Mose 12.41) 2 Da war Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.“ Quelle: Psalm - Kapitel 114. In: Bibel-Online.net. Abgerufen am 19. Februar 2026.
  56. Thomas Ricklin (Übersetzer); Ruedi Imbach (Vorrede): Das Schreiben an Cangrande. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1993, ISBN 3-7873-1124-6. S. 9-11 und 83 (Kommentar).
  57. Inferno II 7-9
  58. „Im zweiten Gesang des Infernos verflicht sich die allgemeine Anrufung der Musen, ihm bei Abfassung zu helfen, mit einem Appell an sein ingenium und an das Gedächtnis, in dem alles, was er sah und hörte, eingraviert sei. Die neun Töchter der Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, stehen traditionell für ein sekuläres Kunstverständnis, in dem es um Talent oder Ingeniosität sowie im alten Sinne um ars, also Handwerk, geht.“ Quelle: Die Anrufung der Musen. In: Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, München 2018. ISBN 978 3 406 71929 5. S. 107–108.
  59. Inferno XXXII 10-12.
  60. Purgatorio I 7-12.
  61. Purgatorio XXIX 37-42.
  62. Paradiso I 13-33.
  63. „Angesichts der stark angestiegenen Anforderungen sucht der Dichter die Unterstützung des gesamten griechischen Parnass. Er fleht Apoll, der den neun Musen vorsteht, an, er möge seine ganze poetische Kraft in ihn wie in ein Gefäß hineingießen, damit er, der Dichter der Komödie, sich mit diesem letzten Teil den ersehnten Lorbeer verdiene.“ Quelle: Die Anrufung der Musen. In: Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, München 2018. ISBN 978 3 406 71929 5. S. 109.
  64. Paradiso XVIII 82-87.
  65. Paradiso XXIII 49-69.
  66. Hermann Gmelin: Die Anrede an den Leser in Dantes Göttlicher Komödie. In: Deutsches Dante-Jahrbuch Band 29-30 Heft 1, S. 130. De Gruyter, abgerufen am 21. Februar 2026.
  67. „Im Mittelalter waren Ansprachen an den Leser oder Zuhörer in der Poesie, sowohl in lateinischer als auch in volkssprachlicher Form, recht häufig. Diese Form wurde meist eher beiläufig und ohne große Betonung verwendet: um Aufmerksamkeit zu erlangen, den Inhalt anzukündigen, sich für Mängel zu entschuldigen, manchmal zu moralisieren oder den Leser zu bitten, für den Schriftsteller zu beten. Dantes Ansprache an den Leser ist eine neue Schöpfung, obwohl einige ihrer Merkmale bereits in früheren Texten auftauchen.“ Quelle: Erich Auerbach: Dante’s addresses tot he reader (1953/54). In: Matthias Bormuth; Martin Vialon (Hg.): Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978-3-7720-8641-0. S. 143-152. Aus dem Englischen übersetzt mit DeepL.
  68. Beim Widerstand der Teufel am inneren Höllentor (VIII 94-96), beim Erscheinen der Medusa am inneren Höllentor (IX 61-63), beim Anblick des Drachens Geryon (XVI 127-132), bei den Verrenkungen der Wahrsager im vierten Graben des 8. Höllenkreises (XX 19-24), in der Szene der betrogenen Teufel am Pechsee des fünften Grabens im 8. Höllenkreis (XXII 118), bei den Verhandlungen der Diebe im siebenten Graben des 8. Höllenkreises (XXV 46-48) und beim Anblick Luzifers in der Erdmitte (XXXIV 22-27).
  69. Am Abend im Fürstental (VIII 19-21), nach dem Morgentraum Dantes (IX 70-72), bei den gebückten Büßern des Stolzes (X 106-111), bei der Vision der Zornigen (XVII 1-9), bei der Prozession der Kirche (XXIX 97-105), bei der Verwandlung des Greifen in Beatrices Augen (XXXI 124-126) und beim Trunk aus dem Eunoë (XXXIII 136-141).
  70. Bei der Ankunft im Mondhimmel (II 1-18), bei der Ankunft im Merkurhimmel (V 109-114), an die Menschheit nach der Rede Karls von Ungarn im Venushimmel (IX 10-12), bei der Ankunft im Sonnenhimmel (X 7-15 und X 22-27), in der dreimaligen Anapher bei den Reigen der Seligen im Sonnenhimmel (XIII 1-18) und bei der Ankunft im Fixsternhimmel (XXII 106-123).
  71. Inferno IX 61-63: O Leser, auf gesunden Geist ihr bauend, / Beherzigt die Belehrung, durch die Hülle / Der wunderlichen Dichterworte schauend! und Purgatorio VIII 19-21: Hier, Leser, schärfe deinen Blick zum Wahren, / Denn hier bekommt der Schleier solche Feinheit, / Daß es dir leicht muß sein hindurchzufahren. Quelle: Georg van Poppel (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Erster Band. Die Dichtung. Werkbundverlag, Würzburg 1928. S.  48 bzw. 206.
  72. Paradiso X 22: Or ti riman, lettor, sovra ’l tuo banco, […].
  73. Paradiso X 27: quella materia ond’io son fatto scriba.
  74. Hermann Gmelin: Die Anrede an den Leser in Dantes Göttlicher Komödie. In: Deutsches Dante-Jahrbuch, Band 29-30, Heft 1, S. 130-140. De Gruyter, abgerufen am 21. Februar 2026.
  75. Erich Auerbach: Dante’s addresses tot he reader (1953/54). In: Matthias Bormuth; Martin Vialon (Hg.): Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2018, ISBN 978-3-7720-8641-0. S. 143-152. Übersetzt aus dem Englischen mit DeepL
  76. Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71929-5. S. 110–111.
  77. Vergil an die Menschen (VII 70-71), Dante an die blinde Gier (XII 49-51), Pier delle Vigne an den Neid (XIII 64-69), Dante an die Rache Gottes (XIV 16-18), Dante an den Leser (XVIII 37-39, XXII 13-14, XXII 118, XXIII 67, XXXIV 32-33), Dante an die höchste Weisheit (XIX 10-12), Dante an die Simonisten (XIX 1-16), Dante an die höchste Weisheit (XIX 10-12), Dante an Konstantin (XIX 115-117), Dante an die Aretiner (XXII 4-9), Dante an Gott (XXIV 119-120) und Dante an die Sünder in der Kaina (XXXII 13-15).
  78. Dante an die Welt (I 26-27), Dante an den Leser (I 134), Dante an die Schatten (II 79), Dante zu Vergil (III 8-9), Vergil an die Menschheit (III 37-42, XIV 145-151, XV 49-57, XVII 88-90, XVIII 61-72), Dante an die überheblichen Christen (X 121-129), Oderisi an die Menschheit (XI 91-93), Dante an Ilion (XII 62-63), Dante an die Frauen (XII 70-72) und an die Menschheit (XII 112-114), der Engel an die Menschheit (XII 95-96), Guido del Duca an die Menschheit (XIV 86-87), Marco Lombardo an die Menschheit (XVI 67-83), Dante an die Phantasie (XVII 13-18), Dante zur Wölfin (XX 10-12), Dante zum Himmel (XX 13-15), Hugo Capet zu Gott (XX 94-96) und Dante zu Beatrice (XXXI 139-145).
  79. Dante an die Liebe (I 73-81, XX 13-15), Beatrice an die Menschen (V 64-66) und Christen (V 73-84), Karl Martell an die Menschheit (VIII 145-148), Dante an die Menschheit (IX 1-9, XI 1-3), Dante an den Adel (XVI 1-6), Cacciaguida an die Menschheit (XVI 52-57, 67-72, 79-84), der Adler an die Menschheit (XIX 85-90), an Ungarn und Navarra (XIX 142-144), an die Vorsehung (XX 130-132) und an die Sterblichen (XX 133-134), Petrus Damiani an die Menschheit (XXI 91-96 und 127-135), Dante an die Sterne (XXII 112-123), Dante zu Hyperion (XXII 142-144), Dante an die gütige Tugend (XXIII 85-87), Dante an den spirituellen Reichtum, der in den Seelen des Paradieses gesammelt ist (XXIII 130-139), Dante an die Freude (XXVII 7-9), Dante zu Gott (XXX 97-99), Beatrice an die Menschheit (XXX 139-141), Dante zum Dante zum dreieinen Licht (XXXI 28-30), Dante zum höchsten Licht (XXXIII 67-72), zur Gnade (XXXIII 82-84) und zum ewigen Licht (XXXIII 124-126).
  80. Inferno VI 49-57 und 73-75.
  81. Inferno XIX 1-6.
  82. Inferno XXV 10-12.
  83. Inferno XXVI 1-9.
  84. Inferno XXXIII 79-90.
  85. Inferno XXXIII 151-157.
  86. Purgatorio VI 76-151. Übersetzung von Rudolf Georg Adam in: Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse Verlag, München 2024. ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 231.
  87. Purgatorio XII 37-48.
  88. Purgatorio XIV, verschiedene Stellen.
  89. Purgatorio 64-129.
  90. Purgatorio XX 82-84.
  91. Paradiso 97-111.
  92. Paradiso XI 118-139.
  93. Paradiso XII 106-126.
  94. Paradiso XXVII 10-66.
  95. Paradiso XVI 109-111 und 136-144.
  96. Paradiso XVIII 115-136.
  97. Quelle: Simile. In: Richard Lansing (Hg.): The Dante Encyclopedia. Routledge, London and New York 2010, ISBN 978-0-415-87611-7. S. 778-781. Übersetzt mit DeepL.
  98. Inferno VI 19: Urlar li fa la pioggia come cani.
  99. Inferno V 141: io venni men cosí comʼ io morisse
  100. Inferno III 30: come la rena quando turbo spira
  101. Inferno V 29-30: che mugghia come fa mar per tempesta, / se da contrari venti è combattuto
  102. Inferno V 40-43, 46-49, 82-86.
  103. Inferno IX 76-81.
  104. Inferno XIV 31-39, Purgatorio XXX 22-33, Inferno XXIV 1-18, Inferno XXIV 1-21.
  105. Der längste Vergleich erstreckt sich über 9 Terzinen oder 27 Verse:
  106. «Dichter der irdischen Welt.» In: Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71929-5. S. 111–112.
  107. Luigi Venturi: Le similitudini dantesche ordinate, illustrate e confrontate. G. C. Sansoni editore, Florenz 1911 (dritte Ausgabe). Erstausgabe 1889.
  108. „In seinem Buch Le similitudini dantesche ordinate, illustrate e confrontate unterschlägt Luigi Venturi die folgenden Vergleiche: Inferno IV 109, XXX 1; Purgatorio X 45, XVII 58, XXIX 103. Er führt fälschlicherweise die folgenden Beispiele auf, bei denen es sich nicht um Vergleiche handelt: Purgatorio XI 115, XVII 67, XXV 77-78; Paradiso XVI 1 ff.“ Quelle: Richard H. Lansing: From Image to Idea. A Study of the Simile in Dante’s Commedia. Longo Editore, Ravenna 1977. Fußnote 1. S. 17.
  109. Anna Maria Chiavacci Leonardi: Dante Alighieri. Commedia. Zanichelli, Bologna 2001, ISBN 88-08-10550-4. S. XX.
  110. Inferno XX 112-114: [Es spricht Vergil]: „Er hiess Eurypylus, wie meine hohe / ,Tragödie‘ [die Aeneis] von ihm singt in einem Verse; / Wohl weisst du ihn, du kennst sie ganz und gar ja.“ ¨Quelle: Philalethes (= Johann von Sachsen): Dante Alighieri’s Göttliche Komödie Erster Theil. Die Hölle. Druck und Verlag von B. G. Teubner, Leipzig 1865. S. 136–137.
  111. InfernoI 85-87: Tu sè lo mio maestro e ʼl mio autore, / tu sè solo colui da cuʼ io tolsi / lo bello stilo che mʼha fatto onore. In: Rudolf Georg Adam (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Manesse, München 2024, ISBN 978-3-7175-2554-7. S. 10.
  112. Fußnote zu Purgatorio XXX 82: „Beatrice, so wird deutlich, ist gewiss nicht unvereinbar mit dem Christentum, sie verdrängt weder Jesus noch Maria, sie ist aber auch nicht verallgemeinerbar für alle Gläubigen: Sie ist keine Heilige. Außer Dante kann niemand sie anbeten, verehren oder um Hilfe anflehen. Sie ist eher schon verallgemeinerbar für alle Menschen: als Mutter, Geliebte, Inbegriff von Schönheit, Weisheit und Glaube. Gerade letzteren: das, was höher ist als alle Vernunft, wird sie offenbaren. Sie ist aber auch rectitudo, Geradheit, Richtigkeit. Sie ist der »gerade Weg« und zugleich das Ziel des Weges (iter ad Deum).“ In: Hartmut Köhler: Dante Alighieri. La Commedia. Die Göttliche Komödie. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-010795-9. S. 597.
  113. Paradiso XXXII 59-60: „Beatrice wollt ich sehn, doch einen Alten / Erblickt ich im Gewande der Verklärung.“ Quelle: Georg van Poppel (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie. Werkbundverlag, Würzburg 1928, S. 488.
  114. Eintrag Bernardo. In: Umberto Bosco (Hrsg.): Enciclopedia Dantesca. Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani, Rom 1970. Band I, A-CIL. S. 601–605.
  115. Purgatorio XIX 124-141.
  116. Purgatorio XX 7 ff.
  117. Purgatorio XXV 31 ff.
  118. Purgatorio XXI 82-102.
  119. Eintrag Stazio. In: Umberto Bosco (Hrsg.): Enciclopedia Dantesca. Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani, Rom 1976. Band V, SAN-Z. S. 420–421.
  120. Inferno II 97.
  121. Purgatorio IX 19-63
  122. Paradiso XXXII 137. Lucia sitzt im Empyreum neben Anna und gegenüber von Adam.
  123. Barbara Reynolds: Dante. The Poet, the Political Thinker, the Man. Bloomsbury, London 2006 (repr. 2019), ISBN 978-1-59376-162-2. S. 74 und 268.
  124. Eintrag Lucia. In: Umberto Bosco (Hrsg.): Enciclopedia Dantesca. Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani, Rom 1971. Band III, FR-M. S. 717–718.
  125. Purgatorio XXVIII 43-60.
  126. Purgatorio. XXXIII 119
  127. Eintrag Matelda. In: Umberto Bosco (Hrsg.): Enciclopedia Dantesca. Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani, Rom 1971. Band III, FR-M. S. 854–860.
  128. Jo Ann Hoeppner Moran Cruz: Dante’s Matelda: Queen, Saint, and Mother of Emperors. In: Viator 47/3 (2016), S. 209–242 doi:10.1484/J.VIATOR.5.112359
  129. Inferno III 1-9.
  130. Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch dieselbe eingehen. Quelle: Matthäus Kapitel 7, Vers 13. In: bibel-online.net. Abgerufen am 21. Februar 2026.
  131. Inferno VIII 125-127: [...] an weniger geheimer Pforte, / Die stets noch ohne Riegel ist geblieben: / Wo du gelesen hast die Todesworte. Quelle: Georg van Poppel (Übersetzer): Dante Alighieri. Die Göttliche Kommödie. Werkbundverlag, Würzburg 1928. S. 45.
  132. Inferno III 84-93.
  133. Inferno V 16-20.
  134. Inferno VII 1.
  135. Inferno VIII 18.
  136. Inferno IX 52-54.
  137. Inferno XII 55-139.
  138. Inferno XVII 7-27.
  139. Inferno XXI 22 bis XXII 151.
  140. Inferno XXXI 67.
  141. Inferno XXXI 112-145.
  142. Inferno XXXIV 28 ff.
  143. Purgatorio I 40 ff.
  144. Purgatorio IX 85 ff.
  145. Zum Beispiel durch die berühmte Formel, die Charon und Minos in die Schranken weist (Inferno III 95-96 bzw. V 23-24): „Vuolsi cosí colà dove si puote / ciò che si vuole, e piú non dimandare.“ (Dt.: Man will es dort oben, wo man kann, was man will, und frag nicht weiter.) oder die Aufforderung von Vergil an Malacoda (Inferno XXI 83-84: „Lascianʼ andar, ché nel cielo è voluto / chʼiʼ mostri altrui questo cammin silvestro“) oder Vergils Nennung von Lucia als Gewährsfrau gegenüber dem Wächterengel (Purgatorio IX 88-90: „Donna del ciel, di queste cose accorta, / rispuose ʼl mio maestro a lui, pur dianzi / ne disse: Andate là: quivi è la porta.“).
  146. „Unter ihnen sind auch viele Zeitgenossen, die aus allen sozialen Schichten stammen. Der Wanderer begegnet neben Dichtern auch Notaren, Juristen und Medizinern, Geldleihern, Handwerkern und Heerführern, Theologen wie Philosophen, Hofmännern und Herrschern, Laien und Klerikern, Frauen wie Männern. In seiner Hölle sitzen zudem erstmals Päpste. Im Purgatorium trifft der Wanderer auf Menschen aus ganz Italien, ja aus Europa, auf Könige und schließlich sogar Kaiser. Fast alles, was damals bekannt oder Dante bekannt sein konnte, und das ist durchaus eine Art Who’s Who der Weltgeschichte bis 1320, fand Eingang in die Komödie.“ Quelle: Franziska Meier: Dantes Göttliche Komödie. Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71929-5. S. 51–52.
  147. Inferno XIV 51. Kapaneus sagt es für alle: „Wie ich lebend war, bin ich auch todt noch.“ Quelle: Philalethes: Dante Alighieri’s Göttliche Comödie. Erster Theil. Die Hölle. B. G. Teubner, Leipzig 1865. S. 86.
  148. Die Struktur des Inferno wird im 11. Gesang, die des Purgatorio im 17. Gesang und die des Paradiso im 28. Gesang erläutert.
  149. Quelle: Erich Auerbach: Über Dantes Dichtung. In: Christian Rivoletti (Hrsg.): Erich Auerbach. Kultur als Politik. Aufsätze aus dem Exil zur Geschichte und Zukunft Europas (1938–1947). Konstanz University Press, Konstanz 2014, ISBN 978-3-86253-046-5. S. 126.
  150. Heinz Willi Wittschier: Dantes Divina Commedia. Einführung und Handbuch. Erzählte Transzendenz. Peter Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-38401-7. S. 80–89.
  151. Purgatorio XXIV 64-66.
  152. Giorgio Celli; Antonella Venturelli: Gli animali nella «Divina Commedia» (tra fantasia e realtà). In: Patrick Boyde; Vittorio Russo: Dante e la scienza. Longo editore, Ravenna 1995, ISBN 88-8063-033-4. S. 109–117.
  153. Inferno XXIV 86-87. Fünf Schlangenarten, die Lukan in seinen Pharsalia erwähnt.
  154. Inferno III 1-9.
  155. Analog weist der Läuterungsberg neun Terrassen und das Paradies neun kreisende Himmelssphären auf.
  156. Quelle: Scott G. Bruce (Hrsg.): Abandon All Hope: Dante’s Inferno (c. 1320). In: The Penguin Book of Hell. Penguin Books, New York 2018, ISBN 978-0-14-313162-5 (pbk.), S. 139–140. Übersetzt mit DeepL.
  157. Im Purgatorio XVII und Paradiso XXVIII werden die dortigen Hierarchien erläutert.
  158. „In Dantes Rechtsvorstellungen gehen aristotelische Begrifflichkeit, römisches Recht, scholastische Definitionsschule und mittelalterliche Strafpraktiken eine komplexte Mischung ein. In letzter Instanz dominiert indessen stets die dichterische Phantasie im Dienste des Glaubens.“ Quelle: Hartmut Köhler: Dante Alighieri. La Commedia. Die Göttliche Komödie. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-010750-8, S. 162.
  159. „Die Hölle ist so effizient organisiert wie ein bürokratischer Staat: Jede gottlose Seele hat ihren angemessenen Platz und jeder Platz ist mit einer bestimmten Strafe verbunden, die auf eine bestimmte Sünde abgestimmt ist. Mehr als jeder andere Autor vor ihm hatte Dante ein klares und logisches Verständnis von der Geografie des Jenseits.“ Quelle: Scott G. Bruce (Hrsg.): Abandon All Hope: Dante’s Inferno (c. 1320). In: The Penguin Book of Hell. Penguin Books, New York 2018, ISBN 978-0-14-313162-5 (pbk.), S. 139–140. Übersetzt mit DeepL.
  160. Am Schluss des 28. Gesang des Inferno wird der Begriff contrapasso aus dem Mund des Troubadours Bertran de Born genannt.
  161. dantesk, adj. In: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung (1965–2018). Abgerufen am 16. Februar 2026.
  162. Carl Gustav Carus: Paris und die Rheingegenden. Tagebuch einer Reise im Jahre 1835. I-II, Leipzig 1836. 2,69.
  163. Franziska Meier: Besuch in der Hölle. Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrtausendbuchs. C.H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76723-4. S. 14.
  164. „Hier genügt es, daran zu erinnern, dass nach Dantes Tod die Autographen und die ersten Abschriften des gesamten Gedichts verloren gingen und daher von der ältesten Überlieferung nichts anderes übrig ist als minimale und sporadische Belege in einigen wenigen Fragmenten.“ In: Giorgio Inglese: Dante Alighieri. Commedia. Introduzione. Le Lettere, Florenz 2021, ISBN 978-88-936623-7-6. S. LIX. Übersetzt mit Google Übersetzer.
  165. Enrico Malato: La tradizione del testo della Commedia. (PDF) In: Biblioteca Trivulziana Milano. 4. August 2015, abgerufen am 14. Februar 2026.
  166. „Es ist kein Manuskript erhalten geblieben, das auf die ersten Jahre der Verbreitung des Inferno und des Purgatorio zurückgeht, d. h. das aus einem so alten Kodex stammen könnte. Da die Autographen Dantes und die ersten Kopien der gesamten Commedia nach dem Tod des Dichters verloren gegangen sind, ist das erste Manuskript (verloren gegangen, aber indirekt bekannt), von dem wir wissen, ein florentinisches Exemplar, das zwischen Oktober 1330 und Januar 1331 von einem gewissen Forese Donati geschrieben wurde […]“.). Quelle: Giorgio Petrocchi: La Divina Commedia. Testo critico. Con una sua nota introduttiva sul testo della Commedia. Einaudi, Turin 1975 (= Piccola Biblioteca Einaudi Testi, 6). S. VIII.
  167. Zur Genealogie der Manuskripttradition siehe: Giorgio Petrocchi, L’antica tradizione manoscritta della Commedia. In: Introduzione a La Commedia secondo l’antica vulgata, Mondadori, Milano 1967, S. 57–91.
  168. Danteonline – I Codici. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  169. Marcella Roddewig: Dante Alighieri: Die göttliche Komödie. Vergleichende Bestandsaufnahme der Commedia-Handschriften. Anton Hiersemann, Stuttgart 1984 (= Hiersemanns bibliographische Handbücher, 4).
  170. Agnese Galassi: I testimoni della Commedia scoperti dopo la "Bestandsaufnahme" di Marcella Roddewig e un'indagine di codicologia trecentesca (Abstract). In: L’Alighieri. Rassegna dantesca. Saverio Bellomo, Stefano Carrai, Giuseppe Ledda, 31. Dezember 2016, abgerufen am 2. Januar 2026.
  171. Die Fehleranalyse hat es ermöglicht, drei Haupttextarten zu identifizieren, die sich im ersten Jahrzehnt der Verbreitung als vollendetes Werk herausgebildet haben: 1) der Standardtext, 2) die editio von Forese, 3) eine „bolognesische“ Tradition. Quelle: Introduzione. III Classificazione dei testi. In: Giorgio Inglese: Dante Alighieri: Commedia. Le Lettere, Florenz 2021, ISBN 978-88-936623-7-6, S. CXLI
  172. Danti del Cento ist ein biblio-historiographischer Begriff, der von Kritikern, beginnend mit der modernen Forschung, verwendet wird, um eine Gruppe von Handschriften von Dante Alighieris "Göttlicher Komödie" zu bezeichnen, die textliche und materielle Merkmale teilen, die als ähnlich angesehen werden, ohne dass dies notwendigerweise die Existenz einer einzigen Stammfamilie impliziert.
  173. Franziska Meier: Besuch in der Hölle. Dantes Göttliche Komödie. Biographie eines Jahrtausendbuchs. C. H. Beck, München 1921, ISBN 978-3-406-76723-4, S. 68.
  174. Digitalisat: Paget Toynbee: Dante in English Literature from Chaucer to Cary (c. 1380-1844), Band I. In: Internet Archive. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  175. Digitalisat: Paget Toynbee: Dante in English Literature from Chaucer to Cary (c. 1380-1844), Band II. In: Internet Archive. Abgerufen am 2. Januar 2026.