Calderónit entwickelt tafelige bis prismatische, gestreifte Kristalle bis etwa einem Millimeter Länge mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Bei verwitternden Proben nehmen die Oberflächen einen schwächeren harzähnlichen Glanz an. Die schwach durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle sind von dunkelgelber oder rotoranger bis rotbrauner Farbe. Je nach Quelle wird die Strichfarbe als rot[6] oder rotorange bis gelb[3] beschrieben.
Entdeckt wurde Calderónit zuerst in der ehemaligen Blei-Zink-Grube „Las Colmenitas“ etwa zwei Kilometer nordwestlich von Santa Marta in der Provinz Badajoz der spanischen, autonomen Gemeinschaft Extremadura. Die Erstbeschreibung erfolgte durch José González del Tánago, Ángel la Iglesia, Jordi Rius und Soledad Fernández Santín, die das Mineral in Anerkennung an dessen wichtige Beiträge zur Mineralogie Spaniens nach Salvador Calderón y Arana (1851–1911) benannten.
Tánago, Rius und Santín sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2001 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 2001-022[1]), die den Calderónit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde 2003 im Fachmagazin American Mineralogist publiziert.
Da der Calderónit erst 2001 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht aufgeführt.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Calderónit ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.): RO4 = 0,5: 1“ zu finden ist, wo es zusammen mit Arsenbrackebuschit, Arsentsumebit, Bearthit, Brackebuschit, Bushmakinit, Feinglosit, Gamagarit, Goedkenit, Tokyoit und Tsumebit die „Brackebuschitgruppe“ mit der Systemnummer 8.BG.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Calderónit die System- und Mineralnummer 40.02.08.04. Auch dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+(B2+)2(XO4) × x(H2O)“ in der „Brackebuschitgruppe“, in der auch Brackebuschit, Arsenbrackebuschit, Feinglosit und Bushmakinit eingeordnet sind.
Als seltene Mineralbildung konnte Calderónit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 30 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2024).[9] Außer an seiner Typlokalität Grube „Las Colmenitas“ konnte das Mineral in Spanien noch in der ebenfalls nahe Santa Marta betriebenen Grube „Reserva“ und in der Blei-Zink-Lagerstätte bei Azuaga in der Extremadura sowie in der Grube „María Josefa“ bei Rodalquilar in Andalusien gefunden werden.
In Deutschland sind bisher keine Vorkommen bekannt.
Die bisher einzigen bekannten Fundorte in Österreich sind der „Waldbrand-Stollen“ auf der oberen Schäffler Alp nahe Zauchen im Kärntener Bezirk Völkermarkt und die Grube „Nepomuk“ am Galmeikogel bei Annaberg in Niederösterreich.
José González del Tánago, Ángel la Iglesia, Jordi Rius, Soledad Fernández Santín:Calderonite, a new lead-iron-vanadate of the brackebuschite group. In: American Mineralogist. Band88, 2003, S.1703–1708 (englisch, rruff.info[PDF; 883kB; abgerufen am 20.Oktober 2024]).
Joseph A. Mandarino:New minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band42, 2004, S.215–234 (englisch, rruff.info[PDF; 527kB; abgerufen am 21.Oktober 2024]).
Calderónite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 20.Oktober 2024(englisch).
123456789Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345José González del Tánago, Ángel la Iglesia, Jordi Rius, Soledad Fernández Santín:Calderonite, a new lead-iron-vanadate of the brackebuschite group. In: American Mineralogist. Band88, 2003, S.1703–1708 (englisch, rruff.info[PDF; 883kB; abgerufen am 20.Oktober 2024]).
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Calderónite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 88kB; abgerufen am 20.Oktober 2024]).
↑Joseph A. Mandarino:New minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band42, 2004, S.215–234 (englisch, rruff.info[PDF; 527kB; abgerufen am 21.Oktober 2024]).
↑Localities for Calderónite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 20.Oktober 2024(englisch).
↑
Fundortliste für Calderónit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 21. Oktober 2024.