Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Abstand (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der Abstand (auch Entfernung oder Distanz) zweier Punkte ist die Länge der kürzesten Verbindung dieser Punkte. Im euklidischen Raum ist das die Länge der Strecke zwischen den beiden Punkten.
Der Abstandsbegriff lässt sich von Punkten auf geometrische Objekte (z. B. Geraden oder Ebenen) verallgemeinern, da sich diese als Punktmengen auffassen lassen. Unter dem Abstand zweier geometrischer Objekte versteht man im Allgemeinen die Länge der kürzesten Verbindungslinie der beiden Objekte, also der Abstand der beiden einander nächstliegenden Punkte. Werden nicht die einander nächstliegenden Punkte zweier Objekte betrachtet, so wird dies explizit angegeben oder ergibt sich aus dem Zusammenhang, wie beispielsweise der Abstand der geometrischen Mittelpunkte oder der geometrischen Schwerpunkte.
Die Metrik ist der Teil der Mathematik, der sich mit der Abstandsmessung beschäftigt.
Der Abstand, die Entfernung, die Distanz zwischen zwei Werten einer Größe oder zwischen zwei Zeitpunkten wird bestimmt, indem man den Absolutbetrag ihrer Differenz bildet, das heißt, indem sie voneinander abgezogen werden und vom Ergebnis der Absolutbetrag gebildet wird. Der gemessene Abstand ist unabhängig vom gewählten Referenzpunkt des Koordinatensystems, nicht aber von dessen Skalierung (siehe auch Maßstabsfaktor).
Der Abstand zweier Punkte und auf einer Geraden mit den Koordinaten bzw. ist der Absolutbetrag . Dieser Betrag lässt sich auch schreiben als
.
Der Abstand zweier Punkte in der Ebene
Sind zwei Punkte der Ebene in kartesischen Koordinaten und gegeben, so beträgt der Abstand zwischen und nach dem Satz des Pythagoras[1]
.
Für zwei Punkte und des (dreidimensionalen) Raumes erhält man durch die doppelte Anwendung des Pythagoras[1]
.
Dieser Abstandsbegriff wird für höherdimensionale Räume in sinnfälliger Weise verallgemeinert, indem man für zwei Punkte und den (euklidischen) Abstand zweier Punkte definiert als[2]
.
Der Abstand eines Punkts von einer Geraden oder einer ebenen Fläche ist sein Abstand zum Fußpunkt des darauf gefällten Lots, der von einer gekrümmten Linie ist stets ein Abstand von einer ihrer Tangenten.
Von allem Geradenpunkten liegt der Lotfußpunkt am nächsten an .Beispiel: Abstand zwischen Punkt und Geraden in der Ebene
Der Abstand eines Punktes von einer Geraden ist die kleinste Entfernung, die ein Punkt der Geraden von haben kann. Von allen Geradenpunkten liegt der Fußpunkt des Lots von auf am nächsten zu . Denn für jeden anderen Geradenpunkt gilt mit dem Satz des Pythagoras (siehe Skizze)
Also entspricht der Länge des Lots von auf .[3] In der synthetischen Geometrie ermittelt man den Abstand eines Punktes von einer Geraden folglich, indem man das Lot von auf fällt und anschließend die Länge der Lotstrecke misst.
In der analytischen Geometrie lässt sich der Abstand zwischen einem Punkt und einer Geraden mit der Koordinatengleichung berechnen als
Beispiel: Abstand zwischen Punkt und Gerade im Raum
Konstruktion des Abstandes .
Gegeben sind die Koordinaten der Punkte und , durch die die Gerade verläuft, und der Punkt .
Nach dem Einzeichnen der Geraden durch und sowie des Punktes werden die Verbindungsvektoren und eingezeichnet. Eine abschließend errichtete Senkrechte auf die Gerade durch den Punkt liefert den Abstand
Zwei windschiefe Geraden (), wobei die eine durch die Punkte und und die andere durch die Punkte und verläuft, haben mit den Vektoren folgenden Abstand:[6]
Dabei steht für das Skalarprodukt der beiden Vektoren.
Beispiel
Beispiel: Konstruktion des Abstandes zwischen zwei windschiefen Geraden und im Raum
Konstruktion des Abstandes mithilfe einer Hilfsebene.
Gegeben seien die Koordinaten der vier Punkte und
Nach dem Einzeichnen der Geraden durch und sowie durch und werden zunächst die Verbindungsvektoren und eingezeichnet. Für das Bestimmen der Hilfsebene wird eine Parallele zu durch gezogen und anschließend der Punkt beliebig auf der Parallelen markiert. Mithilfe der somit gegebenen drei Punkte und wird die Ebene generiert. Es folgt das Fällen des Lots vom Punkt auf die Ebene mit Fußpunkt und eine Parallele zu die in (rot) schneidet. Abschließend liefert die Parallele zu ab dem Punkt bis zur Geraden den Schnittpunkt und somit den Abstand:
Wenn drei Punkte , , gegeben sind, die eine Ebene bestimmen (siehe Dreipunkteform), dann lässt sich der Abstand mithilfe der Vektoren mit folgender Formel berechnen:[7][A 2]
Beispiel
Beispiel: Konstruktion des Abstandes zwischen dem Punkt und der Ebene im Raum
Gegeben seien die Koordinaten der drei Punkte der Ebene mit sowie des außerhalb liegenden Punktes
Nach dem Eintragen der Punkte und sowie des außerhalb liegenden Punktes kann die Ebene generiert werden. Anschließend fällt man das Lot vom Punkt des Koordinatenursprungs auf die Ebene mit dem Fußpunkt Durch die Punkte und verläuft auch der, aus der Parameterdarstellung von ermittelbare, Normalenvektor mit Abschließend liefert die Parallele zu ab dem Punkt bis zur Ebene den Abstand:
Die Linien in rot, blau und gelb sind drei Beispiele für die Manhattan-Metrik zwischen den zwei schwarzen Punkten (je 12 Einheiten lang). Die grüne Linie stellt zum Vergleich den euklidischen Abstand dar, der eine Länge von Einheiten hat.
Die Manhattan-Metrik ist die von der Summennorm (1-Norm) eines Vektorraums erzeugte Metrik.
Weil die Wege zwischen zwei Punkten immer rechtwinklig entlang den horizontalen und vertikalen Linien (Straßen) verlaufen, aber nicht durch die quadratischen „Gebäudeblöcke“, ist der Abstand zwischen zwei Punkten nicht kleiner und im Allgemeinen größer als der euklidische Abstand. Der Abstand zwischen zwei Punkten mit ganzzahligen Koordinaten (Kreuzungen) ist immer eine ganze Zahl.
So ist beispielsweise in der nebenstehenden Grafik die Manhattan-Metrik in einem zweidimensionalenRaum, sodass sich
ergibt, wobei und die schwarz markierten Punkte sind.