Devillin kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt meist nadelige bis dünntafelige Kristalle mit pseudohexagonalem Habitus, die meist in rosettenförmigen oder büscheligen Mineral-Aggregaten zusammentreten. Er findet sich aber auch in Form krustiger Überzüge. Das Mineral ist durchsichtig bis durchscheinend und von blaugrüner oder dunkelsmaragdgrüner bis patinagrüner Farbe. Seine Strichfarbe ist eigenfarbig, aber eher blassgrün.
Die unverletzten Oberflächen der durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle weisen einen glasähnlichen Glanz auf, Spaltflächen schimmern dagegen eher perlmuttähnlich. Mit einer Mohshärte von etwa 2,5 liegt Devillin zwischen den Referenzmineralen Gips (Härte 2) und Calcit (Härte 3).
Erstmals entdeckt wurde Devillin in der englischen Grafschaft Cornwall und beschrieben 1864 durch M. F. Pisani, der das Mineral nach dem französischen Chemiker Henri Étienne Sainte-Claire Deville (1818–1881) benannte.[9]
Seine Synonyme Herrengrundit und Úrvölgyit erhielt Devillin aufgrund von reichen Mineralfunden und -beschreibungen aus der slowakischen Region Špania Dolina, zu deutsch „Herrengrund“ bzw. ungarisch „Úrvölgy“.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Devillin die System- und Mineralnummer 31.06.01.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.06.01, in der auch Lautenthalit eingeordnet ist.[11]
Devillin ist ein Mineral mit einer stark ausgeprägten Anisotropie, was bedeutet, dass seine Eigenschaften in den drei Hauptachsen unterschiedlich sind.
Das Mineral ist unlöslich in Wasser und verdünnter Schwefelsäure (H2SO4), jedoch leicht löslich in verdünnter Salpetersäure (HNO3).
Nadeliger Devillin aus Staré Hory, Špania Dolina (Herrengrund, Úrvölgy), SlowakeiDevillin (grün) mit Wulfenit (orange) und Serpierit (weiß) aus der Tsumeb Mine in Namibia
Devillin gehört zu den eher selten vorkommenden Mineralen, kann also an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, ist aber insgesamt wenig verbreitet. Bisher (Stand: 2011) wurden rund 300 Fundorte registriert.[8] Neben seiner Typlokalität Cornwall trat das Mineral im Vereinigten Königreich (Großbritannien) noch in den Regionen Cumbria, Devon, Shropshire und Staffordshire in England; bei Wanlockhead in Schottland sowie in den walisischen Regionen Ceredigion, Gwynedd und Powys auf.
Erwähnenswert aufgrund außergewöhnlicher Devillinfunde ist unter anderem die Region Špania Dolina (Herrengrund, Úrvölgy) in der Slowakei, aus der auch die bisher besten Exemplare an Kristallrosetten mit einem Durchmesser von bis zu einem Zentimeter kommen.[12]
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Belgien, Kanada, Chile, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Japan, Kasachstan, der Demokratischen Republik Kongo, Marokko, Mexiko, Namibia, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, Tschechien, Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[13]
W. Krause, H. Täuber:Zum Kenntnisstand der Minerale Serpierit, Orthoserpierit und Devillin. In: Der Aufschluss. Band43, 1992, S.1–25.
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C. Sabelli, P. F. Zanazzi:The crystal structure of devillite. In: Acta Crystallographica. B28, 1972, S.1182–1189, doi:10.1107/S0567740872003929 (englisch).
International Mineralogical Association: Commission on New Minerals and Mineral Names. In: Mineralogical Magazine. Band43, Dezember 1980, S.1053–1055, Devilline, not devillite or herrengrundite (englisch, rruff.net[PDF; 191kB; abgerufen am 28.September 2026]).
Z. Mrázek, T. Řídkošil, J. Ederová:New data for devillite. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte. 1983, S.79–88 (englisch).
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↑David Barthelmy:Devilline Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 28.September 2026(englisch).
12345678
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12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456Devilline.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 28.September 2026(englisch).
↑Félix Pisani:Sur une nouvelle espece minérale du Cornouailles, la devilline. In: Comptes Rendus Hebdomadaires des Séances de l’Académie des Sciences. Band59, S.813–814 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 7. August 2024 im Internet Archive) [PDF; 337kB; abgerufen am 28.September 2026]).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.646 (englisch).
↑Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.149.
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Fundortliste für Devillin beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 28. September 2026.